Mit dem 2:2 daheim gegen Hertha BSC hat Herbstmeister RB Leipzig seine realistischen Chancen auf den Titel begraben. Leipzigs erboster Coach Julian Nagelsmann bezeichnet seine Elf anschließend als "Schülermannschaft". Er greift auch die DFL an.

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Julian Nagelsmann ist ein junger Mann. Der 32 Jahre alte Trainer von RB Leipzig hat noch viel Zeit, Deutscher Meister zu werden. Gerne aber hätte er schon in der laufenden Saison die Siegesserie des FC Bayern München beendet. Der Rekordmeister gewann seit 2013 sämtliche Bundesligatitel.

Auch Leipzigs fehlender Reife wird es am Ende zuzuschreiben sein, wenn sich daran 2019/20 nichts ändert. Aus vier Punkten Vorsprung auf die Bayern nach der Hinrunde sind neun Punkte Rückstand geworden.

"Ich bin gar nicht zufrieden", polterte der für seine Akribie und Ambitionen bekannte Nagelsmann nach dem 2:2 daheim gegen Hertha BSC los.

RB Leipzig hätte Dortmund in der Tabelle überholen können

Die Chance, zumindest auf Platz zwei der Tabelle zurückzukehren und Borussia Dortmund nach deren 0:1 daheim gegen Bayern München zu überholen, habe sich "auf dem Silbertablett" geboten. "Wir haben sie nicht genutzt", stellte Nagelsmann fest. Das Unentschieden gegen die Berliner war für Leipzig das vierte aus den letzten fünf Bundesligaspielen. Die Hertha verlor in drei Partien unter dem neuen Trainer Bruno Labbadia noch nicht.

"Der Gegner hat kein berauschendes Spiel gemacht, wir geben ihm eigenverschuldet einen Punkt mit", ärgerte sich Nagelsmann. "Wir kriegen einen Standard, den wir unfassbar und ohne Gegenwehr verteidigen." Es sei "nicht zu erklären", bemerkte Nagelsmann in der Pressekonferenz nach den 90 Minuten, weshalb seine Spieler "zum wiederholten Male so körperlos" verteidigten.

Bereits zuvor, am Mikrofon des übertragenden Streamingdienstes DAZN, gipfelte Nagelsmanns Abrechnung mit seinem Personal in der Bezeichnung "Schülermannschaft".

Nagelsmann geht wegen der Ansetzung des Hertha-Spiels auf die DFL los

Aber auch die Deutsche Fußball-Liga bekam ihren Seitenhieb. In deutlichen Worten kritisierte Nagelsmann den Spielplan. "Ich will kein Alibi suchen, aber ganz verstehe ich die Spielansetzung nicht, wenn wir uns was mit fünf Wechseln überlegen und Spieler schützen und dann spielt Hertha am Freitag, wir am Sonntag und dann Mittwoch das erste Spiel. Es ist jetzt zum wiederholten Male, dass wir einen beschissenen Spielplan kriegen. Das kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ist halt so. Es interessiert ja keinen."

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Teaserbild: © picture alliance / Laci Perenyi / Roger Petzsche