Hansi Hinterseer gehört zum Hahnenkammrennen wie die Mausefalle. In einem aktuellen Interview spricht er über den Erfolg von Marcel Hirscher und räumt mit einem gängigen Klischee im Skisport auf.

1974 stand Hansi Hinterseer in Kitzbühel ganz oben auf dem Siegertreppchen - als erster Österreicher seit 21 Jahren. Am Sonntag könnte Marcel Hirscher seinen dritten Sieg auf dem Ganslernhang perfekt machen.

Im Gespräch mit der "Kronen-Zeitung" verriet Hinterseer nun, wie er über Hirschers Erfolgsserie denkt: "Er hat sich das beinhart erarbeitet, ist einfach ein sensationeller Fahrer, und ich gönne ihm die Erfolge von Herzen."

Jedes Jahrzehnt habe seine Stars, etwa einen Karl Schranz, einen Ingemar Stenmark, einen Marc Giradelli oder einen Alberto Tomba. Ob man bei Hirscher schon vom größten Skifahrer aller Zeiten sprechen könne, bezweifelt der Schlagersänger. "Aber", fügt er hinzu, "er ist auf dem besten Weg dahin."

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Für Hinterseer ist das Hahnenkammrennen einzigartig

Über den Mythos Hahnenkamm sagt Hinterseer: "Kitzbühel, Hausbergkante, der Zielschuss, der Sprung in die Masse rein: So was sieht man nirgends auf der Welt. Der Lifestyle, das Flair hier, die Prominenz: So gehört jedes Rennen gemacht."

Der Ex-Skirennläufer verriet in dem Interview noch etwas anderes. Ihn störe die vorherrschende Meinung, dass Skifahrer so viel verdienten. "Ich rede nicht von einem Hirscher", betonte Hinterseer. "Aber nimm einen her, der Zehnter wird."

Solche Leute verdienten fast nichts und müssten sich teilweise das Training selbst bezahlen. "Und trotzdem riskieren sie gerade bei dieser Abfahrt hier Kopf und Kragen", erklärte Hinterseer. "Da kriegt jeder Fußballer, Golfer oder Darts-Spieler mehr."

Ob Hinterseer glaubt, dass Hirscher in diesem Jahr Olympia-Gold holt? Er ist sich sicher: "Es sind zwei Minuten, in denen alles passieren kann. So viele Kleinigkeiten entscheiden. Aber wenn es jemand verdient hat, dann Marcel Hirscher." (mep)