Eine Romy ist nicht genug -­ das galt heuer für einige der Gewinner von Österreichs wichtigstem TV- und Filmpreis. So holte Tobias Moretti die begehrte Statue zum bereits achten Mal.

In der Wiener Hofburg wurde zum 28. Mal die Romy, der österreichische Film- und Fernsehpreis, verliehen. Ausgezeichnet wurden SchauspielerInnen und ModeratorInnen in sechs Kategorien. Auf dem rund 100 Meter langen Red Carpet tummelte sich alles, was in der Branche Rang und Namen hat. Das größte Blitzlichtgewitter lösten Andreas Gabalier und seine Freundin Silvia Schneider aus.

Für sie dauerte der Gang über den roten Teppich 30 Minuten. Andere schafften den gleichen Weg in zwei Minuten. Barbara Schöneberger trug ein selbst gekauftes Kleid und meinte schlagfertig: "Ich wollte mir das Kleid eigentlich beim Steffl ausleihen, aber sie haben gesagt ich muss es bezahlen, also habe ich es eben gekauft."

Noah Saavedra, der den Akademiepreis als bester Nebendarsteller gewann, nahm es mit der Frage nach seinem Outfit sehr genau: "Möchten Sie auch wissen woher meine Unterhose stammt? Die hat mir meine Oma gehäkelt."

Moderator & Preisträger

Moderiert wurde das TV-Event von Katharina Straßer und Andi Knoll, die zu Beginn der Show mit einer Gesangseinlage für Stimmung sorgten. Mit launigen Sagern wie "Ob es Servus TV noch gibt, hängt vom Blutzuckerspiegel des Eigentümers ab oder an Puls-4-Infochefin Corinna Milborn gerichtet "Danke, dass Sie die Eier hatten zu kommen. Sie haben eine wunderschöne Figur. Andere sind eine Figur" führte das Duo durch den Abend.

Andi Knoll konnte sogar selber eine Romy mit nach Hause nehmen. Er wurde als "Bester Moderator in Show & Unterhaltung" ausgezeichnet. Knoll widmete die Romy seiner Mutter: "Danke an meine Mama, die mit ihrer Erziehung dafür gesorgt hat, dass ich kein kompletter Ungustl geworden bin."

Die Titelverteidiger

Adele Neuhauser kam wie die Jahre zuvor in einer Kreation ihres Lieblingsdesigners Maurizio Giambra und kommentierte es mit: "Never change a winning Team. Und sie gewann tatsächlich - und zwar ihre fünfte Romy. Übung bei der Abholung der goldenen Statue hat auch Tobias Moretti. Er gewann seine achte Romy und zog damit mit Armin Assinger gleich, der bis jetzt alleiniger Rekordhalter war.

Moretti hat aber offensichtlich ein Herz für seine Kollegen und möchte ihnen im nächsten Jahr die Romy überlassen. Deshalb der Appell an seine Fans: "Liebes Publikum, ich würde vorschlagen, so unter uns, dass wir jetzt ein paar Jahre Pause machen, bevor wir die neunte Romy angreifen." Geburtstagskind Ursula Strauss freute sich über ihre vierte Romy: "Ich versuche gar nicht erst, cool zu wirken. Ich war sehr nervös und freue mich sehr. Das ist mein schönstes Geburtstagsgeschenk." Hans Sigl wurde zum dritten Mal als "Beliebtester Schauspieler Serie / Reihe" ausgezeichnet.

Freude & Nachdenklichkeit

Zum ersten Mal wurde die "Romy International" vergeben. Ausgezeichnet werden sollen Größen des Film- und TV-Business mit Österreich-Bezug. Erster Preisträger war heuer der Drehbuchautor Peter Morgan, der seinen Sohn Robin zur Gala mitbrachte. Morgan, der bereits mit einem Golden Globe ausgezeichnet wurde, hat einige seiner Drehbücher in Wien verfasst.

Für sein Lebenswerk mit der Platin-Romy wurde Peter Simonischek ausgezeichnet. Der Schauspieler nahm die Auszeichnung mit Ironie und Nachdenklichkeit an. "Ich habe den Satz gesagt: Jedes Jahr schleppt sich ein Kadavar hoch und holt sich den Preis für sein Lebenswerk." Er wolle darüber nachdenken, wie man gut ein alter Mann werden kann. "Was sagt die Romy zu mir? Opa, die Koffer sind gepackt." Der sichtlich emotionale Simonischek bekam vom Publikum Standing Ovations.

Die Preisträger im Überblick:

Beliebteste Schauspielerin Kino/TV-Film: Ursula Strauss

Beliebtester Schauspieler Kino/TV-Film : Tobias Moretti

Beliebteste Schauspielerin Serie/Reihe: Adele Neuhauser

Beliebtester Schauspieler Serie/Reihe: Hans Sigl

Information: Tarek Leitner

Show/Unterhaltung: Andreas Knoll

Platin Romy/Lebenswerk: Peter Simonischek

Romy International: Peter Morgan

TV Ereignis des Jahres: Terror – Ihr Urteil

TV Moment des Jahres: Andreas Gabalier – MTV Unpluged

Akademiepreise:

Bester TV Film: Die Toten von Salzburg

Beste Regie TV-Film: Erhard Riedlsperger (Die Toten von Salzburg)

Beste Regie Kinofilm: Stefan Ruzowitzky (Die Hölle)

Beste Bildgestaltung Kinofilm: Benedict Neuenfels (Die Hölle)