• 19:30 Uhr: ➤ Saarland beschließt Erleichterungen für vollständig Geimpfte
  • 17:21 Uhr: Brasilien ruft Länder zur Abgabe von Corona-Impfstoff auf
  • 15:16 Uhr: Mann bekommt in Schweriner Impfzentrum fünffache Impfdosis gespritzt
  • 14:01 Uhr: Spahn: Lockerungsbeschluss für Geimpfte Ende nächster Woche möglich
  • 13:07 Uhr: Biontech: Antrag auf Impfstoffzulassung für Kinder ab zwölf gestellt
  • 06:25 Uhr: RKI registriert über 24.000 Corona-Neuinfektionen und mehr als 300 Todesfälle

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➤ Saarland beschließt Erleichterungen für vollständig Geimpfte

Das Saarland hat am Freitag in einer außerordentlichen Ministerratssitzung Erleichterungen für vollständig geimpfte und von einer Corona-Infektion genesene Menschen beschlossen. Diese würden künftig getesten Menschen gleichgestellt, teilte die Staatskanzlei am Abend mit. Für sie entfalle ab Montag die Testpflicht zum Beispiel für einen Friseurbesuch oder einen Einkauf in bestimmten Geschäften. Zudem entfalle eine Quarantänepflicht nach einem Aufenthalt in einem Risikogebiet, wenn es sich nicht um ein Gebiet mit einer Virusvariante handelt.

"Wir nehmen in einem ersten Schritt bestimmte Einschränkungen für Geimpfte und Genesene zurück", sagte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU). Menschen, von denen nachweislich kein hohes Ansteckungsrisiko mehr ausgehe, werde so durch den Wegfall der Testpflicht der Alltag erleichert. Die Erleichterungen für Geimpfte beginnen 14 Tage nach der zweiten Impfung. Als genesen gilt, wer eine Infektion durchgemacht hat, wenn die zugrundeliegende PCR-Testung mindestens 28 Tage und nicht länger als sechs Monate zurückliegt

Ein Mann hat in Schwerin versehentlich die fünffache Dosis einer Corona-Impfung erhalten. Zuvor war es im Impfzentrum zu einer Verwechslung gekommen.

Ein Mann hat in Schwerin versehentlich die fünffache Dosis einer Corona-Impfung erhalten. Zuvor war es im Impfzentrum zu einer Verwechslung gekommen.

Die weiteren Corona-News des Tages:

Brasilien ruft Länder zur Abgabe von Corona-Impfstoff auf

17:20 Uhr: Brasiliens Gesundheitsminister hat inmitten der verheerenden Corona-Lage im Land die Bemühungen bei der landesweiten Impfkampagne hervorgehoben. "Brasilien hat 41 Millionen Dosen COVID-19-Impfstoff verabreicht. Aber es liegt noch ein weiter Weg vor uns, um jeden Tag 2,4 Millionen Menschen zu impfen", sagte Marcelo Queiroga bei einer Pressekonferenz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Freitag. Er forderte andere Länder dazu auf, vorrätige Impfdosen abzugeben, damit Brasilien seine Impfkampagne ausweiten und die Ausbreitung neuer Varianten verhindern könne.

Brasilien ist eins der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder weltweit. Am Donnerstag überschritt das größte und bevölkerungsreichste Land in Lateinamerika die Marke von 400.000 nachgewiesenen Todesfällen im Zusammenhang mit COVID-19. Erst vor gut einem Monat hatte Brasilien die Marke von 300.000 Corona-Toten überschritten. Zuletzt waren die Zahlen der Infizierten und Verstorbenen leicht zurückgegangen. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus warnte jedoch davor, nachlässig zu werden.

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat das Coronavirus von Anfang an verharmlost, Schutzmaßnahmen und Einschränkungen lehnt er - aus wirtschaftlichen Gründen - weiterhin ab. Mittlerweile zieht der Rechtspopulist Bolsonaro auch den Sinn von Impfungen in Zweifel. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss, der auch Gesundheitsminister Queiroga vorgeladen hat, soll Handlungen und Unterlassungen des Präsidenten in der Pandemie beleuchten. Bolsonaro wird unter anderem vorgeworfen, mögliche Lieferungen von Corona-Impfstoffen ausgeschlagen und verschleppt zu haben.

Koalition einigt sich auf Corona-Aufholprogramm für Kinder

17:09 Uhr: Die große Koalition hat in den Verhandlungen über ein zwei Milliarden Euro schweres Corona-Aufholprogramm für Kinder und Jugendliche eine Einigung erzielt. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU im Bundestag, Nadine Schön und ihre SPD-Kollegin Katja Mast bestätigten der Deutschen Presse-Agentur am Freitag eine entsprechende Vereinbarung. "Gute Ideen setzen sich durch", sagte Mast. Ihre Fraktion habe seit Wochen für das Corona-Aufholpaket gekämpft. "Es hat viel zu lange gedauert, bis CDU/CSU in die Pötte gekommen sind."

Mit dem Nachhilfe- und Sozialprogramm für Kinder und Jugendliche wollen Union und SPD die Corona-Langzeitfolgen abmildern. Das Programm sollte ursprünglich am Dienstag im Bundeskabinett auf den Weg gebracht werden. Weil es noch Abstimmungsbedarf zwischen beiden Seiten gab, wurde der Beschluss verschoben. Das Kabinett wird sich nun voraussichtlich am kommenden Mittwoch damit befassen.

Die zwei Milliarden Euro sind zur Hälfte für Nachhilfe- und Förderprogramme für Schüler in den Ländern gedacht, zum Beispiel unter Mithilfe pensionierter Lehrer, aber auch durch kommerzielle Anbieter. Die zweite Milliarde ist für die Aufstockung verschiedener sozialer Programme vorgesehen, um die sozialen und psychischen Krisenfolgen für Kinder und Jugendliche abzufedern

Tschechien ab Sonntag kein Corona-Hochinzidenzgebiet mehr

16:31 Uhr: Wegen stark sinkender Corona-Infektionszahlen in Tschechien stuft die Bundesregierung das Nachbarland am Sonntag vom Hochinzidenz- zum normalen Risikogebiet herunter. Damit entfällt die generelle Pflicht, bei der Einreise ein negatives Testergebnis vorzuweisen. Wie das Robert-Koch-Institut am Freitag zudem mitteilte, wird auch das letzte Virusvariantengebiet in Europa heruntergestuft: Die französische Grenzregion Moselle ist dann wie auch der Rest Frankreichs nur noch Hochinzidenzgebiet. Das bedeutet vor allem eine Entschärfung der Quarantäneregeln.

Tschechien zählte Ende Januar zu den ersten 20 Ländern, die als Hochinzidenzgebiete mit mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche eingestuft wurden. Bis vor kurzem zählte das an Bayern und Sachsen grenzende Land zu den europäischen Corona-Hotspots. Zwischenzeitlich war Tschechien sogar als Virusvariantengebiet eingestuft und es wurden wieder stationäre Grenzkontrollen eingeführt; sie endeten aber bereits vor zwei Wochen.

Die Lage hat sich inzwischen stark gebessert. Innerhalb von sieben Tagen steckten sich in Tschechien nach aktuellen Zahlen weniger als 150 Menschen je 100.000 Einwohner an und die Regierung in Prag wagt vorsichtig erste Lockerungsschritte.

Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet nun, dass sich Einreisende aus Tschechien erst 48 Stunden nach Ankunft in Deutschland testen lassen müssen, was allerdings schwer zu kontrollieren ist.

Datenschützer kritisiert Italiens Plan für Corona-Pass

16:03 Uhr: Italiens Datenschutzbehörde hat Bedenken an der Umsetzung eines nationalen Passes für COVID-19-Geimpfte oder Menschen mit einem negativen Corona-Test geäußert. Vorgaben für den sogenannten grünen Pass ließen zu viele Interpretationen offen, wie der Pass künftig eingesetzt wird, sagte der Präsident der nationalen Datenschutzbehörde, Pasquale Stanzione, im Interview der Zeitung "La Stampa" (Freitag). Es sei außerdem nicht klar, wer die Daten verarbeite und wie die Nutzer ihr Recht auf Privatsphäre wahrnehmen könnten.

Stanzione forderte deshalb, angemessene Sicherheit für die sensiblen Daten. Es müssten zudem alle Anwendungsbereiche des Passes offen gelegt werden. Dabei bedürfe es einer Absicherung, um Missbrauch zu verhindern. Mit dem Pass will die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi den Menschen das Reisen innerhalb Italiens erleichtern. Damit sollen sich die Leute freier zwischen den Regionen bewegen können, ungeachtet des lokalen Infektionsgeschehens.

Mann bekommt in Schweriner Impfzentrum fünffache Impfdosis gespritzt

15:16 Uhr: Ein Mann hat im Schweriner Impfzentrum versehentlich eine fünffache Dosis des Corona-Impfstoffes von Biontech/Pfizer gespritzt bekommen.

Der Betroffene hat nach Angaben der Stadtverwaltung keine Beschwerden. Er sei vorsorglich zur Beobachtung in die Helios-Kliniken gebracht worden.

Schwerins Impfmanager bezeichnete den Vorfall gegenüber der "Schweriner Volkszeitung" als "bedauerlichen Zwischenfall". Es seien in dem Fall am Donnerstag die Behälter mit verdünntem und unverdünntem Impfstoff verwechselt worden.

Karl Lauterbach macht Hoffnung: Corona-Besserung ab Ende Mai?

Durch die Kombination aus Notbremse und schnellem Impfen rechnet Karl Lauterbach ab Ende Mai mit einer starken Senkung der Corona-Zahlen. Andere Experten teilen seine Einschätzung.

Spahn: Lockerungsbeschluss für Geimpfte Ende nächster Woche möglich

14:01 Uhr: Erleichterungen bei den Corona-Einschränkungen für vollständig Geimpfte und Genesene können nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schnell beschlossen werden.

"Das kann innerhalb von Tagen gehen, die ersten Gespräche werden geführt, und wenn wir dabei sehr schnell zu einem Konsens kommen, dann kann man sicherlich auch bis Ende nächster Woche zu einer entsprechenden Entscheidung kommen", sagte Spahn beim Besuch eines neuen Produktionsstandorts für den Biontech-Impfstoff am Freitag in Reinbek (Kreis Stormarn) bei Hamburg.

Entscheidend sei dafür die Bereitschaft aller Beteiligten, sich auf einen Vorschlag zu einigen. "Wir als Bundesregierung sind bereit dazu", so der Minister. Es mache Sinn, Bundestag und Bundesrat einzubinden. Wichtig sei, dass es kein Ping-Pong-Spiel zwischen Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat gebe.

Biontech: Antrag auf Impfstoffzulassung für Kinder ab zwölf gestellt

13:07 Uhr: Der deutsche Impfstoffhersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer haben nach eigenen Angaben bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA die Zulassung ihres Corona-Vakzins für Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 15 Jahren beantragt.

Dabei gehe es um die Anpassung und Erweiterung der bestehenden Zulassung auf diese Altersgruppe, teilten die Unternehmen am Freitag mit. Sobald die EMA die Änderung genehmige, werde die angepasste bedingte Zulassung in allen 27 Mitgliedsstaaten der EU gültig sein.

Das Mittel von Biontech/Pfizer ist in der EU und in den USA bislang erst für Menschen ab 16 Jahren bedingt zugelassen.

Biontech und Pfizer hatten kürzlich mitgeteilt, dass eine klinische Studie in der Altersgruppe in den USA eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt habe. Die Impfung sei gut vertragen worden. Die Nebenwirkungen hätten jenen in der Altersgruppe von 16 bis 25 Jahren entsprochen, erklärten die Unternehmen.

Für die Prüfung von Zulassungsanträgen für Corona-Impfstoffe braucht die EMA in der Regel wenige Wochen. Das heißt, dass die EU-Zulassung im günstigen Fall bei einer Bearbeitungsdauer von vier bis sechs Wochen Anfang bis Mitte Juni erfolgen könnte. Anschließend könnte es mit den Impfungen in der Altersgruppe losgehen, sofern ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht. Mit Blick auf das kommende Schuljahr und die angestrebte Erweiterung der geimpften Bevölkerungsgruppen mit dem Ziel einer Herdenimmunität wäre dies ein wichtiger Schritt.

Parallel dazu läuft die klinische Studie von Biontech und Pfizer zur Wirkung und Sicherheit ihres Corona-Impfstoffs bei Kindern zwischen sechs Monaten bis einschließlich elf Jahren weiter. Biontech geht nach eigenen Angaben davon aus, dass belastbare Daten daraus bis September verfügbar sein werden.

Zeitpunkt für mehr Rechte von Geimpften noch unklar

12:49 Uhr: Wann die meisten Corona-Einschränkungen für vollständig Geimpfte und Genesene fallen, ist noch unklar. Die Regierung wolle eine entsprechende Verordnung aber "mit großem Druck und großem zeitlichem Ehrgeiz" angehen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte am Donnerstag einen Vorschlag für eine Verordnung dazu gemacht. Insbesondere von Beschränkungen für private Treffen und nächtlichen Ausgang sollen diese Gruppen ausgenommen werden.

Wie rasch die neue Verordnung dann im Kabinett und danach in Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden kann, ist aber noch offen. Dies hänge von den anderen Beteiligten im Parlament und den Ländern ab, sagte Seibert. "Die Bundesregierung möchte mit dieser Verordnung schnell in Bundestag und Bundesrat gehen."

Zunächst solle Lambrechts Vorschlag nun zwischen den Ministerien abgestimmt werden, erklärte Seibert. "Anfang der Woche wollen wir als Bundesregierung damit fertig sein." Über mögliche Änderungen will die Bundesregierung sich mit Bundestag und Ländern schon vor dem Kabinettsbeschluss einig werden, weil spätere Änderungen das Verfahren noch einmal deutlich verlängern würden.

Man sei in einer "Zwischenphase", sagte Seibert. Einerseits hätten bereits Millionen Bürger in Deutschland einen vollständigen Impfschutz, gleichzeitig gebe es noch deutlich mehr, die ihn nicht haben. Es gehe um eine komplexe Aufgabe und um "Grundrechte, die geachtet und geschützt werden müssen".

Die Bundesregierung könne Ausnahmen von den Corona-Beschränkungen erst jetzt regeln, weil die in der vergangenen Woche in Kraft getretene Bundes-Notbremse die Möglichkeit zu einer solchen Verordnung erst geschaffen habe, erläuterte ein Sprecher des Bundesjustizministeriums.

Mitte Juni bereits drei Viertel erstgeimpft? Experten erwarten zügige Fortschritte bei Corona-Impfungen

12:17 Uhr: Die Corona-Impfungen in Deutschland können aus Expertensicht nach dem "starken Impfmonat" April weiter zügig vorankommen. Wie das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung am Freitag in Berlin nach einer eigenen Modellierung erklärte, könnten Ende Mai weit mehr als die Hälfte der Impfberechtigten mindestens eine Erstimpfung erhalten haben - wenn die Lieferzusagen eingehalten werden.

Mitte Juni könnten drei Viertel erstgeimpft sein. Damit wären bei einer anzunehmenden Impfbereitschaft von etwa 80 Prozent fast alle Impfwilligen erreicht. Ab dann sollten die Impfzentren der Länder auch nur noch Termine für Zweitimpfungen vergeben.

Arztpraxen hätten seit dem Start auf breiterer Front am 5. April mehr als fünf Millionen Impfungen verabreicht, erklärte das Institut, das unter anderem von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung getragen wird. Inzwischen beteiligen sich fast 64.000 Praxen. Den bisherigen Tagesrekord gab es in den Praxen am Mittwoch mit 730.000 Impfungen. Laut der Modellierung liegt ihr Potenzial derzeit bei bis zu 1,2 Millionen Impfungen pro Woche.

"Allerdings ist das Impfen gegen COVID-19 zeitaufwendiger als etwa eine Grippeschutzimpfung", sagte Institutschef Dominik von Stillfried. Praxisteams seien aktuell besonders durch Einbestellungen und Termin-Management stark belastet. Daher sollte die Priorisierung in den Praxen nicht erst dann aufgehoben werden, wenn auch die letzten Personen in Prioritätsgruppe 3 identifiziert worden seien. "Das würde unnötigen Stress verursachen und das Impftempo bremsen."

Allerdings sind selbst aus der höchsten Prioritätsgruppe 1 noch längst nicht alle geimpft. Über 80-Jährige sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erst zu rund zwei Dritteln geimpft, über 70-Jährige zu knapp einem Drittel.

Händler mit dutzenden gefälschten Impfpässen in Berlin festgenommen

11:58 Uhr: Ermittler haben in Berlin einen 27-Jährigen festgenommen, bei dem dutzende gefälschte Impfpässe gefunden wurden. Der Mann wurde am Dienstag gefasst, nachdem er Zivilbeamten falsche Dokumente zum Kauf angeboten hatte, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilten.

Über einen Messengerdienst soll der Verdächtige internationale Impfbescheinigungen und auch Impfstoffe zum Kauf angeboten haben, wie die Ermittler weiter erklärten.

Bei seiner Festnahme hatte der Mann zehn Impfbücher bei sich, die allesamt mit einem Impfaufkleber versehen waren. Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Festgenommenen fanden die Beamten 46 Impfbücher und 33 Impfaufkleber, zudem Kokain und anabole Steroide.

Die Polizei beschlagnahmte neben den Drogen knapp zehntausend Euro mutmaßlichen Handelserlös, eine Schreckschusswaffe und mehrere tausend Euro Falschgeld.

Auf Nachfrage konnte ein Polizeisprecher nicht sagen, ob sich in den Impfausweisen gefälschte Bestätigungen für Corona-Impfungen befanden. Zuletzt waren in anderen Bundesländern Blanko-Impfbücher mit solchen Einträgen aufgetaucht. Die Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt Berlin haben die Ermittlungen aufgenommen. Das Fälschen eines Dokuments ist eine Straftat.

Erneut mehr als 900.000 Impfungen an einem Tag in Deutschland

11:12 Uhr: Das deutsche Impftempo ist weiter hoch: In der Impfkampagne hat Deutschland am Donnerstag den zweithöchsten Tageswert erreicht. Dem aktuellen Impfquotenmonitoring des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge wurden am Donnerstag bundesweit 916.388 Impfungen durchgeführt. Das sind über 288.000 mehr als vergangene Woche (22. April: 628.033).

Erst am Mittwoch war der Rekord von mehr als einer Million Impfungen erreicht worden. Die Zahl der verabreichten COVID-19-Impfdosen in Deutschland steigt damit auf über 28,7 Millionen. Somit sind nun mehr als 22,39 Millionen Menschen in Deutschland erstgeimpft, das entspricht einer Quote von 26,9 Prozent. Die Quote nach Zweitimpfungen liegt bei knapp 7,7 Prozent, also mehr als 6,38 Millionen Personen.

Boris Palmer
Tübingens Oberbürgermeister Boris Plamer fordert eine Notfallzulassung des Impfstoffs des Unternehmens CureVac.

Heil schließt Verlängerung der Kurzarbeiter-Regeln nicht aus

10:48 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) schließt eine Verlängerung der aktuellen Kurzarbeiterregeln nicht aus. Die Möglichkeit der Unternehmen, sich die Sozialversicherungsbeiträge zu 100 Prozent erstatten zu lassen, läuft zum 30. Juni aus - "ich habe aber im Zweifelsfall auch eine Rechtsverordnung, um das auch für den Rest des Jahres zu verlängern", sagte Heil am Freitag den Sendern RTL und ntv. Die Bundesregierung werde sich das im Mai anschauen.

Auch weitere Hilfen für die von der Coronakrise betroffenen Unternehmen seien möglich. Aus der Pandemie komme Deutschland durchs Impfen. Bis dahin aber müssten Brücken gebaut werden, sagte Heil weiter. "Dazu gehören dann eben auch weitere Wirtschaftshilfen, wenn es notwendig ist, Ende Juni." Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) würden das im Mai besprechen.

"Wir haben eine Chance, durch diese Krise zu kommen - nicht nur gesundheitlich, sondern auch wirtschaftlich. Das ist mein Ziel: Dass wir die Rückkehr von Massenarbeitslosigkeit, wie wir sie noch vor 30 Jahren in Deutschland hatten, nach dieser Krise verhindern."

Trotz der am Freitag zu Ende gehenden Aussetzung der Insolvenzantragspflicht rechnet Heil nicht mit gravierenden Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. "Es wird auch ein paar Insolvenzen geben. Aber uns sagen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass es keine Riesenwelle wird, die sich auf dem Arbeitsmarkt niederschlagen wird", sagte der Minister RTL und ntv.

Er leugne aber nicht, dass vor allem Firmen getroffen seien, die vom Lockdown beschränkt sind – zum Beispiel im Einzelhandel, in der Gastronomie und im Veranstaltungsgewerbe.

Ungarn lockert Corona-Maßnahmen

10:39 Uhr: Ungarn lockert seine Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. "Wir sind an einem neuen Etappenabschnitt angelangt", sagte Ministerpräsident Viktor Orban am Freitag im staatlichen Radio. Von diesem Samstag an können Geimpfte und Genesene wieder Gaststätten, Fitnessstudios, Museen, Zoos, Kinos, Theater und Sportveranstaltungen aufsuchen. Auch Übernachtungen in Hotels sind für sie wieder möglich.

Orban begründete die Lockerungen mit Impf-Erfolgen. Am Freitag wurde erwartet, dass in dem EU-Land mit etwa zehn Millionen Einwohnern die Vier-Millionen-Marke an Erstimpfungen überschritten wird. Ungarn setzt neben westlichen Impfstoffen auch massiv Impfstoffe aus Russland und China ein, die in der EU nicht zugelassen sind.

Zugleich geht die Zahl der Ansteckungen mit dem Virus deutlich zurück. Am Donnerstag betrug die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner 164. Eine Woche zuvor lag sie noch bei 245. Allerdings sterben in Ungarn immer noch sehr viele Menschen an den Folgen einer Infektion. Allein am Donnerstag waren es 186.

In dem Interview forderte Orban seine Landsleute eindringlich auf, sich impfen zu lassen. Der Impfstoff sei wie eine "schusssichere Weste". Geimpfte und Geheilte dürfen nun auch ohne verpflichtende Quarantäne von Auslandsreisen nach Ungarn zurückkehren. Darüber hinaus vereinbarte Ungarn mit Serbien und Montenegro die wechselseitige Anerkennung der jeweiligen Impfbescheinigungen. Ansonsten dürfen Ausländer seit September in der Regel nicht einreisen.

EU lasse sich "ewig Zeit": Palmer fordert Notfallzulassung für CureVac-Impfstoff aus Tübingen

Biontech stellt Impfung für Schulkinder ab Juni in Aussicht

Biontech-Chef Ugur Sahin gibt Eltern Hoffnung: Ab Juni könnten die ersten Schulkinder gegen Corona geimpft werden. Eine Zulassung für alle Altersklassen wird für September geplant.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hat eine deutsche Notfallzulassung für den in der baden-württembergischen Stadt produzierten Corona-Impfstoff des Unternehmens CureVac gefordert.

"CureVac hat auf Vorrat Impfstoff produziert. Jetzt könnten diese Dosen Leben retten", sagte der Grünen-Politiker der "Augsburger Allgemeinen" (Freitag). Die EU lasse sich "ewig Zeit" für die Zulassung kritisierte Palmer. "Die Schein-Sicherheit von bürokratischer Prüfung wird über die reale Sicherheit eines Impfstoffes gestellt." Und: "Wann sollte denn eine Notfallzulassung Sinn machen, wenn nicht in der dritten Welle dieser Pandemie?", fragte der Politiker.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hatte das schnelle Prüfverfahren im Februar gestartet. Abhängig von den klinischen Daten erwartet das Unternehmen die Zulassung für die EU im zweiten Quartal 2021. CureVac möchte seinen Corona-Impfstoff von Juni an einsetzen können. Bisher sind in der EU die Vakzine von Biontech/Pfizer, Astrazeneca, Moderna und Johnson & Johnson zugelassen.


Stiko-Chef hält Impfung von Kindern im Herbst für möglich

09:39 Uhr: Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, sieht gute Chancen für Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche ab September. "Für Kinder ab zwölf Jahren halte ich das für möglich", sagte Mertens der "Rheinischen Post" (Samstag). Bei jüngeren Kindern äußerte er sich skeptischer: "Für kleinere Kinder kann das noch knapp sein."

Der deutsche Impfstoffhersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer wollen in Kürze die Zulassung ihres Vakzins für Kinder von zwölf bis 15 Jahren in der EU beantragen, wie eine Biontech-Sprecherin am Donnerstag gesagt hatte.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ging davon aus, dass im Falle einer Zulassung Kinder dieser Altersgruppe eine erste Immunisierung spätestens in den Sommerferien bekommen könnten. "Stand heute, wenn nichts Ungewöhnliches passiert", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin.

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Corona-Horror in Indien: Patienten sterben vor Kliniken auf der Straße

In keinem anderen Land der Erde wütet das Coronavirus derzeit so schlimm wie in Indien - mit fatalen Folgen: Das Gesundheitssystem steht vor dem Kollaps. Menschen sterben, weil Kliniken überfüllt sind und Sauerstoff fehlt. Ein Einblick in Bildern.

Zahl der Corona-Toten in Brasilien auf mehr als 400.000 gestiegen

08:42 Uhr: Die Zahl der Corona-Toten hat in Brasilien die Schwelle von 400.000 überschritten. Mit 3.001 neuen Todesfällen binnen 24 Stunden stieg die Gesamtzahl der Toten seit Pandemie-Beginn am Donnerstag (Ortszeit) auf 401.186, wie aus Daten des brasilianischen Gesundheitsministeriums hervorgeht. Nur die USA haben noch mehr Opfer zu beklagen.

Brasilien ist eines der am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder weltweit. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl hat das bevölkerungsreichste Land Südamerikas die höchste Todesrate in ganz Amerika: Sie liegt in dem 212-Millionen-Einwohner-Land bei 189 Todesfällen pro 100.000 Einwohnern.

In Brasilien waren die Infektionszahlen zu Jahresbeginn dramatisch angestiegen. In vielen Regionen waren die Krankenhäuser völlig überlastet. Mittlerweile ist der Höhepunkt der neuen Infektionswelle aber offenbar überschritten, die Infektionszahlen haben sich stabilisiert. Die Zahl der täglichen Todesfälle ist aber weiterhin sehr hoch. Nur in Indien ist die Todesrate derzeit noch höher.

Erste Neuinfektion nach 35 Tagen: Vietnam verschärft Corona-Maßnahmen

08:16 Uhr: Wegen des ersten neuen Corona-Falls nach 35 Tagen haben die Behörden in Vietnam die Schließung aller Bars und Nachtclubs in der Hauptstadt Hanoi angeordnet. Zudem gelte in der Stadt wieder eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum, berichtete die Zeitung "VnExpress" am Freitag. Zuvor war ein 27-Jähriger positiv getestet worden, der am 7. April aus Japan zurückgekehrt war.

Nach seiner Ankunft war der Mann zwei Wochen in staatlicher Quarantäne und drei Mal negativ auf das Virus getestet worden, bevor er mit einem Bus in sein Heimatdorf in die nördliche Provinz Ha Nam fuhr. Erst dann wurde die Erkrankung erkannt.

Mittlerweile seien acht weitere Fälle bestätigt worden, die meisten rund um Hanoi, hieß es. Alle stünden mit dem 27-Jährigen in Zusammenhang. Das Dorf, in dem seine Familie lebt, wurde dem Bericht zufolge abgeriegelt. Die etwa 1.000 Einwohner dürfen sich nicht mehr frei bewegen. Die Behörden versuchen nun, die Kontakte des Mannes genau nachzuvollziehen.

Vietnam gilt als Vorzeigestaat in der Bekämpfung der Pandemie. Bisher wurden in dem südostasiatischen Land mit mehr als 96 Millionen Einwohnern nur etwa 2.900 Corona-Fälle verzeichnet. 35 Menschen sind in Verbindung mit COVID-19 gestorben.

Erste Hilfslieferung aus den USA in Indien eingetroffen

07:58 Uhr: In Indien ist am Freitag die erste Hilfslieferung aus den USA eingetroffen. Ein Transportflugzeug des US-Militärs mit 400 Sauerstoffflaschen, anderer Klinikausrüstung und fast einer Million Corona-Schnelltests an Bord landete in Neu Delhi. Nach Angaben der US-Regierung sind bis in die kommende Woche weitere Hilfsflüge geplant. Dem indischen Gesundheitsminister Harsh Vardhan Shringla zufolge haben insgesamt mehr als 40 Länder Hilfslieferungen zugesagt.

Mit mehr 385.000 neuen Infektionsfällen binnen 24 Stunden verzeichnete Indien am Freitag einen weiteren landesweiten und weltweiten Höchstwert. Fast 3.500 Infizierte starben den offiziellen Zahlen zufolge. Experten gehen von einer sehr hohen Dunkelziffer aus.

Indien hat sich in den vergangenen Tagen zum Epizentrum der Corona-Pandemie entwickelt. Das ohnehin schlecht ausgestattete Gesundheitssystem ist völlig überlastet. In zahlreichen Krankenhäusern sind Betten, medizinischer Sauerstoff und Medikamente knapp.

Der starke Anstieg der Infektionszahlen ist vermutlich auch auf die neue Virusvariante B.1.617 zurückzuführen, die zuerst in Indien registriert wurde und nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mittlerweile in mindestens 17 Ländern nachgewiesen wurde.

Corona-Lage in Deutschland: RKI-Lagebericht vom 30. April

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 24.329 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 306 neue Todesfälle verzeichnet. (Teaserbild: Fabian Strauch/dpa )

Portugal lockert Corona-Maßnahmen weiter

06:54 Uhr: Portugal setzt seine Corona-Öffnungsstrategie fort. Mit der Beendigung der Kontrollen an der Grenze zu Spanien werde am Samstag die vierte und letzte Stufe der Lockerungen umgesetzt, kündigte Regierungschef Antonio Costa am Donnerstag an. Auch Hochzeiten und andere Versammlungen seien dann grundsätzlich wieder erlaubt.

Zudem dürfen die Portugiesen ab Samstag wieder Sport in der Halle und draußen machen. Die Öffnungszeiten für Cafés, Restaurants und kulturelle Veranstaltungsorte werden insbesondere an den Wochenenden ausgeweitet.

Am 19. April hatte Portugal bereits Einkaufszentren, weiterführende Schulen und Universitäten wieder geöffnet. Zudem dürfen Restaurants seitdem wieder Gäste in ihren Räumlichkeiten bewirten. In Regionen mit hohen Corona-Fallzahlen bleiben bestimmte Restriktionen aber bestehen, wie Costa betonte. Einreisende müssen auch weiterhin einen negativen Corona-Test vorlegen oder sich in Quarantäne begeben.

In Portugal waren die Infektionszahlen nach Weihnachten und Silvester dramatisch angestiegen und hatten zu einer Überlastung der Krankenhäuser geführt. Mitte Januar verhängte die Regierung einen strengen Lockdown, der seit Mitte März schrittweise gelockert wird.

RKI registriert über 24.000 Corona-Neuinfektionen und mehr als 300 Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 24.329 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 306 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen vom Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05:35 Uhr wiedergeben. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Am Freitag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 27.543 Neuinfektionen und 265 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Freitagmorgen bundesweit bei 153,4 - das ist der niedrigste Wert seit Mitte April. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 154,9 angegeben, vor eine Woche mit 164,0.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.381.597 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.995.200 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 82.850.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,92 (Vortag: 0,90). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 92 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

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Corona-Horror in Indien: Patienten sterben vor Kliniken auf der Straße

In keinem anderen Land der Erde wütet das Coronavirus derzeit so schlimm wie in Indien - mit fatalen Folgen: Das Gesundheitssystem steht vor dem Kollaps. Menschen sterben, weil Kliniken überfüllt sind und Sauerstoff fehlt. Ein Einblick in Bildern.

New York strebt zum 1. Juli eine "vollständige Wiedereröffnung" an

05:24 Uhr: Die hart von der Corona-Pandemie getroffene US-Millionenstadt New York City strebt zum 1. Juli eine "vollständige Wiedereröffnung" an. Bars, Restaurants, Geschäfte, Fitnessclubs, Kinos und Museen könnten dann wieder zu hundert Prozent öffnen, erklärte Bürgermeister Bill de Blasio am Donnerstag. "Wir sehen jetzt das Licht am Ende des Tunnels", sagte de Blasio. "Das wird ein fantastischer Sommer."

Allerdings machte der Bürgermeister keine Angaben darüber, welche Sicherheitsvorkehrungen auch nach dem 1. Juli gelten könnten. Viele Corona-Beschränkungen wurden vom Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, verhängt.

Beide Politiker gehören der Demokratischen Partei an, haben aber ein schwieriges Verhältnis zueinander. De Blasio räumte am Donnerstag auf Nachfrage ein, dass er mit Cuomo noch nicht über seine Pläne einer "vollständigen Wiedereröffnung" gesprochen habe. Auch sollen die meisten der weltberühmten Theater am Broadway erst im September öffnen.

De Blasio betonte, notwendig seien weitere Fortschritte bei der Impfkampagne in den kommenden Wochen. "Alle impfen zu lassen ist der Schlüssel." In der Metropole wurden schon 6,4 Millionen Impfdosen gespritzt. Rund 2,4 der 8,5 Millionen New Yorker sind durchgeimpft. Bis Ende Juni sollen es fünf Millionen New Yorker sein. Zuletzt ist das Tempo bei den Impfungen aber - wie in anderen Landesteilen - zurückgegangen.

New York war im vergangenen Frühjahr das Epizentrum der Corona-Pandemie in den USA. Nach strikten Ausgangsbeschränkungen wurden die Maßnahmen in den vergangenen Monaten zunehmend gelockert. Vergangene Woche lancierte die Großstadt eine 30 Millionen Dollar teure Werbekampagne, um wieder Touristen anlocken.

Rate der COVID-Klinikeinweisungen sinkt - Impfeffekt wahrscheinlich

05:02 Uhr: Das schnelle Impfen alter Menschen in Deutschland in der Pandemie hat augenscheinlich positive Effekte auf Klinikeinweisungen. Nach den Daten des Robert-Koch-Instituts stieg der Anteil der Einweisungen wegen COVID-19 in Kliniken seit Ende Februar nicht mehr an. Er verharrte bei sieben bis acht Prozent der gemeldeten Infizierten. Nachmeldungen seien für die aktuell niedrigste Zahl von vier Prozent nicht auszuschließen, teilte das RKI auf Anfrage mit.

Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der ersten Welle hatte der Anteil der Klinikeinweisungen bei bis zu zwanzig Prozent der zu diesem Zeitpunkt gemeldeten Infizierten gelegen, bei der zweiten Welle bei bis zu zwölf Prozent. Dieser bereits niedrigere Wert hatte nach Einschätzung von Gesundheitsmanagern mit Lehren aus der ersten Welle und mit Fortschritten beim Vermeiden schwerer Krankheitsverläufe zu tun.

Die Corona-Infektionen bei den über 80-jährigen seien im Vergleich zur zweiten Welle nun aber erheblich zurückgegangen, heißt es beim RKI. So lagen die wöchentlichen Inzidenzen zuletzt bei den 80- bis 90-Jährigen zwischen 60 und 74 pro 100.000 Einwohner - und damit deutlich niedriger als in allen anderen Altersgruppen.

Das sei eigentlich nur durch die Wirkung der Impfung in dieser Altersgruppe zu erklären, hieß es auf Nachfrage beim RKI. Da diese Gruppe früher einen Großteil der hospitalisierten Fälle ausgemacht habe, erkläre sich auch die aktuell viel niedrigere gesamte Hospitalisierungsrate.

In den jüngeren Altersgruppen (35 bis 59 Jahre) seien aber mindestens genauso viele Patienten in der dritten Welle ins Krankenhaus gekommen wie in der zweiten. Sie müssten meist auch länger dort bleiben als früher, insbesondere bei einer Versorgung auf Intensivstationen.

Dort liegen nach dem Register von Intensivmedizinern und RKI aktuell immer noch rund 5.000 Menschen, mehr als die Hälfte (58 Prozent) muss künstlich beatmet werden. Auch Intensivmediziner bemerken, dass ihre Patienten im Vergleich mit den ersten Wellen "immer jünger" werden.

Intensivmediziner: Verstärkt in sozialen Brennpunkten impfen

02:02 Uhr: Intensivmediziner haben an Länder und Kommunen appelliert, verstärkt in sozialen Brennpunkten Corona-Schutzimpfungen vorzunehmen, um die Krankenhäuser zu entlasten.

"Auf den Intensivstationen liegen überdurchschnittlich viele Menschen aus ärmeren Bevölkerungsschichten, Menschen mit Migrationshintergrund und sozial Benachteiligte", sagte der wissenschaftliche Leiter des Intensivbettenregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Christian Karagiannidis, der "Rheinischen Post" (Freitag).

"Um diese Menschen besser zu schützen und die Intensivstationen zu entlasten, sollten alle Bürgermeister und Gesundheitsämter mobile Impfteams in die sozialen Brennpunkte ihrer Städte schicken. Das würde eine Menge bringen, denn das Impftempo ist derzeit vielversprechend", sagte Karagiannidis.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, bezeichnete es in der "Rheinischen Post" als wichtig, in sozialen Brennpunkten die Menschen "gezielt zu informieren und mehrsprachige Informationen zur Impfung zur Verfügung zu stellen". Zudem sollten die Menschen bei der Wahrnehmung ihrer Impftermine unterstützt werden. "Eine Priorisierung und damit ein Abweichen von der Impfreihenfolge halten wir derzeit nicht für zielführend", betonte Landsberg.

Unterdessen hat SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz mit der Warnung vor einer sozialen Spaltung beim Impfen die Kassenärztliche Vereinigung (KBV) gegen sich aufgebracht. "Nicht das Vorhandensein von Ärzten im Freundes- oder Bekanntenkreis darf über die Vergabe von Impfterminen entscheiden, sondern einzig und allein die Priorität", hatte Scholz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Donnerstag) gesagt.

"Es ist gelinde gesagt unverständlich und ärgerlich, wenn Herr Scholz von einem drohenden Verteilungskampf zugunsten der Wohlhabenden spricht und dass dies der Grund sei, an der Priorisierung festzuhalten", sagte KBV-Vorstandschef Andreas Gassen, dem RND (Freitag). "Das ist platte Wahlkampfrhetorik und zudem sachlich falsch", betonte Gassen. Es sei der knappe Impfstoff, der eine Priorisierung noch notwendig erscheinen lasse. Für die Beschaffung sei die Regierung zuständig und damit auch der Vizekanzler.

Weltweit bereits mehr als 150 Millionen bestätigte Corona-Infektionen

01:49 Uhr: Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie ist die Zahl der weltweit nachgewiesenen Infektionen auf mehr als 150 Millionen angestiegen. Das ging am Donnerstagabend (Ortszeit) aus Daten der US-Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Erst vor gut drei Monaten, am 26. Januar, war die Schwelle von 100 Millionen bekannten Infektionen überschritten worden.

Die Zahl der bekannten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus liegt der Universität zufolge inzwischen bei mehr als 3,1 Millionen, eine Million mehr als noch Ende Januar. Experten gehen sowohl bei den Infektionen als auch bei den Todesfällen allerdings weltweit von hohen Dunkelziffern aus.

Die Webseite der US-Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen aber auch wieder nach unten korrigiert. Die WHO zählte bis Donnerstagabend 149,2 Millionen bestätigte Infektionen, 3,1 Millionen Todesfälle und rund eine Milliarde verabreichte Corona-Impfungen.

Das weltweite Infektionsgeschehen wird seit etwa Anfang April stark von der Entwicklung in Indien beeinflusst. In dem Land mit rund 1,3 Milliarden Einwohnern meldeten die Behörden zuletzt rund 300.000 Neuinfektionen pro Tag. Dem jüngsten WHO-Wochenbericht zufolge war Indien für rund 38 Prozent aller Infektionen weltweit verantwortlich.

Die meisten bestätigten Infektionen gibt es bislang mit gut 32 Millionen in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern. Auf Platz zwei steht mit rund 18 Millionen Infektionen Indien, dahinter folgen Brasilien (14,5 Millionen) und Frankreich (5,7 Millionen). In Deutschland gab es den Johns-Hopkins-Daten zufolge knapp 3,4 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Virus SARS-CoV-2.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.