Der deutsche "Clasico" zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund steht bevor. Die Meisterschaft ist zwar längst entschieden, nicht aber das Duell um die Torjäger-Kanone. Robert Lewandowski und Pierre-Emerick Aubameyang sind die besten "Ballermänner" der Bundesliga. Wir machen den Vergleich.

Tore: Erfolgsquote fast identisch

Pierre-Emerick Aubameyang führt die Torschützenliste mit 25 Treffern an, Robert Lewandowski folgt dahinter mit 24 Toren. Während der Bayern-Stürmer bereits zwei Mal die "Torjäger-Kanone" erhielt, konnte Aubameyang diese Auszeichnung noch nicht gewinnen.

Von der Abschlussqualität her sind sie dennoch fast ebenbürtig: Lewandowski erzielte in 221 Bundesligaspielen insgesamt 145 Tore. Das entspricht einer Torquote von 0,656 pro Spiel. Aubameyang kommt auf 79 Tore in 121 Spielen. Das entspricht einer Quote von 0,653.

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Spielstil: Schnelligkeit gegen Vielseitigkeit

Die größte Stärke von Aubameyang ist die Geschwindigkeit. Er soll 30 Meter in unglaubliche 3,7 Sekunden zurücklegen. Damit hätte er einen schnelleren Antritt als der achtfache Olympiasieger Usain Bolt. Dank dieser Qualität ist der 27-Jährige gerade im Konterspiel gefährlich.

Lewandowski hingegen gilt als der vielseitigere Spieler. Der Pole ist technisch stark, erzielt Tore mit links und rechts, kann sich auch körperlich in Zweikämpfen durchsetzen und den Ball besser halten. Sport Bild Kolumnist Lothar Matthäus schreibt: "Er ist der Spieler, dem ich zutraue, die jahrelange Dominanz von Cristiano Ronaldo und Lionel Messi zu durchbrechen."

Vorlagengeber: Lewandowski ist uneigennütziger

Während Aubameyang meist den schnellen Abschluss sucht, hat Lewandowski den Blick für den Nebenmann. Mit einer Quote von 75 Prozent angekommener Pässe ist der Stürmer des FC Bayern diese Saison deutlich sicherer als Aubameyang mit einer Quote von 67 Prozent. Insgesamt hat Lewandowski in der Bundesliga einen Schnitt von 0,21 Torvorlagen pro Spiel. Aubameyang kommt auf einen Schnitt von 0,16.

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Eskapaden: Zwei Ausrutscher von Aubameyang

Aubameyang sorgte in dieser Saison bereits für zwei Aufreger beim BVB. In der Hinrunde unternahm der Gabuner einen Trip nach Mailand und kam verspätet wieder zurück. Daraufhin wurde der Stürmer für die Champions League Partie gegen Sporting Lissabon aus der Mannschaft geschmissen.

Beim Derby gegen Schalke 04 sorgte er am vergangenen Wochenende erneut für Ärger, als er sich nach seinem Tor eine Maske seines Privatsponsors Nike aufsetzte. Der Verein soll das mit einer Geldstrafe sanktioniert haben. Überhaupt sorgt Aubameyang mit seinem Kleidungsstil, seinen auffälligen Sportwagen und seinen Frisuren immer für viel Gesprächsstoff

Lewandowski hingegen ist eher introvertiert und leistete sich bislang keine größeren Eskapaden. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge bezeichnet ihn als "Musterprofi".

Professionalität: Von Nichts kommt nichts

Lewandowski und Aubameyang sind nicht ohne Grund die erfolgreichsten Stürmer der Bundesliga. Beide gelten als vorbildliche Arbeiter. Lewandowski hat sich zu Hause ein eigenes Fitness-Studio eingerichtet. Seine Frau Anna ist eine ausgebildete Fitness-Trainerin und plant die Ernährung ihres Mannes.

Auch Aubameyang soll trotz seines extrovertierten Charakters sehr professionell sein. Dessen Kumpel Jeremie Janot sagte gegenüber Sport Bild Online, der Stürmer sei "ein ruhiger Typ, der nicht in Nachtclubs geht, der keinen Alkohol trinkt und immer vom Fußball träumt."

Zukunft: Nur Lewandowski gibt Treuebekenntnis

Lewandowski hat in München sein Glück gefunden. Sein Vertrag läuft noch bis zum Jahre 2021. Zwar soll es immer wieder europäische Top-Vereine geben, die, wie momentan zum Beispiel Manchester United, Interesse an dem polnischen Nationalstürmer haben. Doch der 28-Jährige bekennt sich klar zum deutschen Rekordmeister. Gegenüber der Sport Bild sagte er: "Beim FC Bayern haben die Spieler inzwischen die gleichen Voraussetzungen, große Erfolge einzufahren, wie beispielsweise bei Real. Für mich ist der FC Bayern der Klub, mit dem ich sie erreichen will."

Auf ein Bekenntnis dieser Art von Aubameyang braucht der BVB gar nicht erst zu hoffen. Obwohl sein Vertrag noch bis Sommer 2020 läuft, scheint der Weggang nur eine Frage der Zeit zu sein. "Ich weiß noch nicht, ob ich bleibe", sagte er im Dezember gegenüber den Medien. Real Madrid soll sein Traumverein sein.

Fazit

Die beiden Stürmer passen mit ihrem Stil perfekt in die jeweilige Mannschaft. Lewandowski kann sich auf engsten Räumen durchsetzen und ist somit der ideale Stürmer für den dominanten Ballbesitz-Fußball des FC Bayern München. Aubameyang hingegen ist mit seiner Geschwindigkeit der perfekte Torjäger für das Umschaltspiel von Borussia Dortmund.

Der Unterschied ist nur: Während Lewandowski sich voll in den Dienst des Vereins stellt, sorgt Aubameyang mit seinen Wechselabsichten und seinen Eskapaden immer wieder für Unruhe beim BVB.

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