Das Faultier alias Tom Beck gewann die zweite Staffel von "The Masked Singer”. Mit Sonja Zietlow, Gregor Meyle und Mike Singer mussten sich am Dienstag aber noch drei weitere Promis enttarnen. Der berührendste Moment des Abends: Gregor Meyle offenbarte, während der Staffel am Coronavirus erkrankt gewesen zu sein.

Eine Kritik
von Bodo Klarsfeld

Reihenweise wurden sie in den letzten Wochen bereits enttarnt, die mal mehr, mal weniger bekannten Promis. Nun stand das Finale von "The Masked Singer 2020" an. Drache, Faultier, Hase und Wuschel mussten in der laut ProSieben "Besten verrückten Show der Welt" – ein echter Schmunzler – am Dienstagabend gegeneinander ansingen.

Pompöser Auftakt mit allen Teilnehmern

Zum Auftakt standen alle bereits enttarnten und aktuellen Protagonisten gemeinsam auf der Bühne, um den Song "The Greatest Show" zu performen. Sogar Moderator Matthias Opdenhövel, der Ansätze eines Raps darbot, Juror Rea Garvey und "The Masked Singer 2019"-Gewinner Matz Mutzke mischten mit.

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Kurz zu den Finalregeln: Jeder der vier verbliebenen Stars muss zunächst einen Song zum Besten geben. Derjenige, der beim folgenden Zusehervoting verliert, hat seine Maskerade aufzugeben. Danach folgt das selbe Spiel mit dem übriggebliebenen Trio. In der finalen Runde um den Titel dürfen die beiden Finalisten dann ihren persönlichen Lieblingssong aus der Staffel noch einmal intonieren.

"The Masked Singer": Dünnes Stimmchen versus berauschendes Fabeltier

Gestartet wurde mit dem Hasen, der sein dünnes Stimmchen über den "Rock’n Roll"-Klassiker "Great Balls of Fire" von Jerry Lee Lewis schickte. "Eines ist sicher, im Hasenkostüm steckt eine grandiose Entertainerin", so Übertreibungskünstlerin Moschner. Garvey wähnte Sonja Zietlow hinter dem Löffeltier.

Danach war "die beste Stimme, die wir hier im Haus haben" dran, wie es der Ire schon mal formulierte. Der Drache berauschte das Publikum mit dem vorzüglichen Track "Wonderful Life" vom 2016 verstorbenen "Black". "Sensationell, deine beste Performance", so Garvey zum Fabeltier. Auch Mutzke attestierte dem Drachen eine wunderschöne Stimme, während Moschner so tat, als würde sie mit den Tränen kämpfen. Mutzke tippte auf Andreas Bourani, Moschner setzte auf die heiße Aktie Gregor Meyle.

Kurios: Garvey lobt das Englisch des Faultiers und tippt auf Stefan Raab

Mit einem Arrangement, das unterschiedlichste Musikgenres verband, überraschte dann das Faultier beim Song "The Lazy Song" von Bruno Mars. "Krass, wirklich geil", so Mutzkes Befund zum Auftritt des Faulis. Er konnte sich Sänger und Schauspieler Tom Beck gut hinter dem Kostüm des Faultiers vorstellen. Garvey thematisierte das "sehr, sehr gute Englisch" des Faultiers, um dann paradoxerweise auf Stefan Raab zu tippen. Mutzke widersprach deutlich.

Als Vierter im Bunde versuchte sich dann der Wuschel mit der soliden Boyband-Stimme im durch Frank Sinatra populär gewordenen Klassiker "My Way". Ruth Moschner, die vermutlich seit Monaten B-Promis zu Recherchezwecken im Web stalkte, schmolz einmal mehr dahin. Sie tippte auf Sänger Mike Singer hinter dem Wuschelkostüm. "Ich bin mir sicher, dass es Wincent Weiss ist", meinte wiederum Mutzke.

Die Dschungelcamp-Zietlow schält sich aus dem Hasen

Es traf schließlich den Hasen. Er war an diesem Abend der erste, der aus seiner Rolle schlüpfen musste. "Wir kennen uns. Es ist Sonya Kraus", so Garvey kurz vor der Enthüllung zum Rampenrammler. Ebenso fielen die Namen Martina Hill und Sonja Zietlow wieder. Und tatsächlich: Hinter der Maske kam Dschungelcamp-Moderatorin Sonja Zietlow zum Vorschein. Moschner war (nach außen hin) fassungslos. "Ich würde ja viel besser singen als Hasi", habe ihre Freundin Zietlow sie neulich noch wissen lassen.

Große Überraschung: Drache muss den Abflug machen

Da waren’s nur noch drei. Der Drache, der vorlegte, beeindruckte mit dem Bond-Song "You know my Name" von Chris Cornell. Alle drei Juroren vermuteten jetzt ganz stark Gregor Meyle hinter der fabelhaften Maske. Immer ein wenig neben der Spur war der Wuschel bei seiner Darbietung des "Tokio Hotel"-Hits "Durch den Monsun".

Die Performance des Faultiers, des Publikumslieblings, hingegen war auf dem Punkt. Der Dauerschläfer gab "Say you won’t let go" zum Besten, wofür ihm Garvey Rosen streute. Dann die Überraschung: Die Zuseher kickten mit dem Drachen doch tatsächlich den seit Wochen "besten Mann auf dem Platz" aus der Sendung.

Gregor Meyle berichtet von Infektion mit COVID-19

Auch Mutzke fand die Entscheidung offenbar seltsam. Ihm zufolge könnte es daran gelegen haben, dass das Kostüm des Drachen zu martialisch sei. Was allen längst klar war: Aus dem Drachenkostüm schlüpfte der mit exzellenten Stimmbändern ausgestattete Gregory Meyle. "Es war eine unfassbare Reise", so der Barde, der verriet, warum die Sendung zwei Wochen pausieren musste. "Ich hatte nämlich ein bisschen Corona", gestand Meyle, der noch einmal Blacks "Wonderful Life" performte.

Das finale "Masked Singer"-Duell: Wuschel vs. Faultier

Somit stand an diesem langen Dienstagabend nur mehr das Duell "Wuschel vs. Faultier" aus. Ersterer machte den Anfang und sang "Naked" von James Arthur, seinen Lieblingssong aus der Staffel. "Ich bin immer noch bei Mike Singer", offenbarte Moschner, während Mutzke und Garvey bei Wincent Weiss blieben.

Danach knallte "Fauli" noch einmal sein funky "Kiss" von Prince in das Dienstagabend-Format, wobei er wieder große Freude am Tempospiel hatte. Das Glück für das Faultier: Sein Kostüm erlaubte ihm auch an diesem Abend choreografische Elemente, die einem Drachen, der mit seinem 35-Kilo-Kostüm Runde für Runde ein Loch in den Boden stehen musste, nicht möglich waren. Mutzke brachte plötzlich Sänger Johannes Oerding als Faultier ins Spiel. Auch Tom Beck wurde wieder genannt. Danach waren die Zuseher an der Reihe.

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Das Faultier macht das Rennen

"The Masked Singer 2020" wurde das Faultier. Zunächst musste sich aber noch der kleine Wuschel enttarnen, hinter dem die Juroren Mike Singer oder Wincent Weiss vermuteten. Und es kam auch wirklich Mike Singer zum Vorschein auf. "Mir war jedes Mal so warm. Ich weiß nicht, wie viele T-Shirts ich kaputtgemacht habe", so ein befreiter Singer, der ein weiteres Mal "My Way" zum Besten gab. Danach versammelten sich alle Teilnehmer auf der Bühne, um dem Faultier die Ehre zu erweisen. Moschner und Mutzke einigen sich schließlich auf Tom Beck, Rea Garvey tippte auf Giovanni Zarrella. Stefan Raab war für die Jury kein Thema mehr.

Tom Beck schält sich aus der Verkleidung

Nachdem Titelverteidiger Max Mutzke dem Faultier die Siegertrophäe überreicht hatte, ließ dieses die Hüllen fallen. Sänger und Schauspieler Tom Beck schälte sich aus dem zerzausten Faultierschädel. "Hier drin schwitzt man wie ein Schwein und hat ständig diese Haare im Mund", so ein trotzdem glücklicher Beck.

Er sei stolz und dankbar, mit so großen Künstlern auf der Bühne stehen zu dürfen. Zudem bedachte er noch all jene mit netten Worten, die für Stefan Raab und somit für ihn gevotet hätten. Der "Masked Singer 2020" performte ein letztes Mal "The Lazy Song" von Bruno Mars und vergaß dabei den Text. Wenn neben einem Didi Hallervordern im Chamäleon-Kostüm tanzt, kann dies schon mal passieren.

"The Masked Singer": Schon im Herbst geht’s weiter

Wie oft an diesem ausgedehnten Dienstagabend das Wort "Wahnsinn" fiel? Man weiß es nicht. Sehr wohl weiß man aber, dass es bereits im Herbst mit einer neuen Staffel von "The Masked Singer" weitergeht – vielleicht sogar mit einem Star im "Stefan Raab"-Kostüm. Und hoffentlich ohne Ruth Moschner.