Neymar, Ousmane Dembélé, Antoine Griezmann und Martin Hinteregger - wer passt nicht in diese Aufzählung? Für Letzteren ist die Erwähnung mit den Gala-Kickern zu einer Belastung geworden.

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In einem Atemzug mit Neymar, Ousmane Dembélé und Antoine Griezmann genannt zu werden, kann einem Fußball-Profi schmeicheln. Im Fall von Martin Hinteregger ist der Vergleich mit dem brasilianischen Weltklassekicker von Paris Saint-Germain und den französischen Weltmeistern des FC Barcelona aber zu einer Belastung geworden.

Denn wie auch Neymar und die beiden Franzosen wurde dem Österreicher von Bundesligist FC Augsburg das Etikett "Boykott-Profi" verpasst: Frankfurt würde er gerne, Augsburg muss er, hieß es in den vergangenen Wochen immer wieder in den Medien.

Image "Streik"-Profi: Hinteregger in einem Atemzug mit Neymar genannt

"Das Image vom streikenden Profi ist natürlich kompletter Schwachsinn, sonst wäre ich nicht hier", sagte der 26-Jährige im Trainingslager des FC Augsburg in Bad Häring und beschrieb die vergangenen Tage als "extrem". Hinteregger wolle die Sache "jetzt irgendwie wieder geradebiegen."

Aktueller Aufhänger war das Fehlen des Nationalspielers in der vergangenen Woche auf einem inoffiziellen Mannschaftsfoto der Augsburger. "Wegstreiken" wolle er sich, hieß es in der Folge.

Hinteregger trat jedoch nach eigener Beschreibung fast zeitgleich seine Rehabilitation wegen eines Rippenbruches im Salzburger Land an. Sein Berater habe dann mit dem FCA ausgemacht, dass der Verteidiger für das Foto nicht extra anreisen müsse.

Hinteregger: "Wenn ich streiken wollen würde, bleibe ich im Urlaub"

"Jetzt mal ehrlich: Wenn ich streiken wollen würde oder irgendwas provozieren möchte, bleibe ich doch nicht einem inoffiziellen Mannschaftsfoto fern, da bleibe ich wie Caiuby (ehemaliger Profi des FC Augsburg, Anm. d. Red.) und Neymar mal zwei Wochen im Urlaub", meinte Hinteregger in Anlehnung an die zwei eigenwilligen Brasilianer.

Neymar, der zum FC Barcelona zurückkehren will, war zuletzt unentschuldigt vom Trainingsauftakt des französischen Fußball-Meisters PSG ferngeblieben. Er trieb das Spielchen so weit, bis sein Klub sich dazu bereit erklärt hat, ihn zu verkaufen - für eine entsprechende Ablösesumme, versteht sich.

Aber auch in der Bundesliga gab es ein klägliches Schauspiel - aufgeführt von Dembélé, der aktuell bei den Katalanen unter Vertrag steht und mit einem Trainingsstreik im Sommer 2017 seinen Wechsel von Borussia Dortmund nach Spanien erzwungen hatte.

"Hätte ich nicht alles in meiner Macht Stehende getan, um bei Barcelona zu unterschreiben, würde ich es jetzt bereuen", sagte Dembélé damals über seinen Alleingang.

FC Augsburg und Eintracht Frankfurt feilschen um Ablösesumme

Hintereggers Problemlage in Augsburg begann Anfang des Jahres, nachdem der Verteidiger Ex-Augsburg-Trainer Manuel Baum kritisiert hatte. Hinteregger wurde daraufhin vom Training freigestellt und an Eintracht Frankfurt ausgeliehen.

Spielte in der Bundesliga-Rückrunde 2018/19 für Eintracht Frankfurt: Martin Hinteregger.

Bei der SGE war alles anders. In Hessen erarbeitete sich Hinteregger Kultstatus und wurde von den Fans zärtlich "Hinti" genannt. Um sich für seine Verpflichtung einzusetzen, machte sogar der Slogan "FreeHinti" die Runde.

Die Frankfurter wollen den in Augsburg noch bis zum Sommer 2021 unter Vertrag stehenden Abwehrspieler weiter gerne zurückholen. Sportvorstand Fredi Bobic hatte Hinteregger jüngst als "Musterprofi" gelobt.

Angeblich liegen beide Vereine aber in der Ablösesumme noch zu weit auseinander, wie die "Augsburger Allgemeine" schreibt. Auf der einen Seite sollen 15 Millionen Euro stehen, auf der anderen noch neun Millionen Euro.

Hinteregger kann sich auch Verbleib in Augsburg vorstellen

Hinteregger könnte sich in seiner zähen Lage auch einen Verbleib beim FCA vorstellen. "Wir haben eine coole, junge, hungrige Mannschaft, mit der einiges möglich ist", sagte der 26-Jährige.

Den Makel vom "Boykott-Profi" will er aber so schnell wie möglich loswerden, denn das sei "schon etwas, was ein Leben lang an dir haften bleibt", mutmaßte Hinteregger. "Und das ist nicht richtig." (msc/dpa)

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