Die Heim-Weltmeisterschaft steht vor der Tür und die Euphorie ist groß. Die Führung des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV) gibt eine Medaille als Ziel aus. Vor allem der Saalfeldener Julian Eberhard präsentierte sich jüngst stark.

Das Interesse an der Biathlon-WM in Hochfilzen ist enorm: 150.000 Tickets für das sportliche Großereignis im Tiroler Pillerseetal sind bereits verkauft.

Die Kombination aus Langlauf und Schießen erfreut sich traditionellerweise vor allem bei den deutschen Fans riesiger Beliebtheit. Aber auch die schießstarken Österreicher erzielten während der vergangenen Jahre wortwörtlich viele Erfolge, was Begeisterung bei den heimischen Fans entfachte. Von 9. bis 19. Februar stehen insgesamt elf Medaillenentscheidungen bei Damen und Herren an.

Eine Medaille als Ziel

Als Ziel gab die Führung des ÖSV zuletzt im Trainingslager im oberösterreichischen Windischgarsten den Gewinn von Edelmetall aus. "Die Erwartungshaltung ist hoch, wir fahren dorthin, um eine Medaille zu gewinnen", sagte der Sportliche Leiter Markus Gandler.

Österreich tritt mit sieben Herren und sechs Damen an. Startberechtigt pro Rennen sind jeweils vier von ihnen. Das Männer-Aufgebot wird angeführt von Julian Eberhard, Dominik Landertinger und Simon Eder. Bei den Damen präsentierte sich vor allem im vergangenen Dezember Lisa Theresa Hauser sehr stark.

Ob eine Bewerbung rausgeht, soll die Bevölkerung mitentscheiden.

"Eine Medaille wäre super. Eine WM ist kein Wunschkonzert, aber wir haben bei den Herren trotzdem das Potenzial, in jedem Rennen eine zu gewinnen", sagte Cheftrainer Reinhard Gösweiner.

Besonders bei den Herren ist die Dichte im Biathlon immens hoch. In jedem Rennen zu favorisieren sein wird der Franzose Martin Fourcade. Genauso wie Marcel Hirscher im Alpinbereich entschied Fourcade den Gesamtweltcup während der vergangenen fünf Jahre für sich. Und gleich wie der Salzburger ist der Franzose auch in diesem Jahr auf dem besten Weg, die sechste große Kugel zu holen.

Dahinter aber gibt es bei den Herren wohl bis zu 30 Medaillenanwärter. Die Teams aus Deutschland, Norwegen, Frankreich, Russland, Tschechien und auch Österreich präsentierten sich zuletzt allesamt stark. Aber auch andere Nationen könnten überraschen.

Österreichs Hoffnungen

Bei den Österreichern kommen für Edelmetall wohl am ehesten der einzige Saisonweltcupsieger und Podestläufer Julian Eberhard und der mehrfache WM-Medaillengewinner und Lokalmatador Dominik Landertinger in Frage.

"Nicht eine Medaille als Ziel auszurufen, wäre falsch. Ich weiß genau, ich fahre da hin und habe das Zeug dazu, und ich möchte eine machen", betonte Eberhard im Gespräch mit der APA. Saisonübergreifend gewann der Saalfeldener zwei der letzten sechs Sprints. Einmal holte er Platz zwei.

Der 30-Jährige ist in der Loipe extrem stark und lieferte reihenweise Laufbestzeiten. Sein großes Manko war bisher immer das Schießen. Seit dem Vorjahr hat er die Probleme in den Griff bekommen und zählt nun zu den besten im Biathlonzirkus.

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Krankheit und Verletzungen

Die bisherigen Top-Leute aus österreichischer Sicht – Dominik Landertinger und Simon Eder – müssen diese Saison etwas bescheidener angehen. Bei beiden war die Saison durch Krankheit oder Verletzungen beeinträchtigt.

Eders letztes Rennen wird beim WM-Start bereits sechs Wochen zurückliegen. "Hochfilzen wird für mich so wie ein erstes Saisonrennen. Ziel sind am Beginn einmal die Top Ten", sagte er den "Salzburger Nachrichten".

Landertingers Formkurve zeigte zuletzt nach oben. Seine Laufstärke ist wieder vorhanden. Immerhin gewannen beide Sportler bei der Vorjahres-WM im Einzel in Oslo eine Medaille. Landertinger holte Silber. Eder Bronze. Gold war natürlich für Martin Fourcade reserviert.

Eine Lokalmatadorin greift bei den Damen an

Tiroler muss um Teilnahme an Skiflug-WM bangen.

Über einstellige Platzierungen glücklich wäre Lokalmatadorin Lisa Theresa Hauser. Die aus Reith bei Kitzbühel stammende Biathletin ist derzeit gut in Form.

Über kurz oder lang darf die 23-Jährige auf ihren ersten Podestplatz hoffen. "Ich habe nur Außenseiterchancen", bleibt die Hoffnungsträgerin realistisch. Die übrigen ÖSV-Frauen sieht Cheftrainer Gösweiner "mit Aufwärtstrend, aber noch nicht stabil".

Aus organisatorischer Sicht ist bereits angerichtet: Am Mittwoch findet die große Eröffnungsfeier statt, und die Strecken sind schon in perfektem Zustand. Das moderne Stadion wird weltmeisterliche Bedingungen bieten. 10.500 Tribünenplätze wurden geschaffen. Insgesamt finden pro WM-Tag 22.000 Zuseher Platz.