• 16:09 Uhr: ➤ Doping-Experiment der ARD sorgt für Unruhe unter Athletinnen und Athleten
  • 14:05 Uhr: Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo schaffte vor Tokio die Sieben-Meter-Marke nicht
  • 13:08 Uhr: Schweizer Rekordläufer traut seinen eigenen Zeiten nicht
  • 07:08 Uhr: Anti-Sex-Betten bei Olympia? Irischer Turner macht den Test

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➤ Unschuldig zum Doping-Opfer: ARD-Experiment wühlt die Athleten auf

Der Verein Athleten für Deutschland hat nach der ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping - Schuldig. Wie Sportler ungewollt zu Dopern werden können" eine umgehende, sachliche und nuancierte Diskussion über eine mögliche Änderung der Beweislastumkehr gefordert. "Die Erkenntnisse des Films verdeutlichen auf krasse Weise, dass die Regeln des Anti-Dopingkampfs in Konflikt mit der menschenrechtlich verbrieften Unschuldsvermutung stehen", hieß es am Montag in einer Stellungnahme der Athletenvertretung. "Schlussendlich muss geklärt werden, ob und welche Anpassungen es im Anti-Dopingkampf geben könnte, um die fundamentalen Rechte von Athleten und Athletinnen zu wahren und gleichzeitig die Effektivität des Anti-Dopingkampfs nicht zu gefährden."

In einem Experiment der ARD-Dopingredaktion und des Instituts für Rechtsmedizin der Uniklinik Köln bekamen zwölf Probanden geringe Mengen verschiedener Anabolika mittels einer Trägersubstanz über die Haut verabreicht - durch minimale Berührungen an Hand, Nacken und Arm. Bei allen Probanden ergaben die Erstauswertungen der Proben durch das Kölner Doping-Kontrolllabor einen massiven Betrugsverdacht. Die verbotenen Substanzen waren im Experiment in Minimaldosen verabreicht worden und zum Teil schon eine Stunde nach der Applikation und bis zu 15 Tage lang nachweisbar gewesen.

Die Beweislastumkehr ist ein zentraler und wichtiger Bestandteil des Antidopingkampfes, wie auch IOC-Präsident Thomas Bach betonte. Im Sportrecht gilt anders als im Strafrecht nicht die Unschuldsvermutung - der Sportler muss nachweisen, dass er nicht wissentlich gedopt hat, ansonsten wird er gesperrt, auch ohne Beweis der Schuld.

Die weiteren Olympia-News des Tages:

2021 nur 6,94 Meter: Mihambo fühlt sich als Jägerin in Tokio wohl

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Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo sprang ihren Konkurrentinnen im Olympia-Jahr weitenmäßig hinterher. Trotzdem glaubt sie fest an ihre Medaillenchance in Tokio.

Malaika Mihambo ist die Ruhe selbst. Von Nervosität keine Spur, Deutschlands Sportlerin des Jahres steigt am Dienstag trotz durchwachsener Saison mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen in den Flieger nach Japan. "Ich weiß, was in mir steckt, ich weiß, dass ich sieben Meter und auch weit über sieben Meter springen kann. Ich reise nach Tokio mit dem Gefühl, dass ich weiß, dass ich es kann", gibt sich die 27 Jahre alte Weitspringerin im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst optimistisch. Mihambos persönliche Bestleistung von 7,30 Metern datiert vom Tag des WM-Golds in Doha in Katar am 6. Oktober 2019.

Gleich neun Konkurrentinnen Mihambos flogen in diesem Jahr jedoch weiter als die deutsche Gold-Hoffnung. Sechs von ihnen schafften sieben Meter oder mehr. Weltjahresbeste ist die Nigerianerin Ese Brume. Ihre 7,17 Meter aber liegen satte 13 Zentimeter unter Mihambos Bestmarke.

Von der ist Mihambo 2021 bisher jedoch 36 Zentimeter entfernt. Die Deutsche steht - unter reagulären äußeren Bedingungen - bei 6,94 Metern. Aus der Gejagten ist eine Jägerin geworden - doch diese Rolle genießt Mihambo sichtlich. "Es gibt keine Erwartungen, die ich erfüllen muss", sagte die Weltmeisterin mit einem Lächeln. Sie könne Olympia aus einer angenehm "entspannten Stellung" angehen.

Am 2. August wird es für die gebürtige Oftersheimerin mit der Qualifikation ernst, zwei Tage später steht das Finale an.

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Die Wettkampfstätten der Olympischen Sommerspiele 2021 in Tokio in der Übersicht.

Olympia-Komponist tritt wegen Mobbings behinderter Kinder zurück

13:13 Uhr: Der Komponist für die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Tokio, der Japaner Keigo Oyamada, ist wegen des Mobbings von behinderten Kindern in seiner Schulzeit zurückgetreten. Vier Tage vor der Eröffnungszeremonie gab der heute 52-Jährige am Montag bekannt, aus dem Kreativteam für die Spiele auszuscheiden.

Zuletzt hatte ein früherer Zeitschriftenbericht, in dem er vom Mobbing in seiner Schulzeit erzählt hatte, im Vorfeld der Olympischen Spiele für eine Kontroverse gesorgt. Oyamada, der auch im Westen unter dem Namen Cornelius bekannt ist, entschuldigte sich daraufhin. "Ich habe mit meinen Worten und Taten zweifellos andere verletzt", schrieb er auf Twitter. Es tue ihm zutiefst leid. Er hätte vielleicht das Angebot, bei Olympia mitzuarbeiten, von Anfang an ablehnen sollen, schrieb der Künstler.

Leistungsexplosion: 100-Meter-Läufer aus der Schweiz zweifelt an seinem Europarekord

13:08 Uhr: Der Europarekord über 100 Meter von Alex Wilson hat Zweifel ausgelöst - auch bei dem Schweizer Leichtathleten selbst. "Direkt nach dem Rennen dachte Alex, dass er vielleicht 10,10 Sekunden oder bestenfalls 10,00 gelaufen ist, aber niemals so schnell, wie es auf der Anzeigetafel im Stadion und in den Ranglisten zu lesen war", sagte Wilsons Berater Andreas Hediger am Montag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. "Stimmt es, sind Sie sicher, ist alles in Ordnung?", soll Wilson die Offiziellen gefragt haben.

Der 30-Jährige war am Sonntag bei einem Meeting in Atlanta die Strecke in 9,84 Sekunden gerannt. Der gebürtige Jamaikaner verbesserte damit die alte kontinentale Bestleistung des Portugiesen Francis Obikwelu und des Franzosen Jimmy Vicaut (9,86 Sekunden). Zudem unterbot er den von ihm gehaltenen Schweizer Rekord über 200 Meter um neun Hundertstelsekunden auf 19,89 Sekunden.

"Ich selber stelle mir bei diesen Auftritten die gleichen Fragen wie ihr Journalisten. Der Athlet sah sich selber nicht in so guter Form, auch wenn er sich gut vorbereitet hatte. Aber auf dem Ergebniszettel stehen 9,84 Sekunden über die 100 Meter und 19,89 Sekunden über die 200 Meter", sagte Hediger weiter.

Der Verband Swiss Athletics vermeldete die Rekorde "vorbehaltlich" und hat inzwischen Daten nachgefordert. Wilson hatte über 100 Meter einen günstigen Rückenwind von 1,9 Meter pro Sekunde. In der Olympia-Saison war der Sprinter bisher nicht groß aufgefallen und hatte Bestzeiten von 10,38 beziehungsweise 20,64 Sekunden zu Buche stehen.

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Trotz erfüllter Norm nicht zu den Paralympics: 134 Plätze im deutschen Team

13:01 Uhr: Der Deutsche Behindertensportverband schickt 134 Athletinnen und Athleten zu den Paralympics, die vom 24. August bis 5. September in Tokio stattfinden. Das gab der DBS am Montag bei der virtuellen Vorstellung des deutschen Kaders in Duderstadt bekannt. Angeführt wird das deutsche Team vom zweimaligen Weitsprung-Paralympics-Sieger Markus Rehm, der vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS noch um einen Olympia-Start kämpft.

In Rio 2016 war das Team Deutschland noch mit 148 Athletinnen und Athleten vertreten. "Wir hatten mehr Sportler mit erfüllter Quali-Norm, als wir nominieren konnten", sagte Karl Quade, der zum 13. Mal das Team als Chef de Mission anführt. Hauptgründe für die leicht gesunkene Teilnehmerzahl seien die verstärkte internationale Konkurrenzsituation sowie die schwierigen Trainings- und Qualifikationsbedingungen aufgrund der Corona-Pandemie.

43 Team-Mitglieder geben ihr Paralympics-Debüt. Die größte Abordnung bilden die Leichtathleten (27). Erstmals ist Deutschland im Boccia vertreten, Segeln ist dagegen nicht mehr paralympisch.

Der Corona-Alarm bei Südafrikas Fußballern weitet sich aus

12:58 Uhr: Als Reaktion auf die drei Coronafälle in der südafrikanischen Fußball-Delegation hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) 21 weitere Mitglieder aus der Mannschaft und dem Stab als "enge Kontakte" ausgemacht und zunächst in eine aufgeweichte Form der Isolation geschickt. Südafrika soll am Donnerstag gegen Japan ins Fußballturnier einsteigen.

Laut Pierre Ducrey, dem stellvertretenden IOC-Direktor für die am Freitag offiziell beginnenden Spiele in Tokio (bis 8. August), müssen enge Kontakte "separat trainieren", sie dürfen aber ihre Vorbereitung fortsetzen. Sie dürfen auch an Wettbewerben teilnehmen, wenn sie "sechs Stunden vorher" negativ getestet wurden, fügte der britische Arzt Brian McCloskey, Leiter des Expertengremiums, hinzu.

Lisa Ryzih sagt Olympia-Teilnahme ab

11:22 Uhr: Stabhochspringerin Lisa Ryzih hat ihre Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. "London 2012 und Rio 2016 waren unglaubliche Erlebnisse, für die es sich gelohnt hatte, sein gesamtes Sportlerleben daraufhin zu arbeiten", schrieb die 32-Jährige aus Ludwigshafen am Montag auf Facebook und Instagram. "Umso mehr schmerzt es mich, den Weg zu meinen dritten Spielen für nicht antreten zu können. Mein Rücken bereitet mir akut allerdings solche Probleme, dass ich nicht meine volle Leistungsfähigkeit zeigen kann."

Ryzih war 2012 in London Sechste der Sommerspiele, 2012 in Rio de Janeiro Zehnte. Die EM-Zweite von 2016 und vierfache deutsche Freiluft-Meisterin hat in diesem Jahr keinen Wettkampf bestritten, war aber aufgrund ihrer Vorleistungen als einzige Stabhochspringerin vom Deutschen Leichtathletik-Verband nominiert worden.

Keine Klarheit wegen Regenbogen-Binde

09:49 Uhr: Die deutsche Hockey-Spielerin Nike Lorenz wünscht sich in der Frage um das Tragen einer Spielführerinnen-Binde in Regenbogenfarben bei den Olympia in Tokio mehr Klarheit. "Ich fühle mich schon ein bisschen alleingelassen auf weiter Flur. Ich werde natürlich nichts machen, was meine Mannschaft in Gefahr bringt und unser Turnier in irgendeiner Art und Weise einschränken könnte", sagte die 24-Jährige der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag). "Wenn ich vom DOSB Unterstützung hätte, und wenn ich nur wüsste, wie die Sanktion aussieht ..., wenn ich wüsste, ich müsste nur Geld zahlen, wäre es etwas, worüber ich nachdenken würde."

Lorenz wünscht sich, in Japan mit einer Spielführerinnen-Binde in Regenbogenfarben zu spielen, wie sie es seit Monaten und zuletzt auch in einigen Spielen bei der EM tat. Die Regel 50.2 der Olympischen Charta und die kürzlich dazu vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) veröffentlichten Richtlinien untersagen Botschaften mit politischem Inhalt während des Spiels, nicht aber vor Anpfiff und nach Abpfiff. Entscheidend ist aber das Regelwerk der internationalen Sportfachverbände. Deswegen gelten in verschiedenen Disziplinen auch unterschiedliche Regeln.

"Die Rechtslage erscheint mir relativ schwammig. Vor allem, was eine mögliche Bestrafung angeht", sagte Lorenz und ergänzte: "Ich weiß nicht, inwiefern ich von wem bestraft werde, wenn ich sie in Situationen trage, in denen ich sie nicht tragen dürfte." Sicher ist für die DHB-Spielführerin, dass sie sich mit einer Binde in Regenbogenfarben aufwärmen kann. Und: "Ich darf sie à la Manuel Neuer im Interview anschließend in die Kamera halten." Neuer hatte zuletzt bei der Fußball-EM als Kapitän der deutschen Nationalmannschaft eine Armbinde in Regenbogenfarben getragen.

Lorenz sieht darin ein Zeichen für Diversität. "Die Freiheit, einzelne Menschen und ihre Diversität zu akzeptieren. Generell binäres Denken loszuwerden in vielen Bereichen, aber konkret im Bezug auf Liebe und Beziehungen", sagte sie: "Darum geht es für mich. Mich stört am meisten das ständige Schubladen-Gestecke."

Olympia: Tschechischer Beachvolleyballer positiv getestet

08:28 Uhr: Nächster Coronafall im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele: Der tschechische Beachvolleyballer Ondrej Perusic wurde im Olympischen Dorf in Tokio positiv auf COVID-19 getestet, dies teilte das Tschechische Olympische Komitee (COV) am Montag mit.

Perusic reichte "eine positive Probe während des täglichen Tests im Olympischen Dorf am Sonntag, 18. Juli, ein", sagte der tschechische Olympia-Teamchef Martin Doktor: "Er hat absolut keine Symptome. Wir kümmern uns um alle Details und natürlich um die Anti-Corona-Maßnahmen innerhalb des Teams."

Am Samstag hatte das COV bekannt gegeben, dass ein Mitarbeiter bei der Landung in Tokio positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Eröffnet werden die Sommerspiele am Freitag.

Weiter Suche in Japan nach Olympia-Athlet aus Uganda

07:18 Uhr: In Japan wird weiter nach einem Athleten aus Uganda gesucht. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Montag unter Berufung auf Polizeikreise berichtete, tauchte der 20 Jahre alte Gewichtheber Julius Ssekitoleko auf Bildern einer Sicherheitskamera am Bahnhof der Großstadt Nagoya auf, rund 200 Kilometer vom Olympia-Trainingslager seines Teams in Izumisano in der Präfektur Osaka entfernt.

Von dort war er vergangene Woche verschwunden, nachdem er die Qualifikation für die Spiele verpasst hatte. Er sollte eigentlich nach Hause fliegen. Doch er ließ einen Zettel in seinem Hotelzimmer zurück, auf dem stand, dass er in Japan arbeiten wolle.

An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

Anti-Sex-Betten bei Olympia? Irischer Turner macht den Test

Rhys McClenaghan
Rhys McClenaghan ist irischer Kunstturner.

07:08 Uhr: Zumindest an der Qualität der Betten sollten Techtelmechtel im olympischen Dorf nicht scheitern. Zu diesem Schluss kam der 21 Jahre alte irische Turner Rhys McClenaghan nach einem Hüpftest auf den aus Pappe hergestellten Möbelstücken.

Das Video davon erfreute sich nach der Veröffentlichung auf Twitter am Sonntag (Ortszeit) einiger Beliebtheit und wurde unter anderem vom offiziellen Twitter-Account der Olympischen Spiele geteilt - verbunden mit dem Dank, das Gerücht, die Betten seien instabil, entkräftet zu haben.

Richtig erfreut über die Erkenntnis des WM-Dritten von 2019 dürften die Olympia-Organisatoren aber möglicherweise gar nicht sein. Wegen der Corona-Vorschriften sollen sich die Sportlerinnen und Sportler eigentlich voneinander fern halten - die üblichen Olympia-Kondome etwa gibt es dieses Jahr erst bei der Abreise.

Schwimmer Wellbrock: Erwartungshaltung lasse ich nicht an mich ran

06:53 Uhr: Der zweimalige Schwimm-Weltmeister Florian Wellbrock will sich von der großen Erwartungshaltung an seine Leistungen bei den Olympischen Spielen nicht beeinflussen lassen. Er habe selbst gewisse Ansprüche an sich und den üblichen Druck, an Tag X Topleistungen abrufen zu können, sagte der 23-Jährige dem "Kicker" (Montag). "Aber dass ich jetzt als der Retter des deutschen Schwimmsports dargestellt werde oder andere sagen: Der Junge muss jetzt unbedingt Gold holen, um den Deutschen Schwimm-Verband zu retten - das lasse ich wenig bis gar nicht an mich heran."

Die deutschen Schwimmer haben weder in London 2012 noch in Rio 2016 Medaillen in den Becken-Disziplinen gewonnen. Auch im Freiwasserschwimmen sprang 2016 kein Edelmetall heraus. Der gebürtige Bremer Wellbrock wird in Tokio sowohl im Freiwasser als auch im Becken an den Start gehen.

Seine besten Chancen sehe er über die 1.500 Meter, sagte Wellbrock. "Da bringe ich die meiste Erfahrung mit. Und das Beckenschwimmen ist immer planbarer als das Freiwasser", sagte er.

Bus kommt nicht: Olympia-Fehlstart für Hockey-Herren in Tokio

06:32 Uhr: Deutschlands Hockey-Herren haben einen Fehlstart in ihr Olympia-Abenteuer in Tokio hingelegt. Weil der bestellte Bus zum Transfer vom olympischen Dorf zum Hockeystadion nicht auftauchte, konnte ein Testspiel gegen Australien am Montag erst mit rund zweistündiger Verspätung beginnen.

"Unser Bus kam nicht, so einfach war das. Wir haben die Zeiten bestätigt bekommen, aber scheinbar wurde das nur uns gegenüber bestätigt und nicht den ausführenden Fahrern", sagte Bundestrainer Kais al Saadi der Deutschen Presse-Agentur: "Es war sehr schwierig, dann noch den Transport zu organisieren."

Das Trainingsmatch, das die Australier nach einer Spielzeit von dreimal 15 Minuten mit 2:1 gewannen, fand bei enormer Hitze von 33 Grad am Vormittag im Oi Hockey Stadium aber noch statt. "Das ist schon sehr schade, weil wir erst heute überhaupt auf den Platz durften", sagte al Saadi zu der Verzögerung, hatte aber auch Verständnis: "Sowas kann immer passieren." Seine Mannschaft habe gelassen auf die Panne reagiert und sich nicht ablenken lassen.

"Es sind die Olympischen Spiele, da nehmen wir alle Bedingungen in Kauf. Es ist alles noch nicht eingespielt, das merkt man, aber die Jungs sind wahnsinnig geduldig und freuen sich auf alles, was kommt", sagte al Saadi, der auch von Problemen bei den Corona-Tests berichtete: "Es gab Lieferengpässe mit den Testkits, aber wir haben jetzt alles zusammen und machen täglich unsere Schnelltests."

Die deutsche Auswahl hatte 2016 in Rio die Bronzemedaille gewonnen und gehört auch in Tokio zum Kreis der Medaillenkandidaten. Zum Turnierauftakt trifft die Mannschaft am Samstag auf Kanada.

Tokio hat für die Spiele keine Zuschauer zugelassen.

US-Basketballer gewinnen Olympia-Generalprobe gegen Spanien

05:57 Uhr: Gold-Favorit USA hat sein letztes Testspiel vor den Olympischen Spielen gegen Basketball-Weltmeister Spanien gewonnen. Das Team um die NBA-Stars Kevin Durant und Damian Lillard bezwang die Spanier am Sonntagabend (Ortszeit) in Las Vegas 83:76 (36:38). Lillard von den Portland Trail Blazers war mit 19 Punkten bester Werfer für die Amerikaner, für Spanien hatte Ricky Rubio von den Minnesota Timberwolves mit 23 Zählern die beste Ausbeute. Die USA beendeten ihre Testspielreihe vor der Abreise nach Japan mit zwei Siegen und zwei Niederlagen in vier Partien.

Keldon Johnson kam auf 15 Punkte in seinem einzigen Olympia-Test. Der Forward von den San Antonio Spurs war wie JaVale McGee neu ins Team gekommen für Bradley Beal, der wegen eines positiven Corona-Tests nicht mit nach Tokio reisen darf, und den an der Wade verletzten Kevin Love.

Bei den Olympischen Spielen in Tokio treffen die USA in Gruppe A auf Frankreich, Iran und Tschechien. Spanien spielt in Gruppe C zum Auftakt gegen Gastgeber Japan und zudem gegen Slowenien und Argentinien. Die dritte Gruppe besteht aus Deutschland, Australien, Nigeria und Italien.

Suspendierte russische Schwimmer dürfen bei Olympia starten

05:38 Uhr: Die zuletzt suspendierten russischen Schwimmer Veronika Andrussenko und Alexander Kudaschew dürfen bei den Olympischen Spielen in Tokio an den Start gehen. Das entschied der Internationale Sportgerichtshof Cas laut einer Mitteilung von Sonntagabend.

Der Weltverband Fina hatte beide Athleten wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Bestimmungen suspendiert. Grundlage waren von der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada vorgelegte Beweise aus der Untersuchung von Materialien aus dem Moskauer Anti-Doping-Labor. Die Fina konnte nach Ansicht des Cas im Fall der beiden Schwimmer nicht ausreichende Beweise für einen Doping-Verstoß vorlegen. Der Schwimm-Weltverband teilte mit, dass er die Entscheidung des Cas anerkennen werde.

Russland ist wegen Doping-Sanktionen der Wada mit reduzierter Stärke bei Olympia vertreten. 335 Athletinnen und Athleten sollen in Japan um Medaillen kämpfen, sie treten mit neutralem Status an. Sowohl die russische Flagge als auch die Hymne sind bei den Sommerspielen verboten.

Umfrage: Mehrheit der Japaner glaubt nicht an sichere Spiele

Notstand verhängt: Japan schließt Zuschauer bei Olympia in Tokio aus

Während der Olympischen Spiele wird in Tokio erneut der Corona-Notstand herrschen. Das entschied die Regierung von Ministerpräsident Yoshihide Suga wie erwartet am Donnerstag.

05:12 Uhr: Wenige Tage vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Tokio glaubt eine große Mehrheit der Japaner nicht an die Beteuerungen der Veranstalter, es würden "sichere" Spiele werden. Nach einer am Montag veröffentlichen Umfrage der japanischen Tageszeitung "Asahi Shimbun" gaben 68 Prozent der rund 1.500 telefonisch Befragten an, dass sichere Spiele angesichts der andauernden Corona-Pandemie nicht möglich seien. Lediglich 21 Prozent halten es für möglich. 55 Prozent sind demnach dagegen, dass die Spiele überhaupt stattfinden. 33 Prozent sind damit einverstanden.

Zwei südafrikanische Fußballer und ein Betreuer des Teams waren am letzten Wochenende vor dem Start der Sommerspiele positiv auf das Virus im Athletendorf getestet worden. Es waren die ersten Corona-Fälle im Athletendorf, in dem auch schon deutsche Sportler wohnen. IOC-Präsident Thomas Bach hatte noch kürzlich beteuert, vom Dorf mit seinen tausenden Bewohnern gehe "null Risiko" aus.

Für den Großraum Tokio gilt während des gesamten Olympia-Zeitraums zum vierten Mal der Corona-Notstand. Die Infektionszahlen in Tokio stiegen zuletzt auf den höchsten Tagesstand seit einem halben Jahr.

Das Olympia-Tagebuch vom 18. Juli zum Nachlesen

Mit Material der dpa, afp und sid
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Dezimierter Kader scheitert früh: Das war das DFB-Team für Olympia

100 Spieler standen Trainer Stefan Kuntz zur Auswahl, doch nach einer Absagenflut vertraten lediglich 18 von 22 möglichen den deutschen Fußball bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio. Sie standen auf verlorenem Posten und überstanden die Vorrunde nicht. Der Kader zum Durchklicken.