Der FC Bayern guckt in die Röhre. Trotz aller Bemühungen kam ein Transfer von Nick Woltemade vom VfB Stuttgart nicht zustande. Den Nationalspieler zieht es anstatt dessen nun in die Premier League. Ein Protokoll einer Transfersaga.
Die Bayern hätten ihn gerne gehabt, der VfB Stuttgart wollte aber mehr Geld. Das bekommt der Klub nun vom Premier-League-Klub Newcastle United, der bis zu 90 Millionen Euro für den 23-Jährigen zahlen soll. Ein Rückblick auf ein wochenlanges Transfer-Hin-und-Her.
4. Juni:
12. Juni: Woltemade trifft beim Auftakt der U21-EM gleich dreimal und unterstreicht seine Ambitionen mit Nachdruck.
20. Juni: Woltemades starke Leistungen bleiben anderen Vereinen nicht verborgen. Stuttgarts Vorstandschef Alexander Wehrle betont dennoch, dass der VfB weiter fest mit Woltemade plane. "Wir gehen mit Nick in die nächste Saison. Punkt!", sagt er der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten.
24. Juni: Bayern Münchens
25. Juni: Woltemade führt die U21 mit der nächsten starken Vorstellung ins EM-Finale.
Bayerns Interesse an Woltemade stört die U21-EM
26. Juni: Sky und Bild berichten, Bayern München und Woltemade seien sich über einen Wechsel einig. Woltemade habe den VfB informiert, dass er zu den Bayern wolle. Die Vorbereitungen der U21 aufs EM-Finale sind gestört.
27. Juni: Stuttgarts Sportvorstand Fabian Wohlgemuth nimmt die angebliche Einigung zwischen den Bayern und Woltemade gelassen zur Kenntnis. Wie eine Woche zuvor Wehrle betont Wohlgemuth, dass der VfB "fest" mit Woltemade plane. "Dazu gibt es kein alternatives Planungsszenario", sagt er der Bild-Zeitung.
28. Juni: Die U21 verliert das EM-Finale gegen England, Woltemade bleibt beim 2:3 blass. U21-Trainer Antonio Di Salvo sagt, der Wirbel um Woltemade sei nicht entscheidend für die Niederlage gewesen: "Die ganzen Nebengeräusche waren nicht optimal, aber nicht der Grund, warum wir das Spiel verloren haben."
29. Juni: Sportvorstand
2. Juli: DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig übt Kritik an den Bayern, weil deren Interesse an Woltemade kurz vor dem EM-Finale publik wurde. Dies sei vom "Zeitpunkt her suboptimal" gewesen.
11. Juli: Die Bayern unterbreiten dem VfB wohl ein erstes Angebot für Woltemade, das bei 40 Millionen Euro liegen soll. Stuttgart lehnt ab.
16. Juli: Auch eine zweite Offerte über angeblich 50 Millionen Euro und weitere fünf als mögliche Boni reichen den Stuttgartern nicht. Medienberichten zufolge wird auch dieses Angebot direkt abgelehnt.
8. August: Die Bayern legen das Thema Nick Woltemade vorerst ad acta. "Stuttgart hat nicht signalisiert, reden zu wollen. Damit ist die Sache für uns vom Tisch", sagt Eberl.
FC Bayern bot wohl 60 Millionen Euro für Woltemade
12. August: Wehrle setzt den Bayern ein Ultimatum. Bis zum Supercup vier Tage später soll alles geklärt sein. Die Bayern verbessern ihr Angebot noch einmal auf 60 Millionen Euro plus Boni und Weiterverkaufsbeteiligung - der VfB lehnt erneut ab.
16. August: Wehrle erteilt den Bayern eine Absage vor dem Anpfiff des Supercup-Duells. "Nick Woltemade spielt nächste Saison beim VfB Stuttgart, die Akte ist geschlossen. Das weiß auch Bayern München", sagt er.
27. August: Bundestrainer Julian Nagelsmann kritisiert den öffentlichen Poker zwischen den Bayern und dem VfB. Im Gezerre gebe es keine Gewinner. Dies sei für den Spieler schlecht und für die Vereine schlecht.
Empfehlungen der Redaktion
28. August: Aus dem Nichts berichtet Sky, dass Woltemade unmittelbar vor einem Wechsel zu Newcastle United stehe. Die Vereine seien sich einig, es würden 85 Millionen Euro plus fünf Millionen an möglichen Zusatzzahlungen fällig werden. Der Medizincheck soll am 29. August anstehen. Der VfB bestätigt, dass Woltemade für Gespräche freigestellt ist. (SID/bearbeitet von lh)