Enttäuschender Tag für die österreichischen Skispringer: Nur zwei ÖSV-Springer schafften es beim Wettbewerb in Garmisch-Partenkirchen ins Finale, Stefan Kraft scheiterte bereits nach dem ersten Durchgang.

Kamil Stoch hat seine Topform vom ersten Bewerb der Vierschanzentournee konserviert und auch auf der zweiten Station in Garmisch-Partenkirchen gewonnen.

Im Kampf um den Gesamtsieg zeichnet sich nun ein Duell mit dem Deutschen Richard Freitag ab, der so wie am Samstag wieder Zweiter war.

Platz drei in Garmisch ging an den Norweger Anders Fannemel. Österreichs Adler erlebten hingegen ein Debakel.

Stefan Kraft schafft es nicht ins Finale

Der einzige aktuelle ÖSV-Topmann Stefan Kraft verpasste die Qualifikation für den zweiten Durchgang und verspielte mit einem schwachen ersten Sprung die Chance auf eine Wiederholung des Gesamtsiegs von 2014/15.

Nur zwei Österreicher waren im Finish dabei, Gregor Schlierenzauer wurde 19., Michael Hayböck 20. Damit stand das schlechteste Garmisch-Ergebnis der ÖSV-Adler seit 1979 fest.

Die Tournee übersiedelt nach einem Ruhetag auf den Innsbrucker Bergisel, wo am Mittwoch die Qualifikation und am Donnerstag der Hauptbewerb am Programm steht.

Kraft: "Ich bin ratlos"

Kraft, der einzige ÖSV-Skispringer mit einer Erfolgschance bei der Vierschanzen-Tournee, musste seine Hoffnungen auf eine Wiederholung des Gesamtsieges von 2014/15 schon bei der zweiten Konkurrenz begraben. Über die Gründe rätselte auch Kraft selbst.

"Ich bin etwas ratlos", gab Kraft zu. "Das Gespür in der Hocke war in diesen zwei Tagen nicht da. Ich habe alles probiert, aber es ist nicht gegangen. Das ist ein sehr bitterer Tag." Der 24-Jährige war erst zum fünften Mal in seiner Karriere nicht im Finale der besten 30 vertreten. Diesmal wegen des nur bei der Tournee geltenden K.o.-Systems im ersten Durchgang. Er verlor mit 122,5 Metern gegen den Slowenen Ziga Jelar (125,5) um 1,7 Punkte. In einem "normalen" Weltcup wäre er als 22. weitergekommen.

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Der Doppelweltmeister war diesmal mit der Olympiaschanze von Beginn an nicht gut zurechtgekommen. Die drei Sprünge am Sonntag und auch der Probedurchgang zu Neujahr gelangen nicht nach Wunsch. "Dabei hatte ich mich mit der Schanze in den vergangenen Jahren gut angefreundet", sagte der Vorjahres-Dritte, der vor Weihnachten auf diesem Bakken im ÖSV-Training überzeugt hatte.

Den Druck der Tournee oder die Last, im ÖSV-Team alleine alle Hoffnungen zu tragen, hätten keine Rolle gespielt, sagte Kraft. Er habe diesmal einfach kein Gefühl für die Schanze gefunden.

Kraft hofft auf Unterstützung der Fans

Kraft wollte aber nicht zu Grübeln beginnen, sondern diesen Tag rasch abhaken. "Das ist halt heute einmal passiert. Es ist blöd gelaufen, ich habe probiert, da rauszukommen, aber es war halt etwas in die falsche Richtung. Übermorgen geht's weiter. Ich hoffe, dass ich dann wieder g'scheit runterziehe", erklärte der Salzburger und baute auch auf die Unterstützung der Fans.

"Ich hoffe, dass trotzdem in Österreich viele Fans kommen, vielleicht können sie uns etwas rausreißen aus dem kleinen Loch, in dem wir sind", erklärte Kraft. "Ich will die Tournee gut abschließen und den Fans etwas Schönes zeigen."

Über das Programm am Ruhetag, dem Dienstag, wollte er erst entscheiden. Krafttraining ("Damit man die Beine wieder gut spürt") oder Springen standen zur Wahl. "Aber vielleicht schadet es auch nicht, einmal einen Tag nicht auf der Schanze zu sein", bemerkte der Weltcup-Gesamtsieger.  © APA