Lewis Hamilton ist wieder Weltmeister. Beim Grand Prix von Mexiko sicherte sich der Brite seinen insgesamt vierten WM-Titel. Es ist beeindruckend, wie Mercedes die Angriffe von Ferrari gekontert hat und mit welcher Konstanz sie erneut durch die Saison gekommen sind. Doch auch bei Ferrari hat man vieles richtig gemacht und hat den Silberpfeilen einen starken Kampf geboten. Am Ende hat sich das bessere Team durchgesetzt.

Wieder Weltmeister. Zum vierten Mal in Folge. Mercedes gewinnt wieder die Fahrer- und Konstrukteurs-WM. Lewis Hamilton ist zum vierten Mal nach 2008, 2014 und 2015 Weltmeister.

Nach Jahren der Dominanz musste Mercedes diese Saison sehr hart für den Titel arbeiten und belohnte sich mit dem verdienten Gewinn der Weltmeisterschaft.

Für die Fans bot diese Formel-1-Saison endlich wieder die gewünschte Spannung und viel Action auf der Strecke.

Ferrari hat massiv aufgeholt, Red Bull findet zu alter Stärke zurück

Besonders Ferrari war in dieser Saison lange auf Augenhöhe mit den Silberpfeilen. Hamilton und Ferrari-Star Sebastian Vettel lieferten sich lange ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Zur Sommerpause lag Vettel 14 Punkte vor seinem Rivalen Hamilton.

Doch in der zweiten Saisonhälfte gab es für den Heppenheimer nur noch wenig zu feiern. Entweder versagte die Technik oder Vettel selbst verschuldete das Ausscheiden wie beim Startcrash in Singapur mit Teamkollege Kimi Raikkönen.

Lewis Hamilton dagegen gewann seit der Sommerpause fünf der neun Rennen und krönte sich in Mexiko frühzeitig zum Weltmeister. Erst beim vorletzten Rennen in Brasilien siegte Vettel wieder.

Es war sein erster Erfolg seit dem Großen Preis von Ungarn im Juli. Ein Sieg, der Vettel und Ferrari Mut für 2018 machen sollte.

Für Red Bull - dem dritten starken Team - hingegen war die erste Saisonhälfte zum Vergessen. Daniel Ricciardo und Max Verstappen kamen sieben Mal nicht ins Ziel.

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte konnte Red Bull sich nicht auf die Technik verlassen. Erst beim Großen Preis von Malaysia haben Ricciardo und Verstappen die Kurve gekriegt und wieder einen Sieg für das gebeutelte Team eingefahren.

Der Youngstar aus den Niederlanden gewann sowohl in Malaysia als auch das Rennen in Mexiko. Wenn Chefingenieur Adrian Newey den beiden Fahrern für 2018 ein stabiles und zuverlässiges Auto baut, dann zählt Red Bull in der nächsten Saison zu den Favoriten auf den WM-Titel.

Dass Ferrari den Rückstand auf Mercedes so enorm reduzieren konnte, lag an den zahlreichen Regeländerungen, die zu dieser Saison in Kraft traten.

Neuerungen beim technischen Reglement haben funktioniert

Die Boliden sind seit Beginn der Saison 20 Zentimeter breiter. Dadurch wirken die Autos aggressiver. Hinzu kamen die Rückkehr der Heckflosse und eine Steigerung des Mindestgewichts auf 772 Kilogramm. Der Grund: Die Autos erzeugen mehr Abtrieb, was für eine schnellere Kurvengeschwindigkeit sorgt und die Rundenzeiten sinken lässt.

Für Ferrari und Red Bull waren diese Regeländerungen die Chance, auf Mercedes aufzuholen. Die Silberpfeile legen viel Wert auf Topspeed, was zu Lasten des Abtriebs geht.

Auch die Reifen wurden zu Beginn der Saison breiter. 25 Prozent breiter sind sie im Vergleich zum Vorjahr, was sich ebenfalls auf die Rundenzeiten auswirkt.

Änderungen für 2018

Eine Änderung werden die Zuschauer sofort erkennen: Der Cockpitschutz Halo wird ab kommender Saison eingeführt. Der Bügel soll die Fahrer vor fliegenden Teilen und bei Unfällen schützen.

Optisch ist das sicher kein Hingucker. Da die Formel 1 aber in den vergangenen Jahren immer schneller geworden ist, muss auch die Sicherheit der Fahrer weiterhin gewährleistet sein.

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Außerdem werden die T-Flügel wieder abgeschafft. Diese waren auf den Finnen der Boliden befestigt, die im neuen Reglement ebenfalls verboten sind. Finnen sind die Heckflosse an den Boliden, die den Heckflügel in der Kurvenmitte perfekt anströmen soll.

Aus sportlicher Sicht gibt es eine weitere Reduzierung der erlaubten Power-Unit-Komponenten.

Statt wie bisher vier Exemplare aller sechs Motorenelemente dürfen ab dem Jahr 2018 nur noch drei Exemplare straffrei verwendet werden. Bei der Batterie und der Steuereinheit sinkt die Zahl sogar auf zwei.

Der neue Rechteinhaber Liberty Media erlaubt den Teams, bei Promotion-Events unter Auflagen mit den aktuellen Modellen zu fahren. Früher waren nur Autos der abgelaufenen Saison bei solchen Events zugelassen.

Bereits in diesem Jahr veranstaltete Liberty Media einen solchen Event im Vorfeld des Großen Preises von Großbritannien in der Londoner Innenstadt.

Änderungen nicht so gravierend wie 2017

Die Änderungen für 2018 sind allerdings nicht so gravierend, wie für die aktuelle Saison. Durch die Reduzierung der erlaubten Power Units wird es aber auch für die Topteams schwierig, ohne Strafen durch die Saison zu kommen.

Es ist daher zu erwarten, dass auch Lewis Hamilton und Sebastian Vettel in der Startaufstellung mit Strafen belegt werden. Dadurch würden auch die Titelanwärter dazu gezwungen werden, sich in einzelnen Rennen durch das Feld zu kämpfen.

Für die Spannung im Titelkampf ist diese Maßnahme sicher sinnvoll. Für die kleinen Teams, die bereits dieses Jahr viele Probleme hatten, wird die weitere Reduzierung jedoch zu noch mehr Strafen führen.

Fazit: Die Favoriten für das Jahr 2018 sind wieder Mercedes und Ferrari. Wenn die Italiener wieder einen Sprung nach vorne machen, kann der Zweikampf zwischen Hamilton und Vettel im nächsten Jahr bis zum letzten Rennen gehen.

Aber auch Red Bull kann im Titelrennen ein Wörtchen mitreden. Daher zählen auch Max Verstappen und Daniel Ricciardo zu den Mitfavoriten für die Formel-1-Saison 2018.