Bund und Länder verständigten sich auf eine Verlängerung der Kontaktbeschränkungen bis 29. Juni. Hamburgs Gesundheitsbehörde warnt vor mangelhaften FFP2-Schutzmasken. Beim Werben um Urlauber will Südtirol Touristen künftig Gratis-Tests auf das Coronavirus anbieten. Alle News zum Coronavirus vom 26. Mai.

  • 22:30 Uhr: Zahlreiche Corona-Infektionen in Mainzer Flüchtlingsunterkunft
  • 22:16 Uhr: Deutschland: mehr als 400 Neuinfektionen und 62 Todesfälle in 24 Stunden, R-Wert sinkt
  • 22:00 Uhr: Gesundheitsbehörde warnt vor mangelhaften FFP2-Schutzmasken
  • 19:50 Uhr: Bund und Länder einig: Kontaktbeschränkungen bis 29. Juni
  • 18:15 Uhr: Bayern lässt ab 1. September wieder Messeveranstaltungen zu
  • 16:18 Uhr: Südtirol bietet Touristen Gratis-Coronatest an
  • 13:30 Uhr: Kretschmann: Corona-Politik wird alleinige Ländersache
  • 12:29 Uhr: Hollands Premier Rutte konnte sterbende Mutter nicht mehr besuchen
  • 11:16 Uhr: Italienischer Minister: 15. Juni als Europas touristischer "D-Day"
  • 10:47 Uhr: Corona-Lockerungen und Impfstoff-Hoffnung treiben Dax an
  • 06:42 Uhr: Ramelows Corona-Lockerungen: Bayern kündigt "Gegenmaßnahmen" an

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Kalifornien lockert Corona-Auflagen - Malls und Friseure öffnen

23:20 Uhr: In Kalifornien werden die Corona-Auflagen schrittweise weiter gelockert. Gouverneur Gavin Newsom gab am Dienstag (Ortszeit) bekannt, dass nun in den meisten Bezirken des Westküstenstaates Friseursalons wieder öffnen dürfen, unter Beachtung von Abstandsregeln und Hygienevorschriften. Ein Handvoll Bezirke mit höheren Corona-Fallzahlen, darunter Los Angeles County, sind allerdings ausgenommen.

Im Rahmen der langsamen Öffnung des bevölkerungsreichsten US-Staates mit knapp 40 Millionen Einwohnern dürfen auch wieder Geschäfte, Shopping-Malls und Kirchen mit Beschränkungen wie Maskentragen den Betrieb aufnehmen. Kinos und andere Veranstaltungsorte bleiben in Kalifornien aber weiterhin zu. Er berate derzeit mit Vertretern der Unterhaltungsindustrie über die nächsten Schritte, das Film- und Fernsehgeschäft in Hollywood wieder in Gang zu bringen, sagte Newsom. In Kürze wollen er für diesen Sektor Richtlinien verkünden.

Zahlreiche Corona-Infektionen in Mainzer Flüchtlingsunterkunft

22:30 Uhr: In einer Mainzer Flüchtlingsunterkunft, die seit einer Woche unter Quarantäne steht, sind zahlreiche Corona-Infektionen bekannt geworden. Insgesamt seien 35 weitere Bewohner positiv auf das Virus Sars-Cov-2 getestet worden, teilte die Kreisverwaltung Mainz-Bingen am Dienstagabend mit. Zur Gesamtzahl der positiven Tests in der Unterkunft machte die Kreisverwaltung in der Mitteilung keine Angaben und war zunächst nicht zu erreichen.

Die Flüchtlingsunterkunft mit 113 Bewohnern war am 19. Mai unter Quarantäne gestellt worden. Auf jedem Stockwerk sei mindestens ein Mensch positiv auf das Coronavirus getestet worden, hatte die Stadt Mainz mitgeteilt, ohne die genaue Zahl der bekannten Infektionen zu nennen.

Deutschland: mehr als 400 Neuinfektionen und 62 Todesfälle in 24 Stunden, R-Wert sinkt

22:16 Uhr: Bundesweit sind bis zum Dienstagabend mehr als 179.200 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. 24 Stunden zuvor lag die gemeldete Zahl bei mehr als 178.800 Fällen. Mindestens 8.343 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben vom Dienstag zufolge bislang bundesweit gestorben (Stand Montagabend: 8.281).

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag bei 0,70 (Montag 0,83). Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Mittel sieben weitere Personen anstecken.

Gesundheitsbehörde warnt vor mangelhaften FFP2-Schutzmasken

22:00 Uhr: Hamburgs Gesundheitsbehörde hat vor der Nutzung bestimmter FFP2-Schutzmasken der Marke "LexusLance Modell LK-003" des Importeurs Brandsstock GmbH gewarnt. Sicherheitstechnische Untersuchungen hätten ergeben, dass bei ihnen die geforderte Schutzwirkung vor schädlichen Aerosol-Infektionen nicht erreicht werde, teilte die Behörde am Dienstag mit. Konkret handle es sich um die Charge LK-003-A004 mit Produktionsdatum 16. März 2020.

Die Brandsstock GmbH habe ihren Kunden bereits eine Warnung geschickt und gebeten, die Masken vorerst nicht zu verwenden, sagte Geschäftsführer Peng Lu der Deutschen Presse-Agentur. Die Gesundheitsbehörde geht nach eigenen Angaben davon aus, dass unzureichendes Filtermaterial Ursache für die mangelhafte Schutzwirkung ist. Sie rät vom Tragen dieser Masken insbesondere bei der Arbeit mit infizierten Menschen dringend ab. "Verwenderinnen und Verwender dieser Masken können sich im Vertrauen auf die Schutzwirkung dadurch unter anderem mit dem SARS-CoV2-Erreger infizieren und an Covid-19 erkranken." Die Masken sollten daher allenfalls als einfache Mund-Nasen-Bedeckung verwendet werden.

Bund und Länder einig: Kontaktbeschränkungen bis 29. Juni

19:50 Uhr: Bund und Länder haben sich grundsätzlich darauf verständigt, dass die Kontaktbeschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie bis zum 29. Juni verlängert werden. Dazu gehört, dass sich maximal zehn Menschen oder Angehörige zweier Haushalte in der Öffentlichkeit treffen dürfen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen in Berlin und Thüringen erfuhr. Thüringen hält sich bei neuen Kontaktbeschränkungen aber einen Sonderweg offen, ebenso andere Länder.

Kolosseum in Rom ab 1. Juni wieder geöffnet - mit strengen Regeln

19:35 Uhr: Das Kolosseum in Rom, Wahrzeichen der italienischen Hauptstadt, öffnet nach rund drei Monaten Corona-Pause am 1. Juni wieder für Besucher. Das teilten die Museumsmacher am Dienstag mit. Der antike Bau im Zentrum Roms werde nur mit vorab gebuchten Tickets und unter strengen Gesundheitsvorschriften - etwa dem Fiebermessen am Eingang und mit Atemschutz - zugänglich sein. Ähnliche Regeln gelten auch für andere Museen in Italien, die seit 18. Mai wieder öffnen dürfen.

Auch die Ausgrabungsstätten auf dem nahen Palatinhügel und die Tempelruinen auf dem Forum Romanum können wieder besichtigt werden.

Italien ist mit rund 33.000 offiziellen Corona-Toten heftig von der Lungenkrankheit betroffen, doch seit Wochen sinken die Ansteckungszahlen beständig. Ab 3. Juni erlaubt das Land Urlaubern wieder die Einreise und hofft, dass der Tourismus anspringt.

Bayern lässt ab 1. September wieder Messeveranstaltungen zu

18:15 Uhr: In Bayern soll es ab 1. September trotz der Corona-Pandemie auch wieder Messeveranstaltungen geben. Darauf haben sich nach Angaben des Wirtschaftsministeriums Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) verständigt. Das dafür notwendige Hygiene-Konzept werde nun mit dem Gesundheitsministerium und den Messeunternehmen ausgearbeitet, sagte ein Ministeriumssprecher.

"Jede Entscheidung über einen so langen Zeitraum steht natürlich jedoch verstärkt unter dem Vorbehalt, wie sich die Corona-Infektionszahlen entwickeln", sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) der Deutschen Presse-Agentur. Mit dem 1. September wolle die Staatsregierung "eine mögliche Perspektive aufzeigen. Bayern geht seinen Weg weiterhin mit Umsicht und Vorsicht."

Bis Ende August gilt in ganz Deutschland noch ein Verbot für Großveranstaltungen - die Staatsregierung hatte bisher Lockerungspläne über so lange Zeiträume wegen der unsicheren Planungsmöglichkeit in der Krise abgelehnt.

Dreyer für weitere Corona-Schalte der Länder mit Merkel

17:51 Uhr: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) wünscht sich in der Corona-Krise eine baldige weitere Schalte der Länderregierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Die Situation verändere sich ständig, sagte Dreyer am Dienstag in Mainz. Zudem laufe die Bund-Länder-Vereinbarung zu Kontaktbeschränkungen Anfang Juni aus. Dies ließe sich zwar im Zweifel auch auf anderer Ebene ändern, aber es sei mit Sicherheit kein Fehler, mehr miteinander zu sprechen.

Interessant sei auch, wie der Stand bei der Entwicklung der Corona-App ist. Die soll helfen, Ansteckungen nachzuverfolgen, indem sie erfasst, welche Smartphones einander nahegekommen sind - und Nutzer warnt, wenn sich herausstellt, dass sie sich neben Infizierten aufgehalten haben.

Neue Steuern könnten Corona-Hilfen der EU finanzieren

17:38 Uhr: Die EU-Kommission will die Milliardenhilfen für besonders von der Corona-Krise betroffene Staaten und Wirtschaftszweige durch neue Abgaben und Steuern finanzieren. Wie der Deutschen Presse-Agentur aus EU-Kreisen bestätigt wurde, soll den Mitgliedstaaten an diesem Mittwoch unter anderem vorgeschlagen werden, Digitalkonzerne und Nutzer von Plastik stärker zur Kasse zu bitten. Zudem könnten künftig die Erlöse aus dem Handel mit Emissionszertifikaten in die EU-Kassen fließen.

Die EU-Kommission von Ursula von der Leyen will an diesem Mittwoch einen neuen Entwurf für die EU-Finanzen von 2021 bis Ende 2027 vorlegen, der auch einen Wiederaufbauplan für die von der Corona-Pandemie schwer gebeutelte Wirtschaft umfassen soll. Nach dpa-Informationen wird der neue Vorschlag für den mehrjährigen Finanzrahmen dabei etwas weniger umfangreich ausfallen als der erste. Dieser hatte vorgesehen, das Volumen des europäischen Gemeinschaftshaushalts von 2021 an auf 1,11 Prozent des Bruttonationaleinkommens der EU zu erhöhen.

Günther: Auch weiterhin Kontaktbeschränkungen in Corona-Krise

17:14 Uhr: In Schleswig-Holstein wird es in der Corona-Krise laut Ministerpräsident Daniel Günther auch nach dem nächsten Öffnungsschritt am 8. Juni Kontaktbeschränkungen geben.

Dies machte der CDU-Politiker am Dienstag deutlich. Mit dem Bund seien Richtgrößen vereinbart, die Details erarbeite die Landesregierung. Die bisherigen Regelungen gelten bis zum 7. Juni.

Der Bund hat die Länder vor zu weitgehenden Lockerungen gewarnt. Am Montag hatte Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) mit den Chefs der Staatskanzleien der Länder beraten. Zu den Vorschlagen des Bundes gehört, dass sich wieder bis zu zehn Personen in der Öffentlichkeit treffen dürfen und die Kontaktbeschränkungen bis 29. Juni verbindlich bleiben. Bürger sollen weiter einen Mindestabstand von 1,5 Metern halten und in bestimmten öffentlichen Bereichen soll die Maskenpflicht bestehen bleiben.

Südtirol bietet Touristen Gratis-Coronatest

Arno Kompatscher, Landeshauptmann von Südtirol, erklärt, dass der Test nicht verpflichtend sein wird.

16:18 Uhr: Beim Werben um Urlauber will Südtirol Touristen künftig Gratis-Tests auf das Coronavirus anbieten. Das Angebot sei nicht verpflichtend, sondern "ein Service", sagte Landeshauptmann Arno Kompatscher dem Radiosender Rai 1 am Dienstag. Dabei ginge es sowohl um Antikörper-Bluttests als auch um PCR-Tests. Erwogen wird, die Tests in Hotelangebote zu integrieren.

Südtirol wirbt derzeit verstärkt um Urlauber, vor allem aus Deutschland. Kompatscher betonte, dass die Durchreise für Deutsche durch Österreich möglich sei. Am 3. Juni will Italien die Grenzen für EU-Bürger öffnen.

Bundesländer wie Bayern hätten auch die Quarantäneregel bei der Rückkehr beendet. Ab dem 15. Juni erwartet er dann insgesamt keinerlei Beschränkungen für deutsche Urlauber mehr. Südtirol hat in der Corona-Epidemie insgesamt rund 2.600 Infektionen und 290 Tote gemeldet.

Thailand verlängert Notstand bis Ende Juni

16:08 Uhr: Die thailändische Regierung hat den Corona-Notstand bis Ende Juni verlängert. Damit verbunden sind ein öffentliches Versammlungsverbot, eine nächtliche Ausgangssperre und zeitweise die Schließung der meisten Geschäfte. Inzwischen sind aber etliche Geschäfte sowie Restaurants, Parks, Museen und Schwimmbäder sowie Tiersalons wieder offen. Am Dienstag stimmten die thailändischen Minister der Verlängerung des Notstands zu, der seit Ende März gilt.

Die Opposition warf der Militärregierung vor, ihre Macht zu missbrauchen. Dem widersprach eine Regierungssprecherin. Sie sagte, dass es lediglich um die Gesundheit der Bevölkerung gehe. In Thailand gibt es rund 3.000 bestätigte Infektionen, 57 mit dem Erreger SARS-CoV-2 infizierte Menschen sind gestorben.

Brandenburg beschließt neue Lockerungen der Corona-Regeln

15:37 Uhr: Die Corona-Beschränkungen werden in Brandenburg weiter gelockert. Ab Donnerstag (28. Mai) sind Demonstrationen und Gottesdienste im Freien mit bis zu 150 Teilnehmern erlaubt, wie Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Dienstag ankündigte. Außerdem dürfen sich draußen wieder bis zu zehn Menschen treffen.

Zudem dürfen die coronabedingt geschlossenen Theater, Kinos und Konzerthäuser in Brandenburg ab 6. Juni unter Auflagen wieder öffnen. Die Theater und Kinos hatten seit Mitte März geschlossen.

Sechs von zehn EU-Bürgern melden Finanzprobleme wegen Corona

14:57 Uhr: Wegen der Coronakrise sehen sich sechs von zehn Bürgern in der Europäischen Union in finanziellen Schwierigkeiten. Dies geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage im Auftrag des Europaparlaments hervor. Befragt wurden mehr als 21.000 Menschen in 21 EU-Staaten.

30 Prozent von ihnen meldeten Einkommensverluste, 23 Prozent sind nach eigenen Angaben von Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit betroffen, 14 Prozent haben Probleme, Miete, Rechnungen oder Kredite zu begleichen. Jeder zehnte Befragte gab an, Familie oder Freunde um Hilfe gebeten zu haben. Drei Prozent der Befragten sahen sich vor dem Bankrott.

Hamburger Polizei darf Außerhausverkauf von Getränken verbieten

14:51 Uhr: Im Kampf gegen massivere Corona-Verstöße darf die Hamburger Polizei künftig den Außerhausverkauf von Getränken aus Kiosken oder Gaststätten verbieten. Die Befugnis gelte "im Einzelfall", falls es rund um die Verkaufsstellen zu größeren Menschenansammlungen sowie Verstößen gegen die Kontakt- und Abstandsregeln komme, sagte Innensenator Andy Grote (SPD) am Dienstag nach einer Sitzung des Senats, in der die geltenden Corona-Verordnungen angepasst wurden.

In der Hansestadt sorgen nach Behördenangaben bereits seit Wochen derartige Zusammenkünfte von teils mehreren hundert Menschen für Probleme. Diese bilden sich bevorzugt an bestimmten Stellen im Stadtgebiet, wo sich die Menschen mit Getränken aus umliegenden Geschäften versorgen und dann unter freiem Himmeln niederlassen.

Sachsen kündigt weitere Corona-Lockerungen ab 6. Juni an

14:30 Uhr: Sachsen will die Einschränkungen in der Corona-Krise ab 6. Juni weiter lockern. Das teilten Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und die sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Dresden mit.

Maßnahmen wie Abstandsgebot und Maskenpflicht bleiben aber. Endgültig will das Kabinett in der kommenden Woche darüber befinden. Zuvor soll es eine Anhörung geben.

Söder warnt vor Paradigmenwechsel im Kampf gegen Corona

14:02 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat vor einem Paradigmenwechsel im Kampf gegen das Coronavirus gewarnt. "Wer glaubt, Corona verschwindet langsam, ist im besten Falle naiv", sagte Söder am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. "Corona bleibt tödlich."

Zum einen sprach sich Söder strikt gegen Lockerungen wie ein Aufheben der Maskenpflicht aus. Ein solches Vorgehen, wie es in Thüringen angedacht gewesen sei, wäre für Deutschland ein absoluter Rückschritt und gefährlich gewesen, sagte er. Das Abstandsgebot und die Maskenpflicht seien "die Basis und das Fundament eines jeden Schutzkonzepts". Man müsse nicht nur die Vernünftigen vor den Unvernünftigen schützen, sondern auch die Unvernünftigen vor sich selbst.

Zum anderen sagte Söder, er sei skeptisch, was große Urlaubsreisen angehe. In Italien und Frankreich gebe es noch ganz andere Infektionszahlen. Das müsse auf Bundesebene gut überlegt werden. Und das könne auch keine Einzelentscheidung eines Ministers sein, sondern das sei eine Grundsatzfrage der Koalition, betonte der CSU-Chef.

Frankreichs Datenschutzbehörde gibt grünes Licht für Corona-Warn-App

13:45 Uhr: Frankreichs Datenschutzbehörde CNIL hat grünes Licht für die Corona-App "StopCovid" gegeben. Das Gesetzesvorhaben entspreche den rechtlichen Bestimmungen zum Schutz der Privatsphäre, hieß es in einer Stellungnahme am Dienstag.

Die wichtigsten Empfehlungen der CNIL seien dabei umgesetzt worden - so verwende die Corona-Warn-App anonymisierte Daten, erstelle keine Liste von Personen und sei freiwillig. Die App soll mit Hilfe von Bluetooth-Signalen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind - und Nutzer warnen, wenn sich später herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufhielten.

Gegen die App gab es immer wieder datenschutzrechtliche Bedenken in Frankreich - auch aus dem Lager von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron

Kretschmann: Corona-Politik wird alleinige Ländersache

Kretschmann erklärt, die Corona-Politik werde alleinige Ländersache.

13:30 Uhr: Das weitere Vorgehen in der Corona-Politik soll nach Angaben des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) künftig allein von den Ländern bestimmt werden. "Die Verantwortung liegt jetzt bei den Ministerpräsidenten und Landkreisen", sagte Kretschmann am Dienstag in Stuttgart. Es seien "keine weiteren Konferenzen geplant, weder von der Bundeskanzlerin noch vom Kollegen Söder", fügte er mit Blick auf Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hinzu.

Bayern beschließt Corona-Reihentests für Sozialberufe

13:24 Uhr: Alle Mitarbeiter, Patienten und Bewohner in Bayerns Kliniken, Pflege- und Altenheimen werden künftig regelmäßig auf Corona-Infektionen getestet. Das hat das Kabinett am Dienstag in München beschlossen. Es gebe jetzt hier eine klare Priorität, gleichzeitig bleibe es aber bei Tests auf freiwilliger Basis, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach der Sitzung.

Auch das Personal in Kindergärten und Schulen soll künftig mehr Möglichkeiten für freiwillige Tests erhalten, dadurch werde sich die "Akzeptanz für Schulen und Kindergärten deutlich erhöhen".

Viele Restaurantbesucher brauchen Nachhilfe bei Corona-Regeln

13:16 Uhr: Viele Restaurant- und Café-Besucher wissen nach Angaben des Branchenverbandes Dehoga über Abstands- und Hygieneregeln noch nicht ausreichend Bescheid. Knapp 41 Prozent der Gastronomen gaben in einer Branchenumfrage an, die Gäste seien weniger oder gar nicht informiert, wie der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) am Dienstag mitteilte.

Allerdings sind die Kunden demnach kooperativ: Mehr als 90 Prozent der Gastwirte berichteten, dass sie mit den Regeln bei ihren Kunden auf Verständnis stoßen. Der notwendige Abstand hat etwa zur Folge, dass es in den Restaurants und Cafés nur noch halb so viele Plätze gibt wie üblich.

Französische Behörden gegen Hydroxychloroquin bei COVID-19

13:05 Uhr: Frankreichs Hoher Rat für öffentliche Gesundheit hat sich gegen eine Behandlung von COVID-19-Erkrankten mit dem Malaria-Arznei Hydroxychloroquin ausgesprochen.

Eine Arbeitsgruppe sei zu dem Schluss gekommen, dass es keine ausreichend robusten klinischen Studie gibt, die die Wirksamkeit von Hydroxychloroquin bei COVID-19 unabhängig von der Schwere der Infektion belegten, teilte der Rat am Dienstag mit.

Bereits Ende März hatte Frankreichs Behörde für Arzneimittelsicherheit ANSM vor möglichen Nebenwirkungen gewarnt. Diese erklärte nun ebenfalls am Dienstag, dass als Vorsichtsmaßnahme klinische Studien mit Patienten vorerst ausgesetzt werden sollen. Entsprechende Verfahren seien eingeleitet worden.

112 Infizierte durch Corona-Ausbruch nach Gottesdienst

13:00 Uhr: Nach einem COVID-19-Ausbruch im Umfeld einer freien baptistischen Gemeinde in Frankfurt verfolgen Gesundheitsbehörden weiter mögliche Infektionsketten. Aktuell würden noch 150 Personen überprüft, die mit einem Corona-Infizierten Kontakt hatten, erklärte René Gottschalk, Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Frankfurt am Dienstag. Es gebe aktuell 112 bestätigte COVID-19-Fälle.

Bei dem Gottesdienst selbst waren vor zwei Wochen laut Gottschalk 180 Personen anwesend. Viele Infektionen seien aber erst nach dem Gottesdienst geschehen. Die ersten Kontaktpersonen und Infizierten würden mittlerweile wieder aus der Quarantäne entlassen. Laut Sozialminister Kai Klose (Grüne) werden momentan der Ablauf des Gottesdienstes und die Infektionsketten rekonstruiert. Mehrere Gesundheitsämter seien beteiligt.

Der Frankfurter Verein "Evangeliums Christen Baptisten" hatte zunächst betont, alle Schutzregeln seien eingehalten worden. Ein am Montag auf der Webseite der Gemeinde veröffentlichtes Schreiben räumt allerdings Versäumnisse ein: "Im Nachhinein betrachtet wäre es für uns angebracht, beim Gottesdienst Mund-Nasen-Schutz-Bedeckungen zu tragen und auf den gemeinsamen Gesang zu verzichten", hieß es in der Stellungnahme.

Mutter von niederländischem Premier Rutte gestorben

Der niederländische Premier Mark Rutte.

12:29 Uhr: Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte (53) hat seine Mutter wegen der strengen Corona-Maßnahmen in den letzten Wochen vor ihrem Tod nicht mehr besuchen können. Sie starb im Alter von 96 Jahren in einem Pflegeheim in Den Haag.

Seine Mutter sei im engen Familienkreis beigesetzt worden, ließ Rutte über einen Regierungssprecher mitteilen. In dem Heim hatte es Infektionen gegeben. Medien-Berichten zufolge war Ruttes Mutter aber nicht im Zusammenhang mit COVID-19 gestorben.

Der Todestag war dem Bericht zufolge bereits am 13. Mai. "Wir haben im Familienkreis Abschied von ihr genommen und hoffen, diesen großen Verlust in der kommenden Zeit in aller Ruhe miteinander verarbeiten zu können", ließ Rutte erklären. Der Politiker hatte Ende der 1980er Jahre bereits seinen Vater und einen Bruder verloren.

Globale Anti-Corona-Allianz sammelt 9,5 Milliarden Euro

12:02 Uhr: Die globale Allianz gegen das Coronavirus hat inzwischen 9,5 Milliarden Euro für die Entwicklung von Impfstoffen und Arzneien gesammelt. Dies teilte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Dienstag auf Twitter mit. Das sei ein großartiges Ergebnis, meinte von der Leyen.

Sie hatte am 4. Mai eine internationale Online-Geberkonferenz organisiert, bei der zunächst 7,4 Milliarden Euro zusammenkamen. Seither konnten Privatleute, Stiftungen und Regierungen weiter spenden.

Ziel der Initiative ist, weltweit alle Kräfte für die Forschung an Impfstoffen und Arzneien zu bündeln. Sobald sie verfügbar sind, sollen die neuen Mittel allen Ländern zur Verfügung stehen, auch ärmeren.

Handel: Umsätze bleiben schwach - Hilfe gefordert

11:31 Uhr: Die Deutschen gehen in der Coronakrise weiterhin nur einkaufen, wenn es wirklich nötig ist. "Es werden nur Bedarfskäufe getätigt, mehr nicht", heißt es in einem Brief des Handelsverbands Deutschland (HDE) an das Bundesfinanzministerium. Spontankäufe bleiben demzufolge aus. Deshalb leide der Handel weiter erheblich, auch wenn alle Geschäfte wieder öffnen dürfen.

"Die Konsumstimmung liegt nach wie vor am Boden", heißt es in dem Schreiben an Minister Olaf Scholz (SPD), das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Darin fordert die Branche ein Konjunkturpaket unter anderem mit Überbrückungshilfen, einem Innenstadtfonds und Digitalisierungszuschüssen.

Italienischer Minister: 15. Juni als Europas touristischer "D-Day"

11:16 Uhr: Der italienische Außenminister Luigi Di Maio hat sich für einen gemeinsamen Neubeginn des europäischen Tourismus Mitte Juni stark gemacht. "Arbeiten wir darauf hin, dass wir am 15. Juni in Europa alle gemeinsam neu starten können: der 15 Juni ist für den Tourismus ein bisschen der europäische D-Day", sagte Di Maio dem Fernsehsender Rai am Dienstag.

Di Maio bezog sich auf die im Entwurf eines Eckpunktepapiers der deutschen Regierung enthaltene Absicht, die weltweite Reisewarnung für deutsche Touristen vom 15. Juni an für 31 europäische Staaten aufzuheben.

Die weltweite Reisewarnung der Bundesregierung soll zum 15. Juni fallen

Der Sommerurlaub außerhalb Deutschlands rückt immer näher. Ein Eckpunktepapier skizziert die Bedingungen zur Wiederbelebung des innereuropäischen Tourismus. Die weltweite Reisewarnung des Bundesaußenministeriums soll ab dem 15. Juni Geschichte sein. (Teaserbild: Apaydin Alain/ABACA/picture alliance)

Baden-Württemberg will Kitas bis Ende Juni vollständig öffnen

11:08 Uhr: Die Kitas in Baden-Württemberg sollen spätestens Ende Juni wieder vollständig öffnen. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sagte am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart, gemeinsam mit den Kommunen und den Trägern werde zügig ein Rechtsrahmen erarbeitet, um "spätestens bis Ende Juni die Kitas wieder vollständig öffnen zu können". Sie stützte sich dabei auf erste Erkenntnisse aus einer Studie zu Kindern und dem Coronavirus, an der die Uniklinik Heidelberg mit Partnern arbeitet.

Diese Studie gebe Signale, wonach Kinder bis zehn Jahre als Überträger des Virus nur eine untergeordnete Rolle spielen, erklärte Eisenmann. Deshalb werde jetzt auch ein Konzept für die weitere Öffnung der Grundschulen entwickelt. "Mit diesen Schritten bieten wir Familien mit kleineren Kindern eine echte Perspektive. Wir entlasten Eltern spürbar und geben vor allem den Kindern die Chance, endlich wieder in Kontakt mit Gleichaltrigen zu kommen, zu lernen und zu spielen", sagte Eisenmann, die Spitzenkandidatin der CDU zur Landtagswahl 2021 ist.

Slowenien öffnet seine Grenzen für Urlauber aus der EU

11:06 Uhr: Das EU- und Urlaubsland Slowenien öffnet seine Grenzen für Urlauber und Geschäftsreisende aus den anderen EU-Ländern. Eine entsprechende Verordnung, die am Dienstag in Kraft tritt, erließ die Regierung am Abend zuvor, berichtete die slowenische Nachrichtenagentur STA.

Die Regelung gilt auch für EU-Bürger, die eine Immobilie in Slowenien besitzen. Die betroffenen Personen können ohne Auflagen wie den Vorweis eines Corona-Tests oder Quarantänepflichten nach Slowenien einreisen und sich dort aufhalten.

An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

Corona-Lockerungen und Impfstoff-Hoffnung treiben Dax an

10:47 Uhr: Am deutschen Aktienmarkt hält die gute Laune an: Nach seinem starken Wochenstart ist der Dax am Dienstag in der ersten Handelsstunde über die Marke von 11.500 Punkten gestiegen. Zuletzt dämmte der deutsche Leitindex den Gewinn aber wieder etwas ein auf nur noch 0,39 Prozent beim Stand von 11 435,52 Punkten.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Werte rückte um 0,61 Prozent auf 25 238,07 Zähler vor. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gewann ebenfalls 0,6 Prozent.

Die geopolitischen Spannungen blieben für den Moment im Hintergrund, die Anleger seien stattdessen ganz auf die Fortschritte im Kampf gegen das neuartige Coronavirus fokussiert, kommentierte Analyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader. "Immer mehr Länder befinden sich auf dem Weg zurück in die Normalität, und die Aussichten auf einen baldigen Impfstoff haben sich verbessert."

So kamen hoffnungsvolle Nachrichten aus den USA. Der Impfstoffhersteller Novavax startet nun klinische Tests mit seinem Wirkstoffkandidaten gegen die vom Virus ausgelöste Erkrankung COVID-19. Erste Ergebnisse werden im Juli erwartet.

Angst vor COVID-19 lässt nach - wirtschaftliche Sorgen nehmen zu

10:32 Uhr: Die Coronakrise und ihre Folgen lassen eine Mehrheit der Menschen in Deutschland mit Skepsis und Pessimismus in die Zukunft schauen. Laut einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Allensbach blicken aktuell nur 22 Prozent der Bevölkerung mit Hoffnungen auf das kommende Jahr. 44 Prozent der Befragten sehen den kommenden zwölf Monaten dagegen mit Befürchtungen entgegen. 27 Prozent äußerten Skepsis.

Die Angst, sich persönlich mit dem Coronavirus zu infizieren, ist in den vergangenen Wochen zwar gesunken - die Sorge um die wirtschaftlichen Konsequenzen der Krise treibt aber auch diejenigen um, die selbst noch keine Einkommenseinbußen erlitten haben.

Waren es im April noch 44 Prozent, die fürchteten, sich mit dem Erreger der Lungenkrankheit COVID-19 zu infizieren, so sind es derzeit nur noch 31 Prozent.

Dass sich die Konjunktur in den kommenden zwölf Monaten noch nicht erholen wird, erwarten 70 Prozent der Bevölkerung. 46 Prozent der mehr als 1.000 Befragten gaben an, sie rechneten mit einer Verschlechterung ihrer eigenen wirtschaftlichen Lage durch die Pandemie.

Mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung zeigten sich dennoch 74 Prozent der Teilnehmer der Studie, die vom Centrum für Strategie und Höhere Führung in Auftrag gegeben worden war, zufrieden. Eine Ausnahme bilden hier die AfD-Wähler. 62 Prozent der Anhänger der Rechtspopulisten erklärten, die Bundesregierung leiste hier keine gute Arbeit.

Verband begrüßt geplante Aufhebung der Reisewarnung für 31 Länder

10:27 Uhr: Die Tourismusbranche hat die Pläne der Bundesregierung für eine Aufhebung der weltweiten Reisewarnung ab dem 15. Juni für 31 europäische Staaten begrüßt. "Dies gibt nicht nur den Unternehmen der Reisewirtschaft eine Perspektive, sondern auch den vielen Deutschen, die sich auf ihren Urlaub zum Beispiel am Mittelmeer freuen", sagte der Präsident des Reiseverbandes DRV, Norbert Fiebig, am Dienstag auf Anfrage.

Der Branche mit etwa 2.300 Veranstaltern und mehr als 11.000 Reisebüros in Deutschland ist von Coronakrise schwer getroffen. Das Sommergeschäft ist normalerweise die umsatzstärkste Saison.

Singapurs Wirtschaft schrumpft schwächer als befürchtet

09:14 Uhr: Die Wirtschaft des asiatischen Stadtstaats Singapur ist im ersten Quartal deutlich schwächer geschrumpft als befürchtet. Wie die Regierung am Dienstag mitteilte, sei die Wirtschaftsleistung von Januar bis März auf das Jahr hochgerechnet wegen der Coronakrise um 4,7 Prozent zurückgegangen.

Eine vorherige Schätzung hatte ein wesentlich höheres Minus von 10,6 Prozent ergeben. Die Zahlen könnten einen Hoffnungsschimmer für die gesamte asiatische Region darstellen, die stark von der Coronakrise heimgesucht wird.

Singapur gilt aufgrund seiner wirtschaftlichen Offenheit und seiner regionalen Lage als Drehkreuz und Umschlagplatz für den Warenverkehr. Außerdem ist das Land ein bedeutender Finanzplatz. Einige Fachleute bezeichnen das Land wegen seines Wohlstands auch als "Schweiz Asiens".

432 Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

08:50 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Dienstagmorgen mit 179.002 angegeben - ein Plus von 432 seit dem Vortag.

Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 180.600 Infizierte.

Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 8.302 Todesfälle und damit 45 mehr als am Vortag, die JHU 8.309 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 162.000.

"Keinen Lockerungswettlauf": Bartsch verteidigt Ramelow

08:45 Uhr: In der Debatte um die geplanten Corona-Lockerungen in Thüringen hat der Vorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion, Dietmar Bartsch, das Vorgehen der Ministerpräsidenten der Länder kritisiert. "Kein Lockerungswettlauf", forderte Bartsch im ARD-"Morgenmagazin" am Dienstag.

Dieser Dominoeffekt sei eingetreten, als die Ministerpräsidenten nicht mehr mit der Kanzlerin gemeinsam agiert hätten, und das seien andere als der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) gewesen, erklärte Bartsch weiter. Bartsch verteidigte Ramelows Vorhaben in Thüringen.

Dieser und auch Sachsens CDU-geführte Regierung wollen wegen landesweit niedriger Ansteckungszahlen vom 6. Juni anstatt landesweiter Regeln nur noch lokale Einschränkungen haben - abhängig von der Lage in den jeweiligen Kommunen. Man müsse sich immer wieder ansehen, was real passiert und dann Schlussfolgerungen ziehen, sagte Bartsch.

Die Deutschen kaufen wieder mehr ein, dickes Minus für den Handel aber bleibt

08:19 Uhr: Das Konsumklima in Deutschland hat sich nach dem Schock der Corona-Pandemie im Vormonat wieder ganz leicht erholt.

Den Konsumklimaindex legte das Nürnberger Konsumforschungsinstitut GfK für Juni bei minus 18,9 Punkten fest - 4,2 Punkte mehr als noch in der Prognose für den Mai. Dies sei aber noch immer der zweitniedrigste Wert, der jemals für das Konsumklima in Deutschland gemessen wurde, teilten die Konsumforscher vom GfK am Dienstag mit.

Bei der Anschaffungsneigung ist der Indexwert im Vergleich zur Prognose von vor einem Monat um zehn Zähler nach oben geklettert, auf einen Wert von 5,5. Dennoch ist im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Minus von 45 Punkten zu verzeichnen.

Virologe warnt vor Corona-Hotspots: "Bars und Discos bieten perfekte Bedingungen"

07:09 Uhr: In Clubs, Bars und Discos finde das Coronavirus perfekte Bedingungen für eine schnelle Verbreitung, sagte der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) der Deutschen Presse-Agentur.

Es ist eng, man schwitzt, schreit einander mit geringem Abstand ins Ohr - "das ist genau dieses Szenario, bei denen es in anderen Ländern bereits zu massenhaften Ansteckungen gekommen ist. Das sind die Viren-Hotspots - gerade für das Coronavirus."

Dagegen seien Kindergärten und Schulen deutlich weniger risikobehaftet. Das sei "im Vergleich zu Bars und Diskotheken eine ganz andere Welt. Das muss man mal deutlich sagen. Bars und Discos sind ein Hochrisiko, wenn wir das mit Kindergärten vergleichen."

Die Risiken würden zudem durch die Alkoholisierung der Gäste steigen, denn meist nehme in angetrunkenem Zustand die Bereitschaft ab, sich an die wichtigen Corona-Regeln zu halten. Außerdem mache die meist schlechte Belüftung der Räume es dem Virus noch leichter.

An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

Bayern droht Thüringen mit Gegenmaßnahmen

06:42 Uhr: Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat Thüringen mit Gegenmaßnahmen gedroht, sollte das Bundesland die Corona-Schutzmaßnahmen weitgehend aufheben.

Die Pläne des thüringischen Ministerpräsident Bodo Ramelow von der Linken seien "unverantwortlich", sagte Herrmann den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Er warnte: "Wir werden sicher nicht tatenlos zusehen, wie Ramelow große Erfolge im Kampf gegen das hochgefährliche Corona-Virus sorglos zunichte macht."

Worin die angedrohten Gegenmaßnahmen bestehen könnten, konkretisierte Herrmann allerdings nicht.

Ramelow hatte am Wochenende angekündigt, er wolle die allgemeinen Corona-Beschränkungen in seinem Bundesland aufheben. Damit würden landesweite Regeln zu Mindestabständen und Kontaktbeschränkungen nicht mehr gelten.

Die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften soll aber bestehen bleiben, wie Ramelow später klarstellte.

Corona-Lockerungen in den Bundesländern
An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

Reisewarnung für weite Teile Europas soll am 15. Juni fallen

05:23 Uhr: Die Bundesregierung will die weltweite Reisewarnung für Touristen ab dem 15. Juni für 31 europäische Staaten aufheben, wenn die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie es zulässt.

Neben den 26 Partnerländern Deutschlands in der Europäischen Union gehören dazu das aus der EU ausgetretene Großbritannien und die vier Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums, die nicht Mitglied in der EU sind: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein.

Das geht aus dem Entwurf für ein Eckpunktepapier mit dem Titel "Kriterien zur Ermöglichung des innereuropäischen Tourismus" hervor, der möglicherweise bereits am Mittwoch im Kabinett beschlossen werden soll und der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Bundesaußenminister Heiko Maas hatte die weltweite Reisewarnung am 17. März ausgesprochen.

Bolsonaros Kabinett: Gleichgültigkeit entsetzt die Brasilianer

04:58 Uhr: Viele Brasilianer reagieren entsetzt und ungläubig. Grund ist ein Video von einer Kabinettssitzung, in der dutzende Kraftausdrücke fallen - aber kein Wort zum Krisenmanagement der Corona-Pandemie, von der Brasilien weltweit am stärksten nach den USA betroffen ist.

Ende April fand diese Sitzung mit dem ultrarechten Staatschef Jair Bolsonaro statt; damals waren bereits 3.000 Menschen in dem Land am Coronavirus gestorben. Inzwischen sind es mehr als 22.600.

"Es sind zwei Stunden voller Schimpfwörter und Wahn, voller Spott und Respektlosigkeit gegenüber dem Land. Brasilien durchlebt die schlimmste Krise seit Jahrzehnten und der Präsident erwähnt die Pandemie kein einziges Mal als ein Problem, das ihn betrifft", schrieb die Kolumnistin Miriam Leitão in der Zeitung "O Globo" über die Kabinettssitzung vom 22. April.

In der Tat war die Eindämmung des Virus den Regierungsvertretern keine Diskussion wert. "Das ist die totale Missachtung der Todesfälle durch COVID-19 und des Leids ihrer Familien", sagt der Politikwissenschaftler David Fleischer. "Der einzige Minister, der COVID-19 ansprach, war der Umweltminister." Dessen Äußerungen sorgen aber für eine ebenso heftige Kontroverse, denn ihm wird nun vorgeworfen, im Windschatten der Coronakrise Umweltstandards aushebeln zu wollen.

"Jetzt, wo die Medien nur noch über COVID sprechen, müssen wir diesen Moment der Ruhe nutzen ...um alle Regelungen zu ändern", sagt Minister Ricardo Salles in dem Video.

Bordelle sollen wieder öffnen dürfen: Bundesverband schreibt an Abgeordnete

04:02 Uhr: Der Bundesverband Sexuelle Dienstleistungen verlangt, die in der Coronakrise verfügten Schließungen aller Prostitutionsstätten wieder aufzuheben.

Eine weitere Schließung der Bordelle und ein Verbot der Prostitution seien durch nichts gerechtfertigt, heißt es in einem Offenen Brief an 16 Bundestagsabgeordnete, die jüngst sogar ein generelles Sexkaufverbot gefordert hatten.

Im Gegenteil müsse es angesichts der eingedämmten Pandemie auch der Prostitutionsbranche ermöglicht werden, "wieder Einnahmen zu generieren und den Kunden einen guten Service zu bieten, der menschlich, stabilisierend und für sie insbesondere in Corona-Zeiten existenziell ist", heißt es in dem Schreiben. Man habe, wie andere Branchen auch, dazu ein entsprechendes Hygienekonzept erarbeitet und der Politik vorgelegt.

Weiter erklärte der Verband, Sexarbeiterinnen hätten per se ein großes Interesse an Hygiene und ihrer Gesundheit, "denn die ist ihr Kapital".

Deutsche Post wird tausende Mitarbeiter auf Corona testen

3:14 Uhr: Die Deutsche Post wird als erster deutscher Konzern tausende Mitarbeiter ohne konkreten Anlass auf das Coronavirus testen lassen.

Das Unternehmen schlage den Weg einer "prophylaktischen Teststrategie" ein, kündigte Vorstandsmitglied Tobias Meyer in der Düsseldorfer "Rheinischen Post" vom Dienstag an.

Deutlich mehr als 10.000 Mitarbeitern solle angeboten werden, sich vorsorglich testen zu lassen, "dies vor allem in größeren Betriebsstätten".

Nach Angaben Meyers werden die Betriebsärzte der Post die Tests voraussichtlich in einem Teil der 36 Paketzentren und möglicherweise auch in Briefverteilzentren anbieten.

In Chile schnellt die Zahl der Corona-Infektionen in die Höhe

02:26 Uhr: In Chile nimmt die Ausbreitung des Coronavirus weiter stark zu. Innerhalb von 24 Stunden wurden in dem südamerikanischen Land 4.895 neue Infektionsfälle verzeichnet, wie die Gesundheitsbehörden am Montag mitteilten. Dies ist die bisher höchste Zahl von Neuinfektionen im Land. Ferner wurden 43 weitere Todesfälle registriert.

Unter den zuletzt positiv auf das Virus getesteten Patienten ist auch ein Minister der Regierung von Präsident Sebastián Piñera.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Infektionsfälle in Chile stieg auf 73.997, die Zahl der Todesopfer auf 761. Der Minister für öffentliche Arbeiten, Alfredo Moreno, teilte mit, dass er positiv auf das Virus getestet worden sei. Bislang habe er aber keine Symptome.

Im März so viele Krankmeldungen wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr

01:01 Uhr: Der Techniker Krankenkasse zufolge haben sich im März so viele Arbeitnehmer krank gemeldet wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Wie eine Auswertung der Kasse, die der Funke Mediengruppe vorliegt, zeigt, lag der Anteil krankgeschriebener Beschäftigter bei 6,84 Prozent. Der Höchststand im vergangenen Jahr lag den Angaben zufolge bei 5,30 Prozent.

Als Grund für die Krankschreibung wurden vor allem Erkältungskrankheiten genannt, hieß es. Der Chef der TK, Jens Baas, vermutet, dass ein großer Anteil des überdurchschnittlich hohen Krankenstandes mit präventiven Krankmeldungen aufgrund der Corona-Pandemie zu erklären ist.

Schon Anfang Mai hatte der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) berichtet, der Krankenstand sei während der Coronakrise stark gestiegen.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.