• Der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof hat einen Eilantrag einer nicht geimpften Frau gegen Corona-Maßnahmen zurückgewiesen.
  • Derweil hat die EMA die Coronavirus-Variante My als "potenziell besorgniserregend" eingestuft.
  • Corona-News vom 9. September im Ticker zum Nachlesen.

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EU-Arzneimittelbehörde stuft My-Variante als "potenziell besorgniserregend" ein

Die erstmals in Kolumbien aufgetretene Coronavirus-Variante My wird von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) als "potenziell besorgniserregend" beobachtet.

Die EMA konzentriere sich zwar hauptsächlich auf die hochansteckende Delta-Variante, untersuche aber auch andere Varianten wie die My-Variante, sagte der Leiter für Impfstoffstrategie, Marco Cavaleri, am Donnerstag. Mu weise möglicherweise immunevasive Merkmale auf, sodass Geimpfte oder Genesene vor dieser Variante nicht geschützt sein könnten.

"Ich muss jedoch sagen, dass wir noch keine Daten haben, die zeigen, ob sich die My-Variante stark ausbreitet und ob sie eine Chance hat, die Delta-Variante als vorherrschenden Virusstamm zu überholen", sagte Cavaleri. Die EMA werde jedoch mit den Impfstoffentwicklern über die Wirksamkeit der verfügbaren Corona-Impfstoffe gegen die My-Variante beraten.

Vor wenigen Tagen hatte bereits die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die My-Variante als "Variante von Interesse" eingestuft und vor einer möglichen Impfstoff-Resistenz gewarnt. Während in Kolumbien inzwischen 39 Prozent der Corona-Infektionsfälle auf die My-Variante zurückgehen, liegt die weltweite Verbreitung der Variante nach WHO-Angaben bisher bei unter 0,1 Prozent.

Dass Viren mutieren, ist normal. Die meisten Mutationen sind ungefährlich und verändern die Eigenschaften von Erregern nicht. Vor dem Hintergrund weltweit steigender Infektionszahlen befürchten Experten im Falle des Coronavirus SARS-CoV-2 jedoch die Entstehung einer neuen Virus-Variante, die Auswirkungen auf die Effektivität der verfügbaren Corona-Impfstoffe haben könnte.

Derzeit stuft die WHO vier Corona-Varianten als "besorgniserregend" ein, darunter die in 193 Ländern vertretene Alpha-Variante und die in 170 Ländern vertretende Delta-Variante, die besonders ansteckend ist und inzwischen auch in Deutschland vorherrscht. Fünf Varianten, darunter My, werden als "Varianten von Interesse" beobachtet.

Die weiteren Corona-News des Tages:

Sri Lanka fordert Frauen wegen Corona zu Verhütung auf

17:15 Uhr: Das Gesundheitsministerium in Sri Lanka hat Frauen aufgefordert, wegen der Corona-Pandemie in nächster Zeit nach Möglichkeit eine Schwangerschaft zu verhindern. Sie sollten vorerst verhüten, bis mehr über die Auswirkungen einer COVID-19-Erkrankung bekannt sei und es möglicherweise bessere Impfstoffe gebe, sagte Ministeriumsmitarbeiter und Gynäkologe Harsha Atapattu am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.

Auf Sri Lanka werden inzwischen alle Schwangeren angewiesen, sich impfen zu lassen. In dem Inselstaat sind 45 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Virus immunisiert. In den vergangenen vier Monaten starben nach offiziellen Angaben 40 Schwangere in Zusammenhang mit COVID-19.

Corona-Chaos um Szalai erledigt

16:44 Uhr: Nach der Verwirrung um die Coronatests bei Adam Szalai kann Fußball-Bundesligist FSV Mainz 05 wieder auf seinen ungarischen Stürmer bauen. "Da ist alles geklärt. Er kann ganz normal zur Mannschaft zurückkehren und steht uns am Wochenende zur Verfügung", sagte Trainer Bo Svensson vor dem Spiel bei der TSG Hoffenheim am Samstag.

Szalai war bei der ungarischen Nationalmannschaft zunächst positiv getestet worden. Danach wies er aber drei negative Befunde auf, durfte bereits am Mittwoch gegen Andorra auflaufen und steuerte einen Treffer bei. Zuvor hatten die Mainzer mitgeteilt, dass für das Gastspiel in Sinsheim mit dem zuständigen Gesundheitsamt in Heidelberg noch formale Fragen zu klären seien.

Global Fund: Pandemie hat "verheerende Auswirkungen" auf andere tödliche Krankheiten

Wegen der Corona-Pandemie stockt der Kampf gegen andere schwerwiegende Krankheiten. Wie der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria berichtet, seien vor allem die Behandlungen und Tests bei Tuberkulose- und Aids-Patienten weniger geworden.

Berichte: Biden will Impfpflicht für Angestellte der Regierung

16:12 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus will US-Präsident Joe Biden Berichten zufolge eine Impfpflicht für Angestellte der Bundesregierung verfügen. Das berichteten am Donnerstag etwa der Sender CNN und die "Washington Post" unter Berufung auf Regierungskreise.

Die Möglichkeit, sich durch regelmäßige Corona-Tests von einer Impfpflicht zu befreien, soll demnach wegfallen. Die Regelung solle auch für Unternehmen gelten, die für die Regierung arbeiten.

Biden wollte am späten Nachmittag in einer Rede seinen Corona-Plan zur Bekämpfung der Delta-Variante vorstellen. Die Impfkampagne in den USA macht nur noch sehr langsam Fortschritte.

Bislang sind dort 53,3 Prozent der Bevölkerung von rund 330 Millionen Menschen abschließend geimpft. Die Impfungen sind für Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene freigegeben. In der Bevölkerungsgruppe ab 12 Jahren sind 62,4 Prozent vollständig geimpft. Biden hatte zuletzt immer wieder auch für eine Corona-Impfpflicht in Unternehmen geworben und Arbeitgeber zum Handeln aufgefordert.

WHO: Afrika bekommt 25 Prozent weniger Corona-Impfstoffe als geplant

15:40 Uhr: Afrika wird bis Ende des Jahres 25 Prozent weniger Corona-Impfstoffdosen erhalten als geplant. Das sagte die Regionaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation WHO, Matshidiso Moeti, am Donnerstag während eines Pressebriefings.

Die internationale Hilfsinitiative Covax habe ihre prognostizierten Lieferzahlen für 2021 um ein Viertel nach unten korrigieren müssen, sagte Moeti. Grund dafür sei unter anderem die Einführung von Auffrischimpfungen und das Horten von Impfstoffdosen in einigen Ländern sowie die Priorisierung bilateraler Abkommen vor internationaler Solidarität, so die Regionaldirektorin.

Zudem sei es höchst bedauerlich, dass in den USA seit März 15 Millionen abgelaufene Dosen der Vakzine weggeworfen worden seien, sagte Moeti. Mit diesen Dosen hätten beispielsweise alle Menschen über 18 Jahren in Liberia, Mauretanien und Gambia geimpft werden können.

Reichere Länder "sollten bedenken, dass weltweit hohe Impfraten, einschließlich in Afrika, auch weniger Varianten für den Rest der Welt bedeuten", sagte Moeti.

In Afrika sind bislang nur etwa drei Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Insgesamt wurden auf dem Kontinent laut der panafrikanischen Gesundheitsorganisation Africa CDC fast 8 Millionen Infektionen dokumentiert, von denen mehr als 200.000 tödlich verliefen.

Deutsche haben wegen Corona-Pandemie zunehmend Geldsorgen

15:28 Uhr: Die Deutschen haben wegen der Corona-Pandemie zunehmend Geldsorgen. Mehr als jeder Zweite befürchtet Steuererhöhungen oder Leistungskürzungen durch Corona, wie die R+V-Versicherung am Donnerstag zur Vorstellung ihrer Langzeitstudie "Die Ängste der Deutschen" mitteilte. Jeweils 50 Prozent fürchten sich laut Umfrage vor steigenden Lebenshaltungskosten und Kosten für Steuerzahler durch die EU-Schuldenkrise.

"Die Topängste zeugen vom Realismus der Befragten – und vom Vorrang ihrer materiellen Interessen", erklärte Manfred Schmidt, Politikwissenschaftler an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. Auf dem vierten Platz landete mit 45 Prozent die Überforderung des Staats durch Geflüchtete.

Jeweils 43 Prozent machen sich Sorgen um Schadstoffe in Nahrungsmitteln und darum, im Alter ein Pflegefall zu werden. Mit 42 Prozent belegte die Angst vor Spannungen durch den Zuzug von Ausländern Platz sieben.

Die Angst vor Naturkatastrophen und Wetterextremen lag mit 41 Prozent auf Platz acht. Da die Umfrage vor den verheerenden Hochwassern in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen erstellt wurde, wurden nach Angaben von Brigitte Römstedt von der R+V-Versicherung im Nachgang tausend Menschen online befragt. Dabei stieg die Sorge vor Wetterextremen mit 69 Prozent auf ein Rekordhoch.

Der frühere US-Präsident Donald Trump, der die häufigsten Ängste der Deutschen 2019 noch dominiert hatte, kam in der aktuellen Erhebung nicht mehr vor. Die Sorge vor einer schweren Corona-Infektion rangierte nun auf Platz 14.

Insgesamt blieben die Deutschen 2020 gelassen. Der Index aller Ängste sank auf 36 Prozent - den niedrigsten Wert seit Beginn der Umfrage 1992. Für die Erhebung wurden 2.400 Menschen befragt.

Gericht lehnt Stopp griechischer Impfpflicht im Gesundheitssektor ab

15:14 Uhr: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat eine vorübergehende Aussetzung der Corona-Impfpflicht für Gesundheitspersonal in Griechenland abgelehnt. 30 Beschäftigte des Gesundheitssektors hatten um einen sofortigen Stopp in Form einer einstweiligen Maßnahme gebeten.

Wie das Straßburger Gericht am Donnerstag mitteilte, sei ein solcher Stopp aber nicht im für einstweilige Maßnahmen vorgesehenen Rahmen enthalten. Diese fänden nur selten und bei unmittelbarer Gefahr auf irreparablen Schaden Anwendung. Zu den eingereichten Klagen gegen die Impfpflicht selbst äußerte sich das Gericht aber noch nicht.

Seit Monatsbeginn gilt die Impfpflicht in Griechenland. Das Gesetz sieht vor, dass jene Beschäftigten im Gesundheitssektor, die noch ungeimpft sind, ohne Gehalt von der Arbeit freigestellt werden können. Zuvor hatten Gewerkschaften gefordert, die Impfpflicht zumindest aufzuschieben. Auch aus dem Gesundheitssektor selbst gab es Kritik und Sorge vor Personalmangel.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mit Sitz im französischen Straßburg gehört zum Europarat. Gemeinsam setzen sich die von der Europäischen Union unabhängigen Organe für den Schutz der Menschenrechte in den 47 Mitgliedstaaten ein.

Ungeimpfte Klägerin scheitert mit Eilantrag gegen Corona-Maßnahmen

14:57 Uhr: Der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof hat einen Eilantrag einer nicht geimpften Frau gegen Corona-Maßnahmen zurückgewiesen. Wie das Gericht am Donnerstag in Mannheim mitteilte, ist eine Testpflicht für nicht immunisierte Personen "aller Voraussicht nach" rechtmäßig. Die Frau hatte sich wegen Vorerkrankungen auf Rat ihres Hausarztes nicht impfen lassen.

In ihrer Klage führte sie aus, Testnachweise für ihre Teilnahme am öffentlichen Leben seien unverhältnismäßig. Zudem vernachlässige der Staat durch Freiheiten für Geimpfte und Genesene die Pflicht zum Gesundheitsschutz für Nichtgeimpfte, weil diese Menschen auch weiterhin das Virus übertragen könnten.

Dem widersprach der Verwaltungsgerichtshof in seiner unanfechtbaren Entscheidung. Die Testpflicht sei geeignet, Infektionen zu vermeiden. Da auch Geimpfte und Genesene weiter Einschränkungen wie etwa der Maskenpflicht unterworfen seien, die dem Infektionsschutz dienten, werde auch dem Schutz von Ungeimpften Rechnung getragen.

Vorsitzender des Weltärztebunds fordert 2G-Regel für Deutschland

Der Vorsitzende des Weltärztebundes favorisiert strengere Maßnahmen, um den steigenden Infektionszahlen zu begegnen. Diese sollen auch als Impfanreiz dienen.

Razzien bei mutmaßlich gewaltbereiten Gegnern des Corona-Passes in Italien

14:53 Uhr: Die italienische Polizei hat am Donnerstag in mehreren Städten des Landes Wohnungen und Computer von mutmaßlich militanten Gegnern der Corona-Maßnahmen durchsucht. Polizeiangaben zufolge riefen die Verdächtigen im Messengerdienst Telegram unter dem Titel "Die Krieger" zu gewaltsamen Aktionen gegen nicht näher bezeichnete "institutionelle Ziele" in ihren jeweiligen Heimatregionen auf. Dabei hätten sie auch über den Einsatz von Waffen und selbst hergestellten Sprengstoffen diskutiert.

Die Gruppe rief überdies zur Teilnahme an Demonstrationen gegen den grünen Corona-Pass in Italien auf. Sie planten den Angaben zufolge die Teilnahme an einer Demonstration am kommenden Wochenende in Rom. Die Durchsuchungen erfolgten in Mailand, Rom, Venedig, Padua, Bergamo und Reggio nell'Emilia.

Der grüne Pass zeigt an, ob jemand gegen das Coronavirus geimpft ist, ein negatives Testergebnis aufweist oder genesen ist. Den Pass benötigt in Italien jeder, der in Innenräumen von Restaurants essen oder Züge und Busse nutzen möchte. Auch Lehrerinnen und Lehrer brauchen den Corona-Pass.

Der Pass ist der jüngste Versuch, die Pandemie unter Kontrolle zu bringen. Seine Einführung löste bereits kleine und gelegentlich gewaltsame Proteste aus. In Italien starben seit Februar 2020 fast 130.000 Menschen an dem Virus. Mehr als 39 Millionen Italiener und Italienerinnen - fast 73 Prozent der Bevölkerung über zwölf Jahren - sind vollständig geimpft.

Experte: Lockdown für die meisten Kinder belastender als COVID-19

13:43 Uhr: Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Jörg Dötsch, sieht Kinder und Jugendliche durch Folgen der Pandemie-Situation beeinträchtigt.

"Für die weitaus meisten Kinder sind die sekundären Krankheitsfolgen, nämlich die psychische Belastung durch Lockdown-Maßnahmen, ungleich belastender als die Erkrankung selbst", sagte er am Donnerstag in Berlin.

Derzeit müssten nur sehr wenige Kinder in Deutschland wegen COVID-19 im Krankenhaus behandelt werden - was eine "beruhigende Nachricht" sei, so Dötsch. Man könne allerdings auf Grundlage der bisherigen Daten nicht ausschließen, dass auch ein geringer Anteil von Kindern und Jugendlichen von Langzeitfolgen der Krankheit (Long COVID) betroffen sein könnte.

Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI), Tobias Tenenbaum, betonte die Relevanz von guten Hygienekonzepten und angemessenen Teststrategien an den Schulen. Da Antigen-Schnelltests bei Kindern weniger zuverlässig als bei Erwachsenen seien, ergäben PCR-Pooltests am meisten Sinn.

Bei diesen werden die Proben einer Klasse gemeinsam im Labor auf Erbmaterial des Virus untersucht. Wenn der Pool positiv ist, wird individuell nachgetestet.

NRW-Minister gegen Lohnfortzahlung für Ungeimpfte in Quarantäne

13:15 Uhr: Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat sich gegen eine weitere Lohnfortzahlung für Ungeimpfte im Fall einer Quarantäne ausgesprochen.

"Auch die Frage müssen wir mal entscheiden, wollen wir ungeimpften Leuten, wenn sie in Quarantäne gehen, weiterhin die Lohnfortzahlung geben - ja oder nein?", sagte Laumann am Donnerstag im Landtag in Düsseldorf. Diese Frage müsse er in den nächsten Tagen prüfen und entscheiden.

"Ich bin dafür, dass wir sie ihnen nicht mehr geben, damit völlig klar ist, wenn ich mir die Freiheit rausnehme, mich nicht impfen zu lassen - wobei nach allen Erkenntnissen das Impfen die einzige Möglichkeit ist, diese Pandemie in den Griff zu kriegen - dann muss ich für die Konsequenzen, die daraus entstehen, auch in vollem Umfang persönlich einstehen", so der NRW-Gesundheitsminister.

Im Falle einer behördlich angeordneten Quarantäne haben Arbeitnehmer laut Infektionsschutzgesetz Anspruch auf Entschädigung. Im Gesetz stehe aber klar, wenn eine Quarantäne etwa durch Impfen vermieden werden könne, bestehe kein Anspruch auf Lohnfortzahlung, erläuterte Laumann.

Die Quarantäne könne nach seiner Auffassung keine gesamtstaatliche Aufgabe auf Dauer bleiben, sagte der CDU-Politiker. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden in NRW bislang 120 Millionen Euro für Lohnfortzahlungen in Zusammenhang mit Quarantäne ausgegeben.

Ungeimpfte Lehrer in Baden-Württemberg müssen sich täglich testen lassen

12:35 Uhr: Ungeimpfte Lehrer müssen sich in Baden-Württemberg mit Beginn des neuen Schuljahrs täglich testen lassen. Dies gelte auch für alle anderen ungeimpften Arbeitskräfte an der Schule, sagte die baden-württembergische Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) am Donnerstag in Stuttgart.

Schüler sollen dreimal wöchentlich getestet werden. Geimpfte und Genesene sind von der Testpflicht ausgenommen. Um Fern- oder Wechselunterricht zu verhindern, gilt weiterhin Maskenpflicht in den Schulen.

Mit Start des neuen Schuljahrs in der kommenden Woche will Schopper mit diesen Corona-Regelungen "dauerhaften Präsenzunterricht ermöglichen". Im Fall einer Infektion soll künftig nicht mehr die ganze Klasse in Quarantäne gehen, sondern nur das betroffene Kind. Die Klasse wird stattdessen fünf Tage lang täglich getestet. Sollte ein Fünftel der Klasse infiziert sein, würden weitere Maßnahmen mit dem zuständigen Gesundheitsamt besprochen.

"Damit tun wir alles, um Schulschließungen zu vermeiden", sagte die Kultusministerin. Bei einem Auftreten neuer Virusvarianten könnten aber auch wieder härtere Maßnahmen notwendig werden.

Fortuna Düsseldorf bietet Fußballfans Impfungen an

11:53 Uhr: Fußball-Zweitligist Fortuna Düsseldorf wird an zwei Samstagen im September mit ihrem Gesundheitspartner AOK Rheinland/Hamburg Corona-Impfungen ermöglichen. Interessierte können sich beim Heimspiel gegen Jahn Regensburg am 18. September im Impfmobil gegenüber dem Fortuna-Büdchen oder am 25. September vor dem Fanshop am Burgplatz impfen lassen. Damit beteiligt sich die Fortuna an der bundesweiten Aktionswoche #HierWirdGeimpft.

"Wer sich impfen lässt, handelt verantwortungsvoll - sich und seiner Umgebung gegenüber. Daher sollte sich nach Möglichkeit jeder so schnell wie möglich impfen lassen. Nur so werden wir die Pandemie wirklich überwinden", sagte der Vorstandsvorsitzende Thomas Röttgermann: "Dies hat erheblichen Einfluss auf unsere Lebensqualität und natürlich wirkt sich eine maximale Impfquote positiv auf Sportveranstaltungen mit Fans aus. Deswegen machen wir unseren Fans der Fortuna dieses Impfangebot."

Bereits zum ersten Saison-Heimspiel gegen Werder Bremen hatte das Impfmobil vor der Arena gestanden.

Für Kinder ab drei Jahren: Kubanischer Corona-Impfstoff in letzter Testphase

Eine Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche zwischen drei und 18 Jahren befindet sich in Kuba mittlerweile in der letzten Testphase. Die Wirksamkeit liegt laut Hersteller bei 91,2 Prozent.

Spahn: Kommen bei Impfungen aktuell nur langsam voran

11:19 Uhr: Die Corona-Impfungen in Deutschland gehen weiterhin nur mit gebremstem Tempo voran. Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft sind inzwischen 51,3 Millionen Menschen oder 61,7 Prozent der Bevölkerung, wie das Bundesgesundheitsministerium am Donnerstag bekannt gab.

Die Impfquote erhöhte sich damit im Vergleich zum Vortag um 0,1 Punkte. Mindestens eine erste Impfung haben nun 55 Millionen Menschen oder 66,2 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Minister Jens Spahn (CDU) schrieb auf Twitter: "Wir kommen aktuell leider nur langsam voran." Zwar seien nun 72,4 Prozent der Erwachsenen geschützt. "Aber noch sind zu viele ungeimpft, um die Pandemie zu überwinden."

Inzwischen haben zwölf der 16 Bundesländer die Marke von 60 Prozent vollständig geimpften Einwohnern erreicht. Bundesweit an der Spitze bleibt Bremen mit nun 71,9 Prozent. Weiterhin unter der Marke von 60 Prozent liegen noch Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Schlusslicht Sachsen mit 56,2 Prozent vollständig geimpften Einwohnern.

EMA listet seltene Nervenerkrankung als Nebenwirkung von Astrazeneca-Vakzin

10:17 Uhr: Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat das Guillain-Barré-Syndrom auf die Liste "sehr seltener" Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs Astrazeneca aufgenommen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen der Impfung mit dem Astrazeneca-Vakzin und dem Auftreten der Nervenerkrankung gebe, sei "zumindest begründet", heißt es in einer Erklärung der EMA vom Mittwoch.

Die Wahrscheinlichkeit, nach einer Astrazeneca-Impfung am Guillain-Barré-Syndrom zu erkranken, sei sehr gering, betonte die EMA. Von 10.000 Menschen sei weniger als einer betroffen. Bis Ende Juli wurden weltweit 833 Fälle des Guillain-Barré-Syndroms nachgewiesen - bei rund 592 Millionen verabreichten Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs.

Das Guillain-Barré-Syndrom kann zu Lähmungserscheinungen sowie zu Atemproblemen führen. In den USA erkranken jährlich zwischen 3.000 und 6.000 Menschen an der seltenen Nervenkrankheit. Die meisten Patienten erholen sich wieder.

Die EMA hatte das Guillain-Barré-Syndrom bereits im Juli als "sehr seltene" Nebenwirkung des Impfstoffs von Johnson & Johnson aufgenommen. Auch die US-Arzneimittelbehörde warnte vor einem "erhöhten Risiko" einer Erkrankung mit dem Syndrom nach einer Impfung mit dem Vakzin. Beide Behörden betonten aber, dass die Vorteile des Impfstoffs gegenüber den möglichen Risiken überwiegen.

RKI registriert 15.431 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 83,5

09:19 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist nach einem leichten Rückgang wieder etwas angestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstagmorgen liegt sie bei 83,5 - am Vortag hatte der Wert bei 82,7 gelegen, vor einer Woche bei 76,9.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 15.431 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert 13.715 Ansteckungen betragen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 50 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 33 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.046.112 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Mittwoch mit 1,79 an (Vortag 1,69). Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.498.

Mindestens 14 Tote bei Brand auf Corona-Station in Nordmazedonien

07:30 Uhr: Bei einem Brand in einem behelfsmäßigen Corona-Krankenhaus in Nordmazedonien sind mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. Die Ermittlungsbehörden hätten Autopsien zur Identifizierung aller Leichen angeordnet, teilte die Staatsanwaltschaft in Skopje am Donnerstag mit.

Untersucht werde, "ob es weitere Tote gibt". Der Brand war am Mittwoch nach einer Explosion in der Behelfsklinik in der Stadt Tetovo im Nordwesten des Landes ausgebrochen.

Zunächst hatten die Behörden zehn Tote durch den Brand gemeldet. Ministerpräsident Zoran Zaev sprach von einer "riesigen Tragödie". Das Feuer sei gelöscht worden, "aber viele Leben sind verloren", schrieb er im Onlinedienst Twitter.

Nach Angaben der Feuerwehr war das Feuer am späten Mittwochnachmittag ausgebrochen. Die Einsatzkräfte brauchten demnach rund 45 Minuten, um den Brand zu löschen. Der Bau der Corona-Station vor einem Krankenhaus in Tetovo hatte im Dezember begonnen.

Mit der Einrichtung der provisorischen Klinik in der 50.000-Einwohner-Stadt wollten die Behörden das fragile Gesundheitssystem des Balkanlandes zu entlasten.

Die Klinik war im Baukastenformat aufgebaut worden. Dies habe dazu geführt, dass das Feuer sich so stark ausgebreitet habe, sagte der stellvertretende Feuerwehrchef von Tetovo, Saso Trajcevski, einem örtlichen Fernsehsender. Es sei viel Plastik verbrannt. "Wir haben Opfer rausgeholt, während wir die Flammen gelöscht haben."

Die Zahl der Corona-Infektionen in Nordmazedonien war zuletzt wieder gestiegen. Die Zahl der täglichen Todesfälle liegt derzeit bei etwa 30. Insgesamt hat das Land mit seinen zwei Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie mehr als 6.100 Todesopfer verzeichnet.

Lehrerpräsident wünscht sich hohe Impfquote an Schulen

07:20 Uhr: Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, hofft auf die baldige Zulassung eines Corona-Impfstoffs für Kinder unter zwölf Jahren. Es sei klar, "dass eine hohe Impfquote unter Schülern die Sicherheit an Schulen enorm erhöhen würde und die Chance bietet, erheblich schneller zur Normalität ohne Einschränkungen im Schulbetrieb zurückkehren zu können", sagte Meidinger der "Passauer Neuen Presse" (Donnerstagsausgabe).

Besorgt äußerte sich Meidinger zur steigenden Zahl der Neuinfektionen bei jüngeren Menschen. Das Infektionsgeschehen in der Altersgruppe, die zur Schule gehe, sei "derzeit besonders heftig", sagte der Lehrerpräsident. In Nordrhein-Westfalen gebe es Städte, "da nähern sich die Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen den 1000".

Wichtig sei, dass weiter auf hohen Gesundheitsschutz an Schulen geachtet werde, sagte Meidinger mit Blick auf die Maskenpflicht und regelmäßige Testungen. "Wir dürfen eine unkontrollierte Durchseuchung von zehn Millionen Schülerinnen und Schülern nicht zulassen."

Lockdown-Monate führten zu physischen und psychischen Belastungen bei Kindern

06:52 Uhr: In fast jeder zweiten Familie haben die Einschränkungen der Lockdown-Monate einer Umfrage zufolge zu physischen und psychischen Belastungen bei den Kindern geführt.

In der Erhebung für die pronova BKK mit Sitz in Ludwigshafen, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegt, gaben jeweils 46 Prozent der befragten Eltern an, dass die körperliche beziehungsweise psychische Gesundheit ihrer Kinder gelitten habe.

Der Medienkonsum (79 Prozent) und in selteneren Fällen auch Streitigkeiten in der Familie (36 Prozent) nahmen während des Lockdowns zu. 46 Prozent der Eltern sahen der Umfrage zufolge außerdem die körperliche Gesundheit ihrer Kinder durch Bewegungsmangel und fehlende motorische Entwicklungsmöglichkeiten beeinträchtigt. Für die Erhebung wurden im Juli bundesweit tausend Menschen ab 18 Jahren mit mindestens einem minderjährigen Kind im Haushalt repräsentativ befragt.

Konkret nahmen Eltern bei ihren Kindern ab sechs Jahren vor allem Müdigkeit (47 Prozent), Antriebslosigkeit (45 Prozent) und Konzentrationsschwierigkeiten (43 Prozent) wahr. Auch bei den Älteren ab elf Jahren spielten den Angaben zufolge Müdigkeit und Antriebslosigkeit eine dominierende Rolle. Neben der Unruhe hätten Kinder im Grundschulalter aber auch verstärkt mit Konzentrationsproblemen, Sehschwierigkeiten und Kopfschmerzen zu kämpfen.

Dennoch zeigten sich 73 Prozent der befragten Eltern zuversichtlich, dass ihre Kinder die Erfahrungen aus der Krise und dem Lockdown gut verarbeiten würden. 89 Prozent der Eltern sagten, dass es allen gut tue, dass die Kinder wieder in Schule und Kita gehen könnten. 66 Prozent machen sich aber nach den Schul- und Kitaschließungen Sorgen um die Bildungschancen ihrer Kinder.

Montgomery setzt im Kampf gegen vierte Corona-Welle auf 2G-Regel

06:25 Uhr: Im Kampf gegen die vierte Pandemie-Welle hat sich der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, für eine Verschärfung von Corona-Beschränkungen ausgesprochen. Es werde kaum reichen, die Impfquote durch mobile Angebote zu erhöhen.

"Um die vierte Welle zu brechen, bevor sie dramatisch wird, sollte man jetzt bundesweit überall dort, wo es möglich ist, eine 2G-Regel einführen", sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). Dort, wo es nicht praktikabel wäre, Ungeimpfte auszuschließen, wie etwa im Öffentlichen Nahverkehr, müsse dann zumindest eine strengere 3G-Regel gelten.

"Ungeimpfte müssten dann einen aktuellen PCR-Tests vorweisen. Ein einfacher Schnelltest dürfte nicht mehr ausreichen", sagte Montgomery. Eine solche erweiterte 2G-Regel könne der nötige Anreiz sein, sich impfen zu lassen.

Mit Blick auf Herbst und Winter gilt für bestimmte Innenräume wie Veranstaltungen und die Gastronomie bundesweit die so genannte 3G-Regel: Zugang nur mit Nachweis als Geimpfter, Genesener oder negativ Getesteter.

Im Gespräch ist aber auch die teils schon angewandte 2G-Regel, also Zugang nur für Geimpfte oder Genesene. Aus Sicht von Bundesregierung und Robert Koch-Institut (RKI) droht ohne deutlich mehr Impfungen ein heftiger Verlauf der vierten Corona-Welle im Herbst.

Rund zwei Drittel der Bevölkerung sind mindestens einmal geimpft, etwa 62 Prozent haben vollen Impfschutz. Angesichts des schleppenden Impffortschritts und steigender Inzidenzen wächst die Sorge vieler vor neuen Einschränkungen.

Kassenärzte-Chef empfiehlt NRW-Quarantäne-Regeln zur Nachahmung

06:20 Uhr: Für die geplanten Erleichterungen der Quarantäneregeln in Schulen bekommt die nordrhein-westfälische Landesregierung Zustimmung vom Chef der Kassenärztlichen Vereinigung.

"NRW hat hier den richtigen Weg eingeschlagen: Wir begrüßen die Entscheidung, dass künftig nur noch das mit dem Coronavirus infizierte Kind in Quarantäne muss", sagte Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) der Zeitung "Rheinische Post" (Donnerstag). Dieser Entschluss sei längst überfällig gewesen "und sollte auch von anderen Bundesländern übernommen werden", sagte Gassen.

Die Kinder seien ohnehin die Leidtragenden der Pandemie. "Dass immer gleich ganze Schulklassen für zwei Wochen zu Hause bleiben müssen, ist nicht länger hinnehmbar", sagte Gassen. "Die Folgen von langen Isolationszeiten und von Wechselunterricht sind für Kinder wohl viel schädlicher als mögliche Risiken durch Long-COVID-Symptome."

Nordrhein-Westfalen will künftig nur noch infizierte Kinder in Quarantäne schicken. Die notwendigen Erlasse und Verordnungen sollen demnach bis spätestens Ende der Woche ausgearbeitet und veröffentlicht werden.

Die Gesundheitsminister der Länder und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatten sich am Montag für einfachere Quarantäne-Regeln bei Corona-Fällen in Schulen ausgesprochen. Grundsätzlich solle bei einem Fall nicht mehr für die gesamte Klasse Quarantäne angeordnet werden, heißt in einem Beschluss. Quarantäneanordnungen seien auf möglichst wenige Personen zu beschränken.

Australien: Victoria meldet höchste Corona-Zahlen seit einem Jahr

06:12 Uhr: Trotz eines seit mehr als einem Monat geltenden strikten Lockdowns steigen die Corona-Zahlen im australischen Bundesstaat Victoria weiter. Die Behörden in der Region mit der Metropole Melbourne meldeten am Donnerstag 324 lokal übertragene Neuinfektionen - so viele wie seit fast 13 Monaten nicht mehr. Zuletzt waren in Victoria Mitte August 2020 mehr als 300 Fälle registriert worden.

Der Bundesstaat im Osten Australiens befindet sich bereits zum sechsten Mal seit Beginn der Pandemie im Lockdown. Dennoch planten die Behörden in den meisten Teilen der Region ab Freitag Lockerungen der Beschränkungen. So sollten Cafés und Restaurants unter Auflagen wieder öffnen dürfen.

Schlimmer als Victoria ist nur der benachbarte Bundesstaat New South Wales mit der Millionenstadt Sydney betroffen. Hier werden schon länger täglich mehr als 1000 Neuinfektionen gemeldet.

Australien mit seinen rund 25 Millionen Einwohnern hat viele Monate lang eine Null-COVID-Strategie verfolgt und versucht, das Virus mit geschlossenen Außengrenzen und strikten Lockdowns komplett auszumerzen. Mit der Ausbreitung der Delta-Variante mussten mehrere Regionalregierungen aber bereits einräumen, dass die Strategie nicht mehr aufgeht.

Kritik gab es immer wieder an der zunächst schleppend angelaufenen Impfkampagne. Mittlerweile sind knapp 40 Prozent der erwachsenen Bevölkerung vollständig geimpft - deutlich weniger als in vielen anderen westlichen Staaten.

Chile will Kinder ab sechs Jahren gegen Coronavirus impfen

05:33 Uhr: In Chile sollen künftig schon Kinder ab sechs Jahren gegen das Coronavirus geimpft werden. Am Montag kommender Woche laufe die Impfkampagne für Kinder im Alter zwischen sechs und elf Jahren an, sagte Gesundheitsminister Enrique Paris am Mittwoch bei einem Besuch in der Stadt Arica im Norden des Landes. Die Kinder sollen mit dem Impfstoff CoronaVac des chinesischen Pharmakonzerns Sinovac geimpft werden. Anfang der Woche hatte das Institut für öffentliche Gesundheit dem Vakzin eine Notfallzulassung für Kinder ab sechs Jahren erteilt.

Chile gehört zu den Ländern mit dem höchsten Anteil an Geimpften an der Bevölkerung. Über 86 Prozent der Chilenen sind bereits vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Bei der Impfkampagne in Chile kam vor allem der chinesische Impfstoff CoronaVac zum Einsatz.

Am Montag hatte Kuba als erstes Land in Lateinamerika mit der Impfung von Kindern im Alter zwischen zwei und elf Jahren gegen das Coronavirus begonnen. Auf der sozialistischen Karibikinsel wird das dort entwickelte Präparat Soberana 02 verwendet. Kuba verfügt zwar über viel Erfahrung bei der Entwicklung von Impfstoffen, allerdings wurden die Studienergebnisse zu den kubanischen Vakzinen bislang nicht unabhängig geprüft.

Kliniken für Einheitlichkeit bei Schwellenwerten zur Corona-Lage

05:05 Uhr: Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, hat sich für eine einheitliche Festlegung kritischer Marken zur Einschätzung der Corona-Lage ausgesprochen, die regional angepasst werden können.

"Wir sollten bundesweit gültige Schwellenwerte für die drei zentralen Faktoren - Infektionsinzidenz, Hospitalisierungsinzidenz und Belegung der Intensivkapazitäten - definieren", sagte Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Donnerstag). "Der Schwellenwert hängt aber dann von den regionalen Besonderheiten ab, wie Krankenhauskapazitäten, Impfquote und Ähnliches."

Der Bundestag hatte am Dienstag eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen. Die Länder sollen danach künftig weitgehend vor Ort festlegen können, ab wann strengere Alltagsbeschränkungen nötig werden.

"Wesentlicher Maßstab" für zu ergreifende Maßnahmen soll insbesondere die Zahl aufgenommener Corona-Patienten in den Kliniken je 100.000 Einwohner in sieben Tagen sein. Berücksichtigt werden sollen aber auch "weitere Indikatoren".

Genannt werden die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen, verfügbare Intensivkapazitäten und die Zahl der Geimpften. Die Länder sollen dann festlegen können, wo kritische Schwellenwerte liegen.

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Mit Material von dpa, afp, sid, reuters und apa.