• Italien überzeugt zum Auftakt der EM 2021. Andere Favoriten schwächeln noch.
  • Das Drama um Christian Eriksen überschattet den ersten Spieltag.
  • Das DFB-Team muss eine knappe Niederlage gegen Frankreich hinnehmen.
  • Das sind die Eindrücke des ersten EM-Spieltags.

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Zum EM-Auftakt spielte Italien gegen die Türkei. Vor Turnierbeginn zählte die Squadra Azzurra zwar nicht zu den ganz großen Favoriten, wurde aber immer wieder als heißer Kandidat für ein starkes Abschneiden genannt. Und das zu Recht: Denn Italien dominierte die Türkei über 90 Minuten, spielte zunächst sehr geduldig, nach Führung dann sehr konsequent und zielstrebig. Das 3:0 war auch in der Höhe verdient. Mit Italien ist zu rechnen.

Zum Kreis der Favoriten zählte vor dem Turnier auch Belgien. Die Mannschaft von Trainer Roberto Martinez zeigte auch direkt, warum das der Fall ist. Selbst ohne Kevin de Bruyne und mit einem Eden Hazard in der Jokerrolle dominierte Belgien die russische Mannschaft nach Belieben. Das 3:0 hätte am Ende auch noch höher ausfallen können, doch die Belgier verwalteten das Ergebnis nach einer gewissen Zeit nur noch. Verständlich, denn es deutet vieles darauf hin, dass das Turnier für diese Mannschaft noch lange geht.

Große Namen, große Fragezeichen

Doch nicht alle Teams, die im Vorfeld hoch gelobt wurden, konnten das auch auf den Platz bringen. Etwa die Niederlande, die gegen die Ukrainer gute und schlechte Phasen hatte. Oranje ließ sehr viel zu, gewann das Spiel am Ende aber knapp. Auch England gewann knapp, hatte aber gegen Kroatien zu viele Phasen im eigenen Spiel, in denen Leerlauf herrschte. Nicht alles stimmte bei England, immerhin blieb die Defensive stabil.

Über ein 0:0 gegen Schweden nicht hinaus kam Spanien. Über 800 Pässe spielten die Iberer, zudem vergab vor allem Stürmer Alvaro Morata gute Chancen. Insgesamt fehlte den Spaniern die letzte Konsequenz im Offensivdrittel, außerdem wackelte die Abwehr in einigen Situationen. Spanien muss sich steigern, gleiches gilt für die Niederlande und England. Auch Portugal mühte sich lange, das 3:0 gegen Ungarn sah am Ende souveräner aus, als es in Wirklichkeit war.

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Die Schiedsrichter der EM 2021 - bislang souverän

Interessant ist auch ein Blick auf die Schiedsrichter. Insbesondere nach einer Saison, in der es häufig Kritik am Videoassistenten gab. Die ersten Turniertage bei der EM 2021 verliefen, was die Unparteiischen angeht, aber erstaunlich unspektakulär.

Griff der VAR ein, dann stand die finale Entscheidung schnell. Die Kommunikation funktioniert offenbar sehr gut. Zudem sieht es bisher so aus, als hätten die Schiedsrichter eine Linie gefunden, die sie mit kleinen Ausnahmen konsequent verfolgen. Lediglich einen Platzverweis gab es am ersten Spieltag (Krychowiak, Polen), und dieser war definitiv regelkonform.

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Das Drama um Christian Eriksen

Am zweiten Turniertag stand die Fußballwelt kurzzeitig still. Im Spiel zwischen Dänemark und Finnland brach Christian Eriksen auf dem Platz zusammen, musste reanimiert werden. Die Ärzte reagierten blitzschnell und schafften es, den dänischen Spielmacher zu stabilisieren. Mittlerweile befindet sich Eriksen auf dem Weg der Besserung und meldete sich aus dem Krankenhaus zu Wort.

Kritik gab es allerdings am Vorgehen der UEFA. Nach einer Unterbrechung wurde das Spiel nämlich fortgesetzt. Zunächst hieß es, dass die Spieler selbst weiterspielen wollten. Doch schnell stellte sich heraus, dass die einzige Alternative eine Spielfortsetzung am nächsten Tag um 12 Uhr gewesen wäre.

"Es wäre wahrscheinlich nötig gewesen, dass jemand, der eine höhere Position hat als wir, sagt: 'Es ist jetzt nicht an der Zeit, eine Entscheidung zu treffen'", zitiert das ZDF beispielsweise Dänemarks Torhüter Kasper Schmeichel.

Das DFB-Team nach dem Frankreich-Spiel

Zum Abschluss des ersten Spieltags traf die deutsche Mannschaft auf Frankreich. Ballbesitz hatte die DFB-Auswahl in vielen Phasen zur Genüge, doch die Präzision im Angriffsdrittel fehlte der Mannschaft von Trainer Joachim Löw. Aber es gab auch positive Elemente. Die Einstellung stimmte, Deutschland versuchte, viele Zweikämpfe zu führen und allzu viele Konter ließ die Mannschaft auch nicht zu. Noch ist nichts verloren, die deutsche Mannschaft hat noch zwei Partien, um die Dinge in die richtige Richtung zu lenken.

Fehler, Fehler, Fehler

Eine Sache, die sich durch das Turnier zieht, sind haarsträubende Fehler. Der ukrainische Torhüter sah gegen die Niederlande zweimal nicht gut aus, die polnische Hintermannschaft lud die Slowakei gleich mehrfach ein, Schottland verteidigte überraschend passiv und auch zwei Eigentore fielen bereits. Hier macht sich möglicherweise bemerkbar, dass hinter zahlreichen Nationalspielern eine extrem lange und anstrengende Saison liegt. Das macht sich zuweilen beim Tempo in den Spielen, aber vor allem auch bei der Aufmerksamkeit in der Defensive bemerkbar.

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Thomas Müller
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