• Borussia Dortmund hat die Verpflichtung von Nico Schlotterbeck bekanntgebeben.
  • Die Mannschaft darf sich auf einen Spieler freuen, der nicht nur fußballerisch helfen wird.
Eine Analyse

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Es ist noch gar nicht so lange her, da hielten sich hartnäckige Wechselgerüchte um Nico Schlotterbeck. Im letzten Sommer, der Innenverteidiger vom SC Freiburg war gerade mit Deutschland U-21-Nationalspieler geworden, war der VfB Stuttgart ganz heiß auf den Spieler.

Schlotterbeck ist in Waiblingen vor den Toren Stuttgarts geboren, spielte aber nie für den VfB. Das sollte offenbar anders werden, jedenfalls bemühte sich Sven Mislintat angeblich mächtig um das Talent und was soll man sagen: Dem VfB hätte einer wie Schlotterbeck in dieser Saison wohl ganz gut zu Gesicht gestanden.

Es ist nicht besonders gut gelaufen für die Stuttgarter, umso besser aber für den Spieler. Nico Schlotterbeck hat sich im letzten Sommer, so viel weiß man jetzt, gegen den Abstiegskampf und vielleicht sogar den Gang in die zweite Liga entschieden und stattdessen eine Fabel-Saison hingelegt.

Mit dem SC Freiburg klopft er vehement ans Tor zur Königsklasse an, Schlotterbeck selbst wurde A-Nationalspieler, hat gute Chancen auf die Teilnahme an der Weltmeisterschaft im kommenden Winter und wechselt nun in ein paar Wochen zu Borussia Dortmund. Mehr geht fast nicht.

BVB mehr als nur ein Durchlauferhitzer?

Für Fünf Jahre hat Schlotterbeck beim BVB unterschrieben, auch das ist eine Ansage. Die ungewöhnlich lange Vertragslaufzeit lässt aus Dortmunder Sicht zumindest die vage Hoffnung, dass hier ein Spieler den Klub nicht als reinen Durchlauferhitzer für die eigene Karriere betrachtet. Sondern mit der Borussia auf lange Sicht etwas aufbauen und bewegen will. Vielleicht sogar Titel gewinnen und nicht immer nur Zweiter in der Bundesliga zu werden.

Davon ist der Klub aktuell zwar ein sehr großes Stück entfernt, das zumindest theoretische Ziel sollte aber weiterhin so groß wie möglich definiert werden. Und dafür könnten Spieler wie Schlotterbeck die richtige Wahl sein.

In den letzten fünf Jahren hat Dortmund immer mindestens 40 Gegentore in der Liga kassiert, in der Spitze waren es sogar 47 – und diese Saison steht die Mannschaft nun schon bei 50 Gegentreffern und das zwei Spieltage vor Schluss und obwohl eine der großen Baustellen der letzten Jahre geschlossen wurde.

Gregor Kobel ist als Nummer eins nicht nur gesetzt, sondern hat auch so manches Gegentor verhindert. Am Torhüter liegt es jedenfalls nicht, dass sich die Borussia jetzt schon so viele Treffer eingefangen hat wie zuletzt vor 14 Jahren. Damals war Thomas Doll noch Trainer.

„Bei 50 Gegentoren ist die Kernthematik klar“

„Wenn ich auf die Tabelle schaue und 50 Gegentore sehe als Tabellenzweiter, ist die Kernthematik relativ klar“, sagte Marco Rose nach dem Spiel am Wochenende gegen Bochum mit vier Gegentoren. „Wir hätten heute acht oder neun Tore schießen können, haben aber nur drei gemacht“, so Dortmunds Trainer weiter.

Aber auch diese Einschätzung darf natürlich nicht darünber hinwegtäuschen, dass drei Tore in einem Heimspiel gegen Bochum zum Sieg reichen sollten. Wenn man denn verteidigen könnte.

Der BVB wird sich als Mannschaft im Spiel gegen den Ball neu aufstellen müssen, er wird auch umstellen und einspielen müssen. Da ist es eigentlich ganz beruhigend zu wissen, dass nun bald auch die vorletzte Instanz vor Kobel mit frischen Spielern bestückt sein wird.

Von Nico Schlotterbeck ist jedenfalls trotz dessen erst 22 Jahren schon erstaunlich viel Ruhe und Stabilität zu erwarten. Dessen starke Zweikampfführung und wirklich sehr gutes Stellungsspiel gepaart mit einer guten Endgeschwindigkeit, antizipatorischen Fertigkeiten und in der Offensive bei entsprechend einstudierten Varianten auch einer ordentlichen Torgefahr lassen hoffen.

Und noch eine Tugend bringt der Neue mit: Schlotterbeck musste sich in jungen Jahren ganz schön durchbeißen, um dorthin zu gelangen, wo er jetzt ist. Diese Willensstärke dürfte die Dortmunder Mannschaft zusätzlich bereichern.

Verwendete Quellen:

  • Sportschau: Marco Rose fassungslos über Dortmunds Defensivschwäche