Wenn am Freitagabend Deutschland in der EM-Qualifikation auf die Niederlande trifft, stehen die Nationalspieler des FC Bayern besonders im Fokus. Denn die Akteure des Nachbarn ähneln stark den Profis von RB Leipzig - dem nächsten Bundesliga-Gegner der Münchner.

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Trotz der aussortierten Weltmeister von 2014 um Thomas Müller und Jerome Boateng stellt der FC Bayern auch weiterhin die meisten Spieler bei der Deutschen Nationalmannschaft. Sie zählt neben DFB-Kapitän Manuel Neuer (33 Jahre) den Jahrgang von 1995 mit Leon Goretzka (24), Niklas Süle (24), Joshua Kimmich (24) und Serge Gnabry (24) fünf Profis des deutschen Rekordmeisters.

In der Vergangenheit konnte lediglich Borussia Dortmund mithalten, wenn es um die Frage ging: Welcher Bundesligist stellt den Kern des DFB-Teams? Doch mit dem Trio von RB Leipzig - gebildet von Timo Werner (23), Lukas Klostermann (23) und Marcel Halstenberg (27) - gibt es plötzlich einen dritten Verein, der sich um den Ruf des deutschen Aushängeschildes bewirbt.

Das spiegelt die Machtverhältnisse in der Bundesliga wider, in der die Ostdeutschen aktuell Tabellenführer sind.

Deutschland gegen Niederlande als Generalprobe für Bayern-Stars

Am kommenden Wochenende treffen die Leipziger auf die Bayern, weswegen das Länderspiel Niederlande gegen Deutschland (20:45 Uhr, LIVE bei uns im Ticker) nicht zuletzt in München aufmerksam beobachtet wird. Im Fokus: drei Stars des Double-Gewinners.

Süle, Abwehrchef beim FC Bayern, ist bekannt dafür, sehr hoch zu verteidigen, "auch an der Mittellinie", erklärte er unlängst auf Nachfrage unserer Redaktion selbstbewusst zu Schwächen im Rückzugsverhalten bei überfallartigen Kontern. Sowohl die 0:2-Pleite im Supercup gegen den BVB als auch der Test gegen Tottenham Hotspur (2:2) vor der Saison zeigten, dass der Rekordmeister in der Defensivarbeit genau hier seinen Schwachpunkt hat.

Selbst Regionalligist Energie Cottbus hatte bei der 1:3-Niederlage im DFB-Pokal versucht, so gegen den übermächtigen Gegner zum Torerfolg zu kommen. "Wir haben es nicht entschlossen genug zu Ende gespielt. In den 30 Minuten vor der Halbzeit hatten wir so mehrere Situationen", erklärte Coach Claus-Dieter Wollitz seinerzeit unserer Redaktion.

Süle gegen Depay: Die ideale Vorbereitung auf Werner

Das Problem bei Süle ist nicht die Schnelligkeit - der Hesse gilt als einer der schnellsten Abwehrspieler der Bundesliga. Aber dem wuchtigen Innenverteidiger (1,95 Meter) geht teils noch die stoische Ruhe seines ehemaligen Team-Kollegen Mats Hummels ab, der seine Gegenspieler in solchen Situationen mit all seiner Erfahrung stellt und fast jeden Zweikampf durch das Timing beim Tackling gewinnt.

Gegen die Niederlande wird Süle gegen die schnellen Memphis Depay und Steven Bergwijn gefordert sein. Es ist die ideale Generalprobe für den Bundesliga-Kracher, dann wird DFB-Kollege und Vollgas-Stürmer Timo Werner auf ihn treffen. Das Leipzig-Spiel scheint bereits allgegenwärtig.

Ähnlich wie Süle geht es auch dem neuen Sechser Kimmich. Nachdem zuerst Joachim Löw den Rechtsverteidiger in der Nationalmannschaft umschulte, eifert dem Bundestrainer nun Niko Kovac in München nach.

Kimmich sucht noch nach seiner Rolle

Doch bei der 6:1-Gala des Meisters gegen Mainz 05 suchte Kimmich sichtlich nach seiner Rolle in der Schaltzentrale. Der Schwabe musste sich weit fallen lassen, teils bis auf Höhe der eigenen Abwehrreihe, was dem Leader mit Offensivdrang sichtlich schwerfiel.

Nach zähem Beginn übernahm vor allem Nebenmann Thiago die Regie, Kimmich konnte dem Spiel nicht die Impulse geben, die man sich von ihm erhofft hatte. Nachdenklich schritt er stattdessen nach dem Kantersieg in der Mixed Zone an den Reportern vorbei. Zur Einordnung: Üblicherweise stellt sich Kimmich den Fragen - immer.

Dass Kimmich, sollte er wieder auf der Sechs auflaufen, an Stabilität gewinnt, dürfte vor dem Spitzenspiel bei RB (14. September, 18:30 Uhr) genauso wichtig sein, wie dass Serge Gnabry wieder Einsatzzeiten bekommt.

Gnabry braucht Einsatzzeiten - und bekommt sie beim DFB

Zuletzt war er neben Routinier Müller das "Opfer" der plötzlich möglichen Rotation - und saß 90 Minuten lang nur auf der Bank. Die Neuzugänge Philippe Coutinho und Ivan Perisic sowie Tempo-Dribbler Kingsley Coman spielten statt seiner. Doch: In Leipzig kommt es auf jeden an. Siegen die Sachsen, haben sie bereits fünf Punkte Vorsprung.

Wie wertvoll Gnabry sein kann, bewies der Schwabe mit zehn Toren und sieben Vorlagen in der Vorsaison - aber nur, wenn er die notwendige Spielpraxis hat. Die wird er zumindest unter Löw bekommen, der hat ihm eine Stammplatz-Garantie ausgesprochen.

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