Dass man bei Quizshows als Zuschauer einiges lernen kann, ist selbsterklärend. Meistens bezieht sich das aber auf Antworten, die man nicht wusste. Beim "Gipfel der Quizgiganten" lernt der Zuschauer am Montagabend bei RTL aber noch etwas ganz Anderes.

Christian Vock.
Eine Kritik
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Wenn eine Show "Gipfel der Quizgiganten" (auch auf RTL+) heißt und Johannes B. Kerner, Sonja Zietlow und Günther Jauch dabei sind, dann kann man das leicht missverstehen. Denn die drei kennen sich als Moderatoren zwar mit Quizshows aus, das macht sie aber nicht gleich zu wandelnden Lexika und schon gar nicht zu "Quizgiganten".

Daher ist es ganz gut für alle, die nicht so vertraut mit der Show sind, wenn Moderatorin Palina Rojinski am Montagabend das Ganze noch einmal erklärt: "Wir haben die besten und schlausten Quizzerinnen und Quizzer überhaupt, die gegen die beliebtesten Quizmaster Deutschlands antreten: Johannes B. Kerner, Sonja Zietlow und Günther Jauch."

Das sind natürlich alles nicht überprüfte Superlative, aber das Prinzip ist klar: Erfahrene TV-Quiz-Kandidaten spielen gegen erfahrene TV-Quiz-Moderatoren. Die genauen Regeln sind etwas detailreicher, man könnte auch sagen: unnötig kompliziert. Zunächst wird per Schätzfrage Kandidatin Katrin aus dem Publikum gefiltert, in deren Namen am Ende dann die Moderatoren das Finale bestreiten.

"Gipfel der Quizgiganten": Jauch, Kerner und Zietlow gegen Eckard Freise

Der Finalgegner der Moderatoren wird aus dem Pool der echten "Quizgiganten" ermittelt. Dafür geht es zunächst in die sogenannte Jackpot-Runde, in der die Quizzer den anfänglichen 50.000-Euro-Jackpot jeweils um 15.000 Euro aufstocken können. Im allerersten Durchgang übernimmt das Eckard Freise, der erste Gewinner von "Wer wird Millionär?" und erhöht die Gewinnsumme auf 62.000 Euro.

Auf die Jackpot-Runde folgt die Quiz-Runde, in der sieben Multiple-Choice-Fragen von Quizzer und Moderatoren abgefragt werden. Wer die meisten richtigen Antworten gibt, gewinnt. Bei der allerersten Frage will Rojinski wissen: "Rund 15 Quadratkilometer Unterschied, also fast die identische Flächengröße, haben ein deutsches Bundesland und dessen angrenzender Staat – nämlich …?"

Zur Auswahl stehen folgende Antworten:

  • A: Bayern und Tschechien
  • B: Schleswig-Holstein und Dänemark
  • C: das Saarland und Luxemburg
  • D: Baden-Württemberg

Jauch, Kerner und Zietlow legen sich auf Antwort C: fest – allerdings ohne genaues Wissen. Ganz anders sieht es da bei Eckard Freise aus. Der scheint Ahnung zu haben, aber das ändert nicht wirklich etwas, denn auch er tippt auf C und C ist richtig. Am Ende der Quizrunde schafft Freise nicht nur den Sieg über die Moderatoren, sondern auch den Einzug ins Showfinale.

Welche Zehen hat Johannes B. Kerner?

Dorthin will auch Saniya Kurbel. Die 45-jährige Gymnasiallehrerin tingelt schon seit über 20 Jahren durch Quizshows und sieht sich ebenso wie Jauch, Kerner und Zietlow beim "Gipfel der Quizgiganten" unter anderem mit dieser Frage konfrontiert: "Welches menschliche Körperteil wird je nach Ausprägung der ägyptischen, römischen oder griechischen Form zugeteilt?"

Diesmal stehen zur Auswahl:

  • A: Po
  • B: Fuß
  • C: Mund
  • D: Ellenbogen

Für die meisten Menschen wohl eine knifflige Frage, nur Johannes B. Kerner weiß die Antwort sofort – schließlich hat er einschlägige Erfahrung. "Ich leide darunter", verrät Kerner und berichtet: "Mein zweiter Zeh ist nicht nur länger als der große Zeh, sondern dramatisch länger." Kerner verbindet mit dieser Dramatik Schuhkaufkindheitserinnerungen und sagt vielleicht deshalb: "Ich will’s jetzt nicht zeigen." Das lässt Palina Rojinski nicht gelten und als sie "Wieso denn nicht?" fragt, legt Kerner doch noch den Fuß frei – zumindest bis zum Socken.

Ab da brechen die Dämme und nun ziehen alle Moderatoren ihre Schuhe aus und vergleichen ihre Füße, ob da nicht ein griechischer Zeh darunter ist. Jauch glaubt ja, bei Zietlow läuft es eher auf die römische Variante hinaus. "Haben wir wieder was gelernt", befindet Rojinski und Kerner will sogar noch einen Wissenshappen drauflegen: "Der David von Michelangelo hat auch einen zweiten langen Zeh."

Enges Finale beim Quizgiganten-Gipfel

Kandidatin Kurbel weiß das zwar auch, dafür aber bei der entscheidenden Frage nicht, dass man mit der "Nagelprobe" den Inhalt eines Trinkgefäßes überprüft. Ein ähnliches Schicksal erleidet der nächste und letzte Kandidat des Abends, Sebastian Runde. Dem Flugbegleiter wird bei seiner letzten Frage die Vermutung zum Verhängnis, ein Kleiderbügel dürfe laut DIN-Norm nicht länger als 35 Zentimeter sein. Richtig wäre aber der Schnorchel gewesen.

Damit ist auch klar, dass Eckard Freise im Finale gegen die Quiz-Moderatoren spielen wird. Beantworten hier die Moderatoren zuerst zehn Fragen richtig, sind die Publikumskandidaten um 86.000 Euro reicher, denn auf diese Summe ist der Jackpot inzwischen angewachsen. Wenn nicht, geht das Geld an Eckard Freise. Am Ende entscheidet beim Stand von 9:9 die allerletzte Frage und hier will Palina Rojinski Folgendes wissen: "Wie viele Kästchen insgesamt hat ein klassisches Sudoku?"

Johannes B. Kerner drückt am schnellsten, rechnet noch einmal kurz nach und sagt dann "81". Und weil das und nur das richtig ist, haben die Moderatoren nun die erforderlichen zehn richtigen Antworten auf ihrem Punkte- und Kandidatin Katrin die gewünschten 86.000 Euro auf ihrem Bankkonto.

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