Österreichische Spieler erleben bereits seit Jahren einen Aufschwung in der deutschen Bundesliga. Wir haben die jungen ÖFB-Wilden wie Marco Friedl und Konrad Laimer mal etwas genauer unter die Lupe genommen.

Neben altbekannten Stars wie David Alaba, Zlatko Junuzovic oder Julian Baumgartlinger wollen in diesem Jahr gleich mehrere ÖFB-Youngster voll in der "Weltmeisterliga" durchstarten. Das sind vier Talente mit Aussichten auf eine große Karriere:

Marco Friedl: Alabas "kleiner Bruder"

ÖFB-Legionäre sind in Deutschland beliebt wie nie - aus gutem Grund.

Der 19-jährige Tiroler Marco Friedl gilt als Juwel des FC Bayern München. Dort hält man große Stücke auf den 1,87 Meter großen Defensivmann, der sowohl Innen- als auch Außenverteidiger spielen kann.

"Er hat eine sehr gute Entwicklung gemacht", so Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der noch hinzufügte: "Er spielt auf einer Position, die gut besetzt ist, aber er hat durchaus Potenzial, bei Bayern zu spielen."

Im März 2017 unterschrieb Friedl einen Profivertrag bei den Münchnern, wo er es mit namhaften Konkurrenten wie Jerome Boateng, Mats Hummels, Javi Martinez oder Niklas Süle zu tun hat.

Mit einem seiner teaminternen Konkurrenten verbindet ihn eine langjährige Freundschaft. "Er ist wie ein kleiner Bruder für mich", sagt David Alaba über den jungen Tiroler, der bereits mit zehn Jahren vom Nachwuchs des FC Kufstein nach München wechselte.

Obwohl Marco Friedl in aktuellen Interviews betont, ein gutes Verhältnis zu Trainer Carlo Ancelotti zu haben, ist nicht ausgeschlossen, dass der 19-Jährige einen Umweg gehen muss.

Er berichtet: "Wir reden ab und zu im Verein über eine mögliche Leihe, aber es gibt noch nichts Konkretes." Bis dato ist er jedenfalls bei den Profis in München, wo er auf Einsätze lauert.

Valentino Lazaro: Der Mittelfeldmotor

Viel Aufregung gab es zuletzt rund um den Wechsel des 21-jährigen Valentino Lazaro. Der gebürtige Grazer agierte seit 2011 für den FC Red Bull Salzburg.

In der Mozartstadt wollte man den Sohn einer Österreicherin mit griechischen Wurzeln und eines Angolaners gar nicht gerne zu Hertha BSC ziehen lassen. Lazaro gab bereits im Mai 2014 sein Debüt im A-Kader des österreichischen Nationalteams, dessen Trainer Marcel Koller vor allem die Vielfältigkeit von Lazaro schätzt.

Der schnelle, körperlich robuste und technisch starke Spieler kann auch in der Verteidigung eingesetzt werden.

Der Austausch mit Hertha-Trainer Pal Dardai und Sportdirektor Michael Preetz überzeugte Lazaro auf Anhieb: "Ich war direkt nach dem ersten Gespräch fasziniert", sagte Lazaro. "Ich hatte sofort das Gefühl, dass sie mich unbedingt nach Berlin holen wollten."

Preetz setzt große Hoffnungen in den jungen ÖFB-Spieler: "Er wird uns mit seiner Qualität und Flexibilität in der Offensive weiterbringen. Dass wir ihn schon länger im Blick hatten, ist ja kein Geheimnis", so der Deutsche.

Valentino Lazaro soll zusammen mit U21-Europameister Davie Selke und dem Australier Mathew Leckie – die ebenfalls kürzlich von den Berlinern verpflichtet wurden – für Furore im Angriffsspiel der Hertha sorgen.

Philipp Lienhart: Von Madrid nach Freiburg

Philipp Lienhart, der im Juli seinen 21. Geburtstag feierte, wechselte im Sommer von der zweiten Mannschaft des Champions-League-Siegers Real Madrid zum SC Freiburg.

Der Innenverteidiger kommt zunächst für ein Jahr auf Leihbasis, wobei sich der Sportclub die Option auf eine Weiterverpflichtung sicherte. Der gebürtige Niederösterreicher kam mit elf Jahren zum Nachwuchs des SK Rapid Wien und durchlief dort sämtliche Ausbildungsstufen inklusive der Akademie.

Im August 2014 wechselte Lienhart zum Nachwuchs von Real Madrid, wo er sich für eine fixe Verpflichtung empfehlen konnte. Im Dezember 2015 spielte er erstmals im Profikader von Real Madrid beim Primera-División-Spiel gegen UD Levante.

Lienhart ist somit der erste Österreicher, der jemals für Real Madrid gespielt hat. Freiburgs Trainer Christian Streich setzt voll auf den Österreicher, der bisher sowohl in der Europa-League-Qualifikation als auch im DFB-Pokal zum Einsatz kam.

Der Niederösterreicher erhält bei Freiburg diese Saison sicherlich sehr häufig die Gelegenheit, sein Können unter Beweis zu stellen.

Konrad Laimer: Aggressiv und torgefährlich

Der 20-jährige Konrad Laimer wechselte Ende Juni vom FC Red Bull Salzburg zu RB Leipzig. Der Salzburger entwickelte sich zu einem der besten Mittelfeldspieler Österreichs, weshalb er von Marcel Koller im letzten WM-Qualifikationsspiel gegen Irland auch in den ÖFB-Kader berufen wurde.

Leipzig-Trainer Ralph Hasenhüttl ist überzeugt, dass sich sein dritter österreichischer Legionär nach Marcel Sabitzer und Stefan Ilsanker in die Mannschaft integrieren wird.

"Er hat eine gute Kombination aus sehr aggressivem Spiel gegen den Ball, ist aber auch nach vorne in der Lage, Tore zu machen. Er ist manchmal noch ein bisschen ungestüm, auch in den Laufwegen. Wir versuchen jetzt, ihn zu zügeln und ihm unsere Automatismen an die Hand zu geben", erklärte Hasenhüttl während der Vorbereitung.

Schon bei seinem ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal stand Laimer in Leipzigs Startelf. Das mit dem Zügeln hat allerdings noch nicht so gut funktioniert. Er wurde von Hasenhüttl in der 41. Minute akut Gelb-Rot-gefährdet ausgewechselt.

Dennoch stehen die Chancen gut, dass sich der Salzburger in der Bundesliga durchsetzen wird. Immerhin soll sogar Borussia Dortmund an dem jungen Mittelfeldspieler interessiert gewesen sein.