• 15:43 Uhr: ➤ Bayrische Regierung erhöht den Druck auf Impfverweigerer
  • 14:12 Uhr: Kehrtwende in London: Johnson will doch in Selbstisolation
  • 11:28 Uhr: Altmaier: Kein Lockdown mehr! Mittelstand ist beunruhigt
  • 09:02 Uhr: Trend bei Infektionen setzt sich fort - Inzidenz wieder zweistellig
  • 08:47 Uhr: Schwesig ebenfalls für neuen "Warnwert" zur Corona-Lage
  • 07:26 Uhr: Niederlande und Griechenland jetzt Corona-Risikogebiete

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➤ Bayrische Regierung erhöht den Druck auf Impfverweigerer

Die Staatsregierung in Bayern erhöht den Druck auf Menschen, die sich nicht gegen Corona impfen lassen wollen. Nachdem sich Ministerpräsident Markus Söder (CSU) offen für kostenpflichtige Corona-Tests zeigte, äußerte sich nun auch Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) wohlwollend zu der Idee.

"Irgendwann wird der Punkt erreicht werden, wo man der Mehrheit der Menschen in diesem Land die Frage beantworten muss, warum die Solidargemeinschaft 15 Euro jeden Tag für einen Schnelltest bezahlt und verschenkt, damit Impfverweigerer weiter shoppen oder an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen können", sagte Holetschek der "Bild am Sonntag".

Die Kosten sollten allerdings weiter für die übernommen werden, die bisher nicht geimpft werden können - zum Beispiel Kinder, Schwangere und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen. Holetschek ist derzeit Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz.

Söder hatte zuletzt gesagt: "Testen kostet enorme Summen". Daher müsse auch darüber nachgedacht werden, ob die Corona-Tests kostenlos bleiben könnten, wenn alle Menschen ein Impfangebot bekommen hätten.

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Die weiteren Corona-News:

Brand in Impfzentrum in Südwestfrankreich - Feuer absichtlich gelegt

19:20 Uhr: In einem Impfzentrum im Südwesten Frankreichs hat es gebrannt. Das Feuer in Urrugne wurde vermutlich absichtlich gelegt, berichtete der französische Sender France Bleu unter Verweis auf den zuständigen Staatsanwalt am Sonntag. Demnach stand ein Teil des Zeltes des Impfzentrums in der Nacht auf Sonntag in Flammen. Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin verurteilte den Vorfall auf Twitter. Die Verantwortlichen müssten hart bestraft werden.

Erst am Vortag war Frankreichs Premierminister Jean Castex in den Südwesten gereist und hatte ein Impfzentrum etwa 20 Kilometer vom späteren Brandort entfernt besucht. Dem Sender France Info zufolge hatte es bereits in der Nacht auf Samstag einen Anschlag auf ein Impfzentrum gegeben. Die Einrichtung im südöstlichen Lans-en-Vercors sei verwüstet worden.

Kehrtwende nach Empörung: Johnson doch in Selbstisolation

14:12 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson will nach Kontakt mit seinem an COVID-19 erkrankten Gesundheitsminister Sajid Javid doch in Selbstisolation gehen. Das teilte der Regierungssitz Downing Street mit - nur Stunden nachdem ein Sprecher das Gegenteil verkündet hatte.

Zuerst hatte es geheißen, Johnson und sein Finanzminister Rishi Sunak würden an einem Pilotprojekt teilnehmen und daher statt der Selbstisolation tägliche Tests absolvieren. Die Entscheidung hatte zu einem Aufschrei der Empörung geführt, weil derzeit Hunderttausende Briten zu Hause sitzen, nachdem sie vom Nationalen Gesundheitsdienst NHS wegen Kontakts mit einer infizierten Person zu einer zehntägigen Quarantäne aufgefordert wurden.

Für Johnson, der sich nach Angaben der Regierung derzeit auf seinem Landsitz Chequers aufhält, kommt der Vorfall zur Unzeit. Am Montag sollen fast alle Corona-Maßnahmen in England aufgehoben werden. Das obwohl die Infektionszahlen derzeit drastisch ansteigen. Die Regierung rechtfertigt das mit der hohen Impfquote.

Zeitung: Delta-Variante auf Mallorca bei 85 Prozent

12:54 Uhr: Auf Mallorca wird nach einem Bericht der Zeitung "Mallorca Zeitung" die als ansteckender geltende Delta-Variante des Corona-Virus inzwischen bei 85 Prozent aller Proben festgestellt. Die Sieben-Tage-Inzidenz auf der liebsten Urlaubsinsel der Deutschen sei bis Freitag auf gut 270 gestiegen. Für die Balearen insgesamt, also neben Mallorca auch Menorca, Ibiza und Formentera, werde dieser Wert mit 290 angegeben, schrieb die Zeitung am Sonntag. Der sogenannte R-Wert lag nach Angaben der Gesundheitsbehörde bei 1,63. Die Zahl bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 163 weitere Menschen anstecken.

Fast zwei Drittel der Bevölkerung über 16 Jahren (65,7 Prozent) haben zumindest eine Corona-Impfung erhalten, 51,8 Prozent sind vollständig geimpft. Die Positivrate der Corona-Tests lag bei 11,88 Prozent. Auch wenn sich vor allem junge Leute infizieren, die meist nur milde Krankheitssymptome aufweisen, kommt das Gesundheitssystem langsam wieder unter Druck. Inzwischen seien wieder zehn Prozent der Betten auf Intensivstationen mit Corona-Patienten belegt, schrieb die Zeitung.

Altmaier: Kein Lockdown mehr! Mittelstand ist beunruhigt

11:28 Uhr: Für Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) kommt eine erneute Schließung von Geschäften und Restaurants in der Coronakrise nicht infrage. "Wir müssen und werden einen neuen Lockdown verhindern. Er wäre für viele Geschäfte und Restaurants, die bereits monatelang geschlossen waren, verheerend", sagte Altmaier der "Bild am Sonntag". Solange keine Überlastung des Gesundheitssystems drohe, gebe es keinen Grund für neue Maßnahmen. Geimpfte oder Jüngere hätten bei einer Infektion meist gar keine Symptome, die Intensivbetten-Kapazität in Deutschland sei weit von ihrer Auslastungsgrenze entfernt.

Aus Sicht des Mittelstands sind Altmaiers Äußerungen indirekt Anlass zur Sorge. "Denn offenbar reagiert er damit auf entsprechende Überlegungen in der Bundesregierung", sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Markus Jerger, der Deutschen Presse-Agentur.

Schon die Spekulation darüber verunsichere die Unternehmen und verhindere Investitionen. "Anstatt über neue Zwangsmaßnahmen zu spekulieren, sollte die Bundesregierung ein positives Signal an die Wirtschaft senden." Die Union müsse sich "endlich einmal" gegen ihren Koalitionspartner durchsetzen und für eine Entlastung bei Steuern, Abgaben und Energiekosten sorgen.

Altmaier sprach sich zudem für mehr Tempo und Angebote vor Ort beim Impfen aus. Und: "Wir sollten überlegen, Großveranstaltungen wie Konzerte oder Fußballspiele auf geimpfte und genesene Besucher zu beschränken. Ein Negativ-Test allein darf dafür dauerhaft nicht ausreichen." Belohnungen für Impfwillige lehnte der Minister jedoch ab.

Trotz Kontakt zu Infiziertem: Keine Selbstisolation für Johnson

10:31 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson wird nicht in Selbstisolation gehen, obwohl er Kontakt zu seinem an COVID-19 erkrankten Gesundheitsminister Sajid Javid hatte. Das teilte der Regierungssitz Downing Street mit.

Johnson und Finanzminister Rishi Sunak seien von der Kontaktverfolgungseinheit des Gesundheitsdiensts NHS kontaktiert worden, nähmen aber an einem Pilotprojekt teil, das tägliche Tests anstatt Selbstisolation vorsieht, so die Mitteilung. Das erlaube ihnen, weiterhin von der Downing Street aus zu arbeiten. Gesundheitsminister Javid hatte gestern per Twitter mitgeteilt, das er positiv auf das Coronavirus getestet wurde.

In Großbritannien wird derzeit eine große Zahl an Menschen dazu aufgerufen, ihr Zuhause für zehn Tage nicht zu verlassen, weil sie in Kontakt mit Infizierten gekommen sind. Hunderttausende Schüler können deswegen nicht am Unterricht teilnehmen.

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Diese Länder haben bereits eine Impfpflicht gegen Corona eingeführt

Frankreich und Griechenland haben am Montag eine Corona-Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegekräfte eingeführt, Deutschland diskutiert einen solchen Schritt für Lehrer. Egal wo, eine Impfpflicht wird weltweit als Mittel gegen die Pandemie gesehen. Welche Staaten sie bereits durchgesetzt haben, zeigt unsere Übersicht.

Trend bei Infektionen setzt sich fort - Inzidenz wieder zweistellig

09:02 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in Deutschland auf einen zweistelligen Wert gesprungen. Das Robert Koch-Istitut (RKI) gab den Wert am Morgen mit 10 an (Vortag: 9,4 vor einer Woche 6,2). Binnen eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI 1.292 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04:14 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 745 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 3 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 6 Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.744.681 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.639.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.362.

Schwesig ebenfalls für neuen "Warnwert" zur Corona-Lage

08:47 Uhr: Nach der rheinland-pfälzischen Regierungschefin Malu Dreyer dringt auch die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, auf einen neuen "Warnwert" zur Bewertung der Corona-Lage. "Ich unterstütze den Vorschlag, dass sich Bund und Länder auf einen neuen bundeseinheitlichen Warnwert zur Coronalage verständigen, ausdrücklich", sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Wir müssen zukünftig stärker Impfungen und Krankenhausbelastungen berücksichtigen."

Schwesig verwies auf das in in ihrem Bundesland geltende Ampelmodell, das die Sieben-Tage-Inzidenz, die Zahl der COVID-Patienten im Krankenhaus und die Auslastung der Intensivstationen berücksichtigt. Dreyer hatte zuvor einen "neuen Warnwert" zur Beurteilung der Corona-Lage in Deutschland gefordert. Bei steigenden Impfquoten habe die Sieben-Tage-Inzidenz heute viel weniger Aussagekraft als noch vor einem halben Jahr.

Niederlande und Griechenland jetzt Corona-Risikogebiete

07:26 Uhr: Wegen stark steigender Infektionszahlen gelten die Niederlande, Griechenland und Teile Dänemarks seit Mitternacht für die deutschen Behörden als Risikogebiete. Nach der bereits am Freitag veröffentlichten Mitteilung des Robert Koch-Instituts rät das Auswärtige Amt von touristischen Reisen in diese Länder und Regionen ab.

Für die Niederlande und die dänische Hauptstadtregion um Kopenhagen ergeben sich daraus auch praktische Folgen: Wer von dort auf dem Landweg nach Deutschland einreist und nicht geimpft oder genesen ist, muss wieder einen Corona-Test machen. Auch die zum dänischen Königreich zählenden Färöer-Inseln sind jetzt Risikogebiet. Die Niederlande sind das erste der neun Nachbarländer Deutschlands, das wieder ganz als Risikogebiet eingestuft wird. Ausgenommen sind zum Königreich gehörende Überseegebiete.

In Griechenland sind zuletzt die Infektionszahlen gestiegen, seit die Regierung die Maßnahmen für das Nachtleben gelockert hat und viele junge, noch ungeimpfte Leute feiern gehen. Wer aus dem Urlaub in Griechenland zurückkehrt, muss entweder getestet, genesen oder geimpft sein.

Altmaier plädiert für "Corona-Flutpauschale" von 10.000 Euro

05:05 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier schlägt eine Pauschale von bis zu 10.000 Euro für Unternehmen vor, die von der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands und der Coronakrise betroffen sind.

"Ich plädiere für eine Corona-Flutpauschale von bis zu 10.000 Euro für Unternehmen, die es doppelt schlimm getroffen hat", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag".

Die Existenzgrundlage von vielen Unternehmen in den Tourismus- und Weinbaugebieten sei zerstört. Er erwarte aber auch von den Versicherungen, jetzt schnell die Schadenssummen auszuzahlen, und dass sich die Geschäftspartner getroffener Unternehmen kulant zeigten.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.
Teaserbild: © imago/Sven Simon/Frank Hörmann