Es ist Halbzeit in Schladming. Ein Großteil der Bewerbe der Ski-WM ist bereits entschieden, die Leistungen der ÖSV-Athleten sind bisher leider nicht wie erhofft ausgefallen. Die Österreicher konnten sich bis jetzt lediglich mit Nicole Hosp über eine Bronzemedaille in der Superkombination freuen. Trübt das die Stimmung in der steirischen Gemeinde und wird das Spektakel den Erwartungen gerecht?

Herren-Abfahrt lockt meisten Ski-Fans an

Die Weltmeisterschaft in Schladming ist gut angelaufen. Die Wetter und Pistenverhältnisse sind tadellos, bis dato konnten alle Bewerbe - wenn auch mit kleineren Verzögerungen - durchgeführt werden. Bisher sorgte nur der Sturz von Lindsey Vonn für einen Schockmoment und bremste die Begeisterung der Fans.

Auch das erste Rennwochenende verbuchen die Veranstalter als Erfolg. Das absolute Highlight war die Abfahrt der Herren am Samstag, die schon im Vorfeld ausverkauft war. Rund 30.000 Fans stürmten die WM-Stadt im Ennstal, um bei dem Skifest mit dabei zu sein.

In der Königsdisziplin schaffte es wieder kein Österreicher aufs Podest, Aksel Lund Svindal holte sich die Goldmedaille inklusive einem Preisgeld von 33.000 Euro. Einen Tag später starteten die Damen in der Speed-Disziplin bei besten Bedingungen und Sonnenschein und lockten lediglich 16.500 Zuschauer an. Insgesamt rechnete der ÖSV im Vorfeld jedoch mit rund 400.000 Besuchern während der gesamten WM. Es bleibt also fraglich, ob diese Erwartungen erfüllt werden können.

Ski-WM kommt gut an

Beim Spaziergang durch den Ort wird deutlich, dass für das Spektakel weder Kosten noch Mühen gescheut wurden. Ob neuer Bahnhof, Unterkünfte für Athleten, VIP-Bereiche oder das Mediencenter: Schladming zeigt während der Wettkämpfe ein völlig neues Gesicht. In der Bevölkerungen und bei Geschäftsleuten wird die WM gut aufgenommen.

Wenn man in der Bäckerei oder im Restaurant im Ortskern nachfragt kommen durchwegs positive Antworten: "Wir sind sehr zufrieden. Die Stimmung ist toll, die WM ist ein Gewinn für Schladming". Auch der Optiker im Zentrum freut sich: "Es ist gut, die WM hier zu haben. Das Geschäft geht zwar etwas zurück, aber das haben bereits die Erfahrungen aus Garmisch gezeigt." Lediglich in einem Après-Ski-Lokal in der Zielarena zeigt man sich etwas enttäuscht: "Wir hätten uns mehr erwartet, es war von 30.000 Besuchern pro Tag die Rede, aber es kommen nicht so viele Leute wie wir angenommen haben."

Traum von Gold lebt weiter

Die Veranstalter erwarten für die beiden Flutlicht-Bewerbe heute und am Dienstag noch einmal einen Besucher-Ansturm. Schließlich hat der Weltcup Nachslalom im letzten Jahr rund 45.000 Zuschauer angelockt. Die ausbleibenden Medaillen scheinen die Begeisterung der Fans in Schladming bisher nicht zu bremsen, der Traum von einer Goldmedaille lebt weiter.