• 19:48 Uhr: ➤ Virusvariante Delta nimmt in Deutschland deutlich zu
  • 17:31 Uhr: Studie: Jeder Vierte sehr schwer an Corona Erkrankte bekommt posttraumatische Belastungsstörung
  • 16:06 Uhr: Gesundheitsminister für weitere Corona-Absicherung durch Tests
  • 15:25 Uhr: Verkehrsminister: Maskenpflicht im ÖPNV beibehalten
  • 14:28 Uhr: Frankreich beendet Ausgangssperre und Maskenpflicht im Freien
  • 13:59 Uhr: 70 Menschen in Berlin erkrankten trotz Impfung an COVID-19
  • 13.31 Uhr: Johnson & Johnson liefert nach EU-Angaben weniger Impfstoff als geplant

➤ Virusvariante Delta nimmt in Deutschland deutlich zu

Die in Indien entdeckte Coronavirus-Variante Delta hat ihren Anteil an den Sars-CoV-2-Neuinfektionen in Deutschland binnen einer Woche deutlich gesteigert. Mit 6,2 Prozent in der Kalenderwoche 22 (31. Mai bis 6. Juni) bleibe sie aber weiter relativ selten, heißt es im jüngsten Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) zu den als besorgniserregend eingestuften Mutanten vom Mittwochabend. In der Woche zuvor (KW 21) hatte der Anteil der Delta-Variante an den untersuchten Proben demnach noch bei 3,7 Prozent gelegen.

Mit einem Anteil von gut 86 Prozent an den untersuchten Proben löste die Variante Alpha (B.1.1.7, entdeckt in Großbritannien) in der ersten Juniwoche bundesweit weiter den Großteil der Infektionen aus. Ihr Anteil sinkt allerdings langsam. Die weiteren besorgniserregenden Varianten Beta und Gamma spielen nach wie vor eine untergeordnete Rolle.

In Großbritannien treibt die Delta-Variante die Zahl der Neuinfektionen derweil deutlich in die Höhe. Am Mittwoch meldeten die Behörden 9.055 neue Fälle - das waren etwa 1.380 mehr als am Vortag und der höchste Tageswert seit Februar. Die Sieben-Tage-Inzidenz, die noch Anfang Mai unter 20 lag, stieg mittlerweile wieder auf deutlich mehr als 70 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Wie schnell sich das Virus derzeit ausbreitet, zeigt die Gesamtzahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage: 55.216 Fälle zwischen dem 10. und 16. Juni bedeuten ein Plus von fast einem Drittel im Vergleich zur Vorwoche. Experten gehen zudem von einer Dunkelziffer in etwa gleicher Höhe aus. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen nahm im Wochenvergleich sogar um 40 Prozent zu.

Die weiteren Corona-News des Tages:

Studie: Jeder Vierte sehr schwer an Corona Erkrankte bekommt posttraumatische Belastungsstörung

17:31 Uhr: Ein Viertel der sehr schwer an Covid-19 Erkrankten entwickelt später eine posttraumatische Belastungsstörung. Das ergab eine Studie der Universität Duisburg-Essen, für die von April 2020 bis März 2021 mehr als 30.000 Menschen untersucht wurden, wie anlässlich des Deutschen Kongresses für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Mittwoch mitgeteilt wurde. Demnach stieg bei diesen Menschen, die auf der Intensivstation behandelt wurden, im Schnitt am hundertsten Tag nach ihrer Entlassung die Traumasymptomatik an.

Das massiv bedrohliche Erlebnis, keine Luft mehr zu bekommen, löse bei diesen Patienten im Nachgang sogenannte Intrusionen aus, erklärte Martin Teufel, der als Direktor der Klinik für psychosomatische Medizin und Psychotherapie der LVR-Kliniken Essen die Studie leitete. Diese Intrusion äußere sich "wie ein Flashback, mit einem plötzlich einschießenden massiven Gefühl der Hilflosigkeit und des Ausgeliefertseins, des Erlebens von Kontrollverlust".

Die einschneidende Erfahrung auf der Intensivstation sei unstrukturiert als Emotion im Unterbewusstsein abgespeichert. Patienten könne daher eine spezifische Traumabehandlung angeboten werden, etwa als Schreibtherapie. So werde die Erfahrung "ins Bewusstsein geholt, aufgearbeitet und neu strukturiert", erklärte Teufel weiter.

Laut der Studie wurde zudem bei bis zu 65 Prozent der Menschen während der Pandemie erhöhter Stress festgestellt. Dabei seien depressive Symptome ab November 2020 noch weiter angestiegen, hieß es. "Insgesamt bleibt festzuhalten, dass Angst- und Depressionssymptome zwar erhöht, allerdings in ihrem Schweregrad überwiegend nicht so ausgeprägt sind, dass die diagnostischen Kriterien einer psychischen Erkrankung erfüllt sind", teilte Teufel mit.

Entlastend wirkte es der Forschung zufolge, wenn Menschen sich informiert fühlten und das Vertrauen in politische und gesellschaftliche Maßnahmen hoch sei. Bei den sogenannten Corona-Skeptikern seien die Werte für depressive Symptome und generalisierte Angst deutlich höher als in der Allgemeinbevölkerung gewesen.

In dieser Gruppe sei das Verdrängen besonders stark ausgeprägt, "um einer lähmenden Angst auszuweichen", erklärte Teufel. Die andere Bewältigungsstrategie – "valide Informationen aufnehmen und verarbeiten" – werde negiert.

Er empfahl, Emotionen und Überzeugungen dieser Gruppe ernst zu nehmen und sie nicht in eine Verteidigungshaltung zu drängen. Stattdessen solle mit evidenzbasierten Informationen die Auseinandersetzung gesucht werden.

Gesundheitsminister für weitere Corona-Absicherung durch Tests

16:06 Uhr: Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern setzen trotz sinkender Corona-Zahlen weiter auf eine Absicherung über breit angelegte Tests - auch mit Blick auf die Sommerreisezeit. An der generellen Testpflicht für Flugreisende aus dem Ausland vor dem Abflug solle festgehalten werden, teilte das bayerische Ressort als Vorsitzland nach Beratungen mit Bundesminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch in München mit. Die Quarantäneregeln für Rückkehrer aus Risiko- und Hochinzidenzgebieten mit hohen Infektionszahlen sowie aus Gebieten mit neuen Virusvarianten sollen bestehen bleiben. Im Straßen- und Bahnverkehr an den Grenzen soll es verstärkt Kontrollen geben.

Die Länder wollen zudem flächendeckende Schnelltests zwei Mal pro Woche in Schulen und Kitas aufrechterhalten. Bund und Länder wollen über den Sommer ein Konzept erarbeiten, um kostenlose Bürgertests gegebenenfalls auch im Herbst und Winter fortzusetzen. Firmen sollen verpflichtet werden, in Präsenz arbeitenden Mitarbeitern weiterhin zunächst bis Ende September regelmäßig ein Testangebot zu machen.

Verkehrsminister: Maskenpflicht im ÖPNV beibehalten

15:25 Uhr: Die Verkehrsminister der Länder haben sich dafür ausgesprochen, trotz der stark gesunkenen Corona-Inzidenzwerte die Maskenpflicht im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) beizubehalten. In einer Videokonferenz sprach sich die Ministerrunde am Mittwoch für eine bundeseinheitliche Regelung aus. "Das verbindliche Tragen einer medizinischen Maske ist ein wesentlicher Grund dafür, den ÖPNV bei Beachtung der Corona-Regeln nutzen zu können", sagte die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, die Bremer Senatorin Maike Schaefer (Grüne). Die Länder seien übereinstimmend der Auffassung gewesen, dass für das Sicherheitsempfinden der Fahrgäste und deren Vertrauen in den ÖPNV sowie zum Schutz vor Infektionen weiterhin die Notwendigkeit zum Tragen medizinischer Masken bestehe.

Frankreich beendet Ausgangssperre und Maskenpflicht im Freien

14:28 Uhr: Frankreich lockert in dieser Woche weitere Corona-Maßnahmen. Das Tragen von Masken im Freien ist ab Donnerstag nur noch bei Menschenansammlungen verpflichtend, wie Premierminister Jean Castex am Mittwoch verkündete. Die nächtliche Ausgangssperre ab 23:00 Uhr entfällt demnach ab Sonntag. Eigentlich sollte die Regelung noch bis Ende des Monats gelten. Castex sagte, die Situation habe sich schneller als erwartet verbessert. In keinem Département auf dem Festland gebe es eine besorgniserregende Entwicklung. Auch in den Überseegebieten verbessere sich die Lage.

Zuletzt lag die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Menschen innerhalb einer Woche bei etwa 40. Mit den sinkenden Corona-Zahlen war in den vergangenen Wochen immer wieder ein Ende der Maskenpflicht im Freien diskutiert worden, einige Gebiete preschten vor. Castex betonte nun, dass eine Pflicht weiterhin gelte, wenn es eng werde oder viele Menschen aufeinander träfen - etwa in Warteschlangen oder im Stadion. Das Ende der Ausgangssperre kommt in Frankreich pünktlich zur Fête de la Musique am 21. Juni. Weitere vorgesehene Hygienemaßnahmen blieben aber bestehen, kündigte Castex an.

Dem Premierminister zufolge sollten bis Ende August 35 Millionen Menschen in Frankreich vollständig geimpft sein. Bis Mitte Juni hätten etwa 30 Millionen der rund 67 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner mindestens eine erste Impfdosis erhalten.

70 Menschen in Berlin erkrankten bisher trotz Impfung an COVID-19 - aber kaum einer schwer

13:59 Uhr: Auch eine Impfung bietet keinen 100-prozentigen Schutz vor COVID-19 - aber die wenigsten Geimpften erkranken schwer. Das geht aus Zahlen des Berliner Senats hervor, die dem "Tagesspiegel" vorliegen.

Demnach gab es in Berlin seit Beginn der Impfkampagne bis zum 4. Juni 13 Personen, die sich zwei Wochen nach ihrer Zweitimpfung mit dem Biontech-Präparat Comirnaty mit SARS-CoV-2 infizierten und ins Krankenhaus mussten. Zu diesem Zeitpunkt waren rund 505.000 Berlinerinnen und Berliner vollständig geimpft.

Etwas mehr Krankenhausaufenthalte gab es nach Erstimpfungen, nach denen noch nicht der volle Impfschutz erreicht ist: Demnach mussten nach einer Spritze mit Moderna zwei, nach Astrazeneca sieben und nach Biontech 48 Berlinerinnen und Berliner wegen COVID-19 in eine Klinik.

Die Zahlen entstammen einer Antwort von Berlins Gesundheitsstaatssekretär Martin Matz (SPD) auf eine Anfrage des Abgeordneten Florian Kluckert (FDP). Unklar ist, ob die genannten Personen intensivmedizinisch betreut werden mussten - Matz zufolge ist "eine Unterscheidung zwischen normal stationär behandelten Fällen und intensivmedizinisch behandelten Fällen nicht möglich".

Der Großteil der Einwohner in der Hauptstadt wurde bisher mit dem Biontech-Präparat geimpft - weshalb es auch hier am meisten Fälle gab. Rund zwei Millionen Dosen des Vakzins für Erst- und Zweitimpfungen kamen in der Hauptstadt bislang zum Einsatz. Im Vergleich dazu wurden insgesamt nur rund 300.000 Moderna-, 400.000 Astrazeneca- und nur etwa 50.000 Johnson&Johnson-Dosen als Erst- und Zweitimmunisierung verimpft.

Die Zahlen sagen nichts darüber aus, wie viele Menschen sich nach einer Impfung in Berlin insgesamt mit SARS-CoV-2 infiziert haben. Nach wie vor verlaufen die meisten Infektionen mild - insbesondere nach Impfungen.

Johnson & Johnson liefert nach EU-Angaben weniger Impfstoff als geplant

13:31 Uhr: Der US-Hersteller Johnson & Johnson kann nach Angaben der EU-Kommission sein Lieferziel für Corona-Impfstoff bis Ende Juni nicht einhalten.

Die den EU-Staaten zugesagte Menge von 55 Millionen Dosen im zweiten Quartal werde nicht erreicht, sagte ein Kommissionssprecher am Mittwoch in Brüssel. Wie viel geliefert werde, könne er noch nicht sagen. Der Sprecher bekräftigte aber das Ziel, bis Ende Juli insgesamt genug Corona-Impfstoff verschiedener Hersteller zu haben, damit 70 Prozent der Erwachsenen in der EU geimpft werden können.

Der Impfstoff von Johnson & Johnson ist wichtig für die europäische Impfkampagne, weil anders als bei anderen Vakzinen eine Dosis für den vollen Impfschutz ausreicht. Sehr seltene Thrombosefälle bei Geimpften hatten kritische Fragen aufgeworfen, doch hat der Impfstoff weiter die uneingeschränkte Zulassung durch die EU-Arzneimittelagentur EMA.

Essener Klinikchef sieht Deutschland mit Blick auf den Corona-Herbst gut gerüstet

12:47 Uhr: "Es wäre nicht verkehrt, damit aufzuhören, immer Angst zu schüren": Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, warnt vor der Verbreitung von "Horrorszenarien", im Herbst könne die Pandemie mit voller Wucht zurückkehren.

"Wir treffen ja nicht völlig unvorbereitet auf eine neue Mutante" - selbst wenn diese gefährlicher wäre, betont Werner bei "19 – die Chefvisite" mit Blick auf mögliche weitere Varianten des Coronavirus. "Wir fangen ja nicht bei null an. Wir haben doch einiges gelernt in den vergangenen 15, 16 Monaten."

Entscheidend sei, "entschlossen zu handeln, wenn es so weit ist", sagt der Mediziner. Werner erwartet ein weiteres Abebben des Infektionsgeschehens in den Sommermonaten. Dabei helfe auch die Impfung gegen das SARS-CoV-2-Virus.

Mithilfe der neuen mRNA-Technologie habe man "unfassbar schnell" entwickeln können, sagt Werner in der Sendung. Diese böten "natürlich auch Chancen für die Krebstherapie", für die die Technologie ursprünglich entwickelt wurde.

"Die erfolgreiche Anwendung ist aber ungleich schwieriger als bei der Virusinfektion", erklärt der Mediziner unter Verweis auf die vielen verschiedenen Krebstypen. Er habe Hoffnung, dass es "für die eine oder andere Krebsart wirkliche Erfolge zu vermelden gibt". Aber: "Hier mit der mRNA-Technologie eine Generalwaffe zu erwarten, würde über das Ziel hinausschießen."

Biontech liefert Deutschland im Juli deutlich weniger Impfstoff - das ist der Grund

12:30 Uhr: Der Impfstoffhersteller Biontech wird seine Impfstofflieferungen für Deutschland im Juli deutlich reduzieren. Das wurde der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch aus Kreisen der Gesundheitsministerkonferenz bestätigt, die per Videokonferenz tagte.

Der Grund: "Biontech hat im zweiten Quartal mehr als 50 Millionen Dosen an Deutschland ausgeliefert und damit den Vertrag übererfüllt", sagte eine Unternehmenssprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. "Wir werden im Juni mehr Dosen liefern als ursprünglich vereinbart war, um die Impfkampagnen in Europa und damit auch in Deutschland zu unterstützen und zu beschleunigen." Im dritten Quartal und damit auch im Juli werde die Dosenanzahl wie vertraglich vereinbart geliefert.

Das Bundesgesundheitsministerium betonte: "Biontech hat durch eine vorgezogene Lieferung aus den Folgequartalen ermöglicht, dass im zweiten Quartal und insbesondere im Juni deutlich mehr Impfdosen geliefert werden können."

Es sei aber immer klar gewesen, dass die Gesamtmenge, die Biontech liefere, im dritten Quartal sinken und insgesamt bei 40,2 Millionen liegen werde im Vergleich zu über 50 Millionen im zweiten Quartal. Für das dritte Quartal gehe man von durchschnittlich rund 3,3 Millionen Biontech-Impfdosen pro Woche aus.

Zunächst hatte das Magazin "Business Insider" über die Reduzierung der Liefermenge berichtet.

Indien öffnet den Taj Mahal wieder

12:11 Uhr: Indiens berühmteste Sehenswürdigkeit, der Taj Mahal, ist nach zwei Monaten Corona-Zwangspause wieder geöffnet. Angesichts sinkender Infektionszahlen dürften ab Mittwoch täglich 650 Besucherinnen und Besucher auf das Gelände des Marmormonuments und Unesco-Weltkulturerbes, wo an gut besuchten Tagen vor der Corona-Krise um die 25.000 gewesen seien, sagte ein Sprecher der zuständigen Behörde der Deutschen Presse-Agentur.

Die Gäste müssten dabei immer Masken tragen, Abstand halten, ihre Temperatur messen sowie ihre Hände desinfizieren lassen und sie dürften keine Oberflächen berühren. Tickets müssen online erworben werden.

Neben dem Taj Mahal dürfen inzwischen auch wieder mehr als 3.000 andere Denkmäler und Museen öffnen.

Aktuelle Studie: Lebenssituation junger Europäer verschlechtert sich durch Pandemie

11:14 Uhr: Laut der am Mittwoch in Berlin vorgestellten fünften TUI-Jugendstudie "Junges Europa" hat sich das Leben für 52 Prozent der unter 26-Jährigen in der Krise zum Schlechteren verändert. In Deutschland stimmten dieser Aussage 46 Prozent der Befragten zu, in Griechenland waren es sogar 65 Prozent.

In den vergangenen Monaten verloren demnach vier von zehn jungen Europäerinnen oder Europäern zwischen 16 und 26 Jahren ihren Job oder erlitten finanzielle Einbußen. In Deutschland gaben 29 Prozent der Befragten an, von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit betroffen gewesen zu sein. In Griechenland waren es sogar 58 Prozent der unter 26-Jährigen.

Der Studie zufolge beschreibt fast jeder Zweite der unter 26-Jährigen seinen derzeitigen Gefühlszustand als "müde", "unsicher", "genervt" oder "gestresst".

Die Befragten fühlten sich in allen Lebensbereichen stark belastet. Am schlimmsten empfinden junge Menschen demnach jedoch die Beschränkungen im öffentlichen und sozialen Leben.

Wie die Umfrage zeigt, bewerten viele junge Deutsche die Corona-Maßnahmen anders als noch vor einigen Monaten: Während im September noch 52 Prozent der Befragten die Maßnahmen für angemessen hielten, bezeichneten diese 54 Prozent der im April Befragten als nicht ausreichend. Dem EU-Pandemiemanagement stellte die Mehrheit der 16- bis 26-jährigen Europäer ein bestenfalls mittelmäßiges Zeugnis aus.

Für die Jugendstudie "Junges Europa" im Auftrag der TUI Stiftung befragte das Meinungsforschungsinstitut Yougov 6.253 Menschen im Alter von 16 bis 26 Jahren. Die Erhebung fand im April statt. Die Jugendstudie wurde 2017 ins Leben gerufen.

Corona-Variante Lambda: WHO beobachtet Ausbreitung in Lateinamerika

10:53 Uhr: Eine bisher vor allem in Lateinamerika auftretende Corona-Variante steht nun unter besonderer Beobachtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Aufgrund ihrer Mutationen könnte die Virus-Version mit dem Namen Lambda möglicherweise ansteckender sein oder vom menschlichen Immunsystem schlechter bekämpft werden, teilte die Genfer UN-Behörde mit. Belastbare Studien und gesicherte Erkenntnisse dazu gibt es aber noch nicht.

Die Variante war im August 2020 in Peru entdeckt worden. In dem Land wurden seit April dieses Jahres 81 Prozent aller analysierten Corona-Fälle Lambda zugeordnet. In Argentinien und Chile waren es in den vergangenen Monaten rund ein Drittel.

Die WHO unterteilt Corona-Varianten in zwei Kategorien: Varianten unter Beobachtung ("variants of interest"), die zu gehäuften Fällen führen oder in mehreren Ländern auftreten. Dazu gehört Lambda. Eine Stufe höher stehen die besorgniserregenden Varianten ("variants of concern"). Sie sind nachweislich ansteckender, schwerer bekämpfbar oder führen zu schwereren Erkrankungen. Darunter fällt etwa die Delta-Variante, wegen der die geplante Corona-Öffnung in Großbritannien verschoben wird.

EU will strenge Beschränkungen für Einreise aus den USA aufheben

09:33 Uhr: Reisende aus den Vereinigten Staaten sollen künftig wieder leichter in die Europäische Union einreisen können. Das bestätigt die portugiesische Ratspräsidentschaft nach Beratungen der ständigen Vertreter der EU-Staaten in Brüssel.

Zudem sollen die Einreisebestimmungen für Menschen aus Albanien, dem Libanon, Mazedonien, Serbien, Macau, Hongkong und Taiwan gelockert werden. Hintergrund ist eine bessere Corona-Lage.

Der noch ausstehende formelle Beschluss soll voraussichtlich Ende der Woche angenommen werden. Mit der Entscheidung wird die Liste jener Staaten, aus denen die Einreise einfacher möglich ist rund doppelt so lang.

Bisher standen dort Australien, Neuseeland, Ruanda, Singapur, Südkorea, Israel, Japan und Thailand. Für alle anderen Staaten gelten drastische Einschränkungen. Die Liste wird regelmäßig überarbeitet.

Auf die Einreisebeschränkungen hatten sich alle EU-Staaten außer Irland sowie die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island bereits zu Beginn der Corona-Pandemie verständigt. Demnach sind alle nicht zwingend notwendigen Reisen in die EU verboten. Rechtlich bindend ist der Einreisestopp allerdings nicht. Zudem gelten Ausnahmen etwa für EU-Bürger und ihre Familien.

Lauterbach erwartet Probleme durch Delta-Variante im Herbst

08:45 Uhr: SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach rechnet damit, dass die sogenannte Delta-Variante des Coronavirus im Herbst wieder zu mehr Ansteckungen in Deutschland führen wird.

"Ich bin ganz sicher, dass wir in Deutschland auch noch die Delta-Variante bekommen werden", sagte Lauterbach am Dienstagabend in der Fernsehsendung "rbb Spezial". Bisher tritt die aus Indien stammenden Variante in Deutschland nur in geringem Maße auf.

Eine aktuelle Studie der Oxford-Universität zeige, dass die Saisonalität dieser Variante deutlich ausgeprägter sei als ursprünglich angenommen: Im Sommer sei das Risiko, sich damit anzustecken, viel geringer, erklärte Lauterbach.

Sie sei aber deutlich ansteckender, führe zu einem schwereren Verlauf, und sei zum Teil resistent gegen die Erstimpfung. "Aber ich hoffe, dass dann bei uns eben schon so viele doppelt geimpft sein werden, dass es keine so große Welle mehr gibt."

Vor diesem Hintergrund forderte der Gesundheitsexperte, auch Kindern ein Impfangebot zu machen. "Gerade bei der Delta-Variante haben wir in England gesehen, dass von den infizierten Kindern ein Prozent so schwer erkranken, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Das ist keine Kleinigkeit."

70 Prozent der Erwachsenen geimpft: New York hebt alle Restriktionen auf

07:32 Uhr: Nachdem mehr als 70 Prozent der Erwachsenen im US-Bundesstaat New York mindestens eine Impfdosis gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 bekommen haben, hat Gouverneur Andrew Cuomo alle noch verbliebenen Einschränkungen aufgehoben.

"Heute ist ein bedeutsamer Tag", sagte Cuomo am Dienstag (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz. "Wir können jetzt in das Leben zurückkehren, was wir kennen." Zuvor hatte es unter anderem noch Beschränkungen für Großveranstaltungen und ähnliches gegeben, die meisten Einschränkungen des Alltags waren allerdings schon in den vergangenen Wochen aufgehoben worden.

Die Ostküstenmetropole war phasenweise das Epizentrum der Pandemie in den USA. Nun ist das Leben schon seit Wochen fast komplett zurück: In den Kneipen drängen sich die Menschen ohne Maske, es gibt wieder Privatpartys, Feiern in geschlossen Räumen und Konzerte. Auch die Restaurants sind auch im Innenbereich gut gefüllt.

Mit 70 Prozent Erstimpfungen bei Erwachsenen hat der Bundesstaat auch das von US-Präsident Joe Biden landesweit bis zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli vorgegebene Ziel erreicht. Zur Feier solle es in der Nacht zum Mittwoch an zahlreichen Orten im Bundesstaat Feuerwerk geben, außerdem sollten berühmte Gebäude in Gold und Blau leuchten, sagte Cuomo.

Nicht alle US-Bundesstaaten sind schon so weit, landesweit haben nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC rund 65 Prozent aller Erwachsenen mindestens eine Impfdosis erhalten.

Weniger Züge, trotzdem mehr Gewalt gegen Bahn-Beschäftigte

06:49 Uhr: Die Gewalt gegen Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter hat zugenommen. So gab es im vergangenen Jahr 2.070 Gewaltdelikte gegen Bahnmitarbeiterinnen und -mitarbeiter. Das sind 421 mehr als im Vorjahr - trotz sinkender Fahrgastzahlen wegen der Pandemie.

Das geht aus der Regierungsantwort auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervor, die der dpa vorliegt. Die Antwort basiert auf Daten der Bundespolizei.

Rund 20.000 Beschäftige der Bahn arbeiten mit Kundenkontakt. Körperliche Übergriffe gibt es immer wieder. 2020 kam als Konfliktpunkt Streit ums Masketragen im Zug dazu.

Einer 2019 veröffentlichten Forsa-Umfrage im Auftrag des Beamtenbunds dbb zufolge werden Beschäftigte bei Polizei, Rettungsdienst oder Nahverkehr häufig beschimpft oder angegriffen. 48 Prozent der Befragten hatten bei der Arbeit schon einmal einen Übergriff erlebt. Beleidigungen kamen dabei am häufigsten vor, bei 89 Prozent der Betroffenen. Es folgen Anschreien (68 Prozent), körperliches Bedrängen (31 Prozent) und Schläge (17 Prozent).

1.455 Corona-Neuinfektionen in Deutschland - Inzidenz bei 13,2

06:18 Uhr: Deutschlands Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1.455 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05:11 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert noch bei 3.254 Ansteckungen am Tag gelegen.

COVID-19
Neue Namen für COVID-19-Varianten.

Deutschlandweit wurden nun den Angaben nach binnen 24 Stunden 137 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 107 Tote gewesen. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90.074 angegeben.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Dienstagmorgen mit bundesweit 13,2 an (Vortag: 15,5; Vorwoche: 20,8). Seit Beginn der Pandemie hat es insgesamt 3.717.625 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2 gegeben. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da nach wie vor viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.590.900 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Dienstagnachmittag bei 0,72 (Vortag: 0,77). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 72 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Corona wird bleiben - Expertinnen fordern Überwachung auch bei Tieren

06:01 Uhr: Das Coronavirus SARS-CoV-2 wird bleiben, selbst wenn einmal der Großteil der Weltbevölkerung geimpft sein sollte - davon geht inzwischen die Mehrheit der Expertinnen und Experten aus. Darum wird es wichtig sein, den Erreger dauerhaft zu überwachen - um Impfstoffe anpassen zu können und Ausbreitungswellen früh zu bemerken.

Da es sich um ein globales Problem handle, sei eine internationale Struktur nötig, sagt die Virologin Isabella Eckerle. Sie ist Leiterin der Forschungsgruppe Emerging Viruses an der Universität Genf.

"Besonders jene Regionen, in denen der Zugang zu Impfstoffen limitiert ist und die noch lange auf eine Durchimpfung der Bevölkerung warten müssen und in denen gleichzeitig weitgehend unkontrollierte Viruszirkulation stattfindet, stellen Risikogebiete für neue Varianten dar", argumentiert Eckerle. In die Überwachung müssten auch Nutz- und Wildtierpopulationen eingeschlossen werden.

Ein Vorbild könne das Influenza-Überwachungssystem für die jährlichen Grippewellen sein, sagt Richard Neher, Leiter der Forschungsgruppe Evolution von Viren und Bakterien am Biozentrum der Universität Basel. "Hier besteht seit Jahren ein globales Netzwerk, das Influenzaviren sammelt und Inzidenzen misst." Alle sechs Monate gebe es eine Empfehlung für die Zusammensetzung des Grippe-Impfstoffs.

Der momentane Stand sei, dass die verfügbaren Impfstoffe gegen Corona-Varianten wie Alpha und Delta in Bezug auf Ansteckungen etwas weniger wirksam sind, gegen sehr schwere Verläufe aber weiterhin sehr gut schützen, erklärt Annelies Wilder-Smith, Professorin für neu auftretende Infektionskrankheiten an der London School of Hygiene and Tropical Medicine.

"Da die Senkung der Sterblichkeitsrate das wichtigste Ziel der öffentlichen Gesundheit in der derzeitigen Phase der Pandemie ist, sollte der Schwerpunkt weiterhin darauf liegen, einen größeren Anteil der Bevölkerung rasch zu impfen, anstatt Auffrischungsdosen bereitzustellen."

Dies sei umso wichtiger, als die Welt nicht einmal über genügend Impfstoffe verfüge, um jedem auch nur eine erste Dosis zu verabreichen, so Wilder-Smith. Eine rasche Durchimpfung der Bevölkerung sei zudem die beste Strategie, um die Entwicklung von bedenklichen Varianten zu reduzieren.

Schon 53 Corona-Fälle bei der Copa América

05:49 Uhr: Zwei Tage nach dem Auftakt der Copa América gibt es bei dem südamerikanischen Kontinentalturnier bereits Dutzende Corona-Fälle. Das gab das Gesundheitsministerium des Gastgeberlandes am Dienstag bekannt.

27 Fälle wurden bei Spielern und Mitgliedern von Delegationen festgestellt, 26 bei für die Veranstaltung angeheuerten Dienstleistern. Am stärksten betroffen ist die Fußball-Nationalmannschaft Venezuelas mit 13 positiven Tests, darunter acht Spieler. Bolivien meldete vier Betroffene, Kolumbien zwei. Auch der Athletiktrainer der Peruaner musste in Quarantäne. Bisher wurden bei dem Turnier 3.045 PCR-Tests durchgeführt, wie die brasilianische Regierung mitteilte.

Die Copa América hatte am Sonntag begonnen. Das südamerikanische Kontinentalturnier war erst vor wenigen Wochen nach Brasilien verlegt worden, nachdem Argentinien wegen der zweiten Corona-Welle als Ausrichter abgesprungen war.

Corona-Lage in Deutschland: RKI-Lagebericht vom 16. Juni

Die Inzidenz in Deutschland sinkt weiter: Am Mittwochmorgen lag sie bundesweit bei 13,2. Dem RKI wurden 1455 Corona-Neuinfektionen gemeldet.

Der südamerikanische Fußballverband Conmebol geriet daraufhin in die Kritik, denn auch Brasilien ist noch immer ein Corona-Brennpunkt: Über 17,5 Millionen Menschen haben sich dort nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 490.000 Menschen sind im Zusammenhang mit Covid-19 bisher gestorben.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.