• 17:40 Uhr: ➤ Weiter hohe Corona-Zahlen in Norwegen
  • 16:10 Uhr: Corona-Verschärfungen in Österreich für Ungeimpfte
  • 13:56 Uhr: Pandemie hat schwere Auswirkungen auf Kampf gegen andere tödliche Krankheiten
  • 12:09 Uhr: RKI-Präsident Wieler warnt vor fulminantem Verlauf der vierten Welle.
  • 10:04 Uhr: Neuseeland hebt Lockdown weitgehend auf
  • 06:25 Uhr: Essener Virologe warnt vor Überlastung der Intensivstationen
  • 06:07 Uhr: Ärztepräsident plädiert für Neustart der Corona-Impfkampagne
  • 05:32 Uhr: 13.565 Corona-Neuinfektionen in Deutschland erfasst

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➤ Weiter hohe Corona-Zahlen in Norwegen

Norwegen hat erneut einen neuen Höchstwert an Corona-Neuinfektionen innerhalb einer Woche seit Beginn der Pandemie verzeichnet. Wie die Gesundheitsbehörde am Mittwoch mitteilte, wurden in der vergangenen Woche 9.956 neue Fälle registriert, 15 Prozent mehr als in der Vorwoche.

Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen will sich die Regierung zunächst nicht auf ein Ende der Pandemie-Beschränkungen festlegen. In Dänemark dagegen sollen die Regeln am Freitag fallen, in Schweden Ende September und in Finnland im Oktober.

Ein Grund für die vergleichsweise hohen Zahlen in Norwegen ist, dass das Land bei den Impfungen hinter seinen Nachbarländern zurückliegt. Rund 77 Prozent der erwachsenen Bevölkerung hat beide Impfdosen bekommen. Erst in der letzten Woche gab die Regierung das Go für die Impfung für Kinder ab 12 Jahren. Vor allem unter Kindern und Jugendlichen gibt es hohe Ansteckungsraten. Massentests an Schulen sollen verhindern, dass ganze Jahrgänge in Quarantäne gehen müssen.

Norwegens Gesundheitsminister Bent Høie sagte, das Ziel sei, bis Ende September 90 Prozent der erwachsenen Bevölkerung zu impfen. "Wenn wir uns diesem Ziel nähern, werden wir wahrscheinlich öffnen und uns auf eine normale Gesellschaft mit erhöhter Bereitschaft zubewegen."

Die weiteren Corona-News vom 08. September 2021:

Bulgariens Gastronomie protestiert gegen neue Corona-Regeln

17:06 Uhr: In Bulgarien haben Eigentümer und Mitarbeiter der Gastronomie und Hotellerie gegen neu eingeführte Corona-Einschränkungen wegen der Delta-Variante protestiert. Auf einer Großkundgebung in der Innenstadt von Sofia forderten sie am Mittwoch finanziellen Ausgleich von 80 Prozent für ihre Ausfälle. Betroffen sollen laut Branchenangaben 300 000 Menschen sein. Gleichzeitig lehnt es die Branche energisch ab, von den zugelassenen 3G-Regeln für den Einritt von Geimpften, von Covid-19 Genesenen oder getesteten Kunden in Lokalen Gebrauch zu machen.

Der seit Dienstag geltenden Regelung zufolge müssen unter anderem Nachtlokale in dem südosteuropäischen Land jetzt um 23.00 Uhr früher schließen als zuvor. Auch die Zahl der Teilnehmer an privaten Feiern wie Hochzeiten wurde auf höchstens 30 begrenzt. Als Protest blieben Lokale in Sofia in der Nacht zum Mittwoch bis zum Morgen geöffnet.

Die Demonstranten verlangten auch den Rücktritt von Interimsgesundheitsminister Stojtscho Kazarow. Dieser bestand auf die Einhaltung der neuen Vorschriften, da sich anderenfalls die Delta-Variante des Coronavirus schneller ausbreiten würde. Kompensationen würden im Oktober gezahlt, versicherte er.

Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100 000 Menschen lag am Freitag bei 130,1. In Deutschland lag sie am Mittwoch bundesweit bei 82,6. Bulgarien ist mit einer Impfquote von unter 20 Prozent vollständig Geimpften EU-Schlusslicht. Viele Bulgaren wollen sich nicht impfen lassen, da sie im Internet verbreiteten Vorurteilen und Gerüchten über die Corona-Impfungen glauben. Zudem wird die Maskenpflicht oft nicht eingehalten. Kontrollen gibt es kaum.

Corona-Verschärfungen in Österreich für Ungeimpfte

16:10 Uhr: In Österreich wird das Leben für Menschen, die nicht gegen Corona geimpft oder von einer Erkrankung genesen sind, deutlich unbequemer. Die Regierung hat am Mittwoch angesichts der steigenden Zahl der Neuinfektionen einen Stufenplan beschlossen, der bei starker Belastung der Kliniken den Zugang zu Veranstaltungen und in Gaststätten nur noch mit PCR-Tests oder Impfung ermöglicht.

In einer ersten Phase ab 15. September gilt in Geschäften des täglichen Bedarfs und im öffentlichen Nahverkehr wieder eine FFP2-Maskenpflicht. Ungeimpfte Menschen müssen beim Einkaufen generell eine FFP2-Maske tragen, für Geimpfte gilt eine dringende Empfehlung. Außerdem wird die Gültigkeitsdauer von Corona-Antigentests von 48 auf 24 Stunden verringert.

"Die Impfung ist die Antwort und nicht der Lockdown", beschrieb Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) den Kurs. Vorbild sei Dänemark, wo es dank einer Impfrate von 86 Prozent keinerlei Einschränkungen mehr gebe.

Die Regeln sollen unter anderem den für Österreich so wichtigen Wintertourismus vor Schaden bewahren. "Die kommende Wintersaison wird stattfinden", sagte Tirols Landeschef Günther Platter (ÖVP).

Binnen 24 Stunden wurden am Mittwoch in Österreich mit seinen rund neun Millionen Einwohnern 2.268 weitere Infektionen gezählt. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei rund 130. Auch müssen immer mehr Patienten in den Krankenhäusern betreut werden.

Intensivmediziner: Große Sorge vor Corona-Situation im Herbst

14:34 Uhr: Die Intensivmedizinervereinigung Divi blickt mit Sorge auf die Corona-Lage im Herbst. "Die Situation ist jetzt gut beherrschbar, aber wir bereiten uns auf eine größere vierte Welle vor", sagte der Hamburger Intensivmediziner und Divi-Präsidiumsmitglied Stefan Kluge am Mittwoch in Weimar. Mit Blick auf den Herbst sei klar, dass es zu einem Anstieg der Infektionszahlen und Intensivpatienten kommen werde. "Wir sind in hoher Sorge." Der Impffortschritt stocke und im Vergleich zu anderen Ländern gebe es in Deutschland auch wenige Genesene.

Kluge warnte, dass auch Jüngere, die sich nun vermehrt anstecken, schwere erkranken könnten. Auf der Intensivstation seien deren Verläufe ähnlich wie die bei älteren Patienten. "Die Jüngeren überleben halt länger." Es gebe Patienten, die teils über Monate an der künstlichen Lunge hingen - dadurch verschiebe sich teils das Sterbedatum nach hinten.

Aktuell seien 1.348 Intensivpatienten mit Covid-19 im Divi-Register verzeichnet und damit 25 mehr als am Vortag, sagte Kluge. Das sei weniger als zum Höhepunkt der Covid-Pandemie mit mehr als 5.000 Patienten. Aber: "Alle Modellierer und Modelle zeigen, dass die Zahl der Covid-19-Patienten ansteigen wird." Sorge mache ihm auch, dass rund 20 Prozent der Über-70-Jährigen noch ungeimpft seien.

In Weimar kamen am Mittwoch Hunderte Wissenschaftler und Mediziner aus aller Welt zu einem dreitägigen Sepsis-Kongress zusammen, um über Behandlungsmethoden zu Covid-19 zu diskutieren. Schwere Covid-19 Verläufe seien per Definition auch eine Sepsis, sagte der Generalsekretär der Deutschen Sepsisgesellschaft, Frank Brunkhorst, vorab. Ungewöhnlich sei, dass bei Corona ein Virus die Sepsis - die im Volksmund auch Blutvergiftung genannt wird - auslöse. Das erfordere auch andere Behandlungsmethoden.

Für Kinder ab drei Jahren: Kubanischer Corona-Impfstoff in letzter Testphase

Eine Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche zwischen drei und 18 Jahren befindet sich in Kuba mittlerweile in der letzten Testphase. Die Wirksamkeit liegt laut Hersteller bei 91,2 Prozent.

Bericht: Verheerende Auswirkung von COVID-19 auf andere Krankheiten

13:56 Uhr: Die COVID-19-Pandemie wirkt sich katastrophal auf den Kampf gegen andere tödliche Krankheiten aus. Das berichtete der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria am Mittwoch in Genf.

Betroffen seien vor allem Tuberkulose- und Aids-Patienten - bei beiden Krankheiten sei die Zahl der Behandlungen und Tests infolge der Pandemie deutlich gesunken. "Die COVID-19-Pandemie hatte verheerende Auswirkungen auf den Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria im Jahr 2020."

Die 2002 gegründete und zuvor von der G8 gebilligte internationale Organisation mobilisiert und investiert eigenen Angaben zufolge jährlich mehr als vier Milliarden US-Dollar zur Unterstützung von Programmen, die von lokalen Experten in mehr als 100 Ländern durchgeführt werden.

Bis August 2021 seien bereits 3,3 Milliarden US-Dollar für Aids-, Tuberkulose- und Malariaprogramme bewilligt worden, im vergangenen Jahr 4,2 Milliarden US-Dollar (3,55 Milliarden Euro). Zusätzlich habe man 980 Millionen US-Dollar genehmigt, um auf COVID-19 zu reagieren.

Dem Bericht zufolge sank im Jahr 2020 die Zahl der gegen arzneimittelresistenten Tuberkulose behandelten Menschen in den Ländern, in die der Fonds investiere, um 19 Prozent. Auch die Zahl der Menschen, die mit Aids-Präventionspogrammen erreicht worden seien, sei im Vergleich zu 2019 um 11 Prozent zurückgegangen.

Die Zahl der HIV-Tests sei um 22 Prozent zurückgegangen, was den Beginn einer Behandlung in den meisten Ländern verzögert habe. Der Kampf gegen Malaria sei durch COVID-19 nicht ganz so stark betroffen gewesen, hieß es weiter. Allerdings sei die Zahl der getesteten Malariaverdachtsfälle um 4,3 Prozent zurückgegangen.

Der Globale Fonds wirbt weltweit Gelder ein, verwaltet und investiert sie. Die Zahl der durch Aids, Tuberkulose und Malaria verursachten Todesfälle ging in den Ländern, in die der Globale Fonds investiert, eigenen Angaben zufolge um 46 Prozent zurück.

Singapur empfängt geimpfte Reisende aus Deutschland ohne Quarantäne

13:37 Uhr: Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie können Touristen aus Deutschland seit Mittwoch wieder quarantänefrei Singapur besuchen: Voraussetzungen sind eine vollständige Impfung gegen das Coronavirus und ein negativer PCR-Test.

Eine Maschine der Singapore Airlines aus Frankfurt landete am frühen Abend (Ortszeit) auf dem Changi Airport. Der südostasiatische Stadtstaat hatte Mitte August angekündigt, ab September Besucher mit vollständigem Impfschutz aus Deutschland und dem Sultanat Brunei zu empfangen.

Singapur hatte im vergangenen Jahr Reisekorridore mit einigen Staaten eingerichtet, darunter Neuseeland, Australien, Vietnam und China - jedoch galten strenge Quarantänebestimmungen. Der Staat südlich vor Malaysia hat etwa 5,7 Millionen Einwohner.

Bislang wurden weniger als 70.000 Corona-Fälle verzeichnet, 55 Menschen starben in Verbindung mit COVID-19. Mittlerweile sind 80 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft.

Klub-WM: Japan will wegen Corona auf Austragung verzichten

13:03 Uhr: Japan will aufgrund der Corona-Pandemie auf die Ausrichtung der Klub-WM des Fußball-Weltverbands FIFA verzichten. Laut der Nachrichtenagentur Kyodo möchte der japanische Verband JFA das für Dezember geplante Turnier mit den sechs Gewinnern der wichtigsten kontinentalen Klub-Wettbewerbe nicht veranstalten. Das Risiko hinsichtlich der Virus-Verbreitung sei dem Verband zu groß.

Als Folge wird die FIFA das Turnier, das zuletzt vom deutschen Rekordmeister Bayern München gewonnen wurde, möglicherweise auf den Beginn des kommenden Jahres verschieben. Der Weltverband werde zu "gegebener zeit" darüber informieren, sagte ein FIFA-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP.

Schon bei der zurückliegenden Austragung in Katar war die Klub-WM aufgrund der Pandemie vom Dezember in den Februar verlegt worden.

RKI-Chef Wieler: Vierte Welle könnte "fulminanten Verlauf" nehmen

12:09 Uhr: Lothar Wieler, Chef des Robert Koch-Instituts, hat vor einer möglichen Verschärfung der Corona-Lage in Deutschland gewarnt. "Wenn es uns nicht gelingt, die Impfungen drastisch zu steigern, dann kann die aktuelle vierte Welle einen fulminanten Verlauf nehmen", erklärte Wieler bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Gesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch in Berlin.

Wieler verwies dabei auf die sich zunehmend verschärfende Situation auf den Intensivstationen in Deutschland. Dort habe sich in den letzten zwei Wochen die Zahl der belegten Betten nahezu verdoppelt. Gleichzeitig würden vermehrt jüngere Patienten auf den Intensivstationen behandelt.

Bereits vor der Pressekonferenz von Spahn und Wieler hatte der Essener Virologe Ulf Dittmer vor einer Überbelastung der Intensivstationen in Deutschland gewarnt. Wie er der "Rheinischen Post" sagte, komme das Personal in den Kliniken aufgrund der steigenden Fallzahlen derzeit wieder an seine Grenzen.

In Nordrhein-Westfalen seien aktuell etwa alle Plätze für eine Behandlung mit einer Herz-Lungen-Maschine belegt. (Lesen Sie den Eintrag von 06:25 Uhr für mehr Infos hierzu)

Spahn erneuert Impfappell

11:41 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat erneut an die Bevölkerung appelliert, sich gegen Corona impfen zu lassen. "Jede einzelne Impfentscheidung entscheidet auch darüber, wie sicher wir gemeinsam durch Herbst und Winter kommen", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin.

Spahn verwies darauf, dass auf Intensivstationen momentan vor allem nicht geimpfte Menschen wegen COVID-19 behandelt würden. "Es geht darum, dass das Gesundheitswesen nicht überlastet wird." Die Zahl der Ungeimpften sei noch zu groß. Auf diesem Stand könne nicht sichergestellt werden, dass es nicht wieder zu einer sehr starken Be- oder Überlastung komme.

Zu Fragen nach einem möglichen erneuten Lockdown, die ihm oft gestellt würden, sagte Spahn: "Die Debatte muss doch andersherum gehen: Wir haben das Mittel in der Hand, uns zurück in Freiheit und Normalität zu impfen". Man sei schon ein ganzes Stück vorangekommen, "aber wir müssen eben noch einige, viele weitere überzeugen, diesen Weg mit uns zu gehen."

66 Prozent der Bevölkerung sind Spahns Angaben zufolge mindestens einmal geimpft, 61,6 Prozent hätten vollen Impfschutz, wie der Minister auf Twitter schrieb. Deutschland ist nach seiner Einschätzung im Vergleich zu anderen Ländern besser durch die vergangenen eineinhalb Jahre der Pandemie gekommen. "Das Vereinigte Königreich hat auf die Bevölkerung bezogen mehr als doppelt so viele Todesfälle wie Deutschland", sagte er.

Hilfsorganisation startet Corona-Massentest in Bangkoks größtem Slum

11:03 Uhr: Auch Thailand kämpft derzeit gegen eine dritte Corona-Infektionswelle - Schnelltests zur Feststellung einer Infektion sind für arme Familien in dem südostasiatischen Land aber kaum erschwinglich.

Diesem Problem hat sich die Hilfsorganisation Bangkok Community Help Foundation angenommen: Sie startete einen Massentest im größten Slum der Hauptstadt Bangkok, in dem rund 100.000 Menschen auf engstem Raum zusammenleben.

Fast tausend Menschen in dem Slum Khlong Toei seien in den vergangenen Tagen bereits getestet worden, sagte Friso Poldervaart von der Hilfsorganisation der Nachrichtenagentur AFP. "Dort leben viele Menschen in sehr engen Räumen", sagte Poldervaart. In vielen Fällen lebten zehn Menschen auf 20 Quadratmetern. "Das bedeutet, wenn jemand COVID hat, dann haben die anderen es auch."

Normalerweise würden in Thailand Isolationshilfen für zu Hause ausgegeben, wenn Menschen positiv auf das Coronavirus getestet würden, sagte Poldervaart. Im Slum sei es aber nicht möglich, sich zu Hause zu isolieren.

Um die Slum-Bewohner dazu zu ermutigen, sich testen zu lassen, verteilten Mitarbeiter der Stiftung unter anderem kostenlos Reis und Säfte. Auch Pakete mit Medikamenten wurden ausgegeben.

Thailand wird seit April von einer dritten Corona-Welle heimgesucht. Inzwischen verzeichnete das südostasiatische Land mehr als 1,3 Millionen Infektionsfälle. 13.000 Menschen starben im Zusammenhang mit COVID-19.

Erschwert wird die Lage für viele Thailänder von einer schweren Wirtschaftskrise. Zahlreiche Menschen, die ohnehin bereits unter der Armutsgrenze lebten, verloren in der Corona-Krise ihre Jobs.

Corona-Zahlen in Neuseeland sinken - Lockdown weitgehend aufgehoben

11:59 Uhr: Neuseeland hat den landesweiten Corona-Lockdown nach drei Wochen weitgehend wieder aufgehoben. Die Zahl der Neuinfektionen war in den vergangenen Tagen im Vergleich zum August deutlich gesunken.

Am Mittwoch meldeten die Gesundheitsbehörden zum vierten Mal in Folge etwa 20 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Vor einigen Wochen lag die Zahl kurzzeitig bei über 80. Lediglich in der Millionenstadt Auckland, dem Epizentrum des derzeitigen Ausbruchs, sollen die Beschränkungen zunächst weiter gelten.

Geschäfte und Schulen durften in allen anderen Landesteilen wieder öffnen. Einige Regeln sollen aber überall weiter bestehen bleiben. So müssen die Bürger jetzt in Innenräumen Masken tragen. Zudem dürfen sich in geschlossenen Räumen nur noch maximal 50 Personen versammeln, im Freien bis zu 100 Personen.

Der Inselstaat im Südpazifik hat, ebenso wie der Nachbar Australien, lange eine Null-COVID-Strategie verfolgt. Die Menschen lebten weitgehend vom Rest der Welt abgeschottet, dadurch aber trotz der Pandemie weitgehend normal weiter - monatelang auch ohne Masken.

Die hochansteckende Delta-Variante habe "das Spiel aber verändert", betonte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern zuletzt. Die meisten Bürger wünschen sich laut einer in der Zeitung "New Zealand Herald" veröffentlichten Umfrage von Ende August dennoch weiter den "Zero COVID"-Ansatz.

Neuseeland gilt weltweit als Vorzeigestaat im Kampf gegen das Virus. Bislang wurden nur rund 3800 Infektionen bestätigt, 27 Menschen sind in Verbindung mit COVID-19 gestorben. Allerdings sind bisher nur etwa 25 Prozent der fünf Millionen Einwohner vollständig geimpft.

Sachsens Gesundheitsministerin Köpping setzt bei Impfungen weiter auf Aufklärung

09:53 Uhr: Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) setzt bei den Corona-Schutzimpfungen weiter auf Aufklärung. Sie erfahre immer wieder, dass es nach wie vor Aufklärungsbedarf gebe, sagte Köpping am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". Es sei wichtig, mit denen zu sprechen, die sich noch nicht hätten impfen lassen.

Die Ministerin führte unterschiedliche Gründe für die Entscheidung mancher Menschen an, sich nicht impfen zu lassen. Bei einigen sei es mangelnde Aufklärung, andere hätten ein Umfeld, in dem niemand geimpft sei. Diese "fühlen sich dann komisch", wenn sie die einzigen seien, sagte Köpping.

Sachsen, dass mit 52,6 Prozent vollständig Geimpften das Schlusslicht in Deutschland bildet, schließt zwar Ende des Monats seine Impfzentren, will aber 30 mobile Impfteams weiter betreiben. "Wenn Menschen lieber die ortsnahen Angebote annehmen, werden wir diese Chance nutzen", sagte Köpping.

Sie befürwortete auch die am Dienstag vom Bundestag beschlossene Auskunftspflicht über den Impfstatus von Mitarbeitenden in Schulen, Kitas und Pflegeheimen. Es gebe bei den Altenheimen Einrichtungen, in denen fast alle Bewohnerinnen und Bewohner geimpft seien, sagte Köpping - aber nicht alle, die dort arbeiteten.

Es sei dann "unglaublich wichtig, dass wir wissen, wer geimpft ist, um eventuell Maßnahmen zu ergreifen." Dies könnten beispielsweise unterschiedliche Hygienekonzepte sein.

Menschen im Norden Englands härter von Corona-Pandemie betroffen

09:16 Uhr: Die Menschen im Norden Englands sind einer Untersuchung zufolge bislang härter von der Corona-Pandemie betroffen als der Rest ihrer Landsleute.

Sie verbrachten im Schnitt rund anderthalb Monate mehr in Lockdowns, hatten mehr psychische Leiden sowie ein größeres Risiko, an COVID-19 zu sterben, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Auswertung der Northern Health Science Alliance hervorgeht.

Die Sterberate an COIVD-19 lag im Norden demnach 17 Prozent höher als im Rest des größten britischen Landesteils, in Pflegeheimen sogar 26 Prozent höher.

Da die Corona-Lockdowns in England zeitweise abhängig von der regionalen Infektionslage verhängt wurden, verbrachten die Menschen im Norden Englands durchschnittlich 41 Tage länger unter harten Beschränkungen.

Die Studienautoren führen die Unterschiede zu großen Teilen auf eine größere Armut in der Region sowie einen schlechteren Gesundheitszustand der Bürgerinnen und Bürger bereits vor dem Ausbruch der Pandemie zurück.

"Die Pandemie hat uns alle auf verschiedene Weise hart getroffen, aber unser Bericht zeigt, dass Menschen im Norden mit deutlich größerer Wahrscheinlichkeit zu den am härtesten getroffenen gehören, sowohl in Bezug auf Gesundheit als auch auf Wohlstand", sagte der Forscher Luke Munford von der Universität Manchester. Investitionen in die Gesundheitsversorgung der Region seien dringend notwendig.

DEL-Chef Tripcke wünscht sich Coronahilfen "bis Saisonende"

08:36 Uhr: Gernot Tripcke, Geschäftsführer der Deutschen Eishockey Liga (DEL), wünscht sich wegen der unsicheren Lage bei der Hallenauslastung die Fortsetzung von Coronahilfen über das Jahresende hinaus. "Wenn Beschränkungen bei den Zuschauern bleiben, wäre es wichtig, dass die Hilfen bis Saisonende 2021/22 weitergezahlt werden", sagte Tripcke der Sport Bild.

Das Bundesinnenministerium zahlt jedem Verein für die Jahre 2020 und 2021 bis zu 1,8 Millionen Euro der ausgefallenen Ticketeinnahmen. Diese Maßnahmen laufen zum 31. Dezember aus. Tripcke hofft, dass "die bisherige Obergrenze noch einmal angehoben wird. Der vom Bund zur Verfügung gestellte Topf würde definitiv reichen." Dieser umfasst bis zu 400 Millionen Euro.

Derweil warnte Frank Bohmann Klubs, die bereits gezahlten Hilfen fest einzuplanen. "Das sind erst einmal Vorschüsse. Erst am Ende des Wirtschaftsjahres entscheidet sich, ob Teile der Gelder zurückgezahlt werden müssen", sagte der Geschäftsführer der Handball-Bundesliga.

Es sei für die Klubs wichtig, dass die Zuschauerbeschränkungen aufgehoben werden: "Wir können wenige Spieltage mit diesen eingeschränkten Möglichkeiten leben", so Bohmann, "die Regelungen sollten ständig überprüft werden und sich hoffentlich in Richtung Vollauslastung entwickeln."

Neue Version der Corona-Warn-App bietet neue Warnoption für Events

07:27 Uhr: Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist um eine zusätzliche Warnfunktion für Events erweitert worden. Damit können Veranstalter ihre Gäste vor einer möglichen Risikobegegnung mit einer später positiv getestete Person warnen, selbst wenn dieser Besucher gar nicht über die App eingecheckt war. Die neue Version 2.9 wird an diesem Mittwoch erscheinen.

Möglich wird dieses zusätzliche Warnverfahren durch eine Stellvertreter-Regelung für den Veranstalter. Freigegeben wird die Option durch das Gesundheitsamt. Stellt das Gesundheitsamt bei der Nachverfolgung von Infektionsketten fest, dass eine positiv getestete Person auf einer Veranstaltung war, kann es den Veranstalter kontaktieren.

Hatte der Veranstalter einen QR-Code zum Check-in über die Corona-Warn-App erstellt, kann das Gesundheitsamt dann eine Transaktionsnummer ausstellen. Damit kann der Veranstalter eine Warnung aussprechen, die alle Personen erhalten, die für das Event eingecheckt waren.

Die neue Version 2.9 wird, wie vorherige Versionen auch, schrittweise in den kommenden Tagen bereitgestellt. Nutzer und Nutzerinnen eines iPhones können sich die aktuelle App-Version ab Mittwochvormittag aus dem Store von Apple manuell herunterladen.

Android-Anwender müssen unter Umständen etwas mehr Geduld aufbringen. Der Google Play Store bietet keine Möglichkeit, ein manuelles Update anzustoßen.

Virologe Dittmer warnt vor Überlastung der Intensivstationen

06:25 Uhr: Der Direktor der Virologie am Universitätsklinikum Essen hat angesichts steigender Inzidenzzahlen bei Ungeimpften vor einer Überlastung der Intensivstationen gewarnt.

"Wir machen uns langsam das Gesundheitssystem kaputt", sagte Ulf Dittmer der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Mittwoch). Die Kräfte in den Intensivstationen kämen angesichts der steigenden Fallzahlen wieder an ihre Grenze.

In seiner Klinik liege die Zahl der Kranken mit schweren Symptomen bei 23. Davon seien 20 ungeimpft, der Jüngste sei 20 Jahre alt. Dittmer forderte deshalb eine Diskussion über die Impfpflicht. "Darüber müssen wir reden", sagte er.

Schon jetzt gebe es in Nordrhein-Westfalen keinen freien Platz mehr für die Behandlung mit einer Herz-Lungen-Maschine (Ecmo). "Hier müssen wir bereits auswählen, welchen Patienten wir an das Gerät anschließen."

Venezuela erhält erste Lieferung Corona-Impfstoffe von Covax-Initiative

06:20 Uhr: Venezuela hat nach monatelangen Kontroversen eine erste Lieferung Corona-Impfstoffe von der internationalen Impfinitiative Covax erhalten. Die Panamerikanische Gesundheitsorganisation (Paho) bestätigte am Dienstag die Lieferung der fast 700.000 Impfdosen des chinesischen Herstellers Sinovac. Insgesamt soll das Land 12 Millionen Dosen via Covax erhalten. Zuvor hatte es Streitigkeiten um die Bezahlung der Lieferungen gegeben.

Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro hatte Sanktionen der USA für Verzögerungen bei der Zahlung der 120 Millionen Dollar (100 Millionen Euro) verantwortlich gemacht. Im Juli stellte Maduro der zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehörenden Paho sogar ein Ultimatum: "Entweder ihr schickt uns die Impfstoffe oder gebt uns das Geld zurück".

Nach Angaben der Paho hat Venezuela bislang die Impfung von 3,2 Millionen Menschen mithilfe russischer und chinesischer Impfstoffe abgeschlossen. Das Land hat insgesamt rund 30 Millionen Einwohner. Trotz seines Ölreichtums steckt Venezuela seit Jahren in einer tiefen Wirtschafts- und Versorgungskrise. Als Folge verließen rund fünf Millionen Venezolaner ihr Land.

Maduro und seinen Vertrauten wird vorgeworfen, sich an der Krise bereichert zu haben. Am Dienstag bestätigte der Verfassungsgerichtshof von Kap Verde, dass ein Maduro-Vertrauter in die USA ausgeliefert werden darf.

Die USA werfen dem kolumbianischen Geschäftsmann Alex Saab Geldwäsche vor. Er soll Maduro und seinen Verbündeten geholfen haben, aus Lebensmittelhilfen für die notleidende Bevölkerung Venezuelas hunderte Millionen Dollar Profite geschlagen und ins Ausland geschafft zu haben. Saab war bei der Zwischenlandung seines Flugzeugs in dem westafrikanischen Land festgenommen worden.

Ärztepräsident Reinhardt fordert Neustart der Corona-Impfkampagne

06:07 Uhr: Ärztepräsident Klaus Reinhardt fordert einen Neustart der Corona-Impfkampagne. "Die Impfquote ist in ganz Deutschland zu niedrig, insbesondere aber in den östlichen Bundesländern", sagte Reinhardt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Das sei mit Blick auf den Herbst und Winter bedenklich.

Viele Ungeimpfte seien keine überzeugten Impfverweigerer. "Um diese Unentschlossenen zu erreichen, muss die Impfkampagne in Deutschland komplett neu aufgestellt werden", sagte der Präsident der Bundesärztekammer.

Die Aufforderung "Ärmel hoch" habe anfangs genützt. "Jetzt aber brauchen wir viel zielgenauere Kommunikationsmaßnahmen und niedrigschwellige Impfangebote." Gefragt seien kreative Konzepte.

Darauf setzen auch die Landesregierungen in Sachsen und Thüringen, die sich gegen schwache Impfzahlen stemmen. "Wir sehen, dass Aufklärung und Gespräche wichtig sind, um die Menschen zu überzeugen, die noch zögern", sagte die sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) der dpa. Man nutze alle verfügbaren Kanäle.

Die thüringische Sozialministerin Heike Werner (Linke) appellierte an die Bürger, Angebote zu nutzen. "Wir betreiben viel Aufwand, um die Impfungen so nah wie möglich zu den Menschen zu bringen", sagte Werner der dpa. Sie verwies auf Impfaktionen in Einkaufszentren, bei Sportveranstaltungen und ohne Termin.

In allen ostdeutschen Bundesländern liegen die Corona-Impfraten unter dem Bundesdurchschnitt. Schlusslicht ist Sachsen. Dort waren nach Zahlen des Robert Koch-Instituts bis einschließlich Montag 52,6 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft - bundesweit 61,4 Prozent.

Brandenburg erreichte eine Quote von 55,6 Prozent, Thüringen 56,5 und Sachsen-Anhalt 58,4 Prozent. Mecklenburg-Vorpommern schaffte 60,0 Prozent und damit fast den Durchschnitt.

Der Ostbeauftragte Marco Wanderwitz (CDU) hatte vor "dramatischen Verhältnissen" mangels ausreichender Impfungen in den östlichen Bundesländern gewarnt.

RKI registriert 13.565 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 82,7

05:32 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist erneut leicht gefallen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochmorgen lag sie bei 82,7 - am Vortag hatte der Wert bei 83,8 gelegen, vor einer Woche bei 75,7.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 13.565 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04:09 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 13 531 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 35 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 23 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.030.681 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Inzidenz der Neuinfektionen war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben weitere Werte wie die Zahl der Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI in seinem Lagebericht am Dienstag mit 1,69 an (Montag 1,64). Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Berechnung der Sieben-Tage-Inzidenz erfolgt nach RKI-Angaben auf Basis des Meldedatums an das lokale Gesundheitsamt. Zwischen einer Infektion und der Krankenhauseinweisung vergehen demnach im Schnitt etwa zehn Tage, dieser Wert spiegelt die Infektionslage also merklich verzögert wider.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.793.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.448.


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Mit Material von dpa, afp, sid, reuters und apa.