Hannes Reichelt kritisiert nach seinem Sturz in Kitzbühel die Veranstalter. Die Piste sei in der Kompression schlecht präpariert gewesen, weshalb viele Läufer trotz schlechter Sicht die Risiko-Linie gewählt hätten.

Super-G-Weltmeister Hannes Reichelt geht nach seiner Verletzung bei der Kitzbühel-Abfahrt vergangenes Wochenende hart mit den Veranstaltern ins Gericht. In der Kompression, in der auch Georg Streitberger und Aksel Lund Svindal gestürzt waren, sei die sicherere Linie viel unruhiger und schlechter präpariert gewesen als die engere, risikoreichere Variante.

"Deswegen sind wir auch bei schlechter Sicht die engere Linie gefahren", beanstandete Reichelt auf einer Pressekonferenz des Österreichischen Skiverbands (ÖSV) in Innsbruck. "Die Strecke ist schon so schwer genug, die muss man nicht noch schwerer machen."

Schlechte Sicht war Sturzursache

Die schlechte Sicht machte der Salzburger auch verantwortlich für seinen Sturz. "Ich habe nichts gesehen. Ich wusste nicht einmal annähernd, wo ich mich befunden habe. Die Kompression war dann schneller da als gedacht", sagte er.

Reichelt kritisierte zudem, dass das Rennen nicht sofort nach seinem Sturz abgebrochen wurde. "Nachdem es zwei der Top-Leute so abwirft, lässt man einerseits noch zehn weitere runter fahren und andererseits nimmt man dann dem Rest der Läufer die Chance, zu starten", monierte er. Das sei nicht richtig.

"War schon ein arges Erlebnis"

An seinem Sturz hat er offenbar noch zu kiefeln: "Wenn ich die Gams eintauschen müsste, um den Sturz ungeschehen zu machen, dann würde ich das sofort tun", sagte der 35-Jährige.

"Das war doch ein ziemlich arges Erlebnis, das man nicht öfter haben möchte - auch im Hinblick auf meine Familie. Für die war das wahrscheinlich noch schlimmer."

Hannes Reichelt über seinen Sturz in Kitzbühel

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Comeback in Garmisch geplant

Dennoch will Reichelt am Wochenende in Garmisch ein Blitz-Comeback feiern. Am Mittwoch stand der Salzburger erstmals wieder auf Ski und war in Seefeld frei Skifahren.

"Es war schmerzfrei, deshalb werde ich morgen in Garmisch das erste Abfahrtstraining bestreiten", sagte Reichelt bei der Pressekonferenz. "Frei Skifahren und Rennfahren über eine ruppige, eisige Piste ist natürlich ein Unterschied, deshalb kann ich jetzt auch noch nicht sagen, ob ich starten werde, oder nicht."

Riesiges Glück

Bei seinem Sturz bei der Hahnenkamm-Abfahrt habe er "ein Riesenglück gehabt". Auswertungen am Airbag hätten ergeben, dass beim Erstaufprall an der Hüfte 4g und beim Zweitaufprall am Rücken 9g gewirkt hätten.

Dank Airbag habe er keine Prellungen im Brust-, Rücken und Schulterbereich erlitten, sagte Reichelt. Überall dort, wo er keinen Airbag hatte - etwa am Ellenbogen - habe er jedoch "schmerzhafte Erinnerungen an den Sturz".

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