Jürgen Klopp und die Journalisten. Liebe ist das nicht. Mittlerweile kann man ja die Uhr danach stellen, dass Interviews mit dem Trainer von Borussia Dortmund eskalieren. Aber seien wir doch mal ehrlich: Wir wollen es doch so! Deswegen haben wir einen kleinen Leitfaden für Journalisten erstellt, mit dem ein Wutausbruch von Jürgen Klopp quasi garantiert ist. Bitte ausdrucken und befolgen.

1. Wechseln Sie zum ZDF: Mittlerweile ist es ja so, dass das Logo des Mainzer Senders für Jürgen Klopp ein orangenes Tuch ist. Bela Rethy und Co. könnten den Dortmunder Trainer nach dem Gewinn der Champions League/der Geburt seines Kindes/einer Probefahrt im neuen Opel interviewen, er hätte plötzlich Scheißlaune, aus Prinzip.

2. Kriechen Sie nicht zu Kreuze: Wie man es nicht macht, zeigte der Sky-Reporter nach dem Hinspiel im Champions-League-Viertelfinale gegen Real Madrid. Der versicherte dem sichtlich verdutzten Dortmunder Trainer gleich mehrfach: "Sky glaubt an ein Weiterkommen des BVB!" Bei so viel Servilität hat selbst Jürgen Klopp Mitleid.

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Die Ausraster des Jürgen K.

Ob Schiri-Pöbler oder Trainer-Streit: Klopps Mimik spricht Bände. Der BVB-Coach ist nicht erst seit dem Samstag für seine grausigen Gesichter bekannt.

3. Stellen Sie doofe Fragen: Wie man es richtig macht, zeigte ZDF-Mann Jochen Breyer nach dem oben genannten Spiel. Denken Sie sich einfach einen Themenkomplex aus, der völlig fernab der Realität liegt (der gelb-gesperrte Robert Lewandowski hätte dem Dortmunder Spiel vielleicht nicht gerade geschadet - oder ähnlichen Quatsch) und verpacken Sie es in eine esoterisch angehauchte Frage à la: "Haben Sie während des Spiels an Robert Lewandowski gedacht?" Wutausbruch garantiert.

4. Stellen Sie Suggestivfragen: Überhaupt - dieser Breyer. Ein Teufelskerl am Mikrofon, wenn es darum geht, die Klopp'sche Krawall-Klaviatur zu spielen. Da wagte er es am Dienstagabend doch tatsächlich, dem Borussen-Coach vorzuschreiben, was er zu denken habe. "Die Sache ist durch, oder?", meinte er mit Unschuldsmiene. Wohlwissend, dass die Sache wirklich durch ist, Jürgen Klopp das aber gerne selbst verkünden würde. Hatte er im Sky-Interview zuvor ja mit anderen Worten schon getan. Da hatte der Reporter ja aber Regel Nr. 2 missachtet.

5. Bauen Sie sich ein Image auf: Erinnern Sie sich noch an den "Seuchenvogel"? Der schlaue SWR-Mann Stephan Mai zum Beispiel bemerkte irgendwann, dass er die Chance hat, die persönliche Nemesis des Jürgen Klopp zu werden. Egal, von welchem Auswärtsspiel mit Klopp-Beteiligung er berichtete - dessen jeweilige Mannschaft verlor. Jetzt wird Mai schlau genug gewesen sein, sich heimlich aus dem Stadion zu schleichen, falls das Klopp-Team doch mal zu gewinnen drohte. Fertig war das Pechbringer-Image! Eskalation folgte dann im Februar 2011, als Klopp auf eine Interviewanfrage antwortete: "Da habe ich Bock drauf wie Zahnweh." Alles richtig gemacht.

6. Seien Sie gönnerhaft: Meisterhaft, wie Oliver Kahn Jürgen Klopp nach der CL-Niederlage der Dortmunder gegen Zenit St. Petersburg auf die Palme brachte. Zuerst stachelte er ihn an, indem er die Äußerungen Klopps über Bayern-Sportchef Matthias Sammer als "respektlos" und "unverschämt" bezeichnete - nur um danach zum Todesstoß anzusetzen: "Ich verstehe Jürgen Klopp. Wenn man als Trainer in so einer Situation ist, wenn man mit vielen Widrigkeiten umgehen muss, das zehrt, das zehrt auch an den Nerven." Von oben herab behandelt zu werden - da führt Klopp lieber ein Interview mit Stefan Mai. Oliver Kahn hat Klopp damit mittlerweile so weit, dass er gar nichts mehr sagen muss. Nach dem Spiel gegen Real war Kahn nur interessierter Beobachter des Wortwechsels mit Breyer, dennoch verabschiedete sich Klopp von Kahn mit den Worten: "Olli, super heute wir zwei." Deswegen:

7. Laden Sie Oliver Kahn ein.