Nachdem sich mein Wochenrückblick vergangenen Montag hauptsächlich um Schalke 04 drehte, möchte ich heute dafür mit etwas Schönem beginnen: Deutschlands aktuelle Nummer Eins unter den internationalen Models ist schwanger. Toni Garrn wird zum ersten Mal Mutter. Da ist ganz schön was passiert, seit ich sie vor etwa sieben Jahren im REWE Duvenstedt an der Poppenbütteler Chaussee dabei erwischt habe, wie sie nichts als ein Magnum-Glas Nutella gekauft hat. Herzlichen Glückwunsch, Toni!

Marie von den Benken
Eine Satire
von Marie von den Benken
Diese Kolumne stellt die Sicht der Autorin dar. Hier finden Sie Informationen dazu, wie wir mit Meinungen in Texten umgehen.

Der Vater ist Ehemann Alex Pettyfer. Eins ist also sicher: Es wird ein traumschönes Baby. Bei Alex steckt das "Pretty" ja beinahe schon im Nachnamen. Das soll übrigens bei Männern mit dem Namen Alex öfter vorkommen. Aber andere Geschichte. Ansonsten ist Alex Pretty-Feier im Wesentlichen dafür bekannt, sich erfolgreich an der Seite von Channing Tatum als Male-Stripper im Blockbuster "Magic Mike" seiner Kleidung entledigt zu haben. Der Film kam schon 2012 in die Kinos.

Wenn man so will, kannte ich Toni Garrns Mann also sogar schon vor ihr nackt. Noch nackter kannte ihn damals eigentlich nur Hollands schönste Frau, Supermodel Marloes Horst. Mit ihr war Alex Pettyfer auch mal länger liiert. Fun Fact am Rande: Marloes ist aktuell ebenfalls schwanger. Insgesamt scheinen erste Babys eine Art Model-Trend für 2021 zu kreieren. Neben Garrn und Marloes Horst sind beispielsweise auch Emily Ratajkowski und Karlie Kloss schwanger, Elsa Hosk ist im Februar Mama geworden.

Leo ist der Flavio Briatore Manhattans

Toni hat dabei einen Sonderstatus. Sie reiht sich ein in eine stattliche Reihe von Models, die mal mit Leonardo DiCaprio zusammen waren und danach Kinder bekamen. Der Boulevard (und die Partyszene von New York) kolportieren ja schon lange, Leos Trennungen wären oftmals durch unterschiedliche Auffassungen über die gemeinsame Zukunft motiviert worden. Seine Freunde hingegen befeuern die Legende, hübsche junge Models würden die Endlichkeit ihrer Schönheit und die dadurch drohenden finanziellen Einbußen in ihrem Job mit einem Kind von Leo ausgleichen wollen.

Dabei wird allerdings verschwiegen, dass sich der inzwischen mit Vollgas auf die 50 zusteuernde Wolf der Wallstreet weiterhin gerne für den Leo von vor 25 Jahren hält. Der, dem in der Bar des The Mercer Hotels New York die schönsten Frauen der Welt ihre Handynummern zustecken. Das The Mercer gilt weiterhin als das Château Marmont New Yorks – Leo hingegen als der Flavio Briatore Manhattans.

Andererseits - die durchaus interessante Kindersituation bei Leos Verflossenen ist zweifelsfrei dokumentiert: Giselle Bündchen, Helena Christensen, Amber Valetta, Anne Vyalitsyna, Blake Lively, Miranda Kerr, Bar Refaeli und Eva Herzigová. Klingt wie das Line Up einer "Victoria´s Secret"-Show aus dem Jahr 2005, ist aber eine (unvollständige) Liste der Leo-Ex-Girlfriends, die heute Kinder haben.

Besonders ernst mit dem Family-Game meint es übrigens Bar Refaeli. Sie ist heute schon drei Mal Mutter und hat die Familienplanung noch nicht abgeschlossen. Wetten laufen, dass es am Ende fünf Kinder sein werden – eins für jedes Jahr Beziehung, das sie mit Leonardo DiCaprio verplempert hat.

Jens Spahn und Andi Scheuer werden zur Rettungs-Task-Force

Aber, so ist das in diesen Zeiten, es gab diese Woche natürlich nicht nur Euphorisches zu vermelden. Zur Rettung des Corona-Impf-Dilemmas wurden beispielsweise ausgerechnet Jens Spahn und Andi Scheuer zu den Köpfen der längst überfälligen Rettungs-Task-Force ernannt.

Das ist ein bisschen so, wie festzustellen, dass die Massentierhaltung schlecht für das Klima und grauenvoll im Hinblick auf Arbeitsbedingungen ist - und dann Clemens Tönnies damit zu beauftragen, Menschen für gesunde Ernährung zu begeistern und Firmen zur anständigen Entlohnung ihrer Mitarbeiter zu motivieren.

Zum Glück für die Pat und Patterchens der Bundesminister gab es auf dem politischen Parkett aber noch zwei weitere moralische Überflieger, die das Empörungs-Potenzial ein wenig von den beiden Leuchttürmen der Inkompetenz ablenken konnten: Nikolaus Löbel, Georg Nüßlein und ihr amtliches Schutzmaskengate.

Die beiden Unions-Politiker haben offensichtlich jeweils hoch sechsstellig bei der Vermittlung von Schutzmasken abkassiert. Um die in Deutschland wieder stärker um sich greifende Politikverdrossenheit aber dann auch wirklich nachhaltig zu stärken, haben die beiden sich dann, naja, irgendwie entschuldigt – ihr Bundestagsmandat aber nicht abgegeben.

Früher hatten Politiker noch Rückgrat und sind wegen Lappalien wie Flugmeilen zurückgetreten (Cem Özdemir etwa). Da halten sich Nüßlein und Löbel heute vor Lachen die Bäuche. "Nüßlein und Löbel" klingt irgendwie auch wie ein ganz dubioser Waffenhersteller, der trotz Embargos seit Jahren als Hüpfburgen deklarierte Panzer an Unrechtsstaaten liefert.

Dass man durch miese Profitgier während der schlimmsten Krise des Landes verdientes Geld auch zurückgeben oder hätte spenden können, darauf kommen sie nicht. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil dagegen schon. Wie ziemlich häufig hat die SPD die bessere Idee, es interessiert sich nur niemand dafür. Auch Angela Merkel nicht. Warum sie an dieser Truppe korrupter Kirmespolitiker festhält, ist vielerorts ein größeres Rätsel als die Frisur von Daniel Hartwich.

Obwohl, vermutlich denkt sich die Kanzlerin auf ihren letzten Metern: Komm, ihr habt Julia Klöckner, Andi Scheuer, Jens Spahn, Peter Altmaier und Horst Seehofer durchgewunken, dann beerdigt euch doch jetzt gerne mit diesen beiden Hinterbänklern im Alleingang, ist mir egal, ab September sitze ich in der Uckermark und lege mir Gemüsebeete an.

Übrigens, falls Klingbeils Vorschlag Schule machen sollte und Politiker ihre Einnahmen mit Geschmäckle zukünftig zurückzahlen müssen, habe ich einen Pro-Tipp an Philipp Amthor: Besser ein bisschen Geld für regnerische Zeiten zurücklegen. Denn es zieht ein Gewitter auf.

Rummenigges Treffen mit Regierungsmitgliedern

Stichwort Gewitter: Bei Kalle Rummenigge ist diese Woche auch ziemlich der Blitz eingeschlagen. In Form des von Erdogan-Hofbarde Jan Böhmermann geleiteten "ZDF Magazin" Investigativteams. Wenn ich es richtig verstanden habe, hat sich der Chef von Deutschlands sympathischstem, bodenständigstem Verein für Ballsportaktivitäten so lange unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit hochrangigen Regierungsmitgliedern getroffen, bis die Bundesliga plötzlich systemrelevant war.

Sollte das stimmen, trägt die Kunst- und Kulturbranche natürlich selber Schuld an ihrer Corona-Misere. Hätten diese ganzen kreativen Jammerlappen einen eigenen Rummenigge, gäbe es schon seit Mai wieder Kinos, Theater und Konzerte für uns. Sie könnten sogar nebenbei in Katar auftreten.

Zum Glück haben Jahrhundert-Pianist Igor Levit, Star-Journalist Hasnain Kazim, Moderatoren-Legende Dunja Hayali und ich das jetzt in die Hand genommen und gründen eine Partei. Folgen Sie uns gerne auf Twitter für mehr Details über Borussia Dortmund, Brahms, Beethoven, Rosenkohl, vegane Zwiebelmettbrötchen und alle anderen elementaren Themen des Landes. Oder warten Sie auf den Wochenrückblick nächsten Montag – das ist wahrscheinlich lustiger.

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