Der FC Schalke 04 spielt ekelerregenden Fußball, Mario Götze und Thomas Müller enttäuschen im Doppelpack und der FC Bayern hat die gefährlichste Geflügelzange der Liga. In unserer Serie ziehen wir die etwas anderen und meist nicht ganz ernst gemeinten Lehren des jeweiligen Spieltags der Bundesliga.

Eine Glosse
von Tim Frische, Redakteur Sport

1. Lehre: Das Dschungelcamp ist erträglicher als der FC Schalke 04

Bäh, was war das auch in diesem Jahr wieder ekelhaft! Zwei Wochen lang durften wir uns ansehen, wie sogenannte "Prominente" Delikatessen wie Krokodil-Penisse und Ziegen-Vaginas verspeist haben. Und welchem Zuschauer das nicht widerwärtig genug war, der hat sich am Freitagabend mit Sicherheit noch die volle Dröhnung Schalke 04 gegeben.

Insbesondere Fans dieses Klubs brauchten bei der Darbietung ihrer Mannschaft beim 0:1 gegen Eintracht Frankfurt einen starken Magen, damit ihnen Currywurst und Veltins nicht im hohen Bogen wieder aus dem Rachen flogen. Die Partie erreichte schon früh auf der Langweiligkeitsskala zehn von zehn "Thomas Häßlers". Gepaart mit zehn von zehn "Honeys" in Sachen Einsatzbereitschaft stand am Ende die zu 100 Prozent verdiente Niederlage für S04.

Hat Anthony Modeste vom 1. FC Köln in Darmstadt seinen Gegenspieler ins Gesicht geschlagen oder nur unglücklich getroffen? Muss der Stürmer eine Sperre befürchten, obwohl der Schiedsrichter nicht einmal auf Foul entschied? Darüber wird der DFB in dieser Woche befinden. Der Schiedsrichter-Streitfall.

Oder, liebe User, was würden Sie sagen, zu viel Prozent war die Niederlage verdient? 100 Prozent? Ganz sicher, zu 100 Prozent? Nicht ich möchte das so genau wissen, Hanka bat uns um diese Nachfrage.

2. Lehre: Es braucht nicht viel, um HSV-Fans in Ekstase zu versetzen

Viele Dinge haben an diesem Wochenende ein Ende gefunden. Das Dschungelcamp. Die Australian Open. Und dank Donald Trump auch Moral und Anstand in der US-Politik.

Was kein Ende findet, ist hingegen die Misere beim Hamburger SV, trotz kurzzeitigen Zwischenhochs im Dezember. Nach dem 0:1 beim VfL Wolfsburg am 17. Spieltag gab es nun erneut eine Niederlage - und zwar eine saftige. Mit 3:1 fertigte der FC Ingolstadt die Hanseaten ab, die damit wieder auf einen direkten Abstiegsplatz purzelten.

Doch manche HSV-Fans erfreuen sich auch an kleinen Dingen. Wie jene zwei Anhänger, die sich beim fast ausnahmslos verhaltenden Tor-Jubel des Gästeblocks, als Gotuko Sakai das 1:3 markierte, hervortaten, sich herzhaft ansprangen und innig umarmten, was die Sky-Kameras mit Wonne für die Zuschauer festhielten.

Der Bayern-Spieler steckt in einer Formkrise und es ist kein Ende in Sicht.

Aber vielleicht denken wir auch nur zu negativ. Daher: Glückwunsch an den HSV, ein Tor beim bis dato Tabellensiebzehnten zu erzielen und nur 1:3 zu verlieren, ist definitiv Grund für Ekstase!

3. Lehre: Hertha BSC und Mario Götze machen wieder Sorgen

Ich merke, das Bier, das bei der Geburtstagsfeier der schmerzlich vermissten Kollegin ausgeschüttet wurde, wirkt immer noch nach, was zu einer gewissen Griesgrämigkeit führt. Diese Griesgrämigkeit führt zu einer möglicherweise zu negativen Betrachtung der Spiele vom Wochenende. Aber das ist egal, jetzt wird weiter munter draufgehauen. Nach dem FC Schalke 04 und dem Hamburger SV bekommen nun Hertha BSC und Mario Götze ihr Fett weg.

Die Hertha schickt sich an, ihre glänzende Ausgangsposition im neuen Jahr wie bereits in der Vorsaison zu verspielen. Erst der Traum von der Champions League, dann von der Europa League und am Ende vergeigen sie es in der Europa-League-Qualifikation gegen FK Schießmichtotistan.

Natürlich ist es kein Kapitalverbrechen, mit 1:2 beim SC Freiburg zu verlieren. Wer allerdings irgendwann mal wieder in Europa rocken will, muss diese Spiele dann auch mal für sich entscheiden. Punkt.

Auch der BVB dürfte einen verspäteten Sonntagskater verspürt haben. Lange mit 1:0 beim FSV Mainz 05 geführt, und dann kommt mit Danny Latza ein Ex-Schalker (!) kurz vor Schluss und köpft dir zwei deiner drei Punkte weg. Fieser geht's ja kaum.

Und dann ist da noch die Causa Mario Götze. Der findet beim BVB immer noch nicht in Tritt, sitzt gegen Mainz 65 Minuten lang auf der Bank, wird beim Stand von 1:0 eingewechselt, hat gefühlt drei Ballkontakte und mit ihm auf dem Platz kassieren die Dortmunder noch das 1:1.

Natürlich waren Götzes Mitspieler nicht viel besser. Aber auch ein Götze wurde mal für teuer Geld geholt, um eben auch die Mitspieler durch seine Anwesenheit besser zu machen. Momentan scheint es aber wahrscheinlicher, dass Trump-Sprecher Sean Spicer den Umgang mit Twitter lernt, als dass Götze dem BVB schon bald einen größeren Mehrwert beschert.

4. Lehre: Der FC Bayern hat die gefährlichste Geflügelzange der Liga!

Ein ähnliches Problemkind wie Mario Götze ist derzeit Thomas Müller. Der Bayern-Profi findet seine eigenen Leistungen derzeit "nicht wirklich prickelnd". Und wer Müller beim 2:1-Sieg des FCB bei Werder Bremen genau beobachtete, kann gar nicht anders, als ihm beizupflichten.

Da die Bayern aber trotz eines schwachen Müllers noch massig individuelle Qualität auf den Platz bringen, gewinnen sie auch mit einer schwächeren Leistung solche Bundesliga-Spiele wie in Bremen. Und stellen nebenbei einen neuen Rekord auf.

Denn die Münchner siegten gegen Werder zum 13. Mal in Folge - das gab es in der Bundesliga noch nie. Mitverantwortlich dafür: das alternde, aber immer noch kongeniale Duo Franck Ribéry und Arjen Robben, die in perfekter Harmonie den Bremer Hühnerhaufen durcheinanderwirbelten und Felix Wiedwald ein Ei ins Nest legten. Einfach brandgefährlich, diese Geflügelzange der Bayern!

5. Lehre: Und dann war da noch Jogi Löw ...

... der sich den 2:1-Sieg von RB Leipzig gegen 1899 Hoffenheim zu Gemüte führte. Und dabei DIESES Outfit trug:

Wir schweigen und genießen.