Die österreichische Nationalmannschaft ist erfolgreich ins Länderspieljahr 2017 gestartet. Beim Sieg gegen Moldawien fuhr die ÖFB-Auswahl nicht nur wichtige Qualifikationspunkte ein, sondern durchbrach endlich auch eine schwarze Serie.

  • Marcel Sabitzer und Martin Harnik erlösen Österreich erst spät
  • Nach vier Spielen ohne Sieg endlich wieder Grund zum Jubeln
  • Chance auf ein WM-Ticket bleibt bestehen
  • Marcel Kollers Taktik-Umstellung zahlt sich nur bedingt aus
  • Rückkehrer Burgstaller bleibt blass

Die Highlights des Spiels:

6.: Alaba kommt in halblinker Position im Strafraum an den Ball und zieht sofort ab. Der Ball kracht an die Unterkante der Latte und von dort zurück ins Feld.

10.: Wieder über links. Arnautovic flankt halbhoch an den Elfmeterpunkt. Sabitzer ist da und nimmt den Ball volley. Knapp über die Latte.

33.: Gute Variante: Alaba schiebt einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld einfach flach Richtung ersten Pfosten. Arnautovic läuft gut ein, scheitert aber aus zehn Metern an Keeper Namasco.

38.: Nach einer Ecke fliegt Namasco am Ball vorbei. Burgstaller drückt den Abpraller aus zehn Metern aufs Tor, aber Posmac rettet zwei Meter vor der Linie.

43.: Erst scheitert Junuzovic aus zehn Metern an Namasco. Nach der Ecke schießt Hinteregger den Ball ins Tor - Arnautovic behindert dabei in Abseitsposition aber den Keeper. Korrekt, auf Abseits zu entscheiden.

75., 1:0, Sabitzer: Arnautovic flankt von der linken Seite. Sabitzer läuft gut ein, berührt den Ball noch leicht mit der Schulter und verlängert das Ding ins lange Eck.

80.: Riesenchance für die Gäste: Nach einer Ablage im Strafraum kommt Bugaev aus 13 Metern völlig frei zum Schuss, zielt aber Zentimeter rechts neben das Tor.

90., 2:0, Harnik: Konter Österreich. Junuzovic scheitert noch aus 20 Metern. Den Abpraller versenkt der eingewechselte Harnik dann aber aus zehn Metern.

Die Reaktionen:

Marcel Koller: "Wir hatten in der ersten Halbzeit viele Möglichkeiten, aber nicht das nötige Abschlussglück. Trotz der Chancen hat man gesehen, dass die Automatismen und die Sicherheit noch ein wenig gefehlt haben. Man kann immer mal wieder etwas Neues ausprobieren, heute war die Taktik am Gegner ausgerichtet. Wenn man gewinnt, ist es natürlich immer angenehmer als zu verlieren."

Marcel Sabitzer: "Drei Punkte, das war wichtig. Scheiß drauf, ob es mein Tor war oder das von Marko Arnautovic. Ich war noch leicht dran mit der Schulter, aber meinetwegen kann man das Tor auch Marko gutschreiben."

Marko Arnautovic: "Wir hatten sehr gute Chancen und haben uns zum Glück noch belohnt. Wir sind überglücklich und jetzt schauen wir mal weiter. Heute haben David Alaba und ich sehr gut miteinander kombiniert. Aber nicht nur wir, sondern auch die gesamte Mannschaft."

Martin Harnik: "Wir waren in der ersten Halbzeit schnell gut drin im Spiel und in der Anfangsphase sehr torgefährlich. Dann hatten wir Pech beim Lattentreffer und in der Folge etwas nachgelassen. In der zweiten Halbzeit sind wir zu ungeduldig geworden und haben wir zu viele lange Bälle gespielt und damit Moldawien in die Karten gespielt. Aber wir haben uns belohnt mit dem 1:0 und ich denke, insgesamt geht der Sieg in der Höhe auch in Ordnung."

Der Star des Spiels:

Einen echten "Star" förderte dieses Spiel nicht zu Tage. Weil Zlatko Junuzovic aber einmal mehr ein nimmermüder Antreiber war, viele gute Umschaltmomente hatte und letztlich auch noch das 2:0 vorbereitete, gebührt ihm - trotz einiger schwacher Standards - die Ehre.

Die Szene des Spiels

Wie entscheidet man ein ziemlich verfahrenes Spiel? Durch ein Kullertor. Marcel Sabitzer war nach Arnautovic‘ Flanke kaum noch recht am Ball, irritierte den Keeper aber offenbar entscheidend. Schön war das auch nicht, aber unglaublich wichtig.

Die Lehren des Spiels:

  • Das Wichtigste: Österreich kann ja doch noch gewinnen und bleibt im Rennen um ein WM-Ticket. Nach zuletzt vier sieglosen Spielen in Folge tut der Sieg - wenngleich gegen einen ungefährlichen Gegner - richtig gut. Und bringt dem in die Kritik geratenen Koller wieder etwas Luft zum Atmen.
  • Kollers Systemumstellung auf ein 3-4-3 gegen einen wie erwartet sehr defensiv agierenden Gegner war eine nachvollziehbare Entscheidung. Das ÖFB-Team hatte die Partie durch die nummerische Überzahl im Mittelfeld gegen die im 5-3-2 verteidigenden Moldawier jederzeit voll im Griff. Besonders über die linke Seite wurde auch immer wieder flott nach vorne kombiniert, Alaba und Arnautovic bildeten dort ein kreatives Pärchen.
  • Das große Aber: Österreich brachte nicht genug Tempo ins Spiel, die rechte Seite war in der Offensive quasi nicht existent. Schnelle Seitenverlagerungen gab es fast nie, weshalb Moldawien aus dem"normalen" Spiel heraus schwer zu knacken war. Guido Burgstaller war bei seinem Comeback kaum zu sehen.
  • Die Standards waren bis auf eine Ausnahme ziemlich schwach - entweder schlecht getimed oder bei den Laufwegen im Zentrum nicht gut aufeinander abgestimmt. 13 Ecken und kaum Torgefahr kann man sich eigentlich nicht leisten.
  • Durch das gleichzeitige 0:0 im Duell zwischen Irland und Wales ist Österreich zwar immer noch nur Vierter, aber zumindest schon mal punktgleich mit dem dritten Wales. Allerdings muss das Koller-Team jetzt im Juni in Irland fast schon gewinnen, um noch eine reelle Chance auf Platz zwei zu haben.
  • Bitter: In Dublin wird Österreich auf Arnautovic und Ilsanker verzichten müssen. Arnautovic handelte sich nach einem Schubser eine völlig unnötige Gelb-Sperre ein, Ilsanker wegen eines taktischen Fouls kurz vor dem Ende.