• Karim Adeyemi war Dortmunds heimlicher Held im Spiel gegen die Bayern.
  • Der Zugang findet nach einer schwierigen Startphase immer besser in die Saison und erntet jetzt schon ein dickes Lob von seinem Vorgesetzten.

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Im ganzen Trubel um den emotionalen Höhepunkt der bisherigen Saison, den späten Ausgleich gegen die Bayern, den Debatten um den Schiedsrichter und natürlich die Gefühlsausbrüche auch auf den Tribünen beim Kracher gegen die Bayern ging der Auftritt von Karim Adeyemi beinahe unter.

Der Zugang durfte im Topspiel zwar erst kurz nach der Halbzeitpause ran und womöglich auch nur deshalb so "früh", weil der BVB gerade das zweite Gegentor kassiert hatte und Trainer Edin Terzic sofort reagieren und ein klares Zeichen setzen musste. Was Adeyemi dann aber bis zur sprichwörtlich letzten Aktion der Partie zeigte und wie er entscheidend mithalf, die Partie doch noch zu einem Dortmunder Teilerfolg zu machen, war durchaus beeindruckend.

Dickes Lob für Karim Adeyemi von Sportchef Kehl

"Karim hat immer wieder Eins-gegen-eins-Situationen gehabt und das hervorragend gelöst. Das war das, was wir uns erhofft haben", lobte Dortmunds Sportdirektor Sebastian Kehl, der dem 20-Jährigen überdies bescheinigte, "eine Waffe" zu sein in den Mann-gegen-Mann-Duellen. "Mit seinen Läufen hat er gegen die Bayern immer wieder Nadelstiche gesetzt und der Mannschaft sehr geholfen. Auch die Gelb-Rote-Karte von Coman hat er mit seiner Aktion provoziert."

Gegen den sichtlich überforderten Josip Stanisic spielte Adeyemi seine unglaubliche Geschwindigkeit einige Male aus, bereitete unter anderem auch die Riesenchance von Anthony Modeste fast im Alleingang vor, als er seinen Gegenspieler ins Leere laufen ließ und danach perfekt ins Zentrum servierte.

Und auch den vorbereitenden Assist zum Ausgleich gab Adeyemi. Im Fußball wird dieser wichtige Part vor einem Tor oder einer Großchance gern übersehen und schon gar nicht in den üblichen Statistiken erfasst. Aber Adeyemis Ruhe am Ball, obwohl er nach einer abgewehrten Flanke rund 40 Meter vor dem Münchener Tor tatsächlich der letzte Dortmunder Verteidiger war – Keeper Alexander Meyer tummelte sich noch im Münchener Strafraum – war schon bemerkenswert.

Viele andere hätten den Ball wohl mit dem ersten Kontakt einfach wieder zurückgeschossen in die Kampfzone, zumal Jamal Musiala mit Tempo auf Adeyemi zugestürmt kam. Aber der legte den Ball am Gegenspieler vorbei auf seinen stärkeren linken Fuß und fand Nico Schlotterbeck mit einem gefühlvollen Lupfer im Rücken der Münchener Verteidiger. Der Rest ist jetzt schon Geschichte.

Gute Ansätze und viel Potenzial

Das Spiel gegen die Bayern, auf der ganz großen Bühne, war ein erstes Ausrufezeichen von Adeyemi in der Liga. Nach einem ordentlichen Start mit seinem ersten Pflichtspieltreffer für den BVB im Pokal gegen den TSV 1860 wurde es schnell wieder ruhiger um ihn. Eine Zehen- und eine Fußverletzung verhinderten einen leichteren Start in Dortmund. Seit drei Wochen ist der Spieler aber wieder fit und kommt auch regelmäßig zu Einsätzen.

Noch funktioniert nicht immer alles reibungslos, wie sein unbedarfter Stellungsfehler im Spiel gegen Köln zeigte, als Adeyemi die Innenbahn für den Steckpass offenließ und das folgende Gegentor der Anfang vom Ende der Borussia in der Partie bedeutete. Und trotzdem zeigt der Nationalspieler erstaunlich wenig Anpassungsprobleme an die neue Liga und seinen neuen Klub.

Auch deshalb versprechen sie sich so viel von Adeyemi. Und deshalb stehen für den Neuen die Chancen auf noch mehr Startelfeinsätze aktuell gar nicht so schlecht. Gegen Sevilla dürfte Adeyemi wie schon im Hinspiel beginnen, wo er dann auch prompt einen Treffer erzielen konnte und von den Spaniern phasenweise kaum zu halten war.

Nun gehe es für den Rest der Mannschaft darum, "ihn noch mehr einzusetzen, damit er auch mal selbst zum Abschluss kommt über seinen linken Fuß", wie Kehl fordert. Dann klappt das wohl bald auch mit dem ersten Tor in der Bundesliga für Karim Adeyemi.

Verwendete Quellen:

  • Sportbuzzer: BVB-Manager Sebastian Kehl spricht Karim Adeyemi Sonderlob aus: "Im Duell Mann-gegen-Mann eine Waffe"
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