• Bayern München konnte acht der letzten zehn Duelle mit Bayer Leverkusen für sich entscheiden.
  • Aber die Rheinländer sind unter Cheftrainer Gerardo Seoane noch einmal gefährlicher geworden.
  • Bayern muss Florian Wirtz und Patrik Schick unter Kontrolle halten.

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Bayer Leverkusen gegen Bayern München ist ein Spitzenspiel, das seinen Namen verdient. Beide Teams thronten vor diesem Spieltag punktgleich an der Tabellenspitze. In der jüngeren Vergangenheit gingen die Leverkusener bereits des Öfteren mit Rückenwind in Duelle mit dem Rekordmeister, nur um dann eine Bruchlandung zu erleben.

Allerdings agieren die Rheinländer unter Neu-Trainer Gerardo Seoane effizienter als je zuvor. Leverkusen hält den Ball nicht zu lange in den eigenen Reihen, ergötzt sich nicht am eigenen Passspiel und achtet auch nicht auf die B-Note. Es geht Seoane und seinen Spielern darum, so schnell und geradlinig wie möglich das Spielfeld zu überbrücken.

Mit dieser neugewonnenen Effizienz wird Bayer vielleicht wirklich zur Gefahr für die gastierenden Münchner. Auf was muss der Rekordmeister genau achten, damit er auch nach diesem Spieltag an der Tabellenspitze steht?

1.) FC Bayern muss Leverkusener Mittelfeldpressing umspielen

Die wichtige Achse von Bayer besteht aus Kerem Demirbay, Florian Wirtz und Patrik Schick. Natürlich zeichnen sich diese drei Spieler jeweils auf ihre Weise durch Kreativität und Spielwitz aus. Aber ebenso wichtig ist deren Arbeit gegen den Ball. Leverkusen versteht es sehr gut, intensives Mittelfeld- und Gegenpressing mit seinen Defensivblöcken zu spielen.

Normalerweise ist der FC Bayern sehr gut darin, selbst mit Gegenpressing Gegner regelrecht zu erdrücken. Nach Ballverlusten sind Leon Goretzka, Joshua Kimmich und Thomas Müller sofort zur Stelle, um Druck auszuüben und im besten Fall den Ball zurückzugewinnen. Allerdings sollte sich Bayern genau überlegen, ob es sich auf eine Pressingschlacht mit Leverkusen einlässt oder doch lieber den Weg über die starkbesetzten Flügel sucht.

2.) Davies' Vorstöße richtig absichern

Ein wichtiges Element des Münchner Flügelspiels ist Alphonso Davies. Unter Taktikfuchs Julian Nagelsmann spielen die Bayern mit einer asymmetrischen Viererkette, da Davies als Linksverteidiger viel offensiver eingestellt ist als der jeweilige Rechtsverteidiger auf der anderen Seite. Die Läufe des pfeilschnellen Kanadiers können mit dem richtigen Timing für Durchbrüche bis hin zur Grundlinie führen.

Allerdings offeriert Davies dadurch auch viel Raum in seinem Rücken, in den die Gegner bei Konterangriffen hineinstoßen können. Bayern muss deshalb gegen Leverkusen diesen Raum entweder durch Kimmich oder einen Innenverteidiger absichern. Andernfalls könnte etwa der dribbelstarke Amine Adli zu viele Freiheiten genießen.

3.) Diaby vom Ball weghalten

Das Pendant zu Adli auf dem anderen Flügel ist Moussa Diaby, der in seiner mittlerweile dritten Saison für die Leverkusener zum absoluten Starspieler herangereift ist. Diaby erhält auf der linken Seite meist die Unterstützung von Wirtz sowie Linksverteidiger Mitchel Bakker und wird meist in die Lage versetzt, Eins-gegen-Eins-Duelle zu bestreiten.

Auch wenn sich Niklas Süle als Rechtsverteidiger der Bayern zuletzt wacker geschlagen hat, sollte er nicht in zu viele Eins-gegen-Eins-Duelle mit Diaby verstrickt werden. Eine Lösung bestünde darin, Diaby nach der Ballannahme zu doppeln, indem ein Mittelfeldspieler oder Innenverteidiger hinzustößt. Das würde jedoch das Münchener Zentrum ausdünnen.

Besser wäre es für den Rekordmeister, die Anspiele auf Diaby, die unweigerlich erfolgen werden, vorher abzufangen. Kimmich und Goretzka müssen also ihre Qualitäten als Balljäger und Antizipationsspieler unter Beweis stellen.

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4.) Nicht auf Schick reinfallen

Wirtz und Diaby mögen die elegantesten Leverkusener Offensivakteure sein, aber der subtil gefährlichste ist womöglich Mittelstürmer Schick. Der Tscheche ist nicht nur ein intelligenter Strafraumspieler und Torjäger, sondern hat auch das taktische Verständnis, um Abwehrreihen weit vor dem gegnerischen Gehäuse auseinanderzuspielen. Schick lässt sich des Öfteren zurückfallen, um Anspielen entgegenzukommen und zugleich Manndecker herauszulocken.

Die bayerische Innenverteidigung darf allerdings den Leverkusener Mittelstürmer nicht zu lange verfolgen, denn ansonsten entstehen problematische Lücken im Abwehrzentrum. Auch wenn die Mannschaft gerne progressiv verteidigen möchte, ist hierbei Vorsicht geboten – so wie ganz grundsätzlich im anstehenden Spitzenspiel und taktischen Schlagabtausch der momentan beiden besten Teams der Bundesliga.