• Die deutschen Biathlon-Herren scheinen rechtzeitig zu Olympia in Form zu kommen, die DSV-Adler haben ihr Tief überwunden.
  • Erfreuliches gibt es auch von Kira Weidle, während die Biathlon-Damen weiter allergrößte Probleme haben.
  • So lief das Wintersport-Wochenende aus deutscher Sicht.

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Ski alpin und Skicross

Tolles Wochenende für Kira Weidle: Deutschlands Sped-Queen raste bei der Abfahrt im österreichischen Zauchensee hinter Lara Gut-Behrami aus der Schweiz auf den zweiten Rang – Weidles bestes Resultat im Weltcup überhaupt. "Das bedeutet mir sehr viel. Vor allem, weil die ersten Rennen nicht so gelaufen sind", so Weidle. Und auch im Super G fuhr die 25-Jährige einen Tag später ein ordentliches Resultat ein. Weidle wurde zwar "nur" 16., "es geht auf jeden Fall in die richtige Richtung", so Weidle.

Ebenfalls im Super G konnten die deutschen Herren beim Weltcup-Wochenende in Wengen brillieren. Romed Baumann fuhr als Vierter nur um drei Hundertstelsekunden am Podest vorbei, Sepp Ferstl wurde guter Sechster. "Ich bin auf jeden Fall zufrieden", sagte Baumann.

An den hervorragenden Start im Mekka des Schweizer Skisports konnten die Männer in den Tagen danach aber nicht mehr anknüpfen. Bei der Abfahrt am Freitag kam kein DSV-Starter unter die besten 20, bei der zweiten Abfahrt 24 Stunden später war Dominik Schwaiger als 17. noch bester Deutscher. "Das war kein gutes Abfahrtswochenende für uns", sagte Schwaiger.

Und auch beim abschließenden Slalom am Sonntag lagen Licht und Schatten nah beieinander. Während Linus Straßer im zweiten Durchgang ausschied, schaffte Alexander Schmid Historisches: Als erster Rennläufer überhaupt schaffte es Schmid mit der letzten Startnummer im ersten Durchgang, sich für den zweiten Lauf zu qualifizieren. Mit Nummer 67 war Schmid gestartet und arbeitete sich im zweiten Durchgang noch bis auf Rang 14 vor. "Das hätte ich nicht gedacht", sagte Schmid, der nie zuvor im Slalom Weltcup-Punkte geholt hatte. "Ich bin sehr, sehr glücklich. Es ist einfach cool, dass ich mal meinen Stiefel durchgebracht habe."

Skicrosser Florian Wilmsmann hat seinen zweiten Podestplatz in der laufenden Saison eingefahren. Der 25-Jährige belegte beim zweiten Rennen beim Weltcup im kanadischen Nakiska den zweiten Platz.

Para-WM

Monoskifahrerin Anna-Lena Forster hat bei den World Para Snowsports Championships in Lillehammer gleich doppelt zugeschlagen. Die 26 Jahre alte Slalomspezialistin triumphierte erst in der Abfahrt der sitzenden Klasse und feierte nach Silber 2019 ihren ersten WM-Erfolg in dieser Disziplin und sicherte sich zwei Tage später auch Platz eins im Super-G. Zudem triumphierte Anja Wicker im Biathlon in der sitzenden Klasse.

Skispringen

Das Tief scheint überwunden, die deutschen Adler haben sich eindrucksvoll zurückgemeldet. Am Samstag holte das DSV-Quartett bei der olympischen Team-Generalprobe beim Weltcup in Zakopane im Mannschaftsbewerb Platz zwei hinter Slowenien und vor den Top-Nationen Österreich, Norwegen und Japan stark zurückgemeldet. Der kurze Heimaturlaub nach der Knochentour hat den DSV-Adlern Flügel verliehen.

"Nach Bischofshofen musste ich echt Luft holen, denn die war raus, es ging einfach nichts mehr", sagte Karl Geiger im ZDF. "Wir können stolz auf Platz zwei sein, im Hinblick auf Peking gibt es aber noch etwas zu tun." Geiger war es auch, der mit einem starken zweiten Platz im Einzel von der Großschanze am Sonntag das sehr starke Wochenende der deutschen Skispringer perfekt machte.

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Biathlon

Bei den deutschen Skijägern bleibt die Diskrepanz zwischen Damen und Herren auch wenige Tage vor dem Start in die Olympischen Spiele erhalten. Während die Damen auch beim Heim-Weltcup in Ruhpolding in allen drei Rennen enttäuschten und teilweise große Probleme offenbarten, bestätigten die Herren ihre klar aufsteigende Form.

In der Staffel schaffte es das DSV-Quartett hinter Russland auf einen bärenstarken zweiten Platz - und das ohne den an Corona erkrankten Johannes Kühn. "Es war schon ein Fingerzeig für uns", sagte Philipp Nawrath. "Wenn jeder sein Ding macht, sind wir durchaus in der Lage, auch bei Olympia mitzuhalten."

Auch im Sprint gab es durch Benedikt Doll ein Top-Resultat: Doll holte sich am Donnerstag mit seinem ersten fehlerfreien Schießen nach über zwei Jahren Platz zwei, Erik Lesser wurde guter Sechster. Lesser bestätigte das Resultat mit dem sechsten Platz beim Verfolger, Doll wurde Elfter. Ebenfalls erfreulich: David Zobel schaffte es auf Rang zehn und damit zur halben Olympia-Norm.

Großer Jammer dagegen wieder einmal bei den Damen. Im Sprint landete Denise Herrmann als 24. unter ferner liefen. Herrmann verzichtete am Sonntag auf die Verfolgung, bei der die restlichen Damen in Abwesenheit Herrmanns und auch der immer noch nicht fitten Franziska Preuß enttäuschten. Vanessa Hinz wurde als beste Deutsche 26., Vanessa Voigt 28.

Und auch in der Staffel gab es wenig zu lachen. Voigt, Hinz, Franziska Hildebrand und Herrmann landeten nur auf Rang vier. Sorgen bereitet überdies weiter auch der Gesundheitszustand der eigentlichen Frontläuferin Preuß. "Franzi geht es noch nicht ganz so optimal. Sie hat mit ihrer Corona-Infektion noch kleinere Probleme", sagte Frauen-Trainer Kristian Mehringer im ZDF. Was bleibe ist die Hoffnung, dass es "die nächsten Tage bergauf geht. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es aber nicht so, dass sie an Wettkämpfe denken kann."

Rodeln und Skeleton

Julia Taubitz steht vor dem zweiten Gesamtweltcup-Sieg ihrer Karriere. Taubitz fuhr beim vorletzten Rennen der Saison in Oberhof beim Sieg von Rivalin Madeleine Egle (Österreich) auf Platz zwei. Für Egle war es bereits der fünfte Sieg in diesem Winter, Taubitz hat vier auf dem Konto. Taubitz schaffte es jedoch in neun der bislang zehn Weltcuprennen auf einen der ersten beiden Plätze und führt die Gesamtwertung mit 57 Punkten Vorsprung auf Egle an.

Das Doppel Toni Eggert/Sascha Benecken siegte eine Woche nach ihrem Erfolg im lettischen Sigulda auch beim vorletzten Weltcup in Oberhof. Die Olympiasieger Tobias Wendl/Tobias Arlt machten den deutschen Doppeltriumph perfekt.

Skeleton-Vizeweltmeisterin Jacqueline Lölling fuhr in St. Moritz als Zwölfte an den Top Acht vorbei und verpasste dadurch das direkte Olympia-Ticket für Olympia. Über die sogenannte "Härtefall-Regelung" könnte Lölling das Ticket aber noch ziehen. Deutlich besser lief es bei den Männern: Alexander Gassner feierte als Zweiter sein bestes Saisonergebnis, Weltmeister Christopher Grotheer folgte auf Platz drei.

Snowboard

Snowboarder Stefan Baumeister hat beim letzten Parallel-Riesenslalom vor Olympia seinen zweiten Sieg in dieser Saison gefeiert. Und auch Melanie Hochreiter ist in Olympiaform. Die 25-Jährige fuhr zeitgleich mit der russischen Slalom-Weltmeisterin Sofija Nadyrschina auf Rang drei. Für Hochreiter war es das erste Podest ihrer Karriere. Hochreiter und Baumeister belegten als Team Deutschland 2 zwei Tage später im Parallel-Mannschafts-Rennen den zweiten Rang.

Annika Morgan hat im Slopestyle ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Die 19-Jährige fuhr bei den Laax Open als Dritte zum zweiten Mal in ihrer Karriere auf ein Weltcup-Podest.

Bob

Saison-Premiere für Francesco Friedrich: Der Dominator musste sich am Sonntag erstmals in diesem Winter im Viererbob geschlagen geben. Auf der Natureisbahn in St. Moritz wurde Friedrich "nur" Zweiter hinter dem Letten Oskars Kibermanis. "Wir müssen uns gar keine Sorgen machen", sagte Friedrich trotzdem. "St. Moritz ist eine spezielle Bahn, aber wir haben mit dem Streckenrekord zurückgeschlagen und die beste Laufzeit am Ende hier stehen." Einen Tag zuvor hatte sich Friedrich im Zweier mit neuem Bahnrekord zum siebten Mal zum Europameister gekürt.

Ebenfalls Europameisterin wurde Mariama Jamanka im Monobob gekürt. Die Oberhoferin setzte sich mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung vor der WM-Dritten Laura Nolte durch. Nolte verpasste mit einem dritten Platz im Zweier auch den Sieg im Gesamtweltcup, den sich die Amerikanerin Elana Meyers Taylor schnappte. Der Sieg im Zweier ging mit neuem Bahnrekord an Vizeweltmeisterin Kim Kalicki.

Ski Nordisch

Licht und Schatten bei den deutschen Kombinierern. Zwar verpassten die deutschen Läufer in beiden Wettbewerben das Podest, mit Platz vier für Youngster Julian Schmid und Rang sechs für Eric Frenzel konnte die deutsche Mannschaft aber durchaus zufrieden sein. Auch beim abschließenden Rennen gab es zwar keine Top-Platzierung, Vinzenz Geiger kam als bester DSV-Athlet aber auf Platz sieben, Teamkollege Johannes Rydzek sicherte sich mit Platz acht wohl das Peking-Ticket.

Quelle:
  • ZDF.de: Wintersport Kompakt vom 16. Januar
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