• Dem FC Bayern München drohen im Sommer 2022 die ablösefreien Abgänge von Corentin Tolisso und Niklas Süle.
  • Im Sommer 2023 könnte auch noch Flügelspieler Kingsley Coman hinzukommen.
  • Sportvorstand Hasan Salihamidzic soll bislang über 100 Millionen Euro mehr bei Spieler-Transfers ausgegeben als eingenommen haben. Muss aufgrund der Pandemie ein Umdenken stattfinden?

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Julian Nagelsmann weiß um die Tücken der Personalplanung: "Es ist immer schade, wenn Spieler ablösefrei gehen. Es ist nie gut für den Verein und auch für die Trainer, wenn Spieler gehen." Genau dies droht dem FC Bayern München allerdings in einem beängstigendem Ausmaß.

Die Verträge von Corentin Tolisso und Niklas Süle laufen im kommenden Sommer aus. Laut "transfermarkt.de" haben die beiden zusammen einen Marktwert von 50 Millionen Euro. Diese Werte würden sich praktisch in Luft auflösen, wenn die beiden Spieler den FC Bayern nach Vertragsende ablösefrei verlassen.

Nagelsmann lobt Tolisso: "Eine ordentliche Maschine"

Tolisso wechselte im Sommer 2017 für eine Ablöse von rund 41,5 Millionen Euro vom französischen Olympique Lyon zum FC Bayern. Der defensive Mittelfeldspieler ist nach Lucas Hernandez (80 Millionen Euro), Leroy Sane (60 Millionen Euro) und Dayot Upamecano (42,5 Millionen Euro) noch immer der viertteuerste Transfer der Vereinsgeschichte.

Nagelsmann lobt Tolisso. "Ich halte sehr, sehr viel von ihm", sagt der Trainer. Zwar hätten ihn die wiederkehrenden Verletzungen in seinem Rhythmus behindert, "aber er hat herausragende Qualitäten. Er ist unglaublich ballsicher, hat in keiner Situation Angst und will immer die Bälle haben und hat eine gute Körperlichkeit. Er ist eine ordentliche Maschine im Zweikampf und kann viele Balleroberungen haben."

Das Problem: Auf seiner Position im defensiven Mittelfeld sind Leon Goretzka und Joshua Kimmich gesetzt. Nur weil Letzterer in den vergangenen beiden Bundesligaspielen gegen Borussia Dortmund und Arminia Bielefeld wegen einer Corona-Infektion ausfiel, stand Tolisso in der Startelf.

Für einen 28-maligen französischen Nationalspieler dürfte die Rolle des Ersatzspielers dauerhaft zu wenig sein. Ein Abgang im Sommer wäre die logische Konsequenz.

Vertrag endet im Sommer: Niklas Süle soll Interesse vom FC Chelsea geweckt haben

Die Zukunftsplanung von Süle hingegen erscheint völlig offen. Der Innenverteidiger entwickelte sich unter Nagelsmann, der bereits bei der TSG Hoffenheim sein Trainer gewesen ist, wieder zum Stammspieler, bis ihn seine Corona-Infektion stoppte.

Nagelsmann deutete bereits an, auf einen Verbleib des Abwehrspielers zu hoffen: "Ich arbeite sehr gerne mit ihm." Süle-Berater Volker Struth gab Anfang November noch keine Wasserstandsmeldung ab und sagte gegenüber dem Bayern-Podcast "Meine Bayern-Woche" von Sport1: "Alles ist offen."

Sollte keine Vertragsverlängerung zustande kommen, würde der bevorstehende Winter die letzte Gelegenheit bieten, ein halbes Jahr vor Vertragsende zumindest eine kleine Ablöse zu kassieren.

Ein mögliches Ziel von Süle könnte in diesem Fall England sein: Laut Informationen der englischen Zeitung "The Guardian" hat Süle einige Bewunderer beim englischen Top-Verein FC Chelsea, der von Thomas Tuchel trainiert wird.

Im Sommer 2023 laufen die Verträge vieler Top-Spieler aus

In Zeiten von Corona, in welcher der erneute Zuschauerausschluss in Bayern für einen Umsatzeinbruch sorgt, tun ablösefreie Abgänge besonders weh. Zumal die Situation perspektivisch nicht einfacher wird. Im Sommer 2023 enden die Verträge von Manuel Neuer, Robert Lewandowski, Eric Maxim Choupo-Moting, Serge Gnabry, Thomas Müller und Kingsley Coman.

Besonders bei Coman deutet sich an, dass eine Vertragsverlängerung in weiter Ferne liegt. Laut "Sport Bild" verlangt der Flügelstürmer eine Verdoppelung seines Gehalts von zehn auf 20 Millionen Euro. Die Bayern scheinen dies abzulehnen.

Druck für Salihamidzic: Transfereinnahmen in Corona-Zeiten wichtig

Sein Marktwert soll bei 55 Millionen Euro liegen. Es wäre der finanzielle Super-GAU, würde er genauso wie zuletzt David Alaba (Real Madrid) den Rekordmeister ablösefrei verlassen.

Sportvorstand Hasan Salihamidzic steht unter Druck. Seit seiner Amtsübernahme im August 2017 nahm der FC Bayern laut "Sport Bild" 160 Millionen Euro durch Spielerverkäufe ein, gab aber 268,5 Millionen Euro aus. Dies ergibt ein Minus von 108,5 Millionen Euro.

Es ist zumindest fraglich, ob sich der FC Bayern eine solche Transfer-Strategie dauerhaft leisten kann.

Verwendete Quellen:

  • Pressekonferenz des FC Bayern München mit Julian Nagelsmann, 03.12.2021
  • Transfermarkt.de: Bayern München
  • sport1.de: Meine Bayern-Woche
  • theguardian.com: Ten signings Premier League clubs should target in January
  • Sport Bild (42/2021): Die nächsten Brazzo-Prüfungen
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