Zweiter Europa League-Auftritt, zweite Niederlage für die Salzburger. Gegen den FC Schalke 04 setzte es eine 1:3-Niederlage. Während der deutsche Traditionsklub sein Bundesliga-Trauma mit Erfolgen auf internationaler Ebene bekämpft, stehen die Salzburger noch ohne Punkt da.

Der FC Schalke 04 legte einen katastrophalen Start in der deutschen Bundesliga hin. Fünf Spiele, null Punkte und der letzte Tabellenplatz stehen bis jetzt zu Buche. Ein ganz anderes Gesicht präsentieren die Königsblauen in der Europa League. Der deutsche Traditionsverein siegte im ersten Spiel mit 1:0 in Nizza. Und auch gegen den FC Salzburg lief es viel besser als in der Liga. Nach einem nervösen Beginn auf beiden Seiten gelang Leon Goretzka die Führung.

Der Schalke 04-Spieler schoss aus etwa 14 Metern, Salzburgs Torhüter Alexander Walke konnte nur mehr nach vorne abwehren und Goretzka selbst konnte per Kopf nachsetzen. Eine weitere Großchance für den deutschen Klub vergab ausgerechnet ein ÖFB-Spieler. Alessandro Schöpf, der bei der EM Österreichs einzigen Treffer erzielen konnte, holte eine weite Flanke gefühlvoll aus der Luft und stand alleine vor Walke. Der Salzburger Torhüter konnte jedoch fulminant mit einer Hand abwehren.

Salzburg kam nicht in Schwung

Bis auf die ersten zehn Minuten dominierte Schalke 04 die erste Halbzeit und konnte weitere Chancen herausspielen. Der Linksverteidiger Sead Kolasinac tankte sich durch und setzte einen guten Schuss knapp über das Tor der Salzburger. Die Mozartstädter konnten nur wenig entgegensetzen und wirkten überfordert. Zudem musste auch noch Torjäger Jonatan Soriano ab Minute 22 mit einem Turban spielen, da er Nastasics Fuß abbekommen hatte. Der Spanier in Diensten der Salzburger blutete am Kopf.

Die Jungs von Trainer Oscar Garcia kämpften, konnten jedoch nur wenig Ruhe in ihr Spiel bringen. Deshalb ging Salzburg mit einem Rückstand in die Pause. Die Grundordnung der Salzburger beim Gegentreffer stimmte nicht, zudem habe die Defensive zu wenig kommuniziert, analysierte Puls4-Fußballexperte Johannes "Johnny" Ertl in der Halbzeit. Für den 22-jährigen Tiroler Alessandro Schöpf fand Ertl ein Sonderlob: "Für mich einer der Aktivposten bei Schalke 04. Er kann Akzente setzen und ist technisch sehr gut."

Kuriose Tore

Bitter aus Salzburger Sicht dann der Start in der zweiten Hälfte. Weltmeister und Schalke-Verteidiger Benedikt Höwedes versuchte aus großer Distanz eine Hereingabe, die Salzburgs Verteidiger Duje Caleta-Car unglücklich abfälschte. Da Torhüter Alexander Walke bereits in die entgegengesetzte Richtung unterwegs war, rollte der Ball ins Tor.

Ein kurioser Treffer, bei dem die Salzburger gar nicht gut aussahen. Die nächste Groß-Chance per Kopf hatte wieder Höwedes. Soriano rettete auf der Linie. In Minute 55 setzte sich Stefan Lainer fulminant gegen drei Schalker durch. Sein Schuss wurde jedoch von Schalke-Tormann Ralf Fährmann mit einer starken Parade abgewehrt. Das 3:0 dann in Minute 58. Ein Kopfball von Naldo prallte von der Latte bereits hinter die Torlinie, das Spiel lief trotzdem weiter. Höwedes verwertete den aufspringenden Ball. Weiterhin besonders stark präsentierte sich Alessandro Schöpf. Er bereitete Chancen vor und kam selbst zu einigen Möglichkeiten. Ein Tor blieb ihm jedoch verwehrt.

Schalke ganz groß in der Europa League

Ergebniskosmetik für die Salzburger betrieb Jonatan Soriano in der 72. Minute. Sein schöner Volleyschuss war sehr platziert und ließ Fährmann keine Chance. Trotzdem gehört Schalke 04 nach der Leistung gegen Salzburg wohl wieder zu den Mitfavoriten in der Europa League, auch wenn es in der Meisterschaft noch nicht läuft. Und bei diesem Sieg machte es auch nichts aus, dass Schalke 04 auf den erkrankten Torjäger Klaas-Jan Huntelaar verzichten musste.

Schwierig die Europa League-Gruppenphase zu überstehen, wird es für die Mannschaft von Oscar Garcia. Nach der 0:1 Auftaktniederlage gegen den FK Krasnodar und der Pleite gegen Schalke 04 steht Salzburg in der Europa League noch ohne Punkt da.

Austria holt Punkt – Rapid verliert

Mehr als ein Unentschieden durch Austria Wien war für die drei österreichischen Vereine in der zweiten Runde der Europa League-Gruppenphase nicht zu holen. Neben dem FC Salzburg verlor auch Rapid Wien sein Auswärtsspiel. Die Hütteldorfer mussten sich dem starken spanischen Verein Athletic Bilbao mit 1:0 geschlagen geben.

Die Spanier sind immerhin aktueller Fünfter der Primera Division. Dementsprechend bestimmten sie die erste Spielhälfte. Obwohl Rapid nach dem Rückstand viel versuchte, um noch den Ausgleich zu erzielen, gab es diesmal keine Punkte. Die Grün-Weißen liegen nun in einer ausgeglichenen Gruppe auf Tabellenplatz drei. Im Parallelspiel der Gruppe F bezwang Genk die Italiener von Sassuolo Calcio mit 3:1. Alle vier Teams haben nach zwei Spielen drei Punkte auf ihrem Konto stehen.

Austria Wien holte zu Hause gegen Viktoria Pilsen mit einem 0:0 einen Punkt und hält nun nach zwei Partien bei vier Zählern. Das bedeutet Zwischenrang zwei hinter dem AS Rom, der ebenfalls vier Punkte geholt hat.

Die Italiener besiegten im Parallelspiel der Gruppe Astra Giurgiu mit 4:0. Die Rumänen liegen mit null Punkten abgeschlagen auf dem vierten und letzten Tabellenplatz. Viktoria Pilsen lauert mit zwei Punkten hinter den Römern und den Wienern.