Immer mehr österreichische Kicker schaffen den Sprung in die deutsche Bundesliga. Auch in der englischen Premier League spielen sie eine zunehmende Rolle. Das momentan geöffnete Wintertransferfenster bestätigt, dass immer mehr Spitzenvereine nach Österreichern angeln.

Wohl nicht ganz ernst gemeint haben dürfte die deutsche "Bild" folgende Schlagzeile im September vergangenen Jahres: "Bundesliga bringt Ösis zu EM – wie wär´s mal mit einem kleinen Dankeschön?“.

Natürlich tut es dem österreichischen Nationalteam gut, dass ein großer Teil der Mannschaft in der Weltmeisterliga tätig ist und die Spieler permanent Spitzenleistungen erbringen müssen, um dort bestehen zu können.

Aber ein Freundschaftsdienst wird die Verpflichtung zahlreicher Österreicher sicher nicht sein. Im internationalen Profigeschäft setzen sich nur die technisch, körperlich und mental Stärksten durch.

Und zu diesen Besten zählen in den letzten Jahren eben immer mehr Spieler aus der Alpenrepublik. Auch das Wintertransferfenster, das noch bis 31. Jänner offen steht, bestätigt diesen Trend.

Drei neue Österreicher in deutscher Bundesliga

Martin Hinteregger wechselte von Red Bull Salzburg zu Borussia Mönchengladbach und sollte dort gemeinsam mit seinem Landsmann und Teamkapitän Martin Stranzl das Abwehrbollwerk stellen.

Außerdem schaffte es der Tiroler Alessandro Schöpf vom Zweitligisten Nürnberg kommend in den Kader des Bundesliga-Spitzenteams Schalke 04. Der österreichische U21-Nationalspieler unterschrieb kürzlich einen Dreieinhalbjahresvertrag.

Den Sprung von der österreichischen in die deutsche Bundesliga geschafft hat auch noch Karim Onisiwo, der von Mattersburg nach Mainz wechselte.

Vieles sprach dafür, dass der bei Rapid Wien groß aufspielende Florian Kainz in die Weltmeisterliga wechseln könnte. Borussia Mönchengladbach zeigte großes Interesse. Die Hütteldorfer machten allerdings klar, dass sie den flinken Flügelspieler in dieser Wechsel-Periode definitiv nicht ziehen lassen werden. Er nimmt in Hinblick auf das Europacup-Sechzehntelfinale gegen Spaniens Spitzenteam Valencia wohl eine zu wichtige Rolle ein.

Nicht nur Alaba als Schlüsselspieler

Spielten bereits vor dem offenen Wintertransferfenster 18 Österreicher in der deutschen Bundesliga, sind es mittlerweile sogar schon 21 Profis, die dort ihr Geld verdienen. Viele von ihnen nehmen bedeutende Rollen ein. David Alaba vom FC Bayern München etwa wurde ins UEFA-Team des Jahres 2015 gewählt und gilt weltweit als absoluter Fußball-Star.

Zlatko Junuzovic und Florian Grillitsch sind bei Werder Bremen wichtige Antreiber im Mittelfeld und gestalten viel in der Offensive mit. Der Salzburger Julian Baumgartlinger ist seit dem vergangenen Sommer Kapitän des FSV Mainz 05.

Martin Harniks Tore für den VfB Stuttgart waren vergangene Saison ein entscheidender Faktor, warum das Traditionsteam nicht absteigen musste. Überhaupt als "Österreicher-Team" gilt der vom gebürtigen Steirer Ralph Hasenhüttl trainierte FC Ingolstadt 04. Akzente setzen dort der Torhüter Ramazan Özcan, Verteidiger Markus Suttner und Stürmer Lukas Hinterseer.

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Große EM-Träume

Die ÖFB-Spieler Marcel Sabitzer und Stefan Ilsanker sind mit RB Leipzig auf dem besten Weg, von der 2. Bundesliga in Deutschlands höchste Spielklasse vorzudringen.

In Hinblick auf die bevorstehende EM kann ÖFB-Trainer Marcel Koller generell auf eine Vielzahl von Spielern zurückgreifen, die in den besten Ligen der Welt zu finden sind. Stürmer Marc Janko ist mit dem FC Basel schon jetzt auf einem guten Weg den Meistertitel in der Schweiz zu holen. Er hat sich bei seinem neuen Arbeitgeber gut eingelebt und zeigt sich treffsicher.

Arnautovic hat gute Argumente

Ebenfalls auf höchstem Niveau agieren momentan Christian Fuchs und Marko Arnautovic in der englischen Premier League. Der Verteidiger und ÖFB-Kapitän Fuchs liegt mit Leicester City sensationell auf dem zweiten Tabellenplatz. Und Arnautovic, der das Interesse von Paris Saint-Germain geweckt haben soll, pokert mit seinem Verein Stoke City um einen besseren Vertrag. Er fordert angeblich horrende Summen - und hat aufgrund seiner Tore eine starke Verhandlungsposition.

Österreichs Nationalteam hat sich in der jüngsten Vergangenheit einen sehr guten Ruf erarbeitet. Und mittlerweile gelingt es auch immer mehr Einzelspielern aus einem verhältnismäßig kleinen Land, sich in den besten Ligen der Welt einen bedeutenden Namen zu machen.