Die durch die Corona-Pandemie in die Krise geratene Lufthansa verhandelt über neun Milliarden an Hilfsgeldern, US-Behörden warnen vor einer absichtlichen Ansteckung mit COVID-19 auf Partys und die Berliner dürfen bald wieder schwimmen gehen. Alle Meldungen zum Coronavirus vom 7. Mai.

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  • 18:45 Uhr: Berlins Freibäder dürfen ab 25. Mai wieder öffnen
  • 17:10 Uhr: Bundestags-Abgeordnete verzichten in Coronakrise auf Diäten-Erhöhung
  • 15:42 Uhr: Lufthansa verhandelt über Milliarden-Hilfspaket wegen Corona
  • 13:45 Uhr: Offiziell: Bundesliga startet am 16. Mai
  • 11:26 Uhr: US-Behörden warnen vor absichtlicher Ansteckung auf Corona-Partys
  • 09:45 Uhr: Heinsberg-Studie zu Corona-Dunkelziffer basiert auf falscher Berechnung
  • 05:59 Uhr: Chinas Exporte legen im April trotz Corona-Pandemie zu
  • 03:45 Uhr: Bundeswehr leistete bereits mehr als 200 Mal Amtshilfe in Coronakrise

Berlins Freibäder dürfen ab 25. Mai wieder öffnen

18:45 Uhr: Die Frei- und Strandbäder in Berlin dürfen trotz Corona-Krise ab 25. Mai unter Auflagen wieder öffnen. Das beschloss der Senat am Donnerstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur. Voraussetzungen für die Öffnung sind demnach ein Hygieneplan und die Einhaltung von Abstandsregeln. Sämtliche Bäder in der Stadt sind derzeit noch geschlossen.

Zu den Szenarien, um Infektionen mit dem Coronavirus zu verhindern, zählt ein eingeschränkter Betrieb mit einer reduzierten Zahl von Gästen. Online-Tickets mit Zeitfenstern sind eine weitere Idee. Warteschlangen sollen vermieden werden. Im Rekordjahr 2018 zählten die Berliner Bäder rund 6,7 Millionen Besucher.

WHO: Ohne Kontrolle könnte es 190.000 Corona-Tote in Afrika geben

17:56 Uhr: Sollte COVID-19 in Afrika nicht kontrolliert werden, könnten nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis zu 190.000 Menschen im ersten Jahr der Pandemie sterben. Zudem könnten sich bis zu 26 Prozent der rund eine Milliarde Bewohner mit COVID-19 infizieren, sagte die Afrika-Leiterin der WHO, Matshidiso Moeti, am Donnerstag in einer Online-Pressekonferenz.

Dies wäre der Fall, sollten "Maßnahmen der Eindämmung scheitern", hieß es in einer Mitteilung der WHO. Allerdings haben Moeti zufolge bislang viele afrikanische Länder Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ergriffen. Einige, wie Südafrika, lockern diese inzwischen wieder. Die WHO zählt 47 Länder zur Afrika-Region.

Die WHO erwartet demnach, dass sich COVID-19 in Afrika langsamer ausbreiten wird als in anderen Regionen der Welt. Allerdings könne sich die Pandemie auf dem Kontinent dafür in die Länge ziehen.

Regierungskreise: Corona-Warn-App kommt voraussichtlich Mitte Juni

17:35 Uhr: Die geplante Corona-Warn-App der Bundesregierung soll voraussichtlich Mitte Juni in einer ersten Version zur Verfügung stehen. Dies sei ein realistischer Zeitraum, hieß es am Donnerstag in Regierungskreisen in Berlin.

Schon kommende Woche wollen die an der Entwicklung beteiligten Unternehmen T-Systems und SAP erste Informationen über Architektur und Struktur des Programmcodes für die Überprüfung durch eine breite Öffentlichkeit "Open Source" zur Verfügung stellen.

In der ersten Version werde man sich mit der App sehr stark auf die Kernfunktion der Unterbrechung von Infektionsketten konzentrieren, hieß es weiter. Erst in einer späteren zweiten Stufe werde eine freiwillige Datenspende an einen Forschungsserver möglich sein, um noch mehr Erkenntnisse gewinnen zu können.

Zudem würden die Möglichkeiten für ein europaweites Zusammenwirken der App mit den Applikationen anderer Länder bei der Entwicklung mitgedacht.

Drosten: Deutschland in "einmalig guter Situation" derzeit

17:31 Uhr: Der Berliner Virologe Christian Drosten hat sich zufrieden mit der deutschen Lage in der Corona-Pandemie gezeigt, ist mit Blick auf die Zukunft aber auch besorgt. "Wir sind hier in Deutschland in einer einmalig guten Situation jetzt im Moment. Wir haben ganz viel geleistet", sagte der Charité-Wissenschaftler am Donnerstag im NDR-Podcast.

Er könne vielen der jetzigen politischen Entscheidungen zustimmen, auch wenn er sich aus wissenschaftlicher Sicht noch ein etwas weiteres Eindämmen vor den Lockerungen gewünscht hätte. "Ich glaube, es ist schon nicht so schlecht, wie wir das machen in Deutschland."

Drosten blickt demnach aber mit Sorge in Richtung Herbst und Winter: Er frage sich was passiert, wenn man nun sehr glimpflich über den Sommer kommen sollte, bis zum Herbst aber immer noch kein spezifisches Medikament zur Verfügung habe.

"Dann können wir eben in eine Winterwelle kommen und darüber mache ich mir schon Sorgen", sagte Drosten. Das gelte auch für die Corona-Ausbreitung im globalen Süden, in Ländern wie Indien etwa. "Auch der Blick in die USA ist nicht optimistisch für mich", betonte er.

Syrien verschiebt Parlamentswahl wegen Corona-Pandemie erneut

17:26 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie hat Syriens Machthaber Baschar al-Assad die für Mai geplante Parlamentswahl erneut verschoben. Als neuer Termin für die Abstimmung wurde der 19. Juli festgelegt, wie das Präsidentenamt in der Hauptstadt Damaskus am Donnerstag mitteilte. Dabei handele es sich um eine Präventivmaßnahme.

Die zunächst für April geplante Wahl war bereits zuvor wegen der Ausbreitung des Coronavirus um fünf Wochen auf den 20. Mai verschoben worden. Das syrische Gesundheitsministerium hat bisher 45 Corona-Fälle gemeldet, darunter drei Tote.

Bundestags-Abgeordnete verzichten in Coronakrise auf Diäten-Erhöhung

17:10 Uhr: Wegen der wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise verzichten die Abgeordneten des Bundestags auf Geld. Die Parlamentarier beschlossen am Donnerstag einstimmig, dass die automatische Erhöhung ihrer Diäten in diesem Jahr ausgesetzt wird.

"Es ist das richtige Signal in einer schwierigen Zeit", erklärte der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion, Marco Buschmann. Er verwies auf die teils dramatischen Einbußen für Arbeitnehmer und Selbstständige.

Die sogenannte Abgeordnetenentschädigung soll Verdienstausfälle ausgleichen, die den Parlamentariern durch ihr Mandat entstehen, und gleichzeitig deren Unabhängigkeit garantieren. Derzeit gibt es pro Monat 10.083,47 Euro, worauf allerdings noch Einkommensteuer gezahlt werden muss.

Die Summe wird jährlich automatisch an die Lohnentwicklung des Vorjahres angepasst, was diesmal eine Erhöhung um 2,6 Prozent bedeutet hätte. Diese Anhebung fällt nun weg - nicht nur für die Bundestagsabgeordneten, sondern auch für die deutschen Vertreter im Europaparlament.

Verwaltungsgericht Schleswig erlaubt Tattoostechen in Coronakrise

16:52 Uhr: In Schleswig-Holstein darf nach einem Gerichtsurteil das Stechen von Tattoos außerhalb des Gesichts in der Coronakrise nicht untersagt werden. Die Verordnung des Landes greife damit "in nicht gerechtfertigter Weise in die Berufsausübungsfreiheit" der Antragstellerin ein, entschied das Verwaltungsgericht Schleswig am Donnerstag.

Es ergebe sich kein sachlicher Grund für die Ungleichbehandlung von Anbietern von Kosmetikdienstleistungen sowie Nagelstudios einerseits und Tätowierern andererseits. Das Gericht stellte deshalb einen Verstoß gegen den Gleichheitssatz des Grundgesetzes fest.

Es folgte auch nicht dem Argument des Landes, wonach das Tattoostechen einen langen und engen Kontakt am Körper des Kunden erfordere. Bei Dienstleistungen außerhalb des Gesichtsbereichs seien neben den ohnehin bereits bestehenden hohen hygienischen Standards weitere physische Schutzmechanismen einsetzbar. Gegen den Beschluss kann Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht eingelegt werden.

Helmholtz-Forscher: Lockerungen wurden zu früh getroffen

16:23 Uhr: Bund und Länder haben ihre weitreichenden Lockerungen in der Coronakrise aus Sicht des Infektionsforschers Michael Meyer-Hermann zu früh getroffen. In den vergangenen Tagen sei die Zahl der Neuinfektionen wieder gestiegen, erläuterte der Leiter der Abteilung System-Immunologie am Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung am Donnerstag.

Dieser Anstieg korreliere zeitlich mit der vorherigen Öffnung der Geschäfte. Ob es auch der Grund sei, sei unklar, machte Meyer-Hermann deutlich.

Um zudem eventuelle Verzögerungen bei der Datenübermittlung abzuwarten, wäre es aus seiner Sicht besser gewesen, erst Ende dieser Woche oder gar kommende Woche über Lockerungen der Anti-Pandemie-Maßnahmen zu beraten.

"Ich weiß nicht, wie schlimm das ist", sagte Meyer-Hermann bei einer Veranstaltung des Science Media Center Germany. Aus seiner Sicht hat die Politik jedoch "wahrscheinlich" eine Chance vertan, in relativ kurzer Zeit zu so niedrigen Zahlen zu kommen, dass bei Infizierten eine Kontaktverfolgung sowie eine Lockerung möglich gewesen wären.

Finnland will Coronakrise für digitalen Schwung nutzen

16:19 Uhr: Finnland will aus der erzwungenen Auszeit wegen des Coronavirus Schlüsse für den digitalen Fortschritt ziehen. Die Regierung in Helsinki setzte eine Arbeitsgruppe ein, die sich anschauen soll, wie die in der Coronakrise unternommenen Schritte einem Sprung bei der Digitalisierung bringen können.

Nach Angaben des zuständigen Ministeriums soll die Gruppe einen Plan für eine schnellere Erholung erstellen, mit dem auch Finnlands digitale Möglichkeiten auf Dauer verbessert werden. Erste Ergebnisse soll es bereits Ende des Monats geben.

Unter anderem werde untersucht, wie digitale Mittel etwa bei Arbeit aus der Ferne, Heimunterricht und Telemedizin geholfen haben, teilte das Verkehrsministerium am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit

UNO sorgt sich um tausende wegen Pandemie gestrandeter Migranten weltweit

16:08 Uhr: Die Vereinten Nationen sorgen sich um das Schicksal von tausenden aufgrund der Corona-Pandemie gestrandeten Migranten. In Südostasien, Ostafrika und Lateinamerika säßen viele Flüchtlinge vor den geschlossenen Grenzen fest und harrten dort nun unter schwierigsten Bedingungen und ohne jede medizinische Hilfe aus, sagte der Leiter der Internationalen Organisation für Migration (IOM), António Vitorino, am Donnerstag in Genf.

Er wies darauf hin, dass viele der Betroffenen wegen der Coronakrise in ihre Heimat zurückkehren wollten. Die IOM bitte die Regierungen, Hilfskräften den Zugang zu den in der Grenznähe versammelten Flüchtlingsgruppen zu ermöglichen, sagte Vitorino.

Besorgt äußerte sich der IOM-Chef auch über eine mögliche Ausbreitung des Virus in überfüllten Flüchtlingslagern wie etwa in Griechenland oder in Bangladesch. In dem südasiatischen Land leben allein in Cox's Bazar Millionen muslimischer Rohingya aus dem benachbarten Myanmar auf engstem Raum.

Lufthansa verhandelt über Hilfspaket in Höhe von neun Milliarden Euro

15:42 Uhr: Die wegen der Coronakrise schwer angeschlagene Lufthansa verhandelt nach eigenen Angaben mit der Bundesregierung über ein Rettungspaket in Höhe von neun Milliarden Euro.

In den Verhandlungen werde auch über eine Beteiligung des Staates in Höhe von 25 Prozent plus eine Aktie gesprochen, teilte die Lufthansa am Donnerstag in Frankfurt am Main mit. Die Verhandlungen und der Prozess der politischen Willensbildung dauerten noch an.

Präsident Paul-Ehrlich-Institut: Ende der Pandemie nur mit Impfstoff

15:34 Uhr: Nur mithilfe eines Impfstoffs kann die Corona-Pandemie nach Ansicht des Präsidenten des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, beendet werden.

"Mit den bisherigen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus gewinnen wir Zeit, um einen Impfstoff zu bekommen, den wir dringend brauchen. Denn nur der Impfstoff ist am Ende die Lösung des Problems", sagte Cichutek der "Rheinischen Post" (Freitag).

Sobald es einen Impfstoff gebe, werde wohl eine Priorisierung stattfinden: Manche Menschen würden seiner Einschätzung nach zuerst geimpft werden - etwa medizinisches Personal wegen der erhöhten Ansteckungsgefahr oder Menschen, bei denen es voraussichtlich zu schweren Krankheitsverläufen kommen könnte.

Für bestimmte Regionen oder Staaten dürfe der Impfstoff aber nicht reserviert werden. "Wir müssen global und gleichberechtigt vorgehen", sagte Cichutek.

Bulgariens Corona-Krisenstab kritisiert Verhalten der Bürger

15:21 Uhr: Nach der ersten Lockerung der Corona-Beschränkungen in Bulgarien beklagt der Krisenstab in Sofia, dass die Menschen noch geltende Schutzmaßnahmen kaum einhalten.

"Es wird tatsächlich eine permanente Verletzung der Auflagen beobachtet", bemängelte Krisenstabchef Wenzislaw Mutaftschijski am Donnerstag vor der Presse. Die Menschen müssten Verantwortung zeigen und Schutzmasken in geschlossenen Räumen, in Verkehrsmitteln und in Geschäften tragen.

Obwohl die Zahl der COVID-19-Neuerkrankungen in Bulgarien noch immer schnell steigt, wurden seit Anfang Mai einige Einschränkungen gelockert. Erst am Mittwoch, einem Nationalfeiertag in dem Balkanland, durften Freiluftlokale oder Terrassen von Restaurants und Cafés wieder öffnen.

Im Zentrum der Hauptstadt Sofia und im südbulgarischen Plowdiw hatten angesagte Lokale schnell viele Besucher. Der Betrieb wurde unter Auflagen wie etwa Gesichtsmasken für das Personal und Abstand zwischen den Tischen von mindestens 1,5 Metern wieder aufgenommen.

In Bulgarien mit einer Einwohnerzahl von knapp sieben Millionen Menschen waren bis Montagmorgen 1.811 Coronavirus-Fälle nachgewiesen worden - plus 53 seit Mittwoch. 84 Menschen starben an den Folgen der Infektion.

384 Patienten gelten als wieder genesen. Das ärmste EU-Land schaffte es nach Einschätzung von Experten, mit rechtzeitig eingeführten Schutzmaßnahmen soweit die Infektion in Grenzen zu halten, damit das Gesundheitswesen funktionsfähig bleibt. Das System kann nach Auffassung des Krisenstabchefs noch immer mit den steigenden Fallzahlen zurechtkommen.

Pakistan kündigt weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen an

15:07 Uhr: In Pakistan sollen trotz steigender Neuinfektions-Zahlen weitere Beschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus aufgehoben werden. Von Samstag sollen die Restriktionen schrittweise wegfallen, kündigte Premierminister Imran Khan am Donnerstag an.

Die Regierung begründete die Entscheidung mit dem Kampf gegen Armut. Insbesondere die vielen Tagelöhner litten unter strikten Corona-Restriktionen. Schulen und Universitäten bleiben allerdings noch bis zum 15. Juli geschlossen. Auch der Flugverkehr wird noch nicht wieder aufgenommen.

Bereits vor mehr als drei Wochen hatten in Pakistan einige Industriezweige die Arbeit wieder aufgenommen. Bislang waren die Restriktionen bis zum 9. Mai befristet. Wichtige Bereiche der Wirtschaft wie Landwirtschaft, Bau und Einzelhandel würden sofort wieder geöffnet, sagte Planungsminister Asad Umer.

In dem südasiatischen Land mit annähernd 220 Millionen Einwohnern sind mindestens 24.000 Menschen mit SARS-CoV-2 infiziert. Die tatsächliche Zahl dürfte jedoch deutlich höher liegen.

Bundesliga: Corona-Tests auch bei den Schiedsrichtern

14:43 Uhr: Die Referees der 1. und 2. Bundesliga müssen sich vor dem Wiederanpfiff in der Coronakrise ebenfalls Tests unterziehen. "Selbstverständlich wird es für Schiedsrichter, Linienrichter und vierte Offizielle ebenfalls hygienische und medizinische Anforderungen geben", sagte DFL-Boss Christian Seifert bei der Pressekonferenz nach der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga am Donnerstag.

Seifert verwies darauf, dass der Deutsche Fußball-Bund für das Schiedsrichterwesen zuständig ist. "Der DFB hat uns mitgeteilt, dass er die Umsetzung des Konzepts in die Hand nimmt. Das wird auch Testungen vor dem ersten Spieltag beinhalten", sagte er.

Hamburger Museen nach Zwangspause wieder offen

14:32 Uhr: Nach sieben Wochen Zwangspause haben mehr als 20 staatliche und private Hamburger Museen ihre Türen am Donnerstag wieder für Besucher geöffnet. "Alle freuen sich, dass es jetzt wieder losgeht", sagte Matthias Seeberg, Sprecher der Stiftung Historische Museen Hamburg, der Deutschen Presse-Agentur.

Besucher mussten sich an Abstandsregeln halten, am Eingang die Hände desinfizieren, und sie wurden um das Tragen einer Nase-Mund-Bedeckung gebeten. Eine Pflicht dazu gebe es in den Museen nicht, so Seeberg.

Streit um Lockerung der Corona-Regeln in Großbritannien

14:27 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson gerät mit seinen Plänen für eine Lockerung der Ausgangsbeschränkungen in der Coronakrise zunehmend in die Kritik.

Er hatte angekündigt, das weitere Vorgehen der Regierung am Sonntag bekanntzugeben. Erste Lockerungen könnten demnach schon ab Montag gelten. Großbritannien ist mit mehr als 30.000 Toten Statistiken zufolge das am schlimmsten von der Pandemie betroffene Land in Europa.

Eine Lockerung müsse auch mit den Landesteilen abgestimmt werden, sagte der Fraktionschef der Schottischen Nationalpartei SNP im Unterhaus, Ian Blackford, am Donnerstag im BBC-Interview.

Weder er noch Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon seien informiert worden, was Johnson überhaupt plane. England, Wales, Nordirland und Schottland müssten zusammenarbeiten, forderte Blackford.

Ähnlich äußerte sich der Chef der oppositionellen Labour-Partei, Keir Starmer: "Wir haben gemeinsam im Vereinigten Königreich die Ausgangsbeschränkungen gestartet", sagte er der BBC. Es wäre sinnvoller, eine Lockerung gemeinsam abzustimmen und umzusetzen.

Johnson hatte am Mittwoch im Parlament erklärt, eine Lockerung dürfe nicht zu schnell geschehen, sonst drohe eine zweite Ausbruchswelle. Rein formal sollen die Ausgangsbeschränkungen um drei Wochen verlängert werden, wie der "Telegraph" am Donnerstag berichtete.

Dies schließe Lockerungen allerdings nicht aus, hieß es. Eine Sprecherin der Regierung wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.

Britische Medien hatten bereits über erste Schritte spekuliert, die Johnson planen könnte: Dazu zählt angesichts des schönen Wetters die Öffnung von mehr Parkanlagen, die Zulassung von Picknicks und die Wiedereröffnung von Cafés im Freien.

Auch mehr Sport draußen soll ermöglicht werden, heißt es. Kritiker halten das für zu früh. Viele Menschen halten sich schon jetzt nicht an die Vorgaben.

Eine Studie aus dem Kreis Heinsberg zur Dunkelziffer des Coronavirus kam mit fehlerhaften Methoden zu ihrem Ergebnis.

China weist Trump-Vorwurf zu Coronakrise und 9/11 zurück

14:04 Uhr: In der Coronakrise verschärft sich der Ton zwischen China und den USA. Die Regierung in Peking verwahrte sich am Donnerstag gegen eine erneute Schuldzuweisung durch US-Präsident Donald Trump.

Dieser hatte China für die Ausbreitung des Virus verantwortlich gemacht und gesagt, die "Attacke" sei schlimmer als die Terroranschläge vom 11. September 2001 und Japans Angriff auf den US-Stützpunkt Pearl Harbor im Zweiten Weltkrieg.

Eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums sagte, Washington solle damit aufhören, "China die Schuld zuzuschieben und sich auf die Fakten zurückbesinnen". Sie rief die USA auf, gemeinsam mit China gegen das neuartige Coronavirus zu kämpfen anstatt beide Seiten zu "Feinden" zu erklären.

Offiziell: Bundesliga startet am 16. Mai - mit BVB gegen Schalke 04

13:45 Uhr: Die Fußball-Bundesliga nimmt die Saison am 16. Mai wieder auf.

Die 36 Profivereine entschieden sich am Donnerstag auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) dafür, den Spielbetrieb wie von Bund und Ländern vorgegeben erst in der zweiten Mai-Hälfte fortzusetzen und nicht schon am 15. Mai, wie zuvor vom Präsidium beschlossen. Zuerst hatte der "Sportbuzzer" darüber berichtet.

Wie es seitens der DFL hieß, beginnt der Spielbetrieb am 16. Mai mit dem Programm des 26. Spieltags. Das bedeutet: Am Samstag steigt das Revierderby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04.

Werder Bremen wird den Spieltag am Montagabend mit einer Partie gegen Bayer Leverkusen beschließen. Grund: Die Bremer hatten als letzter Bundesligist das Training aufnehmen können.

Spahn: Gesundheitsämter für Coronakrise weiter stärken

13:22 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Unterstützung für die deutschen Gesundheitsämter im Kampf gegen die Corona-Epidemie zugesichert. Der öffentliche Gesundheitsdienst sei ein wichtiger Pfeiler in dieser Krise und solle weiter gestärkt werden, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im Bundestag.

Er verwies auf die jüngsten Beschlüsse vor Bund und Ländern, dass gerade das Nachverfolgen von Kontaktpersonen von Infizierten und das Brechen von Infektionsketten vor Ort in den Kommunen ein ganz entscheidender Punkt sei.

Weitere Unterstützung für die Gesundheitsämter ist Teil eines Gesetzentwurfs, den die große Koalition nun ins Parlament eingebracht hat. Vor allem um die Digitalisierung voranzubringen, will der Bund für die bundesweit 375 Gesundheitsämter insgesamt rund 50 Millionen Euro bereitstellen.

Beim Robert-Koch-Institut soll dauerhaft eine Kontaktstelle für den öffentlichen Gesundheitsdienst mit zusätzlichen 40 Stellen eingerichtet werden.

Kurzarbeit in Chemiebranche steigt - 90.000 Menschen betroffen

12:58 Uhr: In der Coronakrise gehen immer mehr Menschen in der Chemie- und Pharmaindustrie in Kurzarbeit. Von Anfang April bis Anfang Mai stieg die Zahl der Kurzarbeiter von 80.000 auf fast 90.000, teilte der Arbeitgeberverband BAVC am Donnerstag in Wiesbaden mit. Damit seien gut 15 Prozent der rund 580.000 Branchenbeschäftigten in Deutschland betroffen. Im Mai nutzen gut 40 Prozent der Unternehmen Kurzarbeit, wenn auch of nur für einen Teil der Belegschaft, zeigt eine BAVC-Umfrage unter 1.900 Mitgliedsfirmen.

Hauptgrund für Kurzarbeit sei mangelnde Nachfrage von Kunden vor allem aus der Autobranche, die etwa Lacke, Gummi- und Kunststoffe sowie Fasern aus der Chemiebranche bezieht. Mit dem Einbruch der Automärkte halten sich die Hersteller aber nun zurück.

RKI: Corona-Risiko bleibt - Anstieg der Sterbequote erwartet

12:22 Uhr: Das Robert-Koch-Institut hat angesichts der neuen Lockerungen in der Corona-Pandemie die persönliche Verantwortung eines jeden Einzelnen in dieser Krise betont. "Wir sind nicht in Sicherheit mit dieser neuen Phase", sagte Vize-Chef Lars Schaade am Donnerstag. "Wir haben es selbst in der Hand, ob es eine zweite Welle geben wird." Am wichtigsten blieben Abstandsregeln, Hygiene und die Arbeit der Gesundheitsämter. Die Pandemie sei nicht zu Ende, es gebe keinen Grund für eine Entwarnung. "Das kann noch Monate dauern."

Nach den Zahlen des Instituts steigt die Sterbequote im Zusammenhang mit COVID-19 in Deutschland weiter an. Mit 7.119 Menschen, die im Zusammenhang mit Corona starben, liegt sie nun bei 4,3 Prozent aller nachweislich infizierten Menschen. In der Pandemie sei mit einem weiteren Anstieg zu rechnen, sagte Schaade. Das liege vor allem an Ausbrüchen in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen. Das Durchschnittsalter der Gestorbenen liege bei 81 Jahren.

US-Behörden warnen vor Partys zur absichtlichen Ansteckung mit Coronavirus

11:26 Uhr: Behörden im US-Bundesstaat Washington haben sich besorgt über Hinweise auf so genannte COVID-19-Partys gezeigt, bei denen sich Menschen in der Hoffnung auf spätere Immunität absichtlich mit dem Coronavirus anstecken. "Gruppenversammlungen inmitten einer Pandemie können unglaublich gefährlich sein und setzen Menschen einem erhöhten Risiko eines Krankenhausaufenthalts oder sogar des Todes aus", warnte Washingtons Gesundheitsminister John Wiesman am Mittwoch.

Es sei auch noch vollkommen unklar, ob Menschen nach einer COVID-19-Erkrankung langfristig immun gegen das neuartige Coronavirus seien und welche langfristigen Folgeschäden nach einer Erkrankung drohten, betonte Wiesman.

Bayerischer Verwaltungsgerichtshof bestätigt Maskenpflicht

10:55 Uhr: Die Maskenpflicht im Einzelhandel und in öffentlichen Verkehrsmitteln in Bayern bleibt in Kraft: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof lehnte es am Donnerstag ab, die Vorschrift per einstweiliger Anordnung außer Vollzug zu setzen. Der zuständige Senat sei zu dem Ergebnis gekommen, dass der Schutz des Lebens und der körperlichen Unversehrtheit größeres Gewicht habe als die zeitlich befristete und nur die Lebensbereiche des Einkaufens und des Personennahverkehrs betreffende Einschränkung der Freiheitsgrundrechte durch die Maskenpflicht, teilte das Gericht mit.

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Mehr als 166.000 Corona-Nachweise in Deutschland

10:32 Uhr: In Deutschland sind bis Donnerstagvormittag über 166.000 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.15 Uhr: mehr als 164.800 Infektionen). Mindestens 7.093 mit dem Erreger SARS-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 10.15 Uhr: 6.943). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl lag nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) von Mittwoch bei 0,65. Das bedeutet, dass zehn Infizierte zwischen sechs und sieben weitere Personen anstecken.

Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 139.900 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Heinsberg-Studie basiert auf falscher Berechnung

09:45 Uhr: Die im Ort Gangelt, im Kreis Heinsberg, groß angelegte Studie zur Corona-Dunkelziffer soll auf falschen Berechnungen beruhen. Dies berichtete der SWR.

Die präzise Schätzung von etwa 1,8 Millionen Infizierten sei demnach nicht länger haltbar. Es müsse als Ergebnis der Schätzung eine deutlich weitere Spanne für die Dunkelziffer angegeben werden. Nach Aussagen von Wissenschaftlern könnte die Zahl der Infizierten bei nur einer Millionen liegen, es könnte sich aber auch um eine Anzahl von bis zu fünf Millionen Menschen handeln.

Für die Berechnung der Dunkelziffer seien vor allem die Zahl der Infizierten und die Anzahl der Verstorbenen ausschlaggebend. Da es sich bei diesen Zahlen um reine Schätzungen handele, sei ein drastischer Fehler unterlaufen und die Unsicherheit im Bezug auf die Angaben sei unterschlagen worden.

Berliner Kitas gehen wieder schrittweise in Betrieb

9:01 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat angekündigt, die Kitas während der Corona-Pandemie wieder Zug um Zug in Betrieb zu nehmen. "Wir sind schon bei einer Versorgung von rund 40 Prozent des Normalbetriebs und gehen jetzt schrittweise auf 70 Prozent", sagte er am Donnerstagmorgen im RBB-Inforadio. Das sei bereits deutlich mehr als in anderen Bundesländern, die teilweise erst jetzt eine Notbetreuung einrichteten. Der Kita-Betrieb könnte Müller zufolge über kleinere Gruppen und zeitversetztes Betreuen in Gang kommen.

Aktuelle Corona-Fallzahlen in Deutschland

8:28 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Donnerstag mit 166.091 angegeben - ein Plus von 1284 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 168.162 Infizierte.

Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 7119 Todesfälle, die JHU 7275 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug etwa 139.900.

Für die einzelnen Bundesländer übermittelte das RKI die folgenden Zahlen (Infizierte gesamt / Differenz zum Vortag / Tote gesamt):

  • Baden-Württemberg: 32.762 / +186 / 1497
  • Bayern: 43.658 / +287 / 2050
  • Berlin: 6149 / +57 / 162
  • Brandenburg: 2999 / +30 / 129
  • Bremen: 963 / +47 / 32
  • Hamburg: 4704 / +40 / 194
  • Hessen: 8736 / +94 / 396
  • Mecklenburg-Vorpommern: 715 / +4 / 19
  • Niedersachsen: 10.564 / +111 / 478
  • Nordrhein-Westfalen: 34.249 / +272 / 1372
  • Rheinland-Pfalz: 6213 / +22 / 189
  • Saarland: 2655 / +28 / 143
  • Sachsen: 4836 / +52 / 181
  • Sachsen-Anhalt: 1602 / +12 / 48
  • Schleswig-Holstein: 2834 / +19 / 120
  • Thüringen: 2452 / +23 / 109

Industrie erwartet nie dagewesenen Einbruch der Produktion

8:13 Uhr: Deutschlands Industrie erwartet einen nie dagewesenen Einbruch ihrer Produktion. Der auf einer Umfrage unter Unternehmen basierende Index des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts stürzte im April auf den tiefsten Punkt der Wiedervereinigung - von minus 21,4 Punkten im März auf minus 51,4 Punkte im April, wie das Ifo-Institut am Donnerstag mitteilte. Im Dezember 2008 lag der Index demnach bei minus 42,9 Punkten.

Der Rückgang mit minus 30,0 Punkten sei noch einmal stärker ausgefallen als im März mit minus 22,7 Punkten. "Das Tal der Produktion wird immer tiefer", sagt dazu der Leiter der Ifo-Befragungen, Klaus Wohlrabe. Nur die Hersteller von pharmazeutischen Erzeugnissen blicken demnach optimistisch in die Zukunft.

In der Autoindustrie dagegen fiel der Index auf minus 44 Punkte, nach minus 36 Punkten im März. In der Chemiebranche sackte er auf minus 42 Punkte im April ab, nach minus elf im März. Auch bei den Herstellern von Nahrungsmitteln sank der Index von plus drei Punkten auf minus 17 Punkte.

Besonders pessimistisch sind laut Ifo die Erwartungen in der Kokerei und Mineralölverarbeitung: Der Index fiel hier von minus 0,1 auf minus 92,0 Punkte. In der Getränkeherstellung fiel der Produktionsindex auf minus 77 Punkte im April. Auch die Hersteller von Möbeln, Bekleidung, Schuhen, Glaswaren oder elektrischen Ausrüstungen blicken laut Ifo "überaus pessimistisch" in die Zukunft.

CDU-Abgeordnete protestieren gegen verlängerte Grenzschließung durch Seehofer

7:44 Uhr: Aus den Reihen der Union gibt es scharfen Protest gegen die Verlängerung der Grenzkontrollen und -schließungen durch Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU).

Zwölf CDU-Bundestags- und Europaabgeordnete fordern in einer gemeinsamen Stellungnahme die rasche Wiederöffnung der Grenzübergänge, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet. "Nach über sieben Wochen muss Schluss sein mit Gitterzäunen und Schlagbäumen im Herzen Europas", heißt es darin.

Die Stellungnahme stammt vom früheren Fraktionschef im Bundestag, Volker Kauder, Vizefraktionschef Andreas Jung (beide CDU) und zehn weiteren Abgeordneten aus Bundestag und Europaparlament. Sie fordern, die wegen der Corona-Pandemie geltenden Schließungen der Grenzen mit der Schweiz, Frankreich und Luxemburg sofort aufzuheben. Spätestens zum 15. Mai müssten dann dann alle wegen der Krise verhängten Grenzbeschränkungen entfallen.

An EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen appellieren die Parlamentarier laut RND, die Ausnahmegenehmigung für Grenzkontrollen nicht über den 15. Mai hinaus auszudehnen. Es widerspreche europäischem Recht, wenn Corona-Maßnahmen im Inland gelockert würden, nach Außen aber weiter dicht gemacht werde.

Seehofer hatte die Kontrollen an den deutschen Grenzen erst am Montag bis Mitte Mai verlängert. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums sind Reisende aus Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Dänemark, Italien und Spanien weiter von den Kontrollen betroffen.

Tausende Mieter haben Geldsorgen wegen Coronakrise

6:18 Uhr: Tausende Mieter in Deutschland haben sich in der Coronakrise wegen Geldsorgen an ihre Vermieter gerichtet. Da viele Menschen in der Pandemie mit weniger Einnahmen zurechtkommen müssen, häufen sich die Anfragen. Die Mietausfälle zumindest bei großen Wohnungsunternehmen halten sich aber in Grenzen, zeigt eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter Immobilienkonzernen sowie Mieter- und Eigentümerverbänden. Demnach hat die Pandemie die allermeisten Mieter bislang nicht in große finanzielle Nöte gestürzt.

Bei einer Umfrage für den Eigentümerverband Haus & Grund haben mehr als drei Viertel der befragten Mieter angegeben, sie hätten aktuell genug Einkommen und Rücklagen oder erhielten staatliche Hilfe, um ihre Miete zahlen zu können. Etwas mehr als sechs Prozent berichteten, bei ihnen führten Einkommeneinbußen wegen der Pandemie dazu, dass sie die Miete nicht zahlen könnten, so Haus & Grund.

"Noch wirken viele Auffangmaßnahmen, die es den Mietern ermöglichen, weiter ihre Miete zu zahlen", sagte Verbandspräsident Kai Warnecke. Die Maßnahmen liefen jedoch irgendwann aus. "Wir befürchten, dass dann die Zahl derer, die nicht mehr zahlen können, deutlich steigt."

In den meisten Wohngeldstellen der Städte sind die Anfragen von Mietern seit Mitte März deutlich gewachsen, berichtete der Deutsche Städtetag. "Der Beratungsbedarf in Folge von Corona ist enorm", sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy auf Anfrage. Meist gehe es aber um eine erste allgemeine Beratung und nicht um vollständige Wohngeldanträge. Man rechne aber mit einer deutlichen Steigerung im Verlaufe des Mai.

Der Deutsche Mieterbund vermutet, dass sich die Pandemie erst zeitverzögert bei den Menschen niederschlägt. Wahrscheinlich werde die Zahl der Menschen, die ihre Miete nicht oder nicht vollständig zahlen könnten, steigen, je länger sie von Kurzarbeit oder Einkommensausfall betroffen sind.

Die Bundesregierung hatte beschlossen, Mieter in der Coronakrise bei Zahlungsschwierigkeiten zu schützen. So dürfen Eigentümer Mietern nicht kündigen, wenn diese wegen der Coronakrise die Miete nicht zahlen können. Das gilt für Mietschulden von April bis Ende Juni. Erst, wenn Mieter die Zahlungsrückstände aus diesem Zeitraum nach zwei Jahren nicht beglichen haben, kann ihnen gekündigt werden.

Chinas Exporte legen im April trotz Corona-Pandemie zu

5:59 Uhr: Trotz des globalen Coronavirus-Ausbruchs sind Chinas Exporte im April überraschend gestiegen. Wie die Pekinger Zollbehörde am Donnerstag mitteilte, legten die Ausfuhren im Vergleich zum April des Vorjahren um 3,5 Prozent zu. Deutlich bergab ging es dagegen mit den Importen, die um 14,2 Prozent einbrachen.

Analysten hatten sowohl bei Ein- als auch bei Ausfuhren mit einem deutlichen Rückgang gerechnet. Die strengen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus hatten die chinesische Wirtschaft seit Ende Januar praktisch zum Stillstand gebracht. Die Auswirkungen wurden daher besonders im Februar spürbar. Danach setzte eine langsame Erholung ein.

Friseurin in Texas wegen Verstoßes gegen Corona-Auflagen im Gefängnis

4:34 Uhr: Im US-Bundesstaat Texas ist eine Friseurin zu siebentägiger Haft verurteilt worden, weil sie ihren Laden trotz der Corona-Restriktionen offen gelassen hatte. Gegen die Frau wurde außerdem eine Geldstrafe von 7000 US-Dollar (6500 Euro) verhängt. Gouverneur Greg Abbott kritisierte das Urteil am Mittwoch als "übertrieben". Es gebe sicherlich weniger harte Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus "als eine texanische Mutter ins Gefängnis zu schicken".

Während ihres Verfahrens hatte die Friseurin Shelley Luther laut Medienberichten ausgesagt, sie habe ihren Salon in Dallas offen gehalten, um ihre Kinder ernähren zu können. Sie war Ende März direkt von den Behörden angewiesen worden, ihr Geschäft zu schließen. Sie ließ ihren Laden dennoch danach noch sieben Tage lang offen, bis sie vor Gericht musste. Luther habe in ihrem Verfahren keine "Zerknirschung" oder "Reue" über ihr Verhalten gezeigt, konstatierte der Richter laut Gerichtsdokumenten.

Friseursalons und Nagelstudios, Parks, Strände und öffentliche Schwimmbäder sollen an diesem Freitag in Texas wieder öffnen dürfen. Vor einer Woche waren in dem Bundesstaat bereits Restriktionen für Bars und Restaurants gelockert worden.

Bundeswehr leistete bereits mehr als 200 Mal Amtshilfe in Coronakrise

3:45 Uhr: Seit Beginn der Corona-Pandemie hat die Bundeswehr laut einem Zeitungsbericht bereits mehr als 200 Mal Amtshilfe für andere Behörden im Kampf gegen die Krise geleistet. Wie die Düsseldorfer "Rheinische Post" in" ihrer Donnerstagausgabe unter Berufung auf eine interne Aufstellung der Bundesregierung berichtet, reichen die Hilfen vom Transport von Masken über die Verantwortung für die Zugangsschleuse einer Klinik bis hin zur Herstellung von Desinfektionsmitteln durch Soldaten der ABC-Abwehr.

82 Unterstützungsaktionen der Bundeswehr für andere Behörden seien bereits abgeschlossen, zitiert die Zeitung aus den Regierungsangaben. 121 Hilfsmaßnahmen liefen noch, weitere 33 würden derzeit vorbereitet. Die Bundeswehr hatte unter anderem im April mehr als zehn Millionen medizinische Schutzmasken aus China nach Deutschland transportiert.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.
Teaserbild: © dpa