Die Luftwaffe holt an Corona erkrankte Italiener nach Deutschland, Macron will die EU zum gemeinsamen Kampf gegen die Krise bewegen und Bundesforschungsministerin Karliczek rechnet frühestens gegen Ende des Jahres mit einem Corona-Impfstoff. Alle News zum Coronavirus im Live-Blog.

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  • 06:48 Uhr: Deutsche Luftwaffe holt Corona-Infizierte aus Italien
  • 05:38 Uhr: Macron forderte EU zum gemeinsamen Kampf gegen Corona auf
  • 04:45 Uhr: Bundesforschungsministerin Karliczek rechnet frühestens Ende des Jahres mit Impfstoff

Politologe: Corona verändert politische Kommunikation

08:00 Uhr: Um mit den Bürgern in der Corona-Krise in Kontakt zu bleiben, nutzen einige Politiker verstärkt digitale Kanäle. Der Politikwissenschaftler Marcel Solar glaubt, dass die aktuelle Situation die Experimentierfreudigkeit erhöht: "Die Situation jetzt zwingt die Leute, andere Wege zu gehen – und das gilt eben auch für die politische Kommunikation."

Solars Ansicht nach könnte die Krise die Modernisierung der politischen Kommunikation beschleunigen: "Auch wenn vorher viele schon präsent waren in den sozialen Medien, glaube ich schon, dass das jetzt dem Ganzen nochmal einen Schub gibt", erklärt der Wissenschaftler, der an der Uni Düsseldorf die Stabsstelle Bürgeruniversität leitet.

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) etwa ist seit kurzem auf der Kurzvideo-Plattform TikTok unterwegs, die vor allem bei jungen Menschen beliebt ist. Auch das Bundesgesundheitsministerium informiert nun dort. Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) beantwortete vor wenigen Tagen Fragen von Nutzern der Social-Media-App Jodel.

Luftwaffe fliegt an Covid-19 erkrankte Italiener nach Deutschland

06:48 Uhr: Wegen der dramatischen Notlage norditalienischer Krankenhäuser in der Coronavirus-Krise fliegt die Luftwaffe Patienten nach Deutschland aus.

Der Airbus A310 MedEvac, die fliegende Intensivstation der Bundeswehr, sollte am Samstag sechs schwer erkrankte Italiener in Intensivbehandlung von Bergamo nach Köln bringen. Die Maschine sei am Morgen in Köln gestartet, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

"In Zeiten größter Not ist es selbstverständlich, dass wir unseren Freunden zur Seite stehen", sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) zu dem Einsatz. "Deshalb holen wir mit unserer fliegenden Intensivstation der Luftwaffe jetzt Schwerstkranke aus Italien zur Behandlung nach Deutschland. Das ist ein wichtiges Zeichen der Solidarität. Europa muss zusammenhalten."

Das Flugzeug sollte am späten Mittag zurück in Köln sein. Die Patienten sollten zur Behandlung in zivile Krankenhäuser gebracht werden. Nach dpa-Informationen sollen jeweils zwei Erkrankte im Katholischen Klinikum Bochum sowie in den Uni-Kliniken Köln und Bonn weiterbehandelt werden.

Die Luftwaffe bezeichnet den MedEcav-Airbus als "wichtiges Glied in der Rettungskette zur medizinischen Evakuierung schwer und schwerst verletzter Personen über große Distanzen". An Bord sind bis zu sechs Plätze für intensivmedizinische Behandlung. Zudem gibt es 38 weitere Liegeplätze, wobei für 16 Patienten eine verstärkte medizinische Überwachung mit Monitoren möglich ist. Damit können 44 Patienten liegend transportiert werden.

Die medizinische Besatzung kann bis zu 25 Menschen zählen. Die Luftwaffe hält auf dem Flughafen Köln-Wahn immer einen MedEvac-Airbus in 24-Stunden-Bereitschaft.

Coronavirus: 54 weitere "importierte" Fälle in China

06:35 Uhr: In China ist die Zahl "importierter Fälle" mit dem Coronavirus erneut gestiegen. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Samstag mitteilte, wurden 54 weitere Erkrankungen bei Menschen nachgewiesen, die nach China eingereist waren. Insgesamt zählt China damit bereits mehr als 600 solcher Fälle. Darüber hinaus starben drei weitere Menschen an Covid-19. Bisher hat China insgesamt 81 394 Coronavirusinfektionen gemeldet, darunter 3295 Todesfälle und 74 971 geheilte Patienten.

Aus Angst vor einer zweiten Infektionswelle hatte die Volksrepublik am Donnerstag angekündigt, Ausländer zunächst nicht mehr einreisen zu lassen. Ebenfalls angekündigt wurde eine starke Reduzierung der Flugverbindungen. Ab Sonntag soll jede chinesische Fluggesellschaften nur noch eine Verbindung pro Woche in jedes Land anbieten dürfen. Das gleiche gilt für ausländische Airlines, die nach China fliegen.

Macron fordert EU zum gemeinsamen Agieren gegen Corona-Krise auf

05:38 Uhr: Der französische Präsident Emmanuel Macron hat die EU aufgerufen, gemeinsam im Kampf gegen die Corona-Krise zu agieren. "Ich will kein egoistisches und geteiltes Europa", sagte er in einem am Samstag veröffentlichten Interview der drei italienischen Zeitungen "La Stampa", "La Repubblica" und "Corriere della Sera". "Wir werden diese Krise nicht ohne eine starke europäische Solidarität in gesundheitlicher und finanzieller Hinsicht überstehen." Er forderte ein gemeinsames Handeln, um die Ausgaben in dieser Krise zu finanzieren. "Die Zahl ist zweitrangig, es ist das Signal, das zählt."

Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich am Donnerstagabend trotz stundenlanger Diskussionen nicht auf finanzpolitische Krisenhilfen einigen können. Frankreich, Italien, Spanien und andere Ländern fordern die gemeinsame Aufnahme von Schulden, beißen damit aber bei Deutschland, den Niederlanden und anderen auf Granit. Bundeskanzlerin Angela Merkel bekräftigte nach dem Videogipfel ihre Ablehnung von sogenannten Corona-Bonds.

Macron sagte in dem Interview, beim Europäischen Rat hätten zehn Länder die Idee der Corona-Bonds unterstützt, damit den am stärksten von der Krise betroffenen Ländern geholfen werden könne. Einige Länder wie Deutschland seien zurückhaltend gewesen. Die Debatte darüber solle in den kommenden Wochen fortgesetzt werden. "Wir können diesen Kampf nicht aufgeben."

Macron monierte, es werde viel über chinesische oder russische Hilfe gesprochen. Warum werde aber nicht gesagt, dass Frankreich und Deutschland zwei Millionen Atemmasken und Zehntausende Schutzanzüge nach Italien geschickt habe. Das sei zwar nicht ausreichend, aber ein Anfang. Die Europäer hätten auch China zu Beginn der Pandemie geholfen und 50 Tonnen Material geschickt. "Europa muss stolz sein und sich stark fühlen, und das ist es auch."

Einige Länder verhielten sich so, als ob Italien oder Spanien für die Krise selbst verantwortlich seien, sagte Macron. Dabei seien sie die ersten Opfer, dieses Virus werde niemanden verschonen. Ihn beunruhige die Krankheit: "Jeder für sich". Macron betonte: "Wir müssen alles tun, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen, aber immer als Europäer handeln."

Jeder Zweite hat nichts gegen Handy-Ortung im Kampf gegen Corona

05:00 Uhr: Jeder zweite Deutsche hätte nichts gegen die Nutzung von Handy-Daten im Kampf gegen das Coronavirus. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagten 50 Prozent, sie hielten die Ortung von Kontaktpersonen von Infizierten über die Standortdaten für sinnvoll. Nur 38 Prozent fänden das unangemessen, 12 Prozent machten keine Angaben.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte ursprünglich geplant, den Gesundheitsbehörden bei einer "epidemischen Lage von nationaler Tragweite" zu erlauben, Kontaktpersonen von Erkrankten anhand von Handy-Standortdaten zu ermitteln, dadurch ihre Bewegung zu verfolgen und sie im Verdachtsfall zu kontaktieren. Die Behörden hätten zudem Verkehrsdaten zur Bestimmung des Aufenthaltsortes nutzen dürfen - etwa um den Betroffenen über sein persönliches Risiko zu informieren.

Nach heftiger Kritik aus der Opposition, aber auch der SPD, stellte Spahn diese Pläne bei der Änderung des Infektionsschutzgesetzes zunächst zurück. Die YouGov-Umfrage zeigt aber, dass es eine gewisse Akzeptanz dafür gäbe. Überraschend ist, dass unter den Wählern der Grünen mit 61 Prozent die Zustimmung am größten ist - noch vor denen der Union mit 60 Prozent. Von den AfD-Anhängern wären 55 Prozent für die Nutzung von Handy-Daten gegen die Ausbreitung des Coronavirus, von den Wählern von SPD und Linke jeweils 50 Prozent und im Lager des FDP 49 Prozent. Nur von den Nichtwählern sprachen sich mehr Befragte dagegen als dafür aus (43 zu 41 Prozent).

Inzwischen haben Unionspolitiker einen neuen Vorschlag ins Gespräch gebracht. Sie wollen möglichst bald eine App einsetzen, die Bürger freiwillig auf ihrem Handy installieren können. Sie soll wie eine Art digitales Tagebuch funktionieren und - falls sein Besitzer positiv auf das Coronavirus getestet wird - automatisch anonymisierte Hinweise an alle Menschen versenden, die in den zurückliegenden zwei Wochen mit ihm Kontakt hatten. Eine Nachricht würde allerdings wohl nur erhalten, wer eine solche App selbst auch auf sein Mobiltelefon heruntergeladen hat.

Karliczek: Corona-Impfstoff frühestens Ende des Jahres

04:45 Uhr: Bundesforschungsministerin Anja Karliczek sieht im Kampf gegen das Coronavirus frühestens Ende des Jahres einen Impfstoff. "Wir müssen davon ausgehen, dass ein Impfstoff, mit dem breitere Teile der Bevölkerung geschützt werden können, erst gegen Ende des Jahres oder Anfang des nächsten Jahres zur Verfügung steht", sagte die CDU-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). Für die Impfstoffforschung gelte: "Wir wollen so schnell wie möglich laufen - aber wir dürfen dabei nicht hinfallen. Wir müssen sicher sein, dass die Impfung wirkt und dem Patienten nicht schadet."

Karliczek sagte weiter: "Wir reizen die Forschungsmöglichkeiten bis aufs Letzte aus. Wir sind bereit, weitere Gelder zur Verfügung zu stellen, wenn es erfolgversprechende Projekte gibt. Am Geld wird die Corona-Forschung nicht scheitern."

Coronavirus: Südkorea meldet erneuten Anstieg von Infektionen

04:40 Uhr: Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Südkorea ist wieder deutlich auf über 100 gestiegen. Am Freitag seien 146 Fälle festgestellt worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Samstag mit. Am Tag zuvor waren es noch 91 gewesen. Bisher wurden in dem Land 9478 Menschen positiv auf den Sars-CoV-2-Erreger getestet. Die Zahl der Todesfälle, die in Verbindung mit dem Virus gebracht werden, kletterte um fünf auf 144.

Den Anstieg führten die Behörden unter anderem auf eine neue lokale Häufung von Infektionsfällen in der am stärksten von dem Ausbruch betroffenen Millionenstadt Daegu im Südosten zurück. Dort hatten sich Dutzende von Patienten in einem Krankenhaus angesteckt. "Es gibt weiter ein erhöhtes Risiko durch solche Cluster-Infektionen", sagte Yoon Tae Ho von der Zentrale für das Katastrophen-Management.

Sorgen bereitet den Behörden seit Tagen auch die Zunahme "importierter" Infektionsfälle. Zahlreiche Südkoreaner kehren aus Angst vor einer Ansteckung in Ländern, die eine rasche Ausbreitung des Virus verzeichnen, zurück. Am Freitag traten die verstärkten Einreisekontrollen einschließlich einer Virustest-Pflicht für Ankommende aus Europa auch für Reisende aus den USA in Kraft.

Im März hatte sich bei den Infektionsfällen in Südkorea seit dem Höhepunkt Ende Februar mit über 900 Infektionsfällen innerhalb eines Tages ein deutlicher Abwärtstrend eingestellt.

Erstes Coronavirus-Opfer in Jordanien

03:45 Uhr: Nun ist auch in Jordanien das erste Coronavirus-Opfer registriert worden. Eine 83-jährige Frau, die auch an einer Blutvergiftung gelitten habe, sei an Covid-19 gestorben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Petra am Samstag unter Berufung auf das Prinz-Hamsah-Krankenhaus. In Jordanien sind 212 Corona-Fälle registriert. Am Mittwoch hatte das Königreich mitgeteilt, seine am vergangenen Samstag verkündete unbefristete Ausgangssperre lockern zu wollen - kleine Geschäfte für Grundbedarfsgüter dürften wieder geöffnet werden.

Coronavirus-Schnelltest in den USA zugelassen

03:23 Uhr: In den USA ist ein Schnelltest zugelassen worden, der innerhalb weniger Minuten eine Infizierung mit dem neuartigen Coronavirus nachweisen soll. Die Test-Kits würden von einem mobilen Labor ausgewertet, das nur etwa so groß sei wie ein Toaster, und könne damit auch außerhalb von Krankenhäusern eingesetzt werden, teilte der Hersteller Abbott am Freitagabend (Ortszeit) mit. Der Test stelle innerhalb von fünf Minuten fest, ob eine Probe mit Sars-CoV-2 infiziert sei, ein gesichertes negatives Ergebnis dauere 13 Minuten, hieß es.

Die US-Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde FDA erklärte, der Test sei im Rahmen eines Dringlichkeitsverfahrens bis auf Widerruf zugelassen worden. Der Hersteller erklärte, innerhalb eines Monats rund fünf Millionen Tests produzieren zu wollen.

Am vergangenen Wochenende hatte die FDA im gleichen Verfahren bereits einen Test genehmigt, der innerhalb von 45 Minuten Ergebnisse liefern soll. Der Test des Herstellers Cepheid soll allerdings vor allem in Krankenhäusern zum Einsatz kommen. Bisher mussten die meisten Tests in den USA an Labore geschickt werden; Ergebnisse waren daher in der Regel erst nach mehreren Tagen verfügbar.

Vier Tote auf Kreuzfahrtschiff vor Panama

00:40 Uhr: Auf einem Kreuzfahrtschiff vor Panama sind vier Passagiere gestorben. Es handle sich um vier ältere Menschen, teilte die Reederei Holland America Line am Freitag mit, ohne weitere Details zu nennen. Zwei Menschen an Bord seien positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden, hieß es weiter. 53 Passagiere und 85 Besatzungsmitglieder hätten sich mit Grippe-ähnlichen Symptomen beim Medizinerteam an Bord gemeldet.

Das in den USA beheimatete Unternehmen hatte das Schiff "Zaandam" vor wenigen Tagen vor der südamerikanischen Pazifikküste unter Quarantäne gestellt. Alle Passagiere sollten bis auf Weiteres in ihren Zimmern bleiben, hieß es. Sie und die Crew hätten alle Schutzmasken erhalten.

Die "Zaandam" hat 1243 Passagiere und 586 Besatzungsmitglieder an Bord. Sie war am 7. März von Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires zu einer Kreuzfahrt aufgebrochen, die eigentlich am 21. März im chilenischen San Antonio enden sollte. Wegen der Corona-Pandemie hatte Chile allerdings inzwischen alle seine Häfen für Kreuzfahrtschiffe geschlossen. Zuletzt habe am 14. März im südchilenischen Punta Arenas jemand das Schiff verlassen, teilte die Reederei mit.

Diese bemühte sich um eine Durchfahrtserlaubnis durch den Panamakanal, um dann durch die Karibik nach Fort Lauderdale im US-Staat Florida zu fahren. Die Kanalverwaltung teilte am Freitag allerdings mit Hinweis auf die "Zaandam" mit: Wenn ein Schiff jemanden an Bord habe, der positiv auf das Coronavirus getestete worden sei, dürfe es den Kanal nicht nutzen.

Die "Zaandam" stand derweil vor der Westküste des mittelamerikanischen Panama und wurde von einem weiteren Schiff des Unternehmens aus unter anderem mit Medikamenten versorgt. Die gesunden Passagiere sollen den Angaben zufolge auf das zweite Schiff gehen. Holland America Line stellte inzwischen vorübergehend den Kreuzfahrtbetrieb ein.

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Mit Material von dpa, afp und apa.
Teaserbild: © picture alliance/dpa