• 20:17 Uhr: Selenskyj hält an Kriegsziel einer Befreiung der Krim fest
  • 20:10 Uhr: Ukraine: Mindestens vier Tote bei russischen Bombenangriffen auf Cherson
  • 19:33 Uhr: Ukraine beginnt sich von massiven Blackouts zu erholen
  • 17:53 Uhr: ➤ Experte: Militärischer Sieg über Russland ist "weit weg von der Realität"
  • 17:01 Uhr: Ukraine und Russland tauschen jeweils 50 Gefangene aus
  • 16:42 Uhr: Merkel konnte neues Gesprächsformat mit Putin zu Amtsende nicht mehr durchsetzen
  • 15:48 Uhr: Cherson: Neun Folterkammern und über 400 ermordete Zivilisten entdeckt
  • 15:27 Uhr: Ukraine beginnt sich von massiven Blackouts zu erholen

Mehr News zum Krieg in der Ukraine

➤ Experte: Militärischer Sieg über Russland ist "weit weg von der Realität"

  • 17:53 Uhr

Erich Vad, Brigadegeneral a.D. der Bundeswehr, glaubt nicht an einen militärischen Sieg über Russland. Ein solcher sei "weit weg von der Realität" und schlicht "nicht möglich", sagte er dem Nachrichtensender n-tv. "Es ging nie und geht nicht darum, einen militärischen Sieg über Russland zu erringen", erklärte der Experte. Die militärische Lage sei "eine Pattsituation": "Wir kommen da militärisch nicht raus."

Nach seiner Einschätzung wird es "eine Rückeroberung des Donbass und der Krim ohne Kriegseintritt der Nato, den keiner will, und ohne einen Dritten Weltkrieg (…) nicht geben". Die Ukraine habe zwar Erfolge erzielt und Ortschaften insbesondere im Norden sowie Cherson befreit. "Es gab auch erfolgreiche regional begrenzte Offensiven, aber sie haben nie dazu geführt, die militärische Eskalationsdominanz Russlands (…) zu brechen". Dies sei auch "nicht absehbar".

Er widersprach damit dem Militärökonomen Marcus Matthias Keupp, der kürzlich in einem Interview mit der "Zeit" erklärt hatte: "Ich rechne mit einer Niederlage Russlands im kommenden Jahr, vielleicht im September oder Oktober." Dies sei ein "Irrglaube und Denkfehler", betont Erich Vad. Russland sei sowohl eine der stärksten Militärmächte als auch die stärkste Nuklearmacht der Welt.

Vad sieht für eine Lösung nur zwei Alternativen, entweder "einen langen Abnutzungskrieg mit unserer Hilfe am Leben zu halten (…), aber mit Hunderttausenden Toten, mit der Zerstörung der ukrainischen Wirtschaft". Die andere Variante, die Vad unterstütze, sei die weitere militärische Unterstützung der Ukraine, "aber als Mittel zum Zweck baldiger politischer Verhandlungen". Russland sei eine "Macht im Abstieg". Diesen müsse man "managen", was nur durch "politische Klugheit" funktioniere. (tas)

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Die Lage im Überblick:

Seit 24. Februar führt Russland aus der Luft und am Boden einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kurz zuvor hatte Präsident Wladimir Putin das Existenzrecht der Ukraine als eigenständiger Staat in Zweifel gezogen und die sogenannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ostukraine anerkannt.

Die ukrainische Armee wehrt sich seitdem nach Kräften gegen die Invasoren. Auf beiden Seiten gibt es Berichten zufolge Tausende Tote, wie viele Soldaten und Zivilisten bereits starben, lässt sich jedoch nicht unabhängig überprüfen. Fakt ist: Die humanitäre Lage in der Ukraine spitzt sich mit jedem Tag zu.

Aktuelle Kampfhandlungen und Truppenbewegungen. (Achtung: Diese Infografik wird regelmäßig aktualisiert)

Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat inzwischen mehr als 15,5 Millionen Grenzübertritte aus der Ukraine registriert (Stand: 22. November). Die Flüchtenden sind vor allem Frauen und Kinder, da Männer zwischen 18 und 60 Jahren das Land nicht verlassen dürfen. Laut UNHCR sind in dieser Zeit über 7,9 Millionen Grenzübertritte zurück in die Ukraine registriert worden (Stand: 22. November).

Die EU und die USA reagierten mit Sanktionen. Außerdem liefern sie der Ukraine Waffen, auch Deutschland unterstützt das Land mit Waffenlieferungen. Auch Panzer der Klasse Gepard soll die Ukraine aus Deutschland erhalten. (dpa)

Die weiteren Meldungen zum Krieg in der Ukraine vom 24. November

Selenskyj hält an Kriegsziel einer Befreiung der Krim fest

  • 20:17 Uhr:

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hält trotz westlicher Skepsis an einer Befreiung der 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim als Kriegsziel fest. Das sagte er der britischen Zeitung "Financial Times" nach Angaben vom Donnerstag. "Ich kann verstehen, dass jeder verwirrt ist in dieser Lage und was aus der Krim wird", wurde er zitiert.

"Wenn uns jemand einen Weg aufzeigt, wie die Besetzung der Krim mit nicht-militärischen Mitteln beendet werden kann, dann werde ich sehr dafür sein", sagte Selenskyj der Zeitung. Wenn ein Vorschlag aber bedeute, dass die Krim besetzt und Teil Russlands bleibe, "sollte niemand darauf seine Zeit verschwenden. Das ist Zeitverschwendung."

Westliche Unterstützer der Ukraine gehen davon aus, dass diese irgendwann die von Russland seit dem 24. Februar besetzten Gebiete sowie den Donbass zurückerobern kann. Sie sind aber vorsichtiger bei der Krim: Die Halbinsel sei für Moskau strategisch und symbolisch so wichtig, dass eine Eskalation des Krieges zu befürchten sei.

Bei Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew im Frühjahr zu Beginn des Krieges stand im Raum, die Frage der Zugehörigkeit der Krim auf einige Jahre zu vertagen. Bestärkt durch ihre militärischen Erfolge verfolgt die Kiewer Führung nun aber das Ziel, alle abgetrennten Gebiete der Ukraine zurückzuerobern. (dpa)

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Ukraine: Mindestens vier Tote bei russischen Bombenangriffen auf Cherson

  • 20:10 Uhr:

Bei russischen Bombenangriffen auf die südukrainische Stadt Cherson sind am Donnerstag mindestens vier Menschen getötet und zehn weitere verletzt worden. Die russischen Angreifer hätten mit Mehrfachraketenwerfern das Feuer auf ein Wohngebiet eröffnet, erklärte der Leiter der Militärverwaltung von Cherson, Jaroslaw Januschewitsch, im Online-Dienst Telegram. "Ein großes Gebäude ist in Brand geraten", ergänzte er.

Die russischen Truppen hatten Cherson acht Monate lang besetzt gehalten. Vor zwei Wochen zogen sie sich aus der Stadt zurück, nachdem die ukrainischen Truppen in dem Gebiet immer weiter vorgerückt waren. Cherson war die einzige Regionalhauptstadt, die die russischen Truppen erobert hatten. (afp)

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Ukraine beginnt sich von massiven Blackouts zu erholen

  • 19:33 Uhr:

Das gesamtukrainische Stromnetz ist nach den massiven Blackouts vom Vortag offiziellen Angaben zufolge wieder intakt. Der Vizechef des Präsidentenbüros, Kyrylo Tymoschenko, sagte am Donnerstag, das ukrainische Stromnetz sei wieder intakt. Wie viele Haushalte nach den Blackouts vom Vortag wieder mit Strom versorgt wurden, führte er aber nicht näher aus.

Betroffen von den Angriffen waren nicht nur das Netz, sondern vor allem die wichtigen Umspannwerke. Alleine in der Hauptstadt Kiew waren am Abend weiter 70 Prozent der Haushalte von Notabschaltungen betroffen.

Am Donnerstagabend konnte nach Angaben des Netzbetreibers Ukrenerho die Hälfte des Strombedarfs wieder gedeckt werden. Die meisten Wärmekraftwerke und Wasserkraftwerke produzierten wieder Strom. Auch die notabgeschalteten Kernkraftwerke kehrten ans Netz zurück mit Ausnahme des russisch besetzten AKW Saporischschja.

Durch den russischen Angriff sei das ganze Stromsystem ausgefallen, hieß es in einer Mitteilung. Deshalb lasse sich nicht sagen, wie lange die Reparatur dauern werde. «Wenn wir trotz der terroristischen russischen Angriffe ein einheitliches Energiesystem behalten wollen, werden kontrollierte Abschaltungen nötig sein.»

Am Mittwoch war nach massiven russischen Raketenangriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur landesweit die Stromversorgung ausgefallen. Russland führt seit neun Monaten einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland. (dpa)

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Ukraine und Russland tauschen jeweils 50 Gefangene aus

  • 17:01 Uhr

Russland und die Ukraine haben innerhalb kurzer Zeit erneut Kriegsgefangene ausgetauscht. "Heute haben wir 50 ukrainische Kämpfer aus der russischen Gefangenschaft zurückgeholt", teilte der Chef des ukrainischen Präsidentenbüros, Andrij Jermak, am Donnerstag in seinem Telegram-Kanal mit. Es handele sich um Nationalgardisten, Matrosen, Grenzer und Soldaten.

Auf russischer Seite hatte vorher bereits der von Moskau eingesetzte Donezker Besatzungschef Denis Puschilin über den Austausch informiert, der später auch vom russischen Verteidigungsministerium bestätigt wurde.

Die verfeindeten Staaten tauschen inzwischen häufiger Kriegsgefangene aus. Erst am Mittwoch waren insgesamt 71 Gefangene freigekommen. Insgesamt sind dem ukrainischen Koordinationsstab zufolge bereits 1.269 Ukrainer freigekommen. Das nährt Gerüchte über intensivere Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien. Russland hat die Ukraine vor neun Monaten großflächig angegriffen und hält immer noch größere Teile des Nachbarlandes besetzt. (dpa)

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Merkel konnte neues Gesprächsformat mit Putin zu Amtsende nicht mehr durchsetzen

  • 16:42 Uhr

Altkanzlerin Angela Merkel hat ihre Politik gegenüber Russland und der Ukraine verteidigt. Der russische Angriff auf die Ukraine sei für sie nicht überraschend erfolgt, sagte Merkel dem "Spiegel" nach Angaben vom Donnerstag. "Das Abkommen von Minsk war ausgehöhlt." Sie habe im Sommer 2021 mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nochmals "ein eigenständiges europäisches Gesprächsformat" mit Russlands Präsident Wladimir Putin schaffen wollen. "Aber ich hatte nicht mehr die Kraft, mich durchzusetzen, weil ja alle wussten: Die ist im Herbst weg."

Merkel war im Dezember 2021 offiziell aus ihrem Amt geschieden. Im August davor war sie zu Russlands Präsident Putin zu einem Abschiedsbesuch nach Moskau gereist. "Das Gefühl war ganz klar: 'Machtpolitisch bist du durch'", sagte Merkel dem "Spiegel". "Für Putin zählt nur Power."

Merkel sagte dem "Spiegel" weiter, sie bereue es nicht, dass sie nicht noch einmal bei der Bundestagswahl als Kanzlerkandidatin angetreten war. "Da musste mal jemand Neues ran." Außenpolitisch sei sie zum Ende ihrer Amtszeit bei vielem, was ihre Regierung wieder und wieder versucht habe, keinen Millimeter mehr weitergekommen. "Nicht nur, was die Ukraine angeht. Transnistrien und Moldau, Georgien und Abchasien, Syrien und Libyen. Es war Zeit für einen neuen Ansatz."

Derzeit schreibt Merkel zusammen mit ihrer langjährigen Büroleiterin Beate Baumann ein Buch über ihre 16 Jahre im Kanzleramt. Dem "Spiegel" erzählte sie, dass sie in ihrer freien Zeit auch Gelegenheit findet, Serien wie "The Crown" und "Babylon Berlin" zu schauen, oder Filme wie "München" über die Rolle des früheren britischen Premierministers Neville Chamberlain im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs. (afp)

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Cherson: Neun Folterkammern und über 400 ermordete Zivilisten entdeckt

  • 15:48 Uhr

Im von russischen Truppen befreiten Teil des südukrainischen Gebietes Cherson haben die Behörden nach eigenen Angaben Folterkammern und getötete Zivilisten entdeckt. "Es wurden die Leichen von 432 Zivilisten gefunden, die ermordet wurden", teilte Generalstaatsanwalt Andrij Kostin am Donnerstag im Fernsehen mit.

Nähere Angaben machte der 49-Jährige dabei nicht. Dazu seien neun als Folterkammern bezeichnete Räume entdeckt worden. Insgesamt seien zwölf Ermittlerteams in dem stark verminten Gebiet aktiv. (dpa)

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Ukraine beginnt sich von massiven Blackouts zu erholen

  • 15:27 Uhr

Das ukrainische Stromnetz ist nach den massiven Blackouts vom Vortag offiziellen Angaben zufolge wieder hergestellt worden. "Faktisch wurden alle Gebiete der Ukraine mit Strom versorgt", sagte der Vizechef des Präsidentenbüros, Kyrylo Tymoschenko, im Fernsehen.

Wie viele Ukrainer tatsächlich wieder Strom haben, führte er nicht aus. Vom staatlichen Energieversorger Ukrenerho gibt es ebenfalls keine neuen Informationen darüber, ob das Stromnetz von Notabschaltungen wieder zu planmäßigen Abschaltungen übergegangen ist.

Am Mittwoch war nach massiven russischen Raketenangriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur landesweit die Stromversorgung ausgefallen. Russland führt seit neun Monaten einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland. (dpa)

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EU-Parlament billigt Milliarden-Darlehen für Ukraine

  • 15:02 Uhr

Das EU-Parlament hat Pläne für neue Milliardenkredite an die Ukraine gebilligt. Die bis zu 18 Milliarden Euro sollen es der von Russland angegriffenen Ukraine ermöglichen, laufende Ausgaben etwa für Krankenhäuser und Schulen zu decken. Das teilte das EU-Parlament am Donnerstag in Straßburg mit.

Einem Vorschlag der EU-Kommission zufolge wird das Darlehen an Bedingungen geknüpft. Die Ukraine soll etwa die Korruption stärker bekämpfen und Justizreformen anstoßen. Der Rat der Mitgliedsstaaten muss das Darlehen im Dezember noch einstimmig absegnen.

Seit Beginn des Krieges haben die EU und die Mitgliedstaaten den Angaben zufolge die Ukraine mit 19,7 Milliarden Euro unterstützt. (dpa)

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Ukraine: Wasserversorgung in der Hauptstadt Kiew wiederhergestellt

  • 14:59 Uhr

Knapp einen Tag nach landesweiten russischen Raketenangriffen ist die Wasserversorgung in der ukrainischen Hauptstadt Kiew wiederhergestellt worden. "Doch braucht es eine gewisse Zeit, bis das Wasserleitungssystem wieder mit voller Leistung arbeitet", warnte Bürgermeister Vitali Klitschko am Donnerstag im Nachrichtenkanal Telegram. Insbesondere in Hochhäusern reiche der Wasserdruck nicht immer aus.

Tags zuvor war nach einem massiven Angriff auf die Infrastruktur die Wasserversorgung der Dreimillionenstadt aufgrund von Stromausfällen komplett zusammengebrochen. Auch das Fernwärmesystem fiel in vielen Stadtteilen zusammen mit Strom, Internet und Mobilfunknetz aus. Am Donnerstagnachmittag waren weiter Teile der Hauptstadt ohne Strom. (dpa)

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Russland will Schutzzone um AKW Saporischschja – aber nicht abziehen

  • 14:41 Uhr

Die russische Atombehörde Rosatom hat sich für die Einrichtung einer Schutzzone um das besetzte Kernkraftwerk Saporischschja im Süden der Ukraine ausgesprochen – allerdings zu Moskauer Bedingungen. "Wir glauben daran, wir brauchen sie, die Parameter sind klar und ein Gespräch mit Rafael Grossi (Chef der Internationalen Atombehörde IAEA) gab es", sagte Behördenchef Alexej Lichatschow am Donnerstag der Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

Lichatschow gab auch an, wie er sich die Schutzzone vorstelle: Demnach dürfe die Ukraine das Gelände weder beschießen noch versuchen, es zurückzuerobern. "Im Gegenzug, das ist klar, stationiert Russland dort keine Angriffswaffen und -kräfte, sondern nutzt nur Mittel zum physischen Schutz und der Bewachung der Anlage", sagte Lichatschow. Zugleich teilte der Rosatom-Direktor mit, dass alle elektrischen Leitungen um die Nuklearanlage herum beschädigt seien. Das Herunterfahren des Reaktors in den Kaltzustand biete nur "relative Sicherheit", warnte er.

Die russischen Vorstellungen einer Schutzzone unterscheiden sich deutlich von den Forderungen der IAEA. Diese hatte Moskau vor einer Woche zur Aufgabe des besetzten ukrainischen Atomkraftwerks aufgefordert. Auch die Ukraine fordert einen Abzug der russischen Truppen. Kiew und Moskau werfen sich seit Monaten immer wieder gegenseitig den Beschuss der Anlage vor. (dpa)

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Papst vergleicht Putins Krieg mit Stalins Verbrechen

  • 14:35 Uhr

Papst Franziskus hat sich am Mittwoch (23. November) in seiner Generalaudienz kritischer als bisher über den Krieg in der Ukraine geäußert. In seinem Friedensappell verglich er die von Josef Stalin herbeigeführte Hungersnot in den 1930er Jahren in der damaligen Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik mit dem aktuellen Krieg.

"Lasst uns für den Weltfrieden beten und für ein Ende aller Konflikte. Besonders gedenke ich des schrecklichen Leids des geliebten und gemarterten ukrainischen Volkes. Am kommenden Samstag begehen wir den Jahrestag des schrecklichen 'Holodomor-Genozids', des Hungermords, der von Stalin zwischen 1932 und 1933 bewusst in der Ukraine herbeigeführt wurde. Beten wir für die Opfer dieses Genozids, und beten wir für die vielen Ukrainer, Kinder, Frauen, alte Leute, die heute das Martyrium der Aggression erleiden", erklärte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche laut "Vatican News".

Bei der Hungersnot in der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik starben etwa drei bis sieben Millionen Menschen. In der Ukraine wird der Holodomor als Völkermord eingestuft. (tas)

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Russland hat 80.000 Pässe in für annektiert erklärten Gebieten in Ukraine ausgegeben

  • 14:14 Uhr

Russland hat nach eigenen Angaben mehr als 80.000 russische Pässe an Bewohner der vier von Moskau für annektiert erklärten ukrainischen Regionen ausgegeben. "Seit die vier Regionen der Russischen Föderation hinzugefügt wurden, und in Übereinstimmung mit dem Gesetz, erhielten mehr als 80.000 Menschen als Bürger der Russischen Föderation Reisepässe", zitierten russische Nachrichtenagenturen am Donnerstag eine Beamtin des Innenministeriums.

Im September hatte Russland sogenannte Referenden in den vier ukrainischen Regionen Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson abgehalten. Präsident Wladimir Putin gab anschließend die Annexion der Gebiete bekannt. Die UNO verurteilte die "versuchte illegale Annektierung" von ukrainischem Land und rief die internationale Gemeinschaft auf, "keine von Russland verkündeten Änderungen von Grenzen anzuerkennen".

Seit dem Start der russischen Militäroffensive im Februar hat es der Kreml für Ukrainer einfacher gemacht, die russische Staatsbürgerschaft zu erhalten. Schon vor der Offensive gegen die Ukraine hatte Moskau hunderttausende russische Pässe in den Separatistengebieten im Osten der Ukraine verteilt. (afp)

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Kiew begrüßt Polens Vorschlag für deutsche Luftabwehr in der Ukraine

  • 13:01 Uhr

Die Militärführung in Kiew hat sich für den polnischen Vorschlag ausgesprochen, die von Berlin angebotenen Luftabwehrsysteme vom Typ Patriot in der Ukraine zu stationieren. "Warum sollten sie in Polen stehen? Man kann sie im westlichen Teil der Ukraine aufstellen", sagte Luftwaffensprecher Jurij Ihnat am Donnerstag im Fernsehen. Damit würde Europa seinen Luftraum schon im Vorfeld schützen, argumentierte der ranghohe ukrainische Militärvertreter.

Die Patriot-Raketen hätten eine Reichweite von 150 Kilometern und ihre Treffsicherheit sei umso höher, je näher das Ziel sei, sagte er. Zusammen mit den schon bestehenden Luftabwehrsystemen S-300, Buk sowie Jagdgeschwadern der ukrainischen Luftwaffe könnten sie die Sicherheit am Himmel deutlich verbessern, meinte Ihnat.

In der vergangenen Woche war im polnischen Grenzgebiet zur Ukraine eine Rakete eingeschlagen, zwei Zivilisten kamen ums Leben. Derzeit nimmt der Westen an, dass es eine ukrainische Flugabwehrrakete war, die zur Verteidigung gegen Angriffe des russischen Militärs eingesetzt wurde. Berlin hat Warschau nach dem Vorfall angeboten, Luftabwehrraketen vom Typ Patriot aus deutschen Beständen an der polnischen Grenze zu stationieren. Polen schlug am Mittwoch vor, die Waffen gleich im grenznahen Westen der Ukraine aufstellen zu lassen. (dpa)

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Russischer TV-Experte giftet gegen Baerbock und von der Leyen: "Brandstifterinnen des Krieges"

  • 12:53 Uhr

Ein russischer TV-Experte hat seine Wut über europäische Politikerinnen zum Ausdruck gebracht. Im russischen Staatsfernsehen wetterte Igor Korotschenko unter anderem über die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock und Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission. BBC-Journalist Francis Scarr teilte einen Ausschnitt der TV-Show auf Twitter. Darin sagte Igor Korotschenko unter anderem über Baerbock, sie gehöre "zu jener Generation von Hausfrauen, die irgendwo in einer europäischen Küche sitzen, genau wie Liz Truss, (…), sich eine beispiellose Rente verdienen und 44 Tage später ausbrennen".

Er schimpfte über die Generation "von aggressiven europäischen Frauen", zu denen auch die Premierministerinnen von Estland und Finnland, Kaja Kallas und Sanna Marin, gehören würden. Er nannte diese Frauen "eine unhöfliche, ungebildete, russophobe (…) gesellschaftliche Gruppe" und "die Provokateurinnen und Brandstifterinnen des neuen Krieges".

Igor Korotschenko ist in Russland als Militärexperte bekannt und ein populärer Kreml-Propagandist.

Baerbock hatte der besonders unter den Folgen des Ukraine-Kriegs leidenden Republik Moldau erst vor wenigen Tagen deutsche Hilfen in Höhe von etwa 32,3 Millionen Euro zugesagt. Die EU-Kommission hat zudem weitere 2,5 Milliarden Euro als Unterstützung für die Ukraine freigegeben, wie Ursula von der Leyen am Dienstag mitteilte. (tas)

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Drei ukrainische Atomkraftwerke wieder ans Stromnetz angeschlossen

  • 11:16 Uhr

Die drei nach russischen Angriffen vom Stromnetz getrennten ukrainischen Atomkraftwerke sind wieder ans Netz gegangen. Es sei gelungen, die drei von der Ukraine kontrollierten Anlagen am Morgen wieder anzuschließen, teilt das ukrainische Energieministerium im Onlinedienst Telegram mit.

Die AKW dürften demnach ab dem Abend wieder Strom liefern.

Am Mittwoch hatte der staatliche Betreiber Energoatom auf Telegram erklärt, dass das Notfallsystem der drei AKW Riwne, Piwdennoukrainsk und Chmelnyzka infolge des russischen Beschusses aktiviert worden sei. Daraufhin seien alle Reaktoren automatisch vom Stromnetz abgetrennt worden. (afp/ank)

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Kreml zweifelt nicht am Erfolg seiner Offensive in der Ukraine

  • 10:32 Uhr

Russland zweifelt nach eigenen Angaben nicht am Erfolg seiner Offensive in der Ukraine. "Die Zukunft und der Erfolg der Spezialoperation stehen außer Zweifel", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Mittwoch während eines Aufenthalts mit Präsident Wladimir Putin in Armeniens Hauptstadt Eriwan. Nähere Angaben machte Peskow nicht.

Der Kreml-Sprecher ging vor Reportern auch nicht auf die Entscheidung des EU-Parlaments ein, Russland als einen "terroristische Mittel" nutzenden Staat einzustufen. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, bezeichnete die Entscheidung des EU-Parlaments im Onlinedienst Telegram hingegen als "idiotisch". (afp)

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Kiew zu 70 Prozent ohne Strom – Wasserversorgung teils hergestellt

  • 09:41 Uhr

Am Morgen nach den schweren russischen Raketenangriffen konnte die Strom- und Wasserversorgung in Kiew erst teilweise wieder hergestellt werden. "70 Prozent der Hauptstadt sind bisher ohne Elektrizität", teilte Bürgermeister Vitali Klitschko am Donnerstag auf seinem Telegram-Kanal mit.

Immerhin sei es gelungen, die Stadtteile am linken Flussufer des Dnepr wieder mit Wasser zu versorgen. Die kommunalen Dienste arbeiteten mit Hochdruck an der Behebung der Schäden, doch die Stromversorgung Kiews hänge auch von der Stabilität des gesamten Energiesystems in der Ukraine ab.

Das russische Militär hatte am Mittwoch nach Angaben Kiews etwa 70 Raketen und Drohnen auf die Ukraine abgeschossen. Ziele waren wie bei den vorangegangenen Angriffen vornehmlich Objekte des Energiesektors. Nach Abschaltung der ukrainischen Kernkraftwerke infolge der Attacke kam es landesweit zu Stromausfällen.

Der Kommandeur der russischen Truppen in der Ukraine, General Sergej Surowikin, erlangte bereits bei seinem Einsatz in Syrien ein paar Jahre zuvor Bekanntheit dafür, dass er zivile Ziele angreifen ließ, um seine Gegner zu schwächen. Nach seiner Ernennung in der Ukraine sind Angriffe auf die kritische Infrastruktur des Landes zu einem wichtigen Bestandteil der russischen Kriegsführung geworden. (dpa)

Kiew zwischenzeitlich zu 80 Prozent ohne Strom und Wasser

Nach massiven russischen Raketentreffern sind in der ukrainischen Hauptstadt Kiew 80 Prozent der Haushalte ohne Wasser und Strom. (Foto: Imago)

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London: Russland verlegt Luftlandetruppen in den Donbass

  • 09:16 Uhr

Russland hat nach britischer Einschätzung große Teile seiner Luftlandeeinheiten in die Ostukraine verlegt. Potenzielle Einsatzgebiete seien die Verteidigungsstellungen in der Gegend um die Städte Swatowe und Kreminna im Gebiet Luhansk oder auch bei der andauernden russischen Offensive gegen die Stadt Bachmut im Gebiet Donezk, teilte das Verteidigungsministerium in London am unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse mit.

Im September und Oktober seien die Truppen zur Verteidigung westlich des Flusses Dnipro im südukrainischen Gebiet Cherson eingesetzt worden.

Einige der stark geschwächten Luftlandeeinheiten (WDW) wurden nach britischen Angaben mit mobilisierten Reservisten aufgefüllt. "Obwohl dieses schlecht ausgebildete Personal die vermeintlichen Elitefähigkeiten der WDW verwässern wird, wird Russland diese Einheiten wahrscheinlich immer noch Abschnitten zuweisen, die als besonders wichtig erachtet werden", hieß es in London.

Die russischen Luftlandetruppen gelten als Eliteeinheit und stellen eine eigene Truppengattung der Streitkräfte dar. Zu Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine vor neun Monaten sollten sie gemeinsam mit Bodentruppen die Hauptstadt Kiew erobern, wurden aber zurückgeschlagen. (dpa)

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Stromausfall in der Ukraine: Noch kein großer Flüchtlingsandrang

  • 07:41 Uhr

Die jüngsten russischen Angriffe auf Elektrizitätswerke und andere Infrastruktureinrichtungen in der Ukraine haben bisher nicht dazu geführt, dass deutlich mehr Menschen aus dem Land in Deutschland Zuflucht suchen. Seit dem Höhepunkt im März sei die Zahl der bei der Einreise nach Deutschland oder im Inland von der Bundespolizei festgestellten Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine gesunken, teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums auf Anfrage mit. In den vergangenen Wochen seien zwar "geringe Zunahmen bei den festgestellten Ankunftszahlen zu verzeichnen". Aus dieser Entwicklung lasse sich jedoch noch kein Trend ablesen.

Der Sprecher wies allerdings darauf hin, dass keine gesicherten Informationen zur genauen Zahl der als Folge des Krieges eingereisten Menschen vorliegen. Das hat damit zu tun, dass ein Großteil von ihnen ohne Visum einreisen kann. Außerdem gibt es keine stationären Grenzkontrollen, etwa an der Grenze zu Polen.

Nach einer Auswertung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) waren am 21. November insgesamt 1.026.599 Menschen im Ausländerzentralregister erfasst, die im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg seit dem 24. Februar 2022 nach Deutschland eingereist sind. Es ist allerdings davon auszugehen, dass dort auch noch die Daten von einigen Ukrainerinnen und Ukrainern gespeichert sind, die Deutschland bereits wieder verlassen haben.

Durch die russischen Angriffe auf das Elektrizitätsnetz hat die Ukraine mit Stromausfällen sowie mit Problemen bei Heizung, Wasser- und Gasversorgung zu kämpfen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Dienstag die Einrichtung von mehr als 4.000 Wärmestuben für die von Kälte und Dunkelheit geplagte Bevölkerung angekündigt. "Alle grundlegenden Dienstleistungen werden dort bereitgestellt", sagte er in einer Videoansprache. Dazu zählten Strom, mobile Kommunikation sowie Internet, Wärme, Wasser und Erste Hilfe. (dpa)

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Mit Material von dpa, Reuters und AFP

Die Ticker der vergangenen Tage zum Nachlesen:

Krieg in der Ukraine: Neugeborenes stirbt bei Angriff auf Krankenhaus

Bei einem russischen Angriff auf ein Krankenhaus in der südukrainischen Region Saporischschja ist ukrainischen Angaben zufolge ein Neugeborenes getötet worden. Die Mutter des Babys sowie ein Arzt, die sich ebenfalls in der Entbindungsstation befanden, konnten gerettet werden.