Bei der ersten Übertragung eines Bundesliga-Spiels durch Amazon ist es zu einigen Problemen gekommen, die bei Internet-Nutzern für Spott sorgten. Amazon, das nur etwa 24 Stunden Vorbereitungszeit hatte, spricht hingegen von einer "weitgehend störungsfreien" Übertragung.

Weitere Bundesliga-Themen finden Sie hier

Das Bundesliga-Spiel Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen am Montagabend ist kurzfristig auch von Amazon übertragen worden - für den Internetriesen eine Premiere. Bei der Übertragung des deutlichen Sieges der Werkself kam es allerdings gleich zu mehreren Pannen.

In der Halbzeit brach die Videoschalte mit dem früheren Bayer-Star Jens Nowotny fast zusammen; der Kommentar von Matthias Stach lief asynchron zu den Live-Bildern und war erst mehrere Sekunden später zu hören. Für diese Probleme wurde der Streamingdienst im Netz mit Spott bedacht.

Amazon zieht Spott auf sich

Ein Twitter-Nutzer beispielsweise schrieb: "Ton und Bild bei Amazon Prime so weit auseinander wie die Spieler auf der Ersatzbank."

Ein weiterer Nutzer schrieb: "BuLi bei Prime Video. Nach 20 Jahren endlich wieder planloses Startup-Feeling bei Amazon."

Amazon selbst reagierte auf Twitter auf die zahlreichen Hinweise mit einem einfachen "Wir arbeiten bereits dran".

Amazon hatte nach eigenen Angaben die Rechte erworben und sendete parallel zu DAZN. Möglich wurde das durch eine kurzfristige Einigung mit der Deutschen Fußball Liga (DFL). "Millionen von Fußballfans haben heute die Möglichkeit, das Montagsspiel der Fußball-Bundesliga erstmals im Rahmen ihrer Prime-Mitgliedschaft ohne zusätzliche Kosten zu sehen", hatte Geschäftsführer Alex Green zuvor in einer Mitteilung angekündigt.

"Wir freuen uns mit der DFL, für diese kundenorientierte Regelung im Sinne der Sport-Fans in Deutschland und Österreich zusammenzuarbeiten", fügte er hinzu. Zuerst hatte der Branchendienst "dwdl.de" darüber berichtet.

Amazon hatte weniger als 24 Stunden Vorbereitungszeit

Ein Amazon-Sprecher erklärte auf dpa-Anfrage: "Nachdem das Montagsspiel der Bundesliga über Kunden des Eurosport Player bei Prime Video Channels nicht verfügbar gemacht werden konnte, hat Amazon schnell im Sinne der Sport-Fans gehandelt und in weniger als 24 Stunden zusammen mit seinen Produktionspartnern erstmals ein Live-Spiel der Fußball-Bundesliga für Prime-Mitglieder ohne Zusatzkosten und weitgehend störungsfrei übertragen. Einige Kunden erlebten leider eine Tonverzögerung beim Live-Kommentar, die bis Ende des Spiels nicht restlos behoben werden konnte."

Lange Zeit stand eine Übertragung der letzten Partie des 26. Spieltags auf der Kippe. Hintergrund des Problems ist ein Streit um den TV-Vertrag zwischen der DFL und dem Konzern Eurosport/Discovery, der die Rechte ursprünglich erworben hatte, aber keine Spiele mehr zeigt. (lh/dpa)

Bildergalerie starten

Die Bundesliga im Corona-Modus: "So haben wir früher als Kinder gespielt"

Freiburgs Trainer Christian Streich bekam angesichts der fehlenden Atmosphäre von den Rängen Angst, mit seinen lauten Anweisungen seine Spieler zu verwirren. Gemischte Gefühle beherrschen die Bundesliga nach dem Restart, der sich für manchen Profi nach Jugendfußball anfühlte.