Er ist der große Sieger der alpinen Ski-Weltmeisterschaft in St. Moritz: Marcel Hirscher. In einem Interview erklärt er, wie sehr ihn seine drei Medaillen freuen - und wie er Manuel Fellers Silberne erlebt hat.

Marcel Hirscher, der Held der Ski-WM: Drei Medaillen - zweimal Gold, einmal Silber - so lautet die Bilanz des Salzburgers in St. Moritz. Er ist der Erste seit 1996, der das Technik-Double geschafft hat. In einem Interview mit der "Kronen-Zeitung" erklärt er, wie viel ihm der Triumph bedeutet.

"Es war ein Gefühl der völligen Befreiung", sagte Hirscher. Das Minimalziel sei gewesen, bei fünf Starts eine Medaille zu holen - das Ziel war nach der Kombination erreicht.

"Am Freitag ist mit dem Riesentorlauf der Knoten richtig geplatzt", erklärte der 27-Jährige. "Es war toll im Slalom an den Start zu gehen und zu wissen, egal was passiert, ich bin schon Weltmeister und lass' mir die WM nicht zunichtemachen."

Piste war "WM-würdig"

Ski-WM: Neunmal holten ÖSV-Asse Edelmetall, die Schweiz siebenmal.

Mit der Piste sei er dieses Mal "superhappy" gewesen. "Es ist nie lustig, der zu sein, der wie ich in der Kombi sagt, die Piste war nicht so klass."

Dieses Mal sei die Strecke perfekt gewesen. "Sie haben es gewaltig hinbekommen, es war wie im Riesentorlauf WM-würdig. Das ist bemerkenswert bei diesen Sonnenstunden und der Kraft, mit der die Sonne einwirkt."

Erstes Technik-Double seit 1996

Dass er der erste Läufer seit 1996 ist, der bei einer WM Slalom und Riesentorlauf für sich entschied, konnte Hirscher kaum realisieren.

"Hoffentlich dauert es lange, bis das wieder einer schafft. Dann werde ich mich drüber freuen. Jetzt ist es surreal." Aber: "Der Moment jetzt gerade bedeutet mir mehr."

Hirscher: Feller ist "ein Wahnsinn"

Hirscher freute sich auch für Vizeweltmeister Manuel Feller: "20 Stunden vorher sind wir bei der Startnummernauslosung gewesen, da hat er ausgeschaut wie ein zusammengefaltetes Stück Papier." Feller sei "ein Wahnsinn. Ich habe gedacht, der fährt heute keinen Schwung. Chapeau."

Der Tiroler hatte am Vortag des Rennens mit massiven Rückenproblemen zu kämpfen gehabt. Noch in der Nacht reiste Physiotherapeut Gernot Schweizer aus Salzburg an, um Feller zusammen mit den restlichen ÖSV-Therapeuten wieder fit zu bekommen.

Lob für Felix Neureuther

Hirschers Lob galt auch Kumpel Felix Neureuther, der die Bronzemedaille holte: "Ich habe auf der Tafel nicht gesehen, wer Zweiter und Dritter ist. Dann habe ich mich im St. Moritzer Schnee abkühlen müssen. Auf einmal schaut mir der Neureuther in die Augen. Da habe ich gedacht, wie gibt's das? Der muss gefahren sein wie der Teufel."

Und die Hundertstel Sekunde, die Marcel Hirscher auf Kombigold fehlte? "Die ist heute Banane." (ank)

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