Nach dem SC Paderborn melden auch Hertha BSC und der SV Wehen Wiesbaden jeweils einen positiven Coronavirus-Fall. Die Vereine in der 1. und 2. Bundesliga reagieren.

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Nach dem zweiten positiven Coronavirus-Fall in der Bundesliga sitzen die Profis von Hertha BSC für 14 Tage in häuslicher Quarantäne fest. Und auch andere Vereine schickten ihre Spieler am Dienstag vorsorglich nach Hause.

"Wir müssen die Situation jetzt so annehmen, wie sie ist. Wann die Mannschaft wieder gemeinsam auf dem Platz stehen kann, ist derzeit noch offen", sagte Herthas Sport-Geschäftsführer Michael Preetz am Dienstag über die Situation beim Hauptstadtklub.

Hertha-Spieler mit Coronavirus infiziert

Wer der betroffene Spieler ist, gab die Hertha nicht bekannt. "Bei einer solch rasanten Entwicklung der Fallzahlen war es abzusehen, dass das Virus früher oder später auch im Mannschaftskreis ankommt", sagte Preetz: "Das Wichtigste ist, dass sich alle nun an die Regeln halten."

Nach Angaben von Mannschaftsarzt Uli Schleicher hatte der Profi über die üblichen Symptome geklagt. Er sei dann umgehend von der Gruppe getrennt worden. "Wir werden jetzt beobachten, ob noch weitere Fälle dazukommen, denn davon ist der Wiedereinstieg ins Mannschaftstraining abhängig", sagte der Mediziner.

Die "Sport Bild" vermutete, dass es sich bei dem betroffenen Spieler um Maximilian Mittelstädt handelt. Der 22 Jahre alte Verteidiger soll vor dem Wochenende Fieber-Symptome gehabt haben, heißt es in einem Bericht.

Luca Kilian (20) war der erste Bundesliga-Spieler, der positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Seitdem ist die komplette Mannschaft des Aufsteigers für zwei Wochen in häuslicher Quarantäne.

Bei den meisten Bundesligisten ruht der Ball

Bei den meisten der 18 Erstligisten ruht mittlerweile der Ball. Am Dienstag folgten Vorjahres-Vizemeister Borussia Dortmund, die TSG 1899 Hoffenheim und der 1. FC Köln dem Beispiel vieler Vereine und setzten das Mannschaftstraining vorerst aus.

"Es ist sinnvoll, dass die Spieler erst einmal zu Hause bleiben", sagte Dortmunds Lizenzspieler-Leiter Sebastian Kehl. Ob die Mannschaft von Trainer Lucien Favre wie geplant vom kommenden Montag an wieder trainiert, sei unklar. "Wir müssen einfach abwarten", so Kehl.

Die Kölner planen eine längere Auszeit. Erst am 27. März will sich das Team wieder treffen. "Es macht aus vielerlei Hinsicht derzeit keinen Sinn", sagte Sportchef Horst Heldt. "Wir haben der Mannschaft mitgeteilt, dass sie in den nächsten zehn Tagen erstmal individuell trainieren soll."

1. FC Köln sieht sich "auch gesellschaftlich in der Verantwortung"

Gleichwohl sei die Planung weiter auf eine mögliche Wiederaufnahme des Spielbetriebs Anfang April ausgelegt. Der FC sehe sich aber "auch gesellschaftlich in der Verantwortung", begründete Heldt die Trainingspause.

Auch der deutsche Rekordmeister schickte seine Spieler ins Home-Office. Beim FC Bayern halten sich die Profis um Robert Lewandowski und Co. vor allem mit Fahrradergometern fit.

Bundesliga pausiert mindestens bis zum 2. April

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat die Bundesligen vorerst bis zum 2. April gestoppt, will aber Ende März über eine mögliche Verlängerung der Pause beraten. Wie es anschließend weitergeht, ist derzeit völlig offen.

Auch in der 2. Bundesliga gibt es einen weiteren Fall: Tobias Mißner vom Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Der 20 Jahre alte Außenverteidiger der Hessen habe sich wahrscheinlich bei einem Familienbesuch in Dortmund angesteckt und befinde sich dort in häuslicher Quarantäne, teilte der Verein mit.

"In meiner Familie gab es bereits mehrere positive Fälle. Mir geht es aber gut, ich bin symptomfrei", berichtete Mißner in einer Mitteilung des Tabellen-16. vom Dienstag. "Jetzt gilt es, die Quarantäne entsprechend den Vorgaben durchzuziehen."

Der Verein reagierte umgehend und ordnete für die Mannschaft und das komplette Funktionsteam vorsorglich ebenfalls eine häusliche Quarantäne an. Zuvor hatte es bereits bei den Zweitliga-Rivalen Hannover 96, 1. FC Nürnberg und Holstein Kiel positive Coronavirus-Fälle gegeben. (msc/dpa)

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