• Von acht Spielern hat sich der BVB bereits verabschiedet, einige weitere könnten folgen.
  • Darunter sind zwei Großverdiener und ein Flügelspieler, für den die Konkurrenz auf seinen Positionen zu groß sein dürfte.
Eine Analyse
Dieser Text enthält eine Einordnung aktueller Ereignisse, in die neben Daten und Fakten auch die Einschätzung des Autors einfließt. Hier finden Sie Informationen über die verschiedenen journalistischen Textarten.

Erstaunlich demütig hat sich Hans-Joachim Watzke am Rande des U-19-Finales zwischen seinem BVB und Hertha BSC gezeigt. Während die Dortmunder Jungs mit einem 2:1-Sieg die deutsche Meisterschaft einfuhren, wollte Watzke - ansonsten für die eine oder andere beherzte Aussage durchaus bekannt - für die kommende Saison mal keine Kampfansage an die Konkurrenz schicken. Stattdessen übte sich der Geschäftsführer in Zurückhaltung bei der Formulierung eines Ziels.

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"Das Mindeste ist die Champions-League-Qualifikation", so Watzke bei "Sky". "Aber wir müssen so einer Mannschaft jetzt auch mal die Zeit geben. Wenn sechs, sieben neue Spieler kommen, das braucht dann seine Zeit..."

Watzkes Verweis auf einen veritablen Umbruch im Kader konnte jeder dabei heraushören. Und bei den "sechs, sieben neuen Spielern" dürfte es bis zum Transferschluss am 1. September überdies wohl kaum bleiben. Ein halbes Dutzend neuer Spieler ist nämlich jetzt schon da beziehungsweise verpflichtet worden, dazu kommen die beiden Talente Jamie Bynoe-Gittens und Göktan Gürpüz aus der eigenen A-Jugend.

Zwar haben die Borussia auf der anderen Seite auch schon sieben Spieler verlassen und Marcel Schmelzer - der die letzten zwei Jahre ohnehin nicht mehr gespielt hatte - seine Karriere beendet. Auf der Abgabenseite dürfte sich aber auch in den kommenden Wochen noch einiges tun.

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Für Hazard wird die Konkurrenz enorm

Als einer der möglichen Verkaufskandidaten gilt Thorgan Hazard. Der Belgier war in den letzten Jahren immer ein zuverlässiger Rollenspieler, zur Stammkraft schaffte es Hazard aber nie. Der 29-Jährige besitzt noch einen Vertrag bis Sommer 2024, hat nun auf seiner Position als Wackelkandidat gleich mehrere zusätzliche Probleme: Unter dem neuen, alten Trainer Edin Terzic hatte Hazard eine vergleichsweise schwere Zeit, kam nur auf acht Einsätze von Beginn an.

Dazu herrscht auf seinen Positionen auf den offensiven Flügeln oder auf der Zehn ein mächtiges Gedrängel. Gio Reyna darf nach seinen langen Verletzungen in der letzten Saison fast wie ein Zugang gewertet werden, mit Karim Adeyemi hat der BVB einen klassischen Flügelangreifer für viel Geld dazu gekauft und auch Bynoe-Gittens zeigte bei seinen wenigen Einsätzen, dass er eine schnelle Alternative sein kann.

Mit dem jüngsten Transfer des Niederländers Jayden Braaf von Manchester City, ebenfalls ein starker Dribbler und Flügelspieler, verschärft sich Hazards Lage nur noch mehr. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Hazard bei einem entsprechenden Angebot den Verein in diesem Sommer verlassen kann. Rund 20 Millionen Euro Ablöse stehen als Richtmarke dafür im Raum.

Zwei Großverdiener wackeln ebenfalls

Ähnlich sieht das wohl auch bei Emre Can und Raphael Guerreiro aus. Auch bei Can stellt sich durch die Transfers von Salih Özcan im Mittelfeld und den beiden Innenverteidigern Nico Schlotterbeck und Niklas Süle auf seinen bevorzugten Spielpositionen eine neue, stärkere Konkurrenz vor.

Dazu soll der Nationalspieler mit einem Jahresgehalt von kolportierten acht bis zehn Millionen Euro zu den Spitzenverdienern beim BVB gehören. Ein Salär, mit dem die immer wieder schwankenden Leistungen nicht so recht mithalten können. Auch bei Can soll der BVB durchaus gesprächsbereit sein, sofern eine vernünftige Offerte eingeht.

Guerreiro ist in der Theorie aktuell der letzte verbliebene Linksverteidiger. Nach Schmelzers Rückzug und dem Abgang von Aushilfs-Linksverteidiger Dan-Axel Zagadou bliebe nur noch Nico Schulz - aber der soll den Klub definitiv verlassen. So lange die Borussia also keinen Ersatz für Guerreiro gefunden hat, wird weiter mit dem Portugiesen geplant.

Allerdings stagnierte Guerreiro in der abgelaufenen Saison in seinen Leistungen, sein Vertrag läuft im Sommer 2023 aus. Will der BVB noch ein paar Euro mit dem 28-Jährigen verdienen, müsste Guerreiro in den kommenden Wochen veräußert werden. Der FC Barcelona war zuletzt immer mal wieder interessiert, müsste aber auch über 20 Millionen Euro auf den Tisch blättern plus Guerreiros üppiges Gehalt stemmen können.

Verwendete Quelle:

  • sport.sky.de: Watzke über Jugendarbeit, Rose-Abschied und Zukunft mit Terzic
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