Das Coronavirus hat Deutschland, Europa und die Welt fest im Griff. Alle Entwicklungen zum Coronavirus im News-Blog.

Alle Meldungen vom Sonntag, 12. April lesen Sie hier:

Tirol verlängert Quarantäne für Sölden

18:35 Uhr: Das österreichische Bundesland Tirol hat nun auch die Quarantäne für den Skiort Sölden bis zum 26. April verlängert. Das teilte Landeschef Günther Platter am Sonntag mit. Aufgrund der aktuellen Testergebnisse auf das Coronavirus bleibe keine andere Wahl. Zuvor war bereits die Quarantäne für das Paznauntal mit den Orten Ischgl und Galtür sowie für St. Anton am Arlberg um zwei Wochen verlängert worden. Bei fast 3000 Tests binnen eines Tages hatte sich herausgestellt, dass dort bei bis zu 19 Prozent der untersuchten Menschen das Coronavirus nachweisbar gewesen ist.

Mehr als 123.000 Corona-Nachweise in Deutschland - rund 2800 Tote

16:39 Uhr: In Deutschland sind bis Samstagnachmittag mindestens 123.606 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 16:15 Uhr: 119.524 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige der Bundesländer ihre Zahlen jeweils nicht immer zur gleichen Uhrzeit.

Mindestens 2800 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 16:15 Uhr: 2590). Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts haben in Deutschland rund 60.200 Menschen die Infektion überstanden (siehe 11:12 Uhr).

Besonders hohe Infiziertenzahlen haben Bayern mit mehr als 32.780 nachgewiesenen Fällen und mindestens 803 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 26.330 Fällen und mindestens 569 Toten sowie Baden-Württemberg mit rund 24.000 Fällen und mehr als 640 Toten.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 250,7 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 148,7. Allerdings ist die Anzahl der Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Junger Mann nach Party in Gewahrsam - Gäste brechen in Wohnung ein

16:19 Uhr: Während der Gastgeber mehrerer Corona-Partys wegen Verstößen gegen die Ausgangsbeschränkungen in Polizeigewahrsam kam, sind zwei Gäste in seine Wohnung in Bayreuth eingebrochen. Der 18 Jahre alte Bewohner hatte am frühen Sonntagmorgen gemeinsam mit fünf Gästen im Alter von 14 bis 20 Jahren Geburtstag gefeiert, wie die Polizei mitteilte. Eine Nachbarin meldete die Party der Polizei. Da der 18-Jährige bereits zuvor gegen die Ausgangsbeschränkungen verstoßen hatte und sich nicht einsichtig zeigte, nahmen ihn die Beamten in Gewahrsam.

Kurz nach 3 Uhr beendete die Polizei die Party. Zwei der Partygäste kehrten gegen 4 Uhr zurück, brachen in die Wohnung ein und stahlen den Angaben zufolge einen Fernseher und einen Laptop. Dann flüchteten die beiden 19 und 20 Jahre alten Männer. Mehrere Polizeistreifen fahndeten nach ihnen - und fanden sie schließlich. Der Gastgeber muss noch bis zum Ende der Ausgangsbeschränkung am nächsten Sonntag in Gewahrsam bleiben, wie ein Richter entschied.

Virologe Streeck weist Vorwürfe zurück: Zwischenergebnis üblich

15:48 Uhr: Der Virologe Hendrik Streeck hat Kritik an der Veröffentlichung eines Zwischenergebnisses zu einer Studie in der vom Coronavirus besonders betroffenen Gemeinde Gangelt in Nordrhein-Westfalen zurückgewiesen. Dem "Tagesspiegel" aus Berlin sagte der Wissenschaftler der Uni Bonn am Sonntag, dass die Feldstudie alle Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO einhalte. "Wir übererfüllen sogar diese Empfehlungen", sagte Streeck zu der Studie, die 1.000 Menschen aus 400 Haushalten untersucht.

Auch wies Streeck Kritik zurück, das Zwischenergebnis sei zu früh veröffentlicht worden. "Die Veröffentlichung ist keinesfalls leichtfertig erfolgt. Wir haben bis in die Nacht auf Donnerstag darüber diskutiert, ob wir jetzt erste Daten präsentieren sollen. Wir entschieden uns dazu aus ethischen Gründen, und weil wir uns verpflichtet fühlten, einen nach wissenschaftlichen Kriterien erhobenen validen Zwischenstand vor Publikation mitzuteilen." Das sei absolut üblich.

"Zwischenergebnisse werden auf Kongressen ständig und auf der ganzen Welt mitgeteilt. Nur dies ermöglicht eine jeweils aktuelle wissenschaftliche Diskussion." Zu behaupten, dies sei unwissenschaftlich, stimme schlichtweg nicht, beklagte der Forscher.

Laut dem am vergangenen Donnerstag vorgestellten Zwischenergebnis der Studie haben 15 Prozent der Bürger in der Gemeinde Gangelt nun eine Immunität gegen das Virus ausgebildet. Die Wahrscheinlichkeit, an der Krankheit zu sterben liegt demnach, bezogen auf die Gesamtzahl der Infizierten, bei 0,37 Prozent. Die in Deutschland derzeit von der amerikanischen Johns Hopkins University berechnete entsprechende Rate liegt mit 1,98 Prozent um das Fünffache höher.

Zahl der Infizierten auf US-Flugzeugträger steigt auf 550

15:19 Uhr: Unter den Besatzungsmitgliedern des US-Flugzeugträgers "USS Theodore Roosevelt" hat die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus weiter zugenommen. Inzwischen seien 550 Crew-Mitglieder positiv auf COVID-19 getestet worden, teilte die US-Marine am Samstagabend auf Anfrage mit. Am Donnerstag hatte die Zahl noch bei 416 gelegen. Den Angaben nach wurden bislang 92 Prozent der mehr als 4.000 Besatzungsmitglieder getestet.

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus liegt der nukleargetriebene und hochgerüstete Flugzeugträger vor der Pazifikinsel Guam und ist inzwischen weitgehend evakuiert worden. Der Coronavirus-Ausbruch auf dem Schiff erschüttert seit knapp zwei Wochen die US-Marine.

Kapitän Brett Crozier hatte in einem dramatischen Brief, der an die Öffentlichkeit gelangte, um Hilfe der Militärführung und eine rasche Evakuierung des Schiffs gebeten. Crozier wurde daraufhin vergangene Woche entlassen. Am Dienstag reichte dann der zuständige amtierende US-Marineminister Thomas Modly seinen Rücktritt ein, nachdem er wegen abfälliger Äußerungen über Crozier selbst in die Kritik geraten war.

Boris Johnson aus Klinik entlassen

14:34 Uhr: Der an der Lungenkrankheit COVID-19 erkrankte britische Premierminister Boris Johnson ist aus dem Krankenhaus entlassen worden. Wie ein Regierungssprecher am Sonntag in London weiter mitteilte, wird Johnson auf ärztlichen Rat hin die Regierungsgeschäfte aber nicht sofort wieder aufnehmen. Er werde seine Genesung am Landsitz Chequers außerhalb Londons fortsetzen, fügte der Sprecher hinzu.

Der 55-jährige Johnson war vor einer Woche ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem sich die Symptome infolge seiner Infektion mit dem Coronavirus verschlimmert hatten. Am Montagabend kam er sogar auf die Intensivstation und musste mit Sauerstoff behandelt werden. An ein Beatmungsgerät musste der Premierminister aber nicht angeschlossen werden. Erst am Donnerstag konnte Johnson wieder auf eine normale Station des Londoner St.-Thomas-Krankenhauses verlegt werden.

Lauterbach kritisiert Pläne für Bundesliga-Geisterspiele

13:31 Uhr: SPD-Politiker und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht eine mögliche Wiederaufnahme der Fußballsaison in den kommenden Wochen und Monaten kritisch. Die von den Profiklubs anvisierten "Geisterspiele" im Mai trotz der Corona-Pandemie hält Lauterbach für "keine gute" Idee. "Ich persönlich denke, dass es im Herbst wieder losgehen kann", sagte der 57-Jährige im "Doppelpass" bei Sport1.

Nach Angaben Lauterbachs mache die Deutsche Fußball Liga (DFL) "Druck, der in Berlin ankommt". Er nehme dies dem Profifußball "nicht übel", aber eine verfrühter Wiederbeginn wäre "ein Eigentor". Laut Lauterbach ist schon jetzt absehbar, dass es auch in einigen Wochen noch nicht genügend Tests und andere medizinische Kapazitäten geben werde.

"Wenn der Fußball eine 'Extrawurst' gebraten bekommt, wird es Ressentiments in der Bevölkerung geben", äußerte der Bundestagsabgeordnete: "Das würde dem Fußball nicht gut tun."

Spahn nennt Wirtschaft Bedingungen für Corona-Exit

12:39 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich optimistisch gezeigt, dass Deutschland die erste Dynamik der Corona-Krise gut übersteht. "Wir sind bis hierhin gut durchgekommen zusammen", sagte er Bild TV. "Wenn wir das jetzt durchtragen über Ostern, dann werden wir diese erste Dynamik gemeinsam geschafft haben, und dann wird es darum gehen, wie wir schrittweise zurückkommen."

Für die Wirtschaft nannte er konkrete Bedingungen: "Wenn uns bestimmte Branchen zeigen, sie können Hygiene- und Abstandsregeln durchsetzen, dann können die Bereiche, wo das geht, auch wieder anfangen, in den Alltag zurückkehren." Für Schulen und Kindergärten werde es dagegen knifflig.

Zugleich betonte der Gesundheitsminister, dass die Deutschen mit dem Corona-Virus dauerhaft leben werden müssen. "Das Virus wird bleiben, wir werden dauerhaft damit leben und umgehen müssen." Es sei wichtig, dies als Gesellschaft zu akzeptieren.

Exit-Strategie: Wirtschaftsweise gegen starre Branchen-Schließungen

12:27 Uhr: Die Wirtschaftsweisen haben sich in der Debatte um eine mögliche Lockerung der Corona-Beschränkungen gegen starre Bestimmungen für einzelne Wirtschaftsbranchen ausgesprochen.

"Die Politik sollte klare Regeln vorgeben, die helfen, die Virusausbreitung einzudämmen und eine Überlastung des Gesundheitssystems durch schwere Krankheitsverläufe zu vermeiden", schreiben die fünf Ökonomen in einem Beitrag für die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". "Unternehmen und Einrichtungen könnten wieder öffnen, wenn sie die Richtlinien einhalten. Dieses Vorgehen könnte an die Stelle von sektoral abgestuften behördlichen Vorgaben treten."

Die Regeln könnten zum Beispiel Einschränkungen der Bewegungsfreiheit beinhalten, einen Mindestabstand zwischen Personen, eine maximale Personenzahl pro Quadratmeter oder notwendige Schutzbekleidung.

Türkei akzeptiert wegen Corona keine Migrantenrückführungen

11:48 Uhr: Der Flüchtlingspakt zwischen der EU und der Türkei findet praktisch seit Anfang März keine Anwendung mehr. Ankara nehme wegen der Corona-Pandemie keine Migranten mehr aus Griechenland auf, sagte der griechische Migrationsminister Notis Mitarakis der Athener Zeitung "Ethnos" am Sonntag.

In den ersten zwei Monaten des Jahres seien die vom EU-Türkei-Flüchtlingspakt vorgesehenen Rückführungen aus Griechenland deutlich gestiegen, teilte der Minister mit. "Die Türkei verweigert (seitdem) hinter dem Vorwand des Coronavirus die Rückführungen", sagte Mitarakis. Mehr dazu lesen Sie hier.

Aktuelle Corona-Fallzahlen in Deutschland: Erstmals mehr Genesene als aktiv Infiziert

11:12 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Sonntag mit 120.479 angegeben - ein Plus von 2.821 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 125.452 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 2.673 Todesfälle, die JHU 2.871 Tote.

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 60 200 Menschen die Infektion überstanden. Damit gelten etwa die Hälfte der bisher erfassten Infizierten inzwischen als genesen. Die tatsächliche Zahl dürfte noch weit darüber liegen - unter anderem, weil zahlreiche milde oder symptomlose Verläufe gar nicht durch Tests erfasst wurden.

Für die einzelnen Bundesländer übermittelte das RKI die folgenden Zahlen (Infizierte / Differenz zum Vortag / Tote):

  • Baden-Württemberg: 24.078 / +461 / 649
  • Bayern: 32.282 / +829 / 786
  • Berlin: 4.567 / +109 / 50
  • Brandenburg: 1857 / +93 / 38
  • Bremen: 480 / +11 / 15
  • Hamburg: 3.742 / +79 / 56
  • Hessen: 5.859 / +51 / 123
  • Mecklenburg-Vorpommern: 605 / +4 / 11
  • Niedersachsen: 7.602 / +259 / 189
  • Nordrhein-Westfalen: 24.267 / +623 / 495
  • Rheinland-Pfalz: 4.734 / +112 / 64
  • Saarland: 2.058 / +42 / 43
  • Sachsen: 3.600 / +35 / 67
  • Sachsen-Anhalt: 1.166 / +31 / 21
  • Schleswig-Holstein: 2.118 / +53 / 41
  • Thüringen: 1.464 / +29 / 25
  • Gesamt: 120.479 / +2821 / 2.673

Johnson dankt Klinikmitarbeitern: "Verdanke ihnen mein Leben"

10:41 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat den Mitarbeitern des Londoner Krankenhauses gedankt, in dem er nach einer Infektion mit dem Coronavirus mehrere Tage auf der Intensivstation verbracht hatte. "Ich kann ihnen nicht genug danken. Ich verdanke ihnen mein Leben", sagte Johnson in einer knappen Mitteilung am späten Samstagabend.

Johnson hatte zuvor nach Angaben der Regierung in London auch am Samstag "gute Fortschritte" bei der Genesung von seiner COVID-19-Erkrankung gemacht. Wie die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, erhielt Johnson im Krankenhaus täglich Briefe und Baby-Ultraschallbilder von seiner schwangeren Verlobten Carrie Symonds sowie Tausende Karten mit Genesungswünschen. Zudem habe er sich mit Filmen die Zeit vertrieben.

Johnson wird derzeit von Außenminister Dominic Raab vertreten. Die Kompetenzen des Premierministers hat Raab aber nicht. Großbritanniens ungeschriebene Verfassung sieht keine klare Regelung für den Fall vor, dass der Regierungschef ausfällt. Es wird damit gerechnet, dass Johnson noch mehrere Wochen fehlen könnte.

Bischof Bätzing: Coronakrise kann "Glücksfall der Geschichte" werden

10:20 Uhr: Die Coronakrise kann nach Überzeugung des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Georg Bätzing, zum "Glücksfall der Geschichte" werden. "Hoffentlich lehrt uns diese Krise, wie sehr wir aufeinander angewiesen sind", sagte der Bischof am Sonntag in einer Ostermesse im Limburger Dom nach einem vorab von der DBK verbreiteten Predigttext. "Niemand, kein Volk, kein Land, keine Wirtschaft ist eine Insel. Alles hängt mit allem zusammen."

Die Krise, so schlimm sie auch sei, habe viel Gutes hervorgebracht. "So viel Freundlichkeit und Humor habe ich selten erlebt", sagte Bätzing, der Anfang März zum Nachfolger des bisherigen DBK-Vorsitzenden Reinhard Marx gewählt worden war. "Mit so vielen bisher Unbekannten habe ich nie zuvor unterwegs gesprochen."

Selten hätten andere seine guten Wünsche so gern angenommen und es ihm mit tollen Ideen gedankt. Dies gelte es unbedingt zu bewahren. "Es muss kein Traum bleiben, der bald zerplatzt", sagte Bätzing. "Wir haben es in der Hand, ob wir diese geschenkte Nähe festigen und zusammenrücken oder wieder auseinanderdriften."

Mehrheit der Deutschen für Schutzmaskenpflicht

09:49 Uhr: Die Mehrheit der Deutschen ist dafür, das Tragen von Schutzmasken zur Pflicht zu machen, zumindest an bestimmten Orten. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der dpa wollen 33 Prozent eine solche Pflicht wie in Österreich auf Supermärkte beschränken.

Weitere 21 Prozent meinen, dass generell in der Öffentlichkeit Schutzmasken getragen werden sollten, um der Ausbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken. Nur 37 Prozent sind gegen eine Schutzmaskenpflicht, 9 Prozent machten keine Angaben.

In Deutschland gibt es eine solche Pflicht bisher nur in der thüringischen Stadt Jena. Sie gilt für Geschäfte, Busse, Bahnen und weitere geschlossene Räume inklusive Arbeitsstätten vorerst bis 19. April. Bundesweit gibt es bisher keine entsprechenden Pläne. Unter Experten ist umstritten, inwieweit man sich mit einer Mund- und Nasenmaske selbst und andere vor der Übertragung des Virus schützen kann.

Die Ergebnisse im Überblick:

  • 33 Prozent sind für eine Maskenpflicht in Supermärkten (wie in Österreich)
  • 21 Prozent sind für eine generelle Maskenpflicht in der Öffentlichkeit
  • 37 Prozent lehnen eine Schutzmaskenpflicht ab
  • 9 Prozent machten keine Angaben hierzu

Von der Leyen: Mit Buchung von Sommerurlaub noch abwarten

09:29 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat angesichts der Corona-Pandemie geraten, mit der Buchung des Sommerurlaubs noch zu warten. "Ich rate dazu, mit solchen Plänen noch zu warten. Für Juli und August kann derzeit niemand verlässliche Vorhersagen machen", sagte sie der "Bild am Sonntag".

Skeptisch äußerte sich von der Leyen zum Beschluss der Bundesregierung, dass Kunden für Reisen, die sie wegen der Corona-Pandemie nicht antreten können, erst mal nur einen Gutschein erhalten sollen. "Europaweit haben die Menschen rein rechtlich die Wahl, ob sie das Geld oder einen Gutschein wollen."

Finanziell nicht notleidende Kunden rief sie allerdings dazu auf, dieses Recht nicht in Anspruch zu nehmen: "In dieser Krise ist die Solidarität aller gefragt. Wem es finanziell möglich ist, der sollte nicht auf Geld bestehen, sondern mit Gutscheinen helfen, dass Reiseunternehmen diese schwierigen Wochen überbrücken können."

Maas: Deutsche EU-Ratspräsidentschaft wird Corona-Präsidentschaft

09:18 Uhr: Der Kampf gegen das Coronavirus wird nach Worten von Außenminister Heiko Maas das bestimmende Thema der deutschen EU-Ratspräsidentschaft werden. "Wir werden sie zu einer 'Corona-Präsidentschaft' machen, um Corona und seine Folgen zu überwinden", schreibt der SPD-Politiker in einem Gastbeitrag für die "Welt". "Es gilt, Lehren aus der Krise zu ziehen, zum Beispiel, indem wir den EU-Katastrophenschutz und die gemeinsame Beschaffung und Produktion von lebenswichtigen Medizingütern verbessern."

Maas schreibt weiter: "Sobald wir über den Berg sind, wird eine der ersten Aufgaben darin bestehen, die Beschränkungen für freies Reisen und den Binnenmarkt schrittweise und koordiniert zurückzuführen." Dem Außenminister zufolge muss der EU-Haushalt für die nächsten sieben Jahre zu einem "Wiederbelebungsprogramm für Europa" werden. "Also denken wir ihn neu und investieren jetzt massiv in die Zukunft – in Forschung, Klimaschutz, technologische Souveränität und krisenfeste Gesundheits- und Sozialsysteme." Deutschland übernimmt in der zweiten Jahreshälfte die EU-Ratspräsidentschaft.

Union legt in Corona-Krise weiter zu

08:29 Uhr: Die Union profitiert in der Wählergunst am meisten von der Corona-Krise. Im "Sonntagstrend" für die "Bild am Sonntag" verbesserte sich die CDU/CSU um vier Prozentpunkte auf 37 Prozent. Eine so hohe Zustimmung erreichte die Union seit September 2017 nicht mehr.

Trotz Regierungsbeteiligung verlor die SPD laut der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar einen Punkt und kommt jetzt auf 17 Prozent. Die Grünen verschlechterten sich um zwei Punkte und liegen mit 16 Prozent nun hinter den Sozialdemokraten. Die AfD verliert einen Punkt und kommt auf zehn Prozent – der schlechteste Wert seit September 2017.

Die FDP verharrt bei sechs Prozent und damit nur noch knapp über der Fünf-Prozent-Hürde. Die Linkspartei konnte mit neun Prozent ihr Niveau von der Vorwoche halten.

Die Ergebnisse im Überblick:

  • CDU/CSU: 37 Prozent (plus 4)
  • SPD: 17 Prozent (plus 1)
  • Grüne: 16 Prozent (minus 2)
  • AfD: 10 Prozent (minus 1)
  • Linke: 9 Prozent (-)
  • FDP: 6 Prozent (-)

Befragt wurden insgesamt 1.912 Menschen im Zeitraum vom 2. bis zum 8. April.

USA verzeichnen weltweit meiste Tote in Coronakrise

08:06 Uhr: Die USA haben in absoluten Zahlen weltweit die meisten Toten durch die Corona-Epidemie zu verzeichnen und somit Italien überholt. Das geht aus Zahlen der amerikanischen Universität Johns Hopkins vo Samstagabend hervor.

In den Vereinigten Staaten starben demnach mehr als 20.600 Menschen in Folge der Corona-Pandemie, in Italien wurden 19.468 Tote registriert. Das südeuropäische Land hatte bislang bei der Gesamtzahl der Toten international an erster Stelle gelegen. Die Daten ändern sich allerdings rasant: Verschiebungen, welches Land in der Corona-Krise traurige Zahlen-Rekorde bricht, unterliegen somit einigen Schwankungen.

Erstmals wurden bis Freitagabend binnen 24 Stunden in den USA mehr als 2.000 Tote registriert. Dabei handelt es sich um den höchsten Anstieg an verzeichneten Toten binnen eines Tages in einem Land seit Beginn der globalen Pandemie. In den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, gibt es auch deutlich mehr bestätigte Infektionen mit dem Virus als in jedem anderen Staat der Welt: Laut der US-Universität sind es bereits mehr als eine halbe Million Infektionen.

Die Werte einzelner Länder lassen sich wegen der unterschiedlichen Testquote und erwarteten hohen Dunkelziffer insgesamt allerdings nur schwer vergleichen. Zudem hinkt der Vergleich der absoluten Zahlen wegen der unterschiedlichen Bevölkerungsgrößen.

Vier von zehn Älteren haben wegen Corona weniger Kontakt zu Nachbarn

07:42 Uhr: Jeder dritte Bundesbürger (34 Prozent) bekommt seit Beginn der Corona-Krise weniger von seinen engsten Nachbarn mit. "Ich habe weniger Kontakt", sagten 24 Prozent in einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der dpa. Von "viel weniger Kontakt zu den engsten Nachbarn" sprechen weitere 10 Prozent der Befragten.

Trotz Virus-Angst hat die große Mehrheit der Befragten den Kontakt zu den Menschen hinter den Nachbartüren nicht heruntergeschraubt: "Ich habe gleich viel Kontakt wie vor der Corona-Krise" sagen 56 Prozent der Befragten. Sogar mehr Kontakt zu den Nachbarn als vor der Krise haben 4 Prozent.

Die Ergebnisse im Überblick:

  • 24 Prozent haben "weniger Kontakt" zu Nachbarn
  • 10 Prozent haben "viel weniger Kontakt" zu Nachbarn
  • 56 Prozent haben "gleich viel Kontakt" wie vor der Coronakrise
  • 4 Prozent haben sogar "mehr Kontakt" zu Nachbarn

Ältere Menschen erleben die Folgen der Krise in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft stärker als Jüngere: So berichten 41 Prozent der Menschen über 55 Jahre, dass sie derzeit weniger oder sogar viel weniger Kontakt zu ihren nächsten Nachbarn haben. Zum Vergleich: Bei den unter 25-Jährigen sagen dies lediglich 25 Prozent.

Wohl COVID-19-Spätfolgen wie vermindertes Lungenvolumen möglich

07:34 Uhr: Bei der neuen Lungenkrankheit COVID-19 ist es aus Expertensicht noch zu früh für gesicherte Aussagen über mögliche Spätfolgen. Bei heftigeren Verläufen, etwa mit schwerem Lungenversagen und langer Beatmungsdauer, seien aber durchaus Restsymptome wie ein vermindertes Lungenvolumen zu erwarten, sagte der Mediziner Sven Gläser vom Vivantes-Klinikum Neukölln. Bei Patienten mit leichteren Lungenentzündungen sei hingegen abgeleitet von ähnlich verlaufenden anderen Lungenerkrankungen anzunehmen, dass sie keine relevanten Folgen befürchten müssen.

Anhand erster Erfahrungen sei anzunehmen, dass die überwiegende Mehrzahl der Patienten ohne spürbare Einschränkungen nach Hause entlassen werde, sagte auch der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), Michael Pfeifer, der Deutschen Presse-Agentur. Belastbare Studien zu dem Thema fehlten allerdings bisher, für Deutschland sei für Mai mit ersten Ergebnissen zu rechnen. Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) wird bisher bei etwa zwei Prozent der Sars-CoV-2-Infizierten in Deutschland eine Lungenentzündung beobachtet. Ein Teil der Patienten muss beatmet werden, und dies oft über längere Zeit.

Die möglichen Folgen bei schweren Verläufen müssen in solchen Fällen nicht allein auf das Virus zurückgehen, wie Gläser erklärte. Auch die maschinelle Beatmung sei ein potenziell schädlicher Reiz für das Lungengewebe. Hinzu kämen teils Komplikationen wie bakterielle Infektionen während der relativ langen Zeit, die COVID-19-Patienten auf der Intensivstation liegen.

Kramp-Karrenbauer bietet Bundeswehr-Hilfe bei Corona-Ausstieg an

07:21 Uhr: Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat breite Unterstützung der Bundeswehr beim schrittweisen Ausstieg aus den Beschränkungen im Kampf gegen die Corona-Krise angeboten. Denkbar sei etwa der Einsatz in Gesundheitsämtern bei der Nachverfolgung von Infektionsketten. Soldaten könnten aber auch helfen, Einkäufe zu organisieren, wenn Menschen ihre Wohnung nicht verlassen könnten.

Neben einem eigenen "Corona-Kontingent" aus 15.000 aktiven Soldatinnen und Soldaten dienten etwa 17.000 Frauen und Männer in den Sanitätseinrichtungen oder in Bundeswehr-Krankenhäusern, wo auch Zivilisten versorgt werden, sagte Kramp-Karrenbauer. Zudem hätten sich rund 16.000 Reservisten gemeldet. "Wir haben sie in eine Datenbank aufgenommen und können sie zielgenau abrufen, sobald wir sie brauchen." Aktuell seien schon etwas mehr als 400 Reservisten insbesondere im Sanitätsbereich eingesetzt, etwa zur Verstärkung in Bundeswehr-Krankenhäusern.

Bis Donnerstag seien 344 Amtshilfeanträge von Ländern und Kommunen bei der Bundeswehr eingegangen, sagte Kramp-Karrenbauer. Das Verteidigungsministerium stelle fest, dass sich die Art der Anträge verändere. "Am Anfang waren das sehr viele Fragen nach Schutzausstattung und nach Sanitätspersonal." Man erhalte nun auch zunehmend Anfragen nach "helfenden Händen, sei es bei den Abstrichstationen, sei es bei Unterstützung etwa bei Telefonketten in Gesundheitsämtern, sei es beim Aufbau von Behelfslazaretten".

Verkehrsministerium will Schutzmaterial per Bahn aus China holen

07:12 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Epidemie will das Bundesverkehrsministerium mit der Deutschen Bahn eine "Landbrücke" von China nach Deutschland organisieren, um Transporte dringend benötigter Schutzausrüstung zu beschleunigen.

"Wir wollen damit zusätzlich zur 'Luftbrücke' wöchentlich zwischen 20 und 40 Tonnen Masken und Schutzmaterial für unsere Krankenhäuser, Altenheime und Pflegeeinrichtungen beschaffen und transportieren", sagte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) der "Bild am Sonntag".

Bei der Bahn ist dem Bericht zufolge von einer "Eisenbahnbrücke Eurasia" die Rede. Die Züge sollten im Wochentakt von China über Kasachstan bis nach Kaliningrad in Russland fahren. Von dort gehe es per Schiff über die Ostsee nach Rostock. Der Transport dauere 12 Tage.

Expertenteam der NRW-Regierung legt Maßgaben für Lockerungen vor

07:02 Uhr: Eine von der NRW-Landesregierung eingesetzte Expertengruppe hat einem Medienbericht zufolge Maßgaben und Vorschläge für Lockerungen der strengen Corona-Einschränkungen vorgelegt. Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" nannte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) die Vorschläge "transparent" und "nachvollziehbar".

In einem Papier der interdisziplinären Expertengruppe, das der "FAS" vorliegt, heißt es demnach, über Lockerungen könne erst nachgedacht werden, wenn klar sei, dass das Gesundheitssystem "absehbar nicht überfordert ist" und Voraussetzungen für ein besseres "Monitoring" der Krise geschaffen seien. Dann aber könne die Rückkehr zur Normalität "schrittweise forciert werden".

Ein möglicher Weg könne darin bestehen, "einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens nach und nach wieder zuzulassen".

Alle Meldungen vom Freitag 10. April:

Corona-Krise stellt Trump vor "größte Entscheidung meines Lebens"

23:25 Uhr: Die Coronavirus-Krise stellt US-Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben vor die größte Entscheidung seines Lebens. Es werde eine bedeutende Entscheidung sein, wann und wie das Land wieder zur Normalität zurückkehren könnte, machte Trump am Freitag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus deutlich. "Das ist mit Abstand die größte Entscheidung meines Lebens", sagte Trump. Er werde sie in Abstimmung mit "den klügsten Menschen" finden. "Ich möchte geleitet werden", sagte Trump, der sich sonst gerne als Macher darstellt und nicht mit Eigenlob spart. "Ich hoffe bei Gott, dass es die richtige Entscheidung sein wird."

Trump kündigte an, voraussichtlich am Dienstag ein Expertengremium vorzustellen, das über die Öffnung des Landes beraten soll. "Ich möchte ihre Ansichten darüber, was sie denken", sagte Trump. Teil des "Rats zur Öffnung unseres Landes", wie Trump die Arbeitsgruppe nannte, seien parteiübergreifende Experten aus verschiedenen Teilen des Landes. Trump machte erneut deutlich, dass er das Land so schnell wie möglich wieder öffnen wolle - und wies auf Gefahren des Zu-Hause-Bleibens hin: Auch das könne in der Coronavirus-Krise zum Tod führen - "vielleicht eine andere Art von Tod", warnte er.

Bulgarien verlängert Einschränkungen bis 13. Mai

23:05 Uhr: Bulgarien hat im Kampf gegen das Coronavirus verhängte Einschränkungen verlängert. Die Bulgaren dürfen unter anderem die Hauptstadt Sofia und die anderen 26 Regionalzentren ohne Passierschein und triftigen Grund nicht verlassen. Nur Lebensmittelläden, Apotheken, Banken und Tankstellen haben geöffnet. Gesundheitsminister Kiril Ananiew verlängerte am Freitag die Wirkung aller Schutzmaßnahmen bis zum 13. Mai. Dann soll auch der seit dem 13. März geltende Ausnahmezustand enden.

Die Polizei in Sofia sperrte am Freitagabend drei Randviertel ab, um die Einhaltung der Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus durchzusetzen, wie das Staatsradio berichtete. In diesen Stadtteilen wohnen ausschließlich oder teilweise Angehörige der Roma-Minderheit.

Im Balkanland Bulgarien gab es bis Freitag 635 nachgewiesene Coronavirus-Infektionen. 25 Menschen starben, 54 wurden wieder gesund.

Deutschland: Mehr als 4000 neue Infektionen und 170 Todesfälle in den letzten 24 Stunden

22:15 Uhr: In Deutschland sind bis Freitagabend mindestens 116.607 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 112.600 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Mindestens 2.471 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 2301). Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 53.913 Menschen die Infektion überstanden.

Türkei: Ausgangsverbot übers Wochenende in 31 Städten

21:35 Uhr: Die türkische Regierung hat wegen der Corona-Krise für dieses Wochenende ein Ausgangsverbot in 31 Städten verhängt. Das beinhaltete auch die größte Stadt des Landes, die Millionenmetropole Istanbul, wie Gouverneur Ali Yerlikaya am späten Freitagabend in einem Tweet bestätigte. Einem Tweet des Innenministeriums zufolge sind auch die Hauptstadt Ankara sowie die Großstädte Izmir und Antalya betroffen. Das Verbot gelte ab Mitternacht und bis Mitternacht in der Nacht zum Montag, hieß es in dem Tweet. Ob und inwieweit es Ausnahmen von dem angekündigten Ausgangsverbot gibt, war zunächst unklar.

Die Türkei hat bisher rund 47.000 Infektionsfälle und 1.006 Tote gemeldet. Für Menschen ab 65 Jahre, chronisch Kranke und Unter-20-Jährige galten bereits Ausgangsverbote. Die Regierung hatte bisher jedoch darauf verzichtet, eine landesweite Ausgangssperre zu verhängen - auch, um die bereits angeschlagene Wirtschaft nicht weiter zu beeinträchtigen. Sie hatte jedoch viele andere Maßnahmen getroffen. Unter anderem wurden Schulen und Universitäten, Cafés und Bars geschlossen, Großveranstaltungen und gemeinsame Gebete in Moscheen verboten und 31 Städte nach außen weitgehend abgeschottet.

Experten: Höhepunkt der Corona-Krise in den USA noch nicht erreicht

21:25 Uhr: Der Höhepunkt der Coronavirus-Krise ist in den USA nach Experteneinschätzung noch nicht erreicht. Fachleute aus der Regierungs-Arbeitsgruppe zur Corona-Pandemie sagten am Freitag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus, es gebe zwar ermutigende Zeichen, aber es sei längst nicht an der Zeit für eine Entwarnung.

Die Bevölkerung habe sich die Richtlinien zur Beschränkung sozialer Kontakte sehr zu Herzen genommen, und dies zeige Wirkung. Auch sei die Todesrate in den USA durch das Coronavirus mit Blick auf die Bevölkerungsgröße geringer als in vielen anderen Ländern. Man dürfe aber nicht nachlassen mit den Bemühungen.

Bis Freitagnachmittag (Ortszeit) sind nach Angaben der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität in den USA mehr als 18.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben.

Mehr als 13.000 Corona-Tote in Frankreich - Kind stirbt

20:30 Uhr: In Frankreich ist ein an Covid-19 erkranktes Kind auf der Intensivstation gestorben. Das Kind sei jünger als zehn Jahre gewesen, die Todesursache erscheine aber "vielfältig", sagte Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon am Freitagabend.

Die Zahl der Menschen, die in Krankenhäusern gestorben seien, ist innerhalb von 24 Stunden um 554 Fälle auf 8.598 gestiegen. Hinzu kämen 433 weitere Fälle innerhalb eines Tages in Alters- und Pflegeheimen. Hier liegt die Gesamtzahl bei knapp 4.600. Damit liegt die Zahl der Toten insgesamt bei knapp 13.200.

Ausgangsverbote in Italien bis Mai verlängert

20:05 Uhr: Die italienische Regierung verlängert die strikten Ausgangsverbote für die 60 Millionen Bürger um rund drei Wochen bis zum 3. Mai. Das sagte Regierungschef Giuseppe Conte am Freitag in Rom. Die Maßnahmen gelten seit dem 10. März und waren bislang bis zum Ostermontag angeordnet.

Die Ausgangsbeschränkungen in Italien sind noch wesentlich strenger als in Deutschland. Die Menschen dürfen nur ausnahmsweise das Haus verlassen, etwa wenn sie zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen müssen. Und sie müssen dafür eine schriftliche Bestätigung bei sich haben. Auch ein Großteil der Unternehmen ist geschlossen.

In Italien ist von der Corona-Pandemie extrem stark betroffen. Zwar hat sich die Ansteckungswelle zuletzt verlangsamt. Trotzdem meldete der Zivilschutz am Freitag 570 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden. Insgesamt starben in Italien seit dem Beginn der Viruswelle im Februar fast 19.000 Infizierte.

Weltweit mehr als 100.000 Tote durch Coronavirus

20:00 Uhr: Weltweit sind nach Angaben von US-Experten bereits mehr als 100.000 Menschen an den Folgen der Corona-Pandemie gestorben. Das geht aus Daten der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität von Freitag hervor. Die Zahl der weltweit nachgewiesenen Infektionsfälle lag demnach bei mehr als 1,6 Millionen. In den USA wurden in absoluten Zahlen bislang die meisten Infektionen gemeldet, gefolgt von Spanien und Italien.

Ausgehverbot in Südafrika verlängert

19:10 Uhr: In Südafrika wird die wegen des Coronavirus verhängte dreiwöchige Ausgangssperre um zwei Wochen verlängert. Präsident Cyril Ramaphosa hatte die Verlängerung bis Ende April am Vorabend in einer Rede an die Nation mit dem Vorsichtsprinzip begründet und betont: "Wir stehen erst am Beginn eines monumentalen Kampfes".

Der Kap-Staat hat am 27. März eine der weltweit strengsten Ausgangssperren verhängt, zugleich die Landgrenzen geschlossen und den Personen-Flugbetrieb eingestellt. Ein Drittel der Gehälter von Mitgliedern der nationalen Regierung wie auch der in den Provinzen gehe für drei Monate lang an einen Solidaritätsfonds.

Mehr als Italien: Großbritannien meldet 980 Todesfälle an einem Tag

18:25 Uhr: Großbritannien hat erstmals mehr Todesfälle an einem einzigen Tag durch das Coronavirus verzeichnet als Italien. Die Zahl der Toten stieg bis Donnerstagabend um 980, wie der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Freitag mitteilte. Italien hatte an seinem bislang schlimmsten Tag am 27. März 969 Tote erfasst.

Insgesamt liegt die Zahl der Opfer des Coronavirus in Großbritannien bei 8.958 und damit noch weit hinter Italien, das bis Freitag mehr als 18.000 Todesopfer zählte. Dennoch deuten die stetig steigenden Todeszahlen darauf hin, dass Großbritannien den Höhepunkt der Pandemie noch lange nicht erreicht hat.

VW will Pläne für Neustart der Produktion vorstellen

17:53 Uhr: Volkswagen will in wenigen Tagen seine Pläne für das Hochfahren der Produktion in Deutschland nach dem Stillstand in der Corona-Krise vorstellen.

"Die Planung für den Wiederanlauf wird ausgearbeitet", sagte der Beschaffungsvorstand im Volkswagen-Konzern, Stefan Sommer, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Wir werden sie nach Ostern vorstellen."

Alles hänge aber stark an den Vorgaben der Politik, "und wann sie plant, das öffentliche Leben wieder hochlaufen zu lassen".

Volkswagen selbst werde aber "schon bald mit einer klaren Vorstellung kommen, wann die Werke wieder hochgefahren werden, wie die Lieferketten wieder anlaufen".

Polizei ahndet Verstöße aus dem Zeppelin

17:19 Uhr: Sechs Beamte kontrollieren seit Freitag von Bord eines Zeppelins aus, ob sich die Menschen in der baden-württembergischen Region Bodensee-Oberschwaben an die Regeln zur Eindämmung des Coronavirus halten.

Nach Angaben des Ravensburger Polizeipräsidiums können die Beamten aus dieser Höhe Menschengruppen im öffentlichen Raum besser erkennen als vom Streifenwagen aus.

Zudem eigne sich der Zeppelin NT wegen seines leisen Flugs besonders für eine derartige Mission, hieß es kürzlich in einer Mitteilung. Die Deutsche Zeppelin-Reederei in Friedrichshafen stellt das Luftschiff für den Einsatz zur Verfügung. Geplant sind mehrere Flüge von Karfreitag bis Ostermontag.

Verstöße gegen die Corona-Verordnung seien kein Kavaliersdelikt, sondern das genaue Gegenteil, teilte ein Polizeisprecher mit. "Deshalb gilt es jetzt, alle Register zu ziehen. Genau das tun wir, und zwar von A wie Abstand bis Z wie Zeppelin." Dabei werde selbstverständlich die Privatsphäre der Menschen respektiert.

"Wir fliegen zumeist in etwa 300 Metern Höhe und fertigen keine Detailaufnahmen in private Bereiche hinein, sondern fokussieren uns auf das Erkennen von Menschengruppierungen. Niemand muss sich sorgen, dass wir den Leuten 'auf den Teller schauen'."

Amazon errichtet eigenes Coronavirus-Testlabor

16:47 Uhr: Der Onlineriese Amazon will ein eigenes Coronavirus-Testlabor für seine Mitarbeiter errichten. "Wir haben damit begonnen, die Ausrüstung zusammenzustellen, die wir für den Bau unseres ersten Labors benötigen", erklärte Amazon am Donnerstagabend (Ortszeit).

Der Online-Händler hofft demnach, bald die ersten Mitarbeiter testen zu können, wenn auch in geringer Zahl.

"Wenn jeder - auch jene ohne Symptome - regelmäßig getestet werden könnte, würde das einen riesigen Unterschied machen, wie wir alle das Virus bekämpfen", schrieb Amazon auf seinem Blog.

"Diejenigen, bei denen der Test positiv ausfällt, könnten unter Quarantäne gestellt und versorgt werden." Alle anderen könnten wieder ihre Arbeit aufnehmen. Es fehle aber an Testkapazitäten für das Coronavirus.

Bei dem Online-Händler hatten Mitarbeiter an mehreren Standorten fehlende Schutzmaßnahmen vor dem Virus angeprangert. Zuletzt hat Amazon seine Bemühungen verstärkt. So wurden Gesichtsmasken verteilt und die Temperatur von Mitarbeitern gemessen.

In der Coronavirus-Krise bestellen zahlreiche Menschen angesichts von Ausgangsbeschränkungen und der Sorge vor Ansteckungen ihre Produkte online. Im März gab Amazon bekannt, in den USA 100.000 zusätzliche Mitarbeiter einstellen zu wollen.

Mehr als 116.000 Corona-Nachweise in Deutschland - mehr als 2.450 Tote

16:29 Uhr: In Deutschland sind bis Freitagnachmittag mindestens 116.304 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 16.15 Uhr: mehr als 111.100 Infektionen).

Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige der Bundesländer ihre Zahlen jeweils nicht immer zur gleichen Uhrzeit.

Mindestens 2.459 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 16.15 Uhr: 2.223). Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 49.900 Menschen die Infektion überstanden.

Besonders hohe Infiziertenzahlen haben Bayern mit mehr als 30.862 nachgewiesenen Fällen und mindestens 721 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 24.499 Fällen und mindestens 502 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 22.298 Fällen und mindestens 564 Toten.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 236 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 139,9. Allerdings ist die Anzahl der Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Laschet: "Weitermachen, durchhalten, Abstand halten"

16:08 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat erneut das Einhalten der Kontaktregeln gegen die Verbreitung des Coronavirus gefordert.

"Wir erleben Ostertage wie wir sie noch nie hatten", sagte Laschet in einer am Freitag per Twitter verbreiteten Videobotschaft. Das Zusammensein mit Familie und Freunden und andere liebgewordene Traditionen könnten in diesem Jahr nicht stattfinden.

"Wir schützen und retten Leben mit unserem Verhalten und mit dem Einhalten des Kontaktverbots", sagte Laschet. Nur so seien die Infektionen einzudämmen und Zeit zu gewinnen, um die Kurve abzuflachen. Der Weg zurück in die Normalität werde bestimmt durch das Verhalten von heute. "Es gilt weitermachen, durchhalten, Abstand halten und zusammenhalten", sagte der CDU-Politiker.

Ausgehverbot in Südafrika verlängert - Alkoholläden geplündert

15:41 Uhr: In Südafrika wird die wegen des Coronavirus verhängte dreiwöchige Ausgangssperre um zwei Wochen verlängert. Präsident Cyril Ramaphosa hatte die Verlängerung bis Ende April am Vorabend in einer Rede an die Nation mit dem Vorsichtsprinzip begründet und betont: "Wir stehen erst am Beginn eines monumentalen Kampfes".

Ein Drittel der Gehälter von Mitgliedern der nationalen Regierung wie auch der in den Provinzen gehe für drei Monate lang an einen Solidaritätsfonds.

Der Kap-Staat hat am 27. März eine der weltweit strengsten Ausgangssperren verhängt, zugleich die Landgrenzen geschlossen und den Personen-Flugbetrieb eingestellt.

Die von Polizei und Armee kontrollierte Beschränkung sieht ein Verlassen der Wohnung nur bei medizinischen Notfällen oder dringenden Versorgungsgängen vor.

Das damit einhergehende strikte Verbot des Alkohol- und Tabakverkaufs führte vor allem in der Westkap-Provinz rund um Kapstadt laut Polizei zu Plünderungen von Spirituosenläden.

Dort und auch in Johannesburg ging in den vergangenen Tagen eine großangelegte Rückholaktion für tausende festsitzende Urlauber vor allem aus Deutschland, aber auch anderen europäischen Ländern weiter. Mehr als 2.000 wurden laut deutscher Botschaft bereits ausgeflogen.

Das Land hat mit 2003 bestätigten Fällen und 24 Covid-19-Toten die höchste Zahl an Fällen in Afrika. Zugleich führte es bisher aber auch mit rund 60.000 Tests die höchste Testreihe des Kontinents durch.

Seit Inkrafttreten der Ausgangssperre am 27. März ist die Zahl der Neuinfektionen von 42 Prozent auf etwa 4 Prozent gesunken. Neben Südafrika haben auf dem Kontinent auch zahlreiche andere Länder - sowie am Donnerstag auch die Inselgruppe der Seychellen - Notstandsgesetze und unterschiedlich strikte Ausgehverbote erlassen.

Corona-Fortschritte in Spanien - niedrigste Totenzahl seit 24. März

15:07 Uhr: Spanien hat im Kampf gegen das Coronavirus am Freitag die niedrigste Zahl neuer Todesfälle seit dem 24. März verzeichnet.

Innerhalb von 24 Stunden seien 605 verstorbene Patienten erfasst worden, die Gesamtzahl belaufe sich nun auf rund 15.800, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Am Vortag waren noch 683 Tote registriert worden, zeitweise waren mehr als 900 Opfer pro Tag gemeldet worden.

Auch die Zuwachsrate der Neuinfektionen ging weiter zurück: Sie lag nur noch bei drei Prozent. Die Gesamtzahl der verzeichneten Fälle belief sich auf 157.000. "Die absteigende Tendenz setzt sich fort", sagte die Sprecherin der Behörde für Gesundheitliche Notfälle (CCAES), María José Sierra.

Seit mehreren Tagen schon bleibt die Zuwachsrate im schwer von der Pandemie betroffenen Spanien auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Die seit einem Monat geltenden strengen Ausgangsbeschränkungen für die knapp 47 Millionen Spanier zeigen offenbar Wirkung.

Bis Freitagmittag kamen binnen 24 Stunden 3.500 erfasste als genesen geltende Covid-19-Patienten hinzu, mehr als 55.000 Menschen sind somit nach der offiziellen Statistik wieder gesund.

Podcast "Logbuch Quarantäne": Julie ist in New York gestrandet

Julie arbeitet eigentlich in Orlando und wollte mit Freunden ihren Geburtstag in New York feiern. Aufgrund des vom Coronavirus ausgelösten Shutdowns verlor sie ihren Job in einem Freizeitpark und strandete im Big Apple.

Hören Sie in unserem Podcast "Logbuch Quarantäne" Julies ganze Geschichte.

Sie wollen weitere Geschichten von gestrandeten Urlaubern erfahren? In unserem Übersichtsartikel "Angst, Wut und Verzweiflung: Gestrandete Urlauber erzählen ihre Geschichte" finden Sie alle Folgen unseres Podcasts "Logbuch Quarantäne".

Iran: Bräutigame wegen Verstoß festgenommen

14:58 Uhr: Vier Bräutigame sind im Iran festgenommen worden, weil sie mit ihren geplanten Hochzeitsfeiern gegen die Corona-Regeln verstoßen hatten. Die Männer seien aufgefallen, als sie in der Stadt Ramschir im Süden des Landes in blumengeschmückten Autos bei einem Schönheitssalon vorfuhren.

Dort hätten sie ihre Angebeteten zur Hochzeitsfeier abholen wollen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA am Freitag unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Da aber wegen der Kontaktbeschränkungen Hochzeitsfeiern verboten sind, wurden die 500 geladenen Gäste nach Hause geschickt und die Bräutigame landeten auf der Polizeiwache.

Wegen der strengen Corona-Regeln sind im Iran nicht nur Hochzeitsfeiern und Trauerzeremonien verboten, sondern auch Restaurants, Teehäuser und Coffeeshops müssen geschlossen bleiben. Paare können sich zwar beim Notar trauen lassen, aber den iranischen Traditionen nach darf die Braut erst nach der Hochzeitsfeier beim Bräutigam einziehen.

Polizei: Bayern halten sich an die Vorgaben

14:31 Uhr: Trotz des guten Wetters haben sich die Menschen in Bayern am Karfreitag nach Einschätzung der Polizei zunächst größtenteils an die geltenden Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus gehalten. Die Lage war am Morgen entspannt, wie ein Sprecher der Polizei in Oberfranken mitteilte. Auch in Mittel- und Unterfranken zeigten sich die Beamten zufrieden.

Ruhig war die Lage der Polizei zufolge auch in Oberbayern. Es seien zwar viele Leute draußen, "die Vorgaben werden im Großen und Ganzen aber eingehalten", sagte ein Sprecher. In München waren schon am Vormittag zahlreiche Jogger, Fahrradfahrer und Spaziergänger entlang der Isar unterwegs. Die Polizei fuhr mit Streifenwagen an den Ufern Patrouille.

50 Corona-Fälle auf französischem Flugzeugträger

14:19 Uhr: Auf dem französischen Flugzeugträger "Charles de Gaulle" haben sich nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Paris 50 Besatzungsmitglieder mit dem Coronavirus infiziert.

Drei der betroffenen Seeleute seien mit einem Hubschrauber nach Portugal und dann in ein Krankenhaus in der südfranzösischen Küstenstadt Toulon gebracht worden, teilte das Ministerium am Freitag auf Twitter weiter mit.

Ein Team des Gesundheitsdienstes der Streitkräfte mit zwei Epidemiologen befinde sich an Bord. Ziel sei es, die Ansteckungskette nachzuvollziehen und die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Angaben dazu, wie das Virus Sars-CoV-2 auf das Schiff gelangen konnte, machte das Ministerium zunächst nicht.

Deutsche Post schlägt Sonntagszustellung für Pakete vor

13:30 Uhr: Wegen der zurzeit großen Zahl an Paketsendungen schlägt die Deutsche Post vor, dass bei ihr vorübergehend auch sonntags gearbeitet werden darf.

"Hilfreich wäre beispielsweise, punktuell auch sonntags arbeiten zu können, um beispielsweise Spitzen in der Paketzustellung besser bewältigen zu können", sagte das Vorstandsmitglied des Unternehmens für das deutsche Brief- und Paketgeschäft, Tobias Meyer, der "Rheinischen Post".

Die Deutsche Post DHL transportiere momentan acht Millionen Pakete und Päckchen am Tag. "Dies ist ein Aufkommen wie in der Vorweihnachtszeit - außer, dass wir keine Zeit hatten, uns hierauf vorzubereiten", sagte Meyer. Im Jahresdurchschnitt liefert die Post nach eigener Angabe pro Zustelltag 5,2 Millionen Pakete aus.

Minister Altmaier entdeckt in Coronakrise Bodybuilding für sich

13:10 Uhr: In der Coronakrise hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hin und wieder etwas mehr freie Zeit - und nutzt die, um ein altes Hobby wieder zu beleben. "Zuhause liegen seit eh und je zwei Hanteln, die ich viel zu selten bewegt habe", sagte der CDU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen" (Samstag).

"Durch die Auswirkungen dieser Krise habe ich sie wieder angefasst und festgestellt, dass man auch in meinem Alter und mit meiner Figur noch "Bodybuilding" treiben kann."

Aktuell sei er viel mit Telefonkonferenzen beschäftigt, habe aber auch immer mal wieder Freizeit, erzählte Altmaier. "Für mich ist es eine ganz neue Erfahrung, dass ich abends etwas früher Zuhause bin, weil die üblichen Abendtermine wegen der Krise so nicht mehr möglich sind."

Die freie Zeit nutze er außerdem zum Fahrradfahren - und zum Lesen und Nachdenken.

Österreich sieht weitere deutliche Erfolge bei Corona-Bekämpfung

12:27 Uhr: Bei der Eindämmung des Coronavirus hat Österreich nach Angaben der Behörden weitere Erfolge erzielt. Seit rund einer Woche liege die Zahl der Neuinfizierten kontinuierlich unter der Zahl der Neugenesenen, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Freitag.

Außerdem betrage die Dauer der Verdoppelung der Zahl der Infizierten inzwischen 29 Tage. "Es ist ein großer Erfolg, aber wir sind noch lange, lange nicht am Ziel", sagte Anschober.

Nach Angaben von Gesundheitsexperten steckt inzwischen jeder Infizierte statistisch weniger als einen anderen Menschen an. Für die kommende Woche gehen die Experten von einer stabilen Entwicklung aus.

In Österreichs Kliniken gibt es den Angaben zufolge über den aktuellen Bedarf hinaus noch rund 20.000 Betten für Corona-Patienten auf Normalstationen und 1.000 Betten auf Intensivstationen.

Zur Zeit sind etwa 800 Patienten auf Normalstationen. 260 benötigen intensive medizinische Betreuung. Insgesamt sind in der Alpenrepublik zur Zeit etwa 7000 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert.

Das Land will als eines der ersten in Europa am kommenden Dienstag mit der schrittweisen Öffnung der Geschäfte beginnen. Diese Etappe werde noch schwieriger als die bisherige, meinte Anschober.

Melitta stellt millionenfach Corona-Schutzmasken in Filtertüten-Form her

11:56 Uhr: Der Kaffeefilter-Hersteller Melitta produziert millionenfach medizinische Schutzmasken in Form seiner Filtertüten. In der Coronakrise habe Melitta Teile seiner Filtertüten-Produktion im westfälischen Minden entsprechend umgerüstet, berichtete das in Bielefeld erscheinende "Westfalen-Blatt" am Freitag. Die anstelle des braunen Filterpapiers aus einem dreilagigen weißen Spezialvlies hergestellten Masken erfüllten den europäischen Standard für OP-Masken mit einer Bakterien-Filtrations-Effizienz von mehr als 98 Prozent.

Jero Bentz, Mitglied der Unternehmensleitung bei Melitta sagte: "Mit unseren Produktionskapazitäten sind wir in der Lage, in kürzester Zeit sehr hohe Mengen an Atemmasken herzustellen." Die kurzfristig entwickelten Masken würden in einem ersten Schritt mit einem Clip oder mit Gummibändern befestigt.

In der ersten Produktionswoche vor Ostern sei bereits rund eine Million Masken produziert worden. Die Kapazitäten ermöglichten kurzfristig die Herstellung von bis zu einer Million Masken pro Tag. Sofern die Vormaterialien in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, könnten die Stückzahlen sukzessive um ein Vielfaches erhöht werden, berichtete die Zeitung.

Außer in Deutschland will Melitta demnach auch in Werken in den USA und Brasilien Atemmasken für Nord- und Südamerika herstellen. Außerdem sei geplant, auch Masken der besonders hohen Standards FFP2 und FFP3 zu entwickeln.

Neue Quarantänepflicht - Bundespolizei informiert am Flughafen

11:26 Uhr: Die Bundespolizei am Frankfurter Flughafen ist seit dem frühen Freitagmorgen im Einsatz, um Rückreisende über die neue Quarantänepflicht zu informieren.

"Als Amtshilfe für das Gesundheitsamt händigen wir seit null Uhr allen einreisenden Passagieren ein Infoblatt aus", sagte der Sprecher der Flughafen-Bundespolizei, Reza Ahmari.

"Darauf steht, dass sie sich direkt in häusliche Quarantäne begeben und bei ihrem örtlichen Gesundheitsamt melden müssen." Am Karfreitag seien an Deutschlands größtem Airport mehrere Tausend Reisende betroffen, 80 Prozent davon stünden im Zusammenhang mit den Rückholaktionen des Auswärtigen Amts.

Wer aus dem Ausland nach Deutschland einreist, muss als Schutz vor dem Coronavirus künftig zwei Wochen in häusliche Quarantäne. Die Vereinbarung von Bund und Ländern ist seit diesem Freitag in Kraft und gilt vorerst bis zum 19. April.

Ausnahmen gibt es beispielsweise für Personen, die weniger als 24 Stunden im Ausland waren oder für bestimmte Saisonarbeiter.

Medien: Ausgangssperre in Italien wird bis zum 3. Mai verlängert

11:11 Uhr: Die italienische Regierung hat Medienberichten zufolge entschieden, die wegen der Coronavirus-Pandemie verhängte Ausgangssperre um drei Wochen bis zum 3. Mai zu verlängern.

Wie italienische Medien am Freitag unter Berufung auf Gewerkschaftsangaben berichteten, verkündete Ministerpräsident Giuseppe Conte die Entscheidung am Donnerstagnachmittag bei einer Videokonferenz mit Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern. Eine offizielle Ankündigung und ein Dekret sollen demnach am Freitag oder Samstag folgen.

"Italien bleibt bis zum 3. Mai geschlossen", titelte die Zeitung "Corriere della Sera". Den 4. Mai sollten sich die Italiener "rot im Kalender ankreuzen". Ab diesem Tag werde die Ausgangssperre, "wenn alles gut geht", für Millionen von Menschen gelockert. Alte Leute und andere Risikogruppen müssten sich aber noch länger auf Einschränkungen einstellen.

Den Berichten zufolge soll es auch einige wenige Ausnahmen bei der Schließung aller nicht lebensnotwendigen Betriebe geben: Unter anderem Buch- und Schreibwarenläden sollen wohl demnach öffnen dürfen.

Seit dem 12. März sind in Italien nur Lebensmittelgeschäfte und Apotheken geöffnet. Die derzeitigen Einschränkungen gelten alle bis zum 12. April.

Mundschutzpflicht in Litauen in Kraft getreten

10:40 Uhr: In Litauen gilt seit Freitag eine Mundschutzpflicht ein, um einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus vorzubeugen. Alle Bürger des baltischen EU-Landes müssen in der Öffentlichkeit von nun an Mund und Nase bedecken.

Selbstgenähte Masken oder ein Schutz aus einem Schal oder einem Tuch werden dabei ebenfalls akzeptiert. Bei Verstößen droht ein Bußgeld zwischen 500 und 1.500 Euro für Privatpersonen und zwischen 1.500 und 6.000 Euro für Unternehmen.

Regierungschef Saulius Skvernelis und auch die Polizei versicherten bereits im Vorfeld, dass nicht jeder Verstoß pauschal bestraft werde, sondern je nach Einzelfall entschieden werden soll.

"Wir wollen nicht bestrafen, aber wir wollen, dass sich die Leute daran gewöhnen", sagte Skvernelis. Im Vorgriff auf die vorgesehenen Lockerungen für Geschäfte müsse die Fähigkeit entwickelt werden, persönliche Schutzausstattung zu tragen.

Litauen verzeichnete bislang 999 bestätigte Coronavirus-Infektionen und 17 Todesfälle. Zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus hatte die Regierung in Vilnius den Notstand ausgerufen und das ganze Land bis zum 27. April unter Quarantäne gestellt.

Über die Osterfeiertage gilt für die knapp 3 Millionen Einwohner des katholisch geprägten Baltenstaats ein Reiseverbot.

Coronakrise: Teile der Schülerschaft drohen abgehängt zu werden

10:07 Uhr: Die Coronakrise gefährdet die Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit an den Schulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Das ist die zentrale Aussage des aktuellen "Schul-Barometers", das am Freitag vom Institut für Bildungsmanagement und Bildungsökonomie der Pädagogischen Hochschule Zug in der Schweiz veröffentlicht wurde.

"Die aktuelle Situation stellt Schüler, Eltern und Schulen vor enorme Herausforderungen", sagte Instituts- und Studienleiter Prof. Stephan Huber.

Insgesamt werde die Belastung als "sehr hoch" empfunden, betonte Huber. "Allerdings gehen die einzelnen Gruppen sehr unterschiedlich mit der Situation um. Die Schere geht weit auseinander."

Die Befragung von über 7.000 Menschen aus dem Schulbetrieb - darunter 655 Schulleitern - zeige, dass sich die Qualität von Schulen in Krisensituationen deutlicher auswirke. "Bereits vorhandene Unterschiede vergrößern sich. Bessere Schulen kommen mit der Krise besser zurecht."

Wo es nicht gut laufe, müsse es nach der Wiedereröffnung der Schulen intensive Kompensationsbemühungen geben. "Sonst drohen Teile der Schülerschaft abgehängt zu werden."

Die Untersuchung ergab, dass die Kinder und Jugendlichen nach der Schließung der Schulen deutlich weniger Zeit mit schulischen Belangen verbringen als unter normalen Umständen. "Diese Gruppe macht uns Sorgen, insbesondere die 18 Prozent mit weniger als neun Stunden Lern- und Arbeitszeit in der Woche", sagte Huber.

FDP plädiert für Homeoffice-Pauschale bei Werbungskosten

09:44 Uhr: Die FDP verlangt steuerliche Erleichterungen für die vielen Menschen in Deutschland, die in der Coronakrise im Homeoffice arbeiten.

"Wir schlagen vor, dass während der Krise eine Homeoffice-Pauschale von 100 Euro pro Monat als Werbungskosten eingeführt wird", sagte der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Christian Dürr, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Viele Betriebe hätten ihre Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt. "In der Regel lassen sich die Kosten für ein Arbeitszimmer steuerlich absetzen. Viele Menschen haben aber kein "richtiges" Arbeitszimmer, sondern arbeiten aus der Küche oder vom Balkon", sagte Dürr.

"Sowas kann bislang nicht steuerlich geltend gemacht werden. Es darf aber keinen Unterschied machen, ob der Laptop auf dem Küchentisch oder in einem extra Zimmer steht."

Gleichzeitig werde mit jedem Tag im Homeoffice die Pendlerpauschale entsprechend gekürzt, gab der FDP-Finanzpolitiker zu bedenken. "Für die meisten Menschen ist das Arbeiten von Zuhause aus sowieso schon eine organisatorische Belastung, gerade wenn man Familie hat. Da sollte man wenigstens keine finanziellen Nachteile haben."

Vlies für Atemschutzmasken wird knapp - Lange Lieferzeiten

08:34 Uhr: Das für die Produktion von Atemschutzmasken benötigte Spezialvlies wird nach Angaben von Herstellern knapp.

"Leider sind unsere Fertigungskapazitäten für Vliesstoffe für Atemmasken zum aktuellen Zeitpunkt vollkommen ausgeschöpft", heißt es beispielsweise bei der Firma Sandler.

Voraussichtlich bis Anfang Juni könne man deshalb keine Neuaufträge bearbeiten. Das Unternehmen mit Sitz in Schwarzenbach/Saale fertigt nach eigenen Angaben verschiedene Vliesstoffe, die für OP-Masken und den Mund-Nasen-Schutz verwendet werden können.

Der Hersteller Freudenberg liefert einem Bericht der "Wirtschaftswoche" zufolge nur noch an professionelle Schutzbekleidungshersteller. Das solle etwa verhindern, dass Spekulanten den Vliesstoff horten.

"Wir haben entschieden, dass das rare Gut so effizient wie möglich eingesetzt werden muss", sagte eine Sprecherin dem Magazin. Die Kapazitäten seien ausgelastet.

Auch Glatzeder, ein Hersteller von Schutzkleidung in Detmold, berichtete von großen Problemen bei der Materialbeschaffung. "Es gibt Lieferzeiten von sechs bis zwölf Monaten", sagte Geschäftsführerin Kristin Glatzeder. Deshalb suche man jetzt nach Ersatzmaterialien.

Der Maschinenbauer Reifenhäuser in Troisdorf produziert auf seinen Versuchsanlagen die sogenannten Meltblown-Vliese für bis zu einer Million Schutzmasken am Tag. Mittlerweile übersteige die Nachfrage nach dem Material die Produktionsmenge um ein Vielfaches, teilte das Unternehmen mit.

Menschen meiden Notaufnahmen wegen Coronavirus - Ärzte besorgt

07:03 Uhr: Der Rückgang von Patienten in den Notaufnahmen alarmiert Mediziner. Chefärzte vom Nürnberger Klinikum warnen davor, wegen der Corona-Pandemie dringend notwendige Behandlungen aufzuschieben. Die Folgen seien für viele Menschen wahrscheinlich gefährlicher als das geringe Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, teilte das Klinikum am Donnerstag mit.

So seien in den vergangenen Wochen deutlich weniger Menschen mit einem leichten Herzinfarkt oder Schlaganfall in die Notaufnahme gekommen. In die Kliniken kämen dafür vermehrt Patienten, bei denen die Beschwerden schon weiter fortgeschritten seien als üblich.

COVID-19-Simulation: Eventuell baldige Maßnahmenlockerung möglich

07:01 Uhr: Die Menschen in Deutschland können laut einer Simulation von Göttinger Wissenschaftlern schon bald auf eine Lockerung der Covid-19-Einschränkungen hoffen.

"Wenn die Beschränkungen im sozialen Leben noch etwa zehn Tage aufrechterhalten werden, ist eventuell eine Lockerung der Maßnahmen möglich", hieß es in einer Mitteilung des Göttinger Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation am Donnerstag. Dazu müssten aber die bestehenden Regeln zunächst weiter sehr sorgfältig eingehalten werden.

Die Kontaktbeschränkungen rund um COVID-19 haben der Simulation zufolge die gefürchtete exponentielle Ausbreitung des Virus gebrochen.

Die gesamte Entwicklung sei ermutigend, aber noch keine Entwarnung, hieß es. "Wenn jetzt die Beschränkungen aufgehoben werden, sind wir wieder ganz am Anfang", sagte Priesemann. "Wir sehen ganz klar: Die Fallzahlen in zwei Wochen hängen von unserem Verhalten jetzt ab."

Corona-Maßnahmen: Polizeigewerkschaften offen für Drohneneinsatz

05:05 Uhr: Die beiden großen Polizeigewerkschaften in Deutschland halten Drohnen für ein mögliches Instrument, um Ausgangsbeschränkungen in der Coronakrise zu überwachen.

"Wenn Sie sich als Polizei bei gutem Wetter einen Überblick über eine Grünfläche oder einen Park in einer Großstadt verschaffen wollen, dann kann eine Drohne ein sinnvolles Mittel sein", sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, der Deutschen Presse-Agentur. Drohnen könnten auch zur gezielten Ansprache von Gruppen genutzt werden.

"Wir müssen aber sensibel sein", betonte Radek. "Drohnen sind ein neues Einsatzmittel und könnten bei vielen Bürgern den Eindruck erwecken, wir seien auf dem Weg in den Überwachungsstaat."

Man müsse vorsichtig sein bei der Entscheidung, in welchen Situationen eine Drohne genutzt werde, erklärte er: "Wir müssen aufpassen, dass wir die Verhältnismäßigkeit auch in diesen Tagen nicht aus dem Blick verlieren."

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) würde den Einsatz von Drohnen "sehr begrüßen". "Bislang sind die Innenministerien noch sehr zurückhaltend bis ablehnend, was den Einsatz von Drohnen angeht", sagte der DPolG-Vorsitzende Rainer Wendt der dpa.

In einigen Bundesländern - unter anderem in Nordrhein-Westfalen - hat die Polizei bereits Drohnen genutzt, um Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen zu kontrollieren und durchzusetzen. Bislang sind das aber Ausnahmen.

Müller und Handel: Ende der "Hamsterkäufe" beim Mehl ist in Sicht

04:30 Uhr: Nach wochenlanger und überaus starker Nachfrage deutet sich ein Ende der maßlosen Mehl-Käufe im Einzelhandel an. "Ich habe das Gefühl, dass die Leute langsam zur Ruhe kommen", sagte Christopher Rubin, der Vorsitzende des Baden-Württembergischen Müllerbundes.

Das sehen auch die großen Anbieter so: "Das Einkaufsverhalten der Kunden hat sich in letzter Zeit verändert", sagt Maria Theresia Heitlinger von der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland). "Die Hamsterkäufe werden weniger und unsere Kunden verteilen sich mehr oder weniger gleichmäßig auf die gesamten Öffnungszeiten."

Mehl bleibt aber ebenso wie Trockenhefe, Toilettenpapier und Nudeln ein gefragtes Gut in der Coronakrise - das gilt auch angesichts der strengen Einschränkungen und des Kontaktverbots vor allem für den Onlinehandel.

Universität: Fast 1800 Corona-Tote an einem Tag in den USA

02:42 Uhr: In den USA sind am Donnerstag 1.783 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Die Zahl der Toten seit Beginn der Epidemie stieg damit auf rund 16.500, wie Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore am Donnerstagabend (Ortszeit) zeigten. Demnach wurden bereits rund 460.000 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen.

Weltweit sind nach Daten der Universität mittlerweile rund 1,6 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Rund 95.000 Menschen starben demnach infolge der von dem Virus verursachten Lungenerkrankung Covid-19. Rund 350.000 Menschen erholten sich demnach bislang wieder von einer Infektion.

Die Webseite der Universität wird regelmäßig aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand bestätigter Infektionen als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der US-Gesundheitsbehörde CDC.

Trump sieht USA in Corona-Pandemie auf dem Höhepunkt

01:32 Uhr: US-Präsident Donald Trump sieht die USA auf dem Höhepunkt der Coronavirus-Krise. "Ich bin ziemlich sicher, dass wir auf dem Gipfel des Hügels sind. Und jetzt gehen wir herunter. In einigen Fällen haben wir diesen Prozess schon begonnen", sagte Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus.

Vize-Präsident Mike Pence präzisierte im Anschluss, dass die Gebiete, die besonders von der Epidemie betroffen seien - wie New York, Louisiana und Detroit, dem Höhepunkt "nah" seien. "Es gibt Anzeichen für Fortschritte. Und Hoffnung wird sichtbar", sagte Pence.

Trump zeigte sich optimistisch, dass weniger Menschen in der Krise sterben könnten als mindestens erwartet worden waren. Er sprach von einem Niveau, das niedriger liegen könnte als 100.000. "Wir haben entsetzliche Zahlen", sagte Trump zugleich.

Pence sprach von einer "schwierigen" und "herzzerreißenden Woche", in der sich die USA gerade befänden. An zwei Tagen in Folge waren zuletzt fast 2.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 gestorben. "Das sind keine Zahlen, das sind Leben", sagte Pence.

Mit Blick auf die Todeszahlen sprach der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, der Virologe Anthony Fauci, von einer "schlimmen Woche". "Tatsächlich scheint es jeden Tag einen Rekord im Vergleich zum Vortag zu geben", sagte Fauci.

Während die Todeszahlen anstiegen, sinke die Zahl der Menschen, die ins Krankenhaus kommen, "dramatisch". "Das geht in die richtige Richtung", sagte er weiter.

In den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, gab es bis Donnerstag rund 450.000 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus, wie Daten der Universität Johns Hopkins zeigten. Rund 16.000 Menschen starben demnach.

Brinkhaus warnt vor Corona-Konjunkturprogramm mit der "Gießkanne"

01:18 Uhr: Mit Blick auf die Coronakrise hat Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus davor gewarnt, zur Ankurbelung der Konjunktur "die große Gießkanne rauszuholen". "Wir brauchen zielgenaue Maßnahmen für Branchen und für soziale Milieus, die besonders betroffen sind", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Online: Freitag/Print: Samstag) auf die Frage, ob nach den Rettungspaketen auch ein Konjunkturprogramm geplant werde. "Der ökologische Umbau der Wirtschaft darf dabei nicht aus dem Blick geraten. Der Klimawandel ist ja nicht einfach weg."

Brinkhaus sprach sich dafür aus, im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD noch geplante Vorhaben mit Blick auf die Krise neu zu gewichten: "Wir dürfen die Wirtschaft in der Coronakrise nicht mit zusätzlichen Vorschriften und weiterer Bürokratie belasten", argumentierte er.

"Wir müssen schauen, was wir noch alles im Koalitionsvertrag stehen haben - und ob es dazu beitragen kann, dass sich die Wirtschaft schnell wieder erholt. Alles, was eine zusätzliche Belastung für die Unternehmen bedeutet, sollten wir ganz weit nach hinten schieben."

Trump: Mehr als zwei Millionen Coronavirus-Tests in den USA

00:42 Uhr: Die USA haben nach Angaben von US-Präsident Donald Trump bereits mehr als zwei Millionen Menschen auf das neuartige Coronavirus getestet. Das sei ein wichtiger Meilenstein, sagte Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) im Weißen Haus.

"Wir haben das beste Test-System in der ganzen Welt", lobte Trump die Politik seiner Regierung. Bis Montag vergangener Woche hatten die USA bereits rund eine Million Menschen getestet. Gouverneure einiger Bundesstaaten beklagen jedoch, dass es immer noch nicht genug Tests gebe.

UN-Chef Guterres: Gefahr von Pandemien durch Terroristen

00:04 Uhr: UN-Chef António Guterres sieht eine steigende Gefahr künftiger Angriffe durch Bioterroristen mit dem Ziel einer Pandemie wie der gegenwärtigen.

"Die Schwächen und mangelhafte Vorbereitung, die durch diese Pandemie offengelegt wurde, geben Einblicke darin, wie ein bioterroristischer Angriff aussehen könnte - und erhöhen möglicherweise das Risiko dafür", sagte Guterres bei einem virtuellen Treffen des UN-Sicherheitsrats am Donnerstag (Ortszeit) in New York.

"Nichtstaatliche Gruppen könnten Zugang zu virulenten Stämmen erhalten, die für Gesellschaften auf der ganzen Welt eine ähnliche Verwüstung bedeuten könnten."

Die Sorge vor Bioterroristen ist eine von acht Bedrohungen der internationalen Stabilität, die der Generalsekretär wegen der Coronakrise vor dem mächtigsten UN-Gremium aufzählte.

Alle Meldungen vom Donnerstag, 09. April: Lage auf Rettungsschiff vor Italien spitzt sich zu

23:36 Uhr: Die Lage auf dem Rettungsschiff "Alan Kurdi" im Mittelmeer mit 150 Migranten an Bord spitzt sich zu, wie der Sprecher der Organisation Sea-Eye, Gorden Isler, am Donnerstag berichtete. Das unter deutscher Flagge fahrende Schiff hatte die Migranten am Montag vor Libyen aufgenommen. Die Menschen könnten wegen des Platzmangels kaum schlafen, hieß es von den Helfern. Die Kapitänin Bärbel Beuse habe die italienische Rettungsleitstelle um Nahrungsmittel, Medikamente und Treibstoff für das Schiff gebeten.

Nach Islers Angaben befindet sich die "Alan Kurdi" in der Nähe der Insel Lampedusa und ist in einer schwierigen Lage, nachdem Italien sich in der Corona-Krise nicht mehr als sicheren Hafen für Migranten ansieht. Vor der Krise hatte Rom immer wieder aus Seenot gerettete an Land gehen lassen. Die Regierung in Rom hat nun Deutschland zum Handeln aufgefordert. Die Bundesregierung sei für das Schiff verantwortlich, hatte das Verkehrsministerium am Mittwoch in Rom mitgeteilt. Italien argumentiert, dass man in der Gesundheitskrise die sanitäre Versorgung der Migranten nicht garantieren könne.

Auch Malta kündigte am Abend an, dass es wegen der Corona-Pandemie derzeit keine Flüchtlinge mehr an Land lassen wolle. "Malta ist nicht in der Lage, Flüchtlingen einen sicheren Aufenthalt anzubieten", stand in einer Erklärung der Regierung. Auch Hilfe für Flüchtlinge an Bord von Rettungsschiffen könne nicht mehr garantiert werden.

EU-Finanzminister einigen sich auf Rettungspaket

22:15 Uhr: Die EU-Finanzminister haben sich in der Corona-Krise auf milliardenschwere Hilfen für gefährdete Staaten, Firmen und Jobs geeinigt. Dies teilten Teilnehmer am späten Donnerstagabend auf Twitter mit. Der Kompromiss gelang erst nach zwei Verhandlungsrunden und heftigem Streit über die Bedingungen des Pakets im Umfang von rund 500 Milliarden Umfang. Das Streitthema Corona-Bonds wurde zunächst ausgeklammert.

Der französische Finanzminister Bruno Le Maire sprach auf Twitter von einem exzellenten Kompromiss. 500 Milliarden Euro stünden sofort bereit. Auch ein neuer Fonds zur Wiederbelebung der Wirtschaft werde kommen. Europa habe sich entschieden und zeige, dass es der Krise gewachsen sei.

Enthalten sind drei Elemente: vorsorgliche Kreditlinien des Eurorettungsschirms ESM von bis zu 240 Milliarden Euro, die besonders von der Pandemie betroffenen Staaten zugute kommen könnten; ein Garantiefonds für Unternehmenskredite der Europäischen Investitionsbank EIB, der 200 Milliarden Euro mobilisieren soll; und das von der EU-Kommission vorgeschlagene Kurzarbeiter-Programm namens "Sure" um Umfang von 100 Milliarden Euro.

Darüber hinaus wurde ein befristeter "Recovery Fund" zur Unterstützung der wirtschaftlichen Erholung vereinbart. Dieser soll die Solidarität der EU mit den in der Pandemie am meisten betroffenen Staaten zum Ausdruck bringen und den außerordentlich hohen Kosten der Krisenbewältigung Rechnung tragen. Details sollen aber erst geklärt werden, darunter die Finanzierungsquellen. Einige Staaten wollen dafür Gemeinschaftsanleihen ausgeben, während andere - darunter Deutschland - solche Corona-Bonds ablehnen. Der Streit darüber wurde also letztlich vertagt.

Fast 2,6 Millionen Brasilianer bekommen Corona-Nothilfe

22:12 Uhr: Fast 2,6 Millionen Brasilianer haben am ersten Tag der Auszahlung einer Corona-Nothilfe der Regierung die monatliche Zahlung in Höhe von 600 Reais (108 Euro) erhalten. Das teilte Sozialminister Onyx Lorenzoni am Donnerstag via Twitter mit. Insgesamt sollen 60 Millionen Freiberufler, Tagelöhner und Arbeitslose solche Zahlungen erhalten. Das größte und bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas hat etwa 209 Millionen Einwohner.
Viele Brasilianer haben wegen der Einschränkungen des öffentlichen Lebens zur Eindämmung des Coronavirus ihre oft ohnehin geringen Einnahmequellen von einem Tag auf den anderen verloren. Innerhalb von 48 Stunden hatten 27 Millionen Menschen die Nothilfe über die entsprechende App oder über das Internet angefordert. Die Zahl der Corona-Infizierten in Brasilien lag zuletzt bei mehr als 16.600, 851 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus bislang gestorben.

Spahn: An Ostern "auf anderen Wegen" Kontakt zueinander suchen

22:00 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Bürger wegen der Corona-Krise auf "Ausnahme-Ostern" eingestimmt und erneut dafür geworben, die Kontaktbeschränkungen einzuhalten. "Ostern ist ein wichtiges christliches Fest, es ist für viele ein Familienfest, ein Fest wo man Urlaub macht oder auch Freunde trifft. Und das wird dieses Mal jedenfalls in gewohnter Weise nicht gehen", sagte der CDU-Politiker am Donnerstagabend in der Sendung "ARD extra".

Er wünsche sich, dass die Menschen Kontakt zueinander suchen - "aber eben telefonisch, digital, auf anderen Wegen als sonst". "Weil es nur dann gemeinsam gelingt, auch das Erreichte zu sichern: Nämlich, dass wir diese Ausbreitungsdynamik des Virus entsprechend beendet haben", betonte Spahn. Er wisse, wie schwer das fällt, "gerade auch (...) mit dem guten Wetter dieser Tage".

Deutschland: 4500 neue Infektionen und 230 Todesfälle in 24 Stunden

21:15 Uhr: In Deutschland sind bis Donnerstagabend mindestens 112.600 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 108.100 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Mindestens 2.301 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 2.071). Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 46.300 Menschen die Infektion überstanden.

Spanien: Ausgehverbot bis 25. April verlängert

21:00 Uhr: In Spanien wird der Alarmzustand samt strikten Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie um weitere zwei Wochen bis Mitternacht des 25. April verlängert. Das Parlament in Madrid stimmte am Donnerstagabend dem am Wochenende von Ministerpräsident Pedro Sánchez angekündigten Antrag zu. Vorausgegangen war eine elfstündige Debatte, in der es viel Kritik der Opposition am Krisenmanagement der sozialistischen Regierung gab.

Die knapp 47 Millionen Einwohner dürfen seit Mitte März nur noch zum Einkaufen und in Ausnahmefällen aus dem Haus. Die zweite Verlängerung der Beschränkungen sei nötig, um das Virus unter Kontrolle zu halten, betonte Sánchez. "Schon ein kleiner Fehler kann einen Rückfall auslösen", sagte er.

Boris Johnson verlässt Intensivstation

20:40 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson muss wegen seiner COVID-19-Erkrankung nicht mehr auf der Intensivstation behandelt werden. Er sei auf eine normale Station verlegt worden, teilte eine Regierungssprecherin am Donnerstagabend auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Johnson sei "außerordentlich guten Mutes" hieß es in einer Mitteilung. Er sei nun in der frühen Phase seiner Genesung und werde weiterhin genau beobachtet.

Der 55 Jahre alte Premierminister war am Sonntag ins St. Thomas' Hospital gebracht worden, nachdem die Symptome seiner Covid-19-Erkrankung nach eineinhalb Wochen noch nicht abgeklungen waren. Am Montag verschlechterte sich sein Zustand derart, dass er auf die Intensivstation verlegt werden musste. Wann Johnson die Regierungsgeschäfte wieder übernehmen kann, war zunächst unklar. Britische Medien rechneten damit, dass es Wochen dauern könnte. Vertreten wird Johnson solange von Außenminister Dominic Raab.

Coronavirus auf US-Flugzeugträger: Mehr als 400 Infizierte

20:12 Uhr: Unter den Besatzungsmitgliedern des US-Flugzeugträgers "USS Theodore Roosevelt" hat die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus deutlich zugenommen. Es gebe inzwischen 416 Fälle, erklärte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums am Donnerstag. Anfang der Woche hatte die Marine noch von rund 200 bekannten Infektionen gesprochen. Fast alle der mehr als 4000 Besatzungsmitglieder seien nun getestet worden, erklärte die Sprecherin weiter. Ein Soldat befinde sich infolge der von dem Virus verursachten Lungenerkrankung Covid-19 auf der Intensivstation.

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 liegt der nukleargetriebene und hochgerüstete Flugzeugträger vor der Pazifikinsel Guam und ist inzwischen weitgehend evakuiert worden. Der Coronavirus-Ausbruch auf dem Schiff erschüttert seit knapp zwei Wochen die US-Marine.

GDL-Chef für Reservierungspflicht in Fernzügen

20:10 Uhr: Der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, Claus Weselsky, hat angesichts der Coronavirus-Pandemie eine vorübergehende Reservierungspflicht für Fernzüge vorgeschlagen. Der GDL-Chef sagte im Radiosender hr-Info, so könnte gesteuert werden, dass die nötigen Sitzabstände zwischen den Reisenden eingehalten würden. "Das wäre eine durchaus zulässige Methode", sagte Weselsky. Im Nahverkehr sei dies dagegen nicht so leicht umsetzbar. Dort müsse man "mit klugen Methoden" darauf achten, dass die Abstände zwischen den Reisenden groß genug seien.

Estland will Massentests durchführen

20:00 Uhr: In Estland sollen Massentests Aufschluss über die Verbreitung des Coronavirus in dem baltischen EU-Land geben. Die Regierung in Tallinn beschloss am Donnerstag die von Sozialminister Tanel Kiik vorgeschlagene Durchführung einer bevölkerungsbezogenen Studie. Der Aktionsplan für das Pilotprojekt sollam kommenden Dienstag erörtert werden.

"Bevölkerungsbezogene Tests würden uns wichtige Informationen darüber liefern, wie viele Menschen in Estland bereits an der Covid-19-Krankheit leiden", erklärte Regierungschef Jüri Ratas. Auch seien sie wichtig für die weitere Bewertung der Sicherheitsmaßnahmen, mit denen die Ausbreitung des Virus eingedämmt werden soll.

Estland verzeichnete bislang 1207 bestätigte Coronavirus-Infektionen und 24 Todesfälle - am stärksten betroffen ist dabei die faktisch komplett unter Quarantäne gestellte Ostsee-Insel Saaremaa. Im Kampf gegen das Virus hatte die Regierung in dem 1,3 Millionen Einwohner zählenden Land den Notstand bis zum 1. Mai ausgerufen.

Slowakei riegelt Roma-Siedlungen ab

19:55 Uhr: In der Slowakei haben die Behörden am Donnerstag fünf Armensiedlungen der Roma-Minderheit mit insgesamt mehr als 6.000 Bewohnern abgeriegelt, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Die Slowakei verzeichnete bis Donnerstag nur 701 bestätigte Infektionsfälle, davon fast ein Viertel in Bratislava. In der im Vergleich zum Rest des Landes reichen Hauptstadt gibt es keine Roma-Wohnviertel. Dass nach offiziellen Angaben in der 5,4 Millionen Einwohner zählenden Slowakei erst zwei Menschen an COVID-19 starben, schreibt die Regierung ihren radikalen Schutzmaßnahmen zu. Allerdings wurden bisher nur 20.670 Tests durchgeführt.

Türkei: 96 Tote in 24 Stunden - Behandlung in allen Kliniken kostenfrei

19:48 Uhr: In der Türkei ist offiziellen Angaben zufolge die Zahl der an COVID-19 verstorbenen Menschen auf insgesamt 908 gestiegen. In den vergangenen 24 Stunden seien 96 Menschen gestorben, sagte Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Donnerstagabend. Zudem seien weitere 4.056 Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Die Gesamtzahl der Infizierten liege nun bei 42.282. Die Zahl der täglichen Tests wurde demnach erneut gesteigert, auf rund 28.500. Erholt haben sich der Regierung zufolge bisher rund 2.142 Menschen.

Gleichzeitig trat am Donnerstag ein Dekret der Regierung in Kraft, das die Behandlung von mit dem neuartigen Coronavirus Infizierten auch in privaten Kliniken kostenfrei macht. Den vielzitierten Daten der Johns-Hopkins-Universität in den USA zufolge liegt die Türkei auf Platz neun der am schwersten betroffenen Länder.

Maskenpflicht und Abschottung - Indien verschärft Corona-Maßnahmen

19:12 Uhr: Indien hat in der Corona-Krise mehrere Brennpunkte abgeriegelt und in Teilen des Subkontinents eine Maskenpflicht eingeführt. In der Hauptstadt Delhi wurden nach Regierungsangaben vom Donnerstag mindestens 20 Orte abgeschottet, die besonders dicht besiedelt oder normalerweise stark besucht sind. Niemand darf dort mehr hinein oder heraus.

Seit Ende März leben die 1,3 Milliarden Menschen in Indien im verordneten Stillstand; die Grenzen sind dicht. Bislang wurden mehr als 5700 Sars-CoV-2-Fälle verzeichnet, 166 Menschen kamen ums Leben.

Frankreich stockt Corona-Notplan auf 100 Milliarden Euro auf

18:34 Uhr: Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise stockt Frankreich sein Maßnahmenpaket auf rund 100 Milliarden Euro auf. Bisher waren 45 Milliarden Euro geplant, unter anderem für die Finanzierung von Kurzarbeit, wie Budgetminister Gérald Darmanin am Donnerstag mitteilte.

Darmanin und Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire sagten der Wirtschaftszeitung "Les Echos", dass sie mit einer schweren Rezession rechnen. Die Minister machten sich die frühere Schätzung der Nationalbank zu eigen, wonach die Wirtschaftsleistung des hoch verschuldeten Landes wegen der Covid-19-Pandemie im laufenden Jahr um rund sechs Prozent schrumpfen dürfte. Le Maire hatte bereits vor der schlimmsten Rezession seit Ende des Zweiten Weltkriegs gewarnt.

Gericht kippt Osterreiseverbot für Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns

18:14 Uhr: Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns dürfen zu Ostern nun doch Tagesausflüge zu den Ostseeinseln, zur Küste und in die Seenplatte machen. Das Oberverwaltungsgericht Greifswald kippte am Donnerstag überraschend in zwei Eilverfahren das von der Landesregierung verfügte Reiseverbot für die heimische Bevölkerung.

Wie das Gericht am Abend mitteilte, wurde der umstrittene Paragraf 4a der Verordnung über Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 bis zu einer Entscheidung in der Hauptsache außer Vollzug gesetzt. Dieser Paragraf in der Verordnung war erst am Mittwoch neu gefasst worden, um die verbotenen Reiseziele zu präzisieren.

Demnach waren von Karfreitag bis Ostermontag für Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns Ausflüge zu den Ostseeinseln, zur Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, in Gemeinden direkt an der Ostsee und Boddengewässern sowie zu Tourismuszentren in der Mecklenburgischen Seenplatte verboten worden. Damit wollte die Regierung die Umsetzung der Kontaktbeschränkungen insbesondere über die Feiertage erzwingen.

Eine Million Menschen in Kanada verlieren in Coronakrise Job

17:13 Uhr: Die Arbeitslosigkeit in Kanada steigt wegen der Corona-Pandemie sprunghaft an. Im März verloren der Statistikbehörde des Landes zufolge etwas mehr als eine Million Menschen ihren Job - der größte Rückgang der Beschäftigung seit der vollständigen Erfassung der Zahlen 1976.

Damit stieg die Arbeitslosenquote um 2,2 Prozentpunkte auf 7,8 Prozent. Auch die Zahl der Menschen, die deutlich weniger arbeiteten als normalerweise, stieg deutlich an. Jobverlust oder Senkung der Arbeitszeit betrifft demnach insgesamt 3,1 Millionen der etwa 38 Millionen Kanadier.

Auch in Kanada gelten wegen der Corona-Pandemie strenge Ausgangsbeschränkungen, die sich auf den Arbeitsmarkt auswirken.

Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore gibt es in dem Land bislang mehr als 19.000 bestätigte Infizierte und insgesamt 436 Todesopfer - diese treten vor allem in den Ballungszentren im Süden auf.

Merkel: Jüngere und Ältere in Coronakrise gleich behandeln

16:45 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnt unterschiedliche Beschränkungen für jüngere und ältere Menschen bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie ab. Sie halte überhaupt nichts davon, die Jüngeren nun schnell wieder ins normale Leben zurückkehren zu lassen und die Älteren weiter zu isolieren, betonte sie am Donnerstag in Berlin. Das sei "mit der Humanität und mit den Vorstellungen von unserer Gesellschaft" nicht vereinbar. "Wir müssen an Ältere und an Jüngere und an Eltern und an Arbeitnehmer und alle gleichermaßen denken."

Bei älteren Menschen ist das Risiko einer schweren COVID-19-Erkrankung deutlich größer als bei jüngeren. Deswegen gibt es in der Diskussion über eine schrittweise Rückkehr zur Normalität die Idee, bei den jungen Menschen anzufangen und etwa zuerst Schulen und Kindergärten wieder zu öffnen.

Merkel äußerte sich aber skeptisch dazu. Sie halte Schulen und Kindergärten "nicht für den Ort, an dem man nun mit einfachster Maßnahme den Abstand sicherstellen kann, den man noch braucht".

Hessische Polizei registriert rund 1000 Verstöße gegen Kontaktregeln

16:30 Uhr: Seit Einführung eines hessenweit einheitlichen Bußgeldkatalogs am 3. April hat die Polizei rund 1.000 Verstöße gegen die Corona-Kontaktregeln registriert. Wie das Innenministerium am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte, fielen den Beamten 919 Personengruppen auf, die sich nicht an das Kontaktverbot hielten. Im gleichen Zeitraum wurden 79 Verstöße gegen die Schließungen von zum Beispiel Restaurants, Bars, Sport- oder Freizeiteinrichtungen festgestellt. Die Betroffenen müssen nun mit einem Bußgeld rechnen.

RKI-Chef: Von Entspannung der Lage noch nicht auszugehen

15:44 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) hält die Maßnahmen in der Coronavirus-Pandemie für wirksam, sieht aber noch keinen Grund zur Entwarnung. "Von einer Entspannung kann man noch nicht wirklich ausgehen", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.

Die Zahl der pro Tag neu übermittelten Fälle sei noch immer auf hohem Niveau: Sie habe am Donnerstag mit rund 5.000 Fällen wieder höher gelegen als am Dienstag und Mittwoch mit je circa 4.000 Fällen.

Der Anteil der verstorbenen Infizierten in Deutschland sei erwartungsgemäß weiter gestiegen: auf nun 1,9 Prozent, sagte Wieler. Er gab zu bedenken, dass die nun registrierten Todesfälle Menschen seien, die vor ein bis zwei Wochen erkrankten. Hintergrund seien Ausbrüche in Pflegeheimen sowie eine generelle Zunahme von Infektionen bei älteren Menschen. Viele Patienten würden im Krankenhaus behandelt, es sei mit weiteren Todesfällen zu rechnen, so der RKI-Chef.

Merkel: "Wir müssen konzentriert bleiben"

15:43 Uhr: Angela Merkel appelliert kurz vor Ostern noch einmal an die Bürger und Bürgerinnen, sich weiterhin an die Maßnahmen zu halten. Man dürfte gerade jetzt nicht leichtsinnig werden. "Wir müssen konzentriert bleiben, die Lage ist fragil", erklärt die Bundeskanzlerin. Man könne sich schnell zerstören, was man sich bisher aufgebaut habe.
Merkel sieht nach den neuesten Infektionszahlen in der Corona-Krise jedoch "Anlass zu vorsichtiger Hoffnung". "Der Anstieg flacht sich leicht ab", sagte sie am Donnerstag in Berlin. Weitere Verschärfungen der Maßnahmen seien derzeit nicht nötig.
Zudem hat Merkel die Bedeutung einer höheren Produktion von Schutzausrüstung in Deutschland in der Corona-Krise betont. Sie sagte am Donnerstag in Berlin, der weltweite Bedarf etwa an Schutzmasken habe sich vervielfacht. 90 Prozent der Schutzausrüstung stamme aus Asien. Es sei notwendig, eine größere strategische Unabhängigkeit zu erreichen, dies müsse auch im Verbund der Europäischen Union passieren.

Polen führt Mundschutz-Pflicht ein

15:12 Uhr: Polen führt eine Mundschutz-Pflicht ein, um einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus vorzubeugen. Vom 16. April an müssten alle Bürger in der Öffentlichkeit Mund und Nase bedecken, sagte Gesundheitsminister Lukasz Szumowski am Donnerstag in Warschau. "Das muss keine Gesichtsmaske sein, ein Halstuch oder ein Schal tun es auch."

Außerdem verlängert Polen alle bisherig bestehenden Schutzmaßnahmen, allerdings mit unterschiedlich langer Dauer. Bis zum 19. April sollen weiterhin alle Läden mit Ausnahme von Lebensmittelgeschäften, Drogerien und Geschäften geschlossen bleiben, sagte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki. Das gleiche gelte für Friseursalons und Kosmetikstudios.

Bis zum 26. April dagegen hält Polen an der Schließung aller Schulen fest. Auch internationale Flüge und Zugverbindungen wird es bis dahin nicht geben. Die Grenzen sollen bis zum 3. Mai geschlossen bleiben. Für Rückkehrer aus dem Ausland gilt solange eine 14-tägige Quarantäne.

Schon 80.000 Online-Anträge auf Notfall-Kinderzuschlag

15:00 Uhr: Seit der Ausweitung des Kinderzuschlags zur Unterstützung von Eltern in der Corona-Krise sind nach Angaben von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey fast 80.000 Online-Anträge auf die Familienleistung eingegangen. Viele Mitarbeiter in den Familienkassen arbeiteten jetzt daran, dass die Familien die Unterstützung erhielten, sagte die SPD-Politikerin am Donnerstag in Berlin.

Kinderzuschlag bekommen Familien mit niedrigem Einkommen, das nur knapp über Hartz-IV-Niveau liegt. Abhängig von der Bedürftigkeit gibt es maximal 185 Euro pro Kind und Monat. Der Betrag wird monatlich gemeinsam mit dem Kindergeld überwiesen.

Um Familien mit wegbrechenden Einkommen in der Corona-Krise zu unterstützen, gelten seit Anfang April befristet bis Ende September neue Berechnungsgrundlagen: Beim Antrag wird nur noch das Einkommen des letzten Monats geprüft, nicht das der letzten sechs Monate. Dadurch qualifizieren sich mehr Eltern für den Kinderzuschlag.

Spahn sieht Ostern als "Weggabelung"

14:44 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich ablehnend zu weitgehenden Lockerungen der harten Beschränkungen für die Bürger im Kampf gegen die Corona-Krise geäußert. Es werde bei den nach Ostern anstehenden Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder nicht um einen Ausstieg aus den Vorkehrungen gehen, sondern maximal um die Lockerung einzelner Maßnahmen, sagte Spahn am Donnerstag nach Angaben von Teilnehmern in einer Sonder-Videokonferenz der Unionsfraktion.

Zugleich zeigte sich Spahn in der Videokonferenz hoffnungsvoll, dass die harten Beschränkungen Wirkung zeigen. Er sei vorsichtig optimistisch, dass der jetzt zu erwartende Gipfel bei der Zahl der Infektionen nicht zu groß sein werde, wurde Spahn zitiert.

Spahn rief die Bürger in einer Pressekonferenz dazu auf, sich weiter an die geltenden Regeln zu halten. "Ostern wird eine Weggabelung sein", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin. "Bleiben wir auch übers Wochenende konsequent, wird die schrittweise Rückkehr zur Normalität wahrscheinlicher. Werden wir jetzt nachlässig, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Verlängerung der Auflagen nötig wird."

Wissenschaftler: Bei Coronatests Prioritäten setzen

14:03 Uhr: Deutsche Wissenschaftler raten bei der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie dazu, bei Tests weiterhin Prioritäten zu setzen. Da die Kapazitäten beschränkt seien, sollten vorrangig Menschen mit einem konkreten Krankheitsverdacht, medizinisches Personal und enge Kontaktpersonen von Infizierten getestet werden, sagte Gérard Krause, Epidemiologe am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung am Donnerstag bei einer Online-Pressekonferenz.

Auch Charité-Experte Christian Drosten riet zu symptomgerichteten Tests und Tests bei Hochrisiko-Kontakten. Alles andere halte er im Moment für Zeit- und Energieverschwendung. Denn es mangele weltweit an Nachschub für die Reagenzien, die für diese Tests auf Viren-Erbgut nötig seien. Das Robert Koch-Institut hat seit rund zwei Wochen auch den Aufenthalt in einem Risikogebiet als ein Kriterium für Tests gestrichen.

Bisher gelten sechs bis sieben Prozent der Corona-Tests in Deutschland als positiv. Pro Woche werden bundesweit bis zu 500.000 Tests gemacht.

Als Messlatte für die Entscheidung, Schutzmaßnahmen zurückzufahren, nannte Krause die Versorgungskapazitäten für Patienten in Kliniken als Parameter. "Das ist am wichtigsten." Würde zu viel auf einmal zurückgenommen, könnte das ein sehr starkes Wachstum der Epidemie bedeuten, ergänzte Drosten.

Gericht: Gottesdienste mit Besuchern bleiben in Corona-Krise verboten

13:43 Uhr: In der Corona-Pandemie ist zur Verhinderung von weiteren Ansteckungen auch ein Verbot von Gottesdinsten mit Besuchern erlaubt. Dies entschied am Donnerstag der Bayerische Verwaltungsgerichtshof und wies damit den Eilantrag eines Münchner Anwalts ab. Der Mann hatte in der vergangenen Woche gegen das sogenannte Gottesdienstverbot geklagt, weil er als Katholik das Osterfest auch in Corona-Zeiten mit einem Gottesdienst feiern wollte.

Er begründet dies damit, dass das Verbot ihn in seiner Religionsfreiheit verletze. Das Gericht folgte der Argumentation nicht. Es betonte aber, dass bei religiösen Zusammenkünften letztlich auch zu prüfen sei, "ob im Einzelfall eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden kann".

Bund sieht Milliarden-Bedarf an Schutzmasken

13:40 Uhr: Die Bundesregierung sieht angesichts der Corona-Krise Bedarf an Milliarden von Schutzmasken. Für Deutschland bestehe über alle Varianten von einfachen Alltagsmasken bis zu Spezialmasken für medizinisches Personal ein Bedarf von mehreren Milliarden Stück innerhalb von Monaten, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) nach einer Sitzung des Corona-Kabinetts am Donnerstag in Berlin. Der Bedarf werde dauerhaft ansteigen und für lange Zeit hoch bleiben.

Allein im Gesundheitswesen ist laut Minister Jens Spahn (CDU) in der aktuellen Corona-Lage von einem Jahresbedarf von bis zu 450 Millionen FFP-2-Spezialmasken auszugehen. Hinzu kämen eine Milliarde OP-Masken als Mund-Nasen-Schutz. Schutzausstattung ist derzeit weltweit knapp.

Der Bund ist daher in eine Beschaffung eingestiegen und will über Anreize eine inländische Masken-Produktion aufbauen. Altmaier sagte, derzeit würden etwa 90 Prozent in Asien hergestellt. Ein Ziel sei erreicht, wenn es gelinge, diesen Prozentsatz sichtbar zu reduzieren.

Spahn berichtete, nach einer ersten kleineren Ausschreibung seien mehr als 100 Angebote eingegangen, die zuschlagsfähig erschienen. Dabei gehe es um erste Lieferungen bis Mitte August. Verträge sollten eine Laufzeit bis Ende 2021 haben, um Planungssicherheit zu bieten.

Merkel in Unionsfraktion: Hoffnungsschimmer in Corona-Krise

13:05 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eine positive Zwischenbilanz der harten Beschränkungen für die Bürger in der Corona-Krise gezogen. Es gebe einen "Hoffnungsschimmer", sagte Merkel am Donnerstag nach Angaben von Teilnehmern in einer Sonder-Videokonferenz der Unionsfraktion zur Lage im Kampf gegen die Corona-Krise.

Der Maßstab des Handelns der Bundesregierung sei es gewesen, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Dies sei bislang ganz gut gelungen, wurde die Kanzlerin zitiert.

Hygiene-Experte: Händewaschen löst Coronaviren gut ab

12:40 Uhr: Der Bonner Infektionsschutzexperte Martin Exner hat die Bedeutung von Hygienemaßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus unterstrichen.

Das Virus könne über einen langen Zeitraum auch auf Flächen überleben, sagte der Wissenschaftler am Donnerstag in Düsseldorf bei der Vorstellung von Zwischenergebnissen einer Corona-Feldstudie, die im besonderes betroffenen Kreis Heinsberg durchgeführt wird.

Um eine Corona-Infektion auszulösen, müsse das Virus aber in die Schleimhäute gelangen - etwa über Mund oder Augen. Daher sei es wichtig, dass die Bevölkerung lerne, mit den Risiken angemessen umzugehen.

Gründliches Waschen der Hände mit Seife löse die Viren gut ab und könne sie "inaktivieren", sagte der Direktor des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit. Es klinge banal, sei aber wichtig, solche Hygiene-Maßnahmen zu trainieren.

Hauptsächlich werde das Virus aber durch Tröpfcheninfektion übertragen - etwa durch Husten. Deshalb sei das Tragen von Mundschutz in Krankenhäusern unerlässlich.

Auch Gunther Hartmann, Professor für Klinische Chemie und Pharmakologie an der Universität Bonn, berichtete, nach ersten vorsichtigen Einschätzungen sei davon auszugehen, dass der Schweregrad der Erkrankung über Hygienemaßnahmen reduziert werden könnte. "Die Zahl der Erreger hat bei Erstinfektionen Einfluss auf den Schweregrad der Erkrankung."

US-Studien: Coronavirus in New York stammt vorwiegend aus Europa

12:20 Uhr: Hauptsächlich Reisende aus Europa und nicht aus Asien haben das Coronavirus Sars-CoV-2 Studien zufolge in den Großraum der US-Metropole New York gebracht.

Zudem zirkulierte das Virus bereits seit Mitte Februar und damit Wochen, bevor der erste bestätigte Infektionsfall bekannt wurde, wie die Zeitung "The New York Times" am Mittwoch (Ortszeit) berichtete.

"Die Mehrheit (der Fälle) ist klar europäisch", zitierte die Zeitung den Genforscher Harm van Bakel von der Icahn School of Medicine at Mount Sinai, der Mitautor einer der Studien ist. Bislang sind die Ergebnisse von van Bakel und Kollegen nicht in einem begutachteten Fachjournal erschienen.

Zu ähnlichen Ergebnissen kamen dem Bericht zufolge auch Forscher der NYU Grossman School of Medicine in New York - obwohl sie eine andere Gruppe von Fällen untersuchten.

Beide Teams hatten seit Mitte März Genome des Virus unter New Yorkern analysiert. Zudem stellten beide Forscherteams fest, dass das Virus sich bereits zuvor unbemerkt verbreitet hatte, aber mithilfe breit angelegter Testprogramme hätte entdeckt werden können.

Virologe regt schrittweise Schulöffnung nach Ferien an

11:50 Uhr: Der Essener Virologe Ulf Dittmer hält eine schrittweise Öffnung der Schulen nach den Osterferien aus fachlicher Sicht für möglich. "Man könnte mit der Oberstufe anfangen", sagte der Direktor des Instituts für Virologie des Universitätsklinikums Essen der Deutschen Presse-Agentur. Älteren Schülern falle es leichter, die notwendigen Regeln einzuhalten. Essentiell seien die Abstandsregeln.

Hintergrund von Dittmers Vorschlag ist die Beobachtung, dass "Kinder von dieser Infektion am wenigsten von allen Bevölkerungsgruppen betroffen" sind, wie es der Experte formuliert. Die Ursache dafür sei noch unbekannt. "Das Risiko, dass sich die Kinder in der Schule gegenseitig anstecken und schwer an COVID-19 erkrankten, halte ich daher für äußerst gering."

Allerdings könnten Kinder sich infizieren, nicht erkranken und dann trotzdem ihre Großeltern oder vorerkrankten Eltern anstecken. "Das ist nicht sehr wahrscheinlich, aber möglich", so Dittmer. Wie häufig das auftrete, lasse sich derzeit nicht sagen.

Mehr als 5.000 Coronavirus-Fälle in Japan

11:42 Uhr: In Japan hat die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen die Marke von 5.000 überschritten. Das berichtete die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press am Donnerstag. Hinzu kommen rund 700 infizierte Menschen, die sich an Bord eines Kreuzfahrtschiffes befunden hatten.

Rund 110 Tote sind in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt zu beklagen. In Japan sind die Maßnahmen laxer als beispielsweise in Deutschland. Trotzdem sind die Zahlen in Japan wesentlich niedriger als in der Bundesrepublik, wo es schon mehr als 108.200 registrierte Corona-Infizierte gibt.

Analytiker werfen der Regierung in Tokio vor, deutlich weniger auf SARS-CoV-2 zu testen als andere Länder. Am Dienstag hatte Regierungschef Shinzo Abe den Notstand für den besonders betroffenen Großraum Tokio sowie einzelne andere Provinzen ausgerufen. In Tokio wurden am Donnerstag weitere mehr als 180 Infektionen bestätigt - ein neuer Tagesrekord. Bisher sind schon mehr als 1.500 Fälle bestätigt.

Hacker nehmen Krankenhäuser und Medizin-Firmen ins Visier

11:16 Uhr: Deutsche Krankenhäuser und Unternehmen der Pharmaindustrie werden in der Coronakrise verstärkt Ziel von Hacker-Angriffen. Wie das "Handelsblatt" am Donnerstag berichtete, beobachtet das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) seit einigen Tagen eine Zunahme von Cyberangriffen mit Bezug auf das Coronavirus.

Ende März berichtete die Behörde von Angriffen der chinesischen Hackergruppe APT41, die es seit Ausbruch der Corona-Pandemie vermehrt auf ausländische Ziele abgesehen habe, darunter auch Gesundheitseinrichtungen. Diese würde Schwachstellen in Software von Herstellern wie Citrix, Cisco und Zoho ausnutzen. "APT41 wird eine Verbindung zur chinesischen Regierung unterstellt, so dass Informationsdiebstahl das wahrscheinlichste Tatmotiv ist", heißt es in dem internen BSI-Lagebericht, der dem Handelsblatt vorliegt.

Viele Einrichtungen sind in der derzeitigen Ausnahmesituation besonders verwundbar, da teilweise mit Privatrechnern ausgestattete Homeoffice-Arbeitsplätze genutzt werden. Die Behörden haben Institutionen und Unternehmen im Bereich Medizin und Pharma bereits auf entsprechende Risiken hingewiesen.

Bund Deutscher Kriminalbeamter für Mundschutz-Pflicht

10:54 Uhr: Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Sebastian Fiedler, befürwortet das Tragen eines Mundschutzes im öffentlichen Raum während der Corona-Epidemie. Im SWR sagte er am Donnerstag: "Ich kann gar nicht verstehen, dass in Deutschland keine lautere Debatte darüber aufkommt, dass man Lockerungen mit Masken, die jeder draußen trägt, verbindet. Das wäre auch für alle Einsatzkräfte eine große Erleichterung."

Angesichts erster Erfolge bei der Eindämmung des Coronavirus in Deutschland hält Gesundheitsminister Jens Spahn vorsichtige Schritte aus dem staatlich angeordneten Stillstand nach den Osterferien für möglich. Fiedler sagte: "Wenn ich höre, dass Herr Spahn nun Erleichterungen herstellen will und die Sicherheitsbehörden natürlich immer hintendran hängen hinter solchen Entscheidungen, wäre die Maskenpflicht eine, die ich wirklich sehr begrüßen würde."

Aus Fiedlers Sicht wäre das Tragen eines Schutzes über Mund und Nase keine große Einschränkung für die Bürger: "Wenn Sie die Freiheitsbeschränkungen mal miteinander vergleichen, dann dürfte es jedem einleuchten, dass es wirklich jedem hilft, wenn jeder eine Maske aufhat im Supermarkt beim Einkaufen und so weiter." Beim Motorradfahren müsse man schließlich auch einen Helm aufsetzen, beim Autofahren müsse man sich anschnallen: "Warum sollten wir also nicht eine Maske anziehen in diesen Tagen?"

Spaniens Ministerpräsident Sánchez warnt: "Die EU ist in Gefahr"

10:51 Uhr: Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat eindringlich vor einem Auseinanderfallen der Europäischen Union in der Folge der Coronakrise gewarnt. "Die EU ist in Gefahr, wenn es keine Solidarität gibt", sagte der sozialistische Politiker am Donnerstag im Parlament in Madrid.

Spanien und weitere Länder der Union fordern gemeinsame Anleihen - sogenannte Corona-Bonds - zur Bewältigung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie. Deutschland und andere Staaten sind dagegen. Die EU-Staaten wollten am Donnerstagabend erneut versuchen, ein milliardenschweres Rettungspaket gegen die Krise zu schnüren.

Mit rund 150.000 Infektionsfällen und fast 15.000 Toten ist Spanien eines der vom Virus SARS-CoV-2 am schwersten betroffenen Länder weltweit. Im Land sei die Pandemie nun "dank des Alarmzustandes unter Kontrolle", versicherte Sánchez im Parlament. Die Rückkehr zur Normalität müsse dennoch "schrittweise" und "sehr vorsichtig" erfolgen. "Schon ein kleiner Fehler kann einen Rückfall auslösen", sagte er.

650.000 Betriebe haben Kurzarbeit angemeldet

10:39 Uhr: Die Zahl der Betriebe, die in der Coronakrise Kurzarbeit angemeldet haben, ist auf 650.000 gestiegen. Das gab die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg bekannt. Dies bedeute eine Steigerung um rund 40 Prozent gegenüber dem jüngsten Vergleichswert. Zum 27. März war die Zahl von 470.000 Betrieben ermittelt worden.

Die Sondererhebung der Bundesagentur gibt keine Auskunft darüber, für wie viele Personen Kurzarbeit angemeldet wurde. Dies ist erst im Nachgang möglich, weil einige Betriebe Kurzarbeit zwar anmelden, diese dann aber nicht realisieren.

Außerdem variiert die Zahl der Beschäftigten pro Betrieb stark. Die Bundesagentur geht jedoch davon aus, dass der bisherige Rekord von mehr als 1,4 Millionen Kurzarbeitern aus dem Mai 2009 deutlich überschritten wird.

Mehr als 108.200 Corona-Nachweise in Deutschland - 2.079 Tote

10:30 Uhr: In Deutschland sind bis Donnerstagvormittag mindestens 108.200 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.20 Uhr: mehr als 103.100 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige der Bundesländer ihre Zahlen jeweils nicht immer zur gleichen Uhrzeit.

Mindestens 2.079 mit SARS-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 10.20 Uhr: 1.819). Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 46.300 Menschen die Infektion überstanden.

NRW stoppt wegen Betrugsverdachts Zahlung von Corona-Soforthilfe

09:52 Uhr: Das Land Nordrhein-Westfalen hat die Zahlung der Corona-Soforthilfe für Soloselbstständige und Kleinstbetriebe vorerst gestoppt. Das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium teilte am Donnerstag mit, es sei bereits am Dienstag nach Hinweisen auf Fakewebseiten Strafanzeige wegen Betrugs erstattet worden. In Abstimmung mit dem Landeskriminalamt (LKA) sei am Mittwochabend der Stopp verfügt worden.

Demnach hatte das LKA festgestellt, dass die Betreiber der in Suchergebnissen im Internet prominent platzierten Fakewebseiten mit gefälschten Antragsformularen Daten abfischten und diese mutmaßlich für kriminelle Machenschaften nutzten.

Das Land habe daraufhin die Bezirksregierungen angewiesen, die weitere Auszahlung der Gelder auszusetzen. In den kommenden Tagen werde die Ermittlergruppe ihre Recherchen fortsetzen, um betrügerische Anträge zu identifizieren.

Kleinunternehmen und Selbstständige können dem Ministerium zufolge aber weiter die Soforthilfe beantragen. Es solle dafür aber ausschließlich die offizielle Internetseite genutzt werden - https://soforthilfe-corona.nrw.de. Das Ministerium will zeitnah über die weitere Entwicklung informieren. Antragsteller, die auf ihre Überweisung warten, wurden um Geduld gebeten.

Universität: 1,48 Millionen Coronavirus-Infektionen weltweit

09:39 Uhr: Nachdem die Universität in Baltimore zuvor 1,5 Millionen Infektionen mit SARS-CoV-2 gemeldet hatte, wurde die Zahl nun nach unten korrigiert. Nach aktuellen Zahlen der Universität Johns Hopkins ist weltweit bei rund 1,48 Millionen Menschen das Coronavirus nachgewiesen worden (Stand: Donnerstag 9 Uhr deutscher Zeit). Die Webseite der Universität nutzt unter anderem Medien und Behörden als Quellen und wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert.

Laschet: "Flexibler Einstieg" bei wirksamen Corona-Regeln möglich

09:23 Uhr: Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat ein Kriterium für eine mögliche Öffnung des Corona-Lockdowns genannt. "Sind die Regeln für den richtigen Abstand einhaltbar und gibt es dafür auch die richtigen Schutzmaßnahmen? Wenn das der Fall ist, kann man den flexiblen Einstieg wagen", sagte der CDU-Politiker dem "Handelsblatt" (Donnerstag). "Wir müssen die Menschen gezielter als durch pauschales Schließen schützen", sagte er mit Blick auf die einschneidenden Beschränkungen im Alltagsleben.

Vor dem Treffen der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer am Mittwoch sagte er: "Wir brauchen einen klaren Fahrplan, durch den das öffentliche und wirtschaftliche Leben wieder ins Laufen kommt."

Mit Blick auf den Einzelhandel betonte Laschet, dass der Zustand, dass viele Geschäfte geschlossen sind, "nicht viel länger andauern darf, wenn wir keine Massenpleite und eine folgende neue Massenarbeitslosigkeit erleben wollen". Auch zur Autoindustrie äußerte er sich. Die Produktion sei dort teils auch eingestellt worden, weil Autohäuser geschlossen wurden. "Hier könnte man auch unter Einhaltung der Abstandsregeln Kunden in die Geschäfte lassen." Dies könne ein Anreiz für die Industrie sein, wieder zu produzieren.

Mehr als 5.000 Coronavirus-Fälle in Japan

09:08 Uhr: In Japan hat die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen die Marke von 5.000 überschritten. Das berichtete die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press am Donnerstag.

Hinzu kommen rund 700 infizierte Menschen, die sich an Bord eines Kreuzfahrtschiffes befunden hatten. Rund 110 Tote sind in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt zu beklagen.

In Japan sind die Maßnahmen laxer als beispielsweise in Deutschland. Trotzdem sind die Zahlen in Japan wesentlich niedriger als in der Bundesrepublik. Analytiker werfen der Regierung in Tokio vor, deutlich weniger auf SARS-CoV-2 zu testen als andere Länder.

Ärzte ohne Grenzen befürchtet Katastrophe in Afrika wegen Corona

08:48 Uhr: Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen befürchtet katastrophale Auswirkungen der Corona-Pandemie in Afrika. "Schwere Fälle zu behandeln, ist wegen der geringen Zahl an Intensivstationen gar nicht möglich"", sagte der für die Organisation arbeitende Epidemiologe Maximilian Gertner im Interview der "Sächsischen Zeitung" aus Dresden.

Selbst einfache Schutzmaßnahmen seien wegen der Lebensverhältnisse in afrikanischen Staaten oft nicht möglich. "Wer beengt wohnt und keinen Wasseranschluss hat, kann sich nur schwer vor einer Infektion schützen", sagte Gertler.

Export legt im Februar zu - Coronakrise bremst aber Handel mit China

08:37 Uhr: Deutsche Unternehmen haben vor der Eskalation der Coronakrise in Europa insgesamt mehr Waren ausgeführt. Die Exporte stiegen im Februar um 0,4 Prozent auf 109,3 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte.

Erste Effekte der Pandemie zeigten sich den Angaben zufolge aber im Handel mit der im Februar besonders von dem neuen Virus betroffenen Volksrepublik China.

Die Ausfuhren in das Land sanken gegenüber dem Vorjahresmonat um 8,9 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro, die Importe aus China verringerten sich um 12,0 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ist einer der wichtigsten Einzelmärkte für Waren "Made in Germany".

Ein Exportplus von 0,8 Prozent gab es im Februar hingegen im Handel mit Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Die Importe nach Deutschland verringerten sich insgesamt um 2,9 Prozent auf 88,5 Milliarden Euro.

Greenpeace: Staat muss Demos auch in der Coronakrise ermöglichen

08:27 Uhr: Greenpeace prangert unverhältnismäßige Beschränkungen für Versammlungen und Demonstrationen wegen der Coronakrise an. "Politische Beteiligung ist auch in Zeiten von Corona unverzichtbar. Über Jahrzehnte gewachsene Demonstrationsformen wie die Ostermärsche komplett zu verbieten, verstößt gegen das Versammlungsrecht", kritisierte Greenpeace-Expertin und Juristin Anna von Gall am Donnerstag.

Die Bundesländer müssten Demonstrationen ermöglichen, wenn die Teilnehmer Maßnahmen gegen die Ansteckungsgefahr beachten. "Der Staat muss dafür sorgen, dass solche Demonstrationen ungestört stattfinden können", erklärte von Gall.

Die Versammlungsfreiheit sei durch die Corona-Maßnahmen einzelner Bundesländer unverhältnismäßig stark eingeschränkt, meinen die Autoren einer Studie, die Greenpeace bei der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) in Auftrag gegeben hat. Thüringen und Bayern kämen einem Versammlungsverbot etwa sehr nahe, indem sie ausdrücklich Demonstrationen und Versammlungen verbieten, kritisiert Greenpeace.

Können Haustiere das Coronavirus übertragen?

08:23 Uhr: Können Haustiere das Coronavirus übertragen? Eine neue Studie dürfte zumindest die Hundebesitzer beruhigen. Der Untersuchung des Wissenschaftsmagazin "Science" zufolge können sich aber Katzen mit dem Coronavirus infizieren.

US-Kneipe verteilt Geld an Mitarbeiter

08:12 Uhr: Auch in den USA trifft die Corona-Pandemie die Gastronomie besonders hart. Um ihren derzeit arbeitslosen Mitarbeitern zu helfen, hat die Besitzerin einer Kneipe im Bundesstaat Georgia deshalb Geldscheine ablösen lassen, die über Jahre an einer Wand der Bar befestigt waren.

Das Geld verteilte sie anschließend an ihre Mitarbeiter, wie der Sender CNN am Mittwoch berichtete. Dabei sei eine Summe von umgerechnet rund 3.400 Euro zusammengekommen, Gäste hätten dies dann durch Spenden auf etwa 3.700 Euro aufgestockt.

Auf Anordnung der Behörden musste die Kneipe in der Kleinstadt Tybee Island schließen. Knapp 15 Jahre lang schrieben Gäste dort dem Bericht zufolge auf Dollarscheine und hefteten diese an die Wände und Decken.

Ende März kam der Besitzerin Jennifer Knox dann die Idee. "Wir saßen dort hinter verschlossenen Türen und ich dachte, oh mein Gott, da ist Geld an den Wänden und wir haben Zeit", sagte sie. "Wir müssen das Geld abmachen."

Fünf Freiwillige brauchten demnach dreieinhalb Tage dafür. Die anschließende Säuberung und Zählung der Banknoten kostete weitere anderthalb Wochen.

Umfrage: Mehrheit gegen Lockerung der Corona-Maßnahmen ab 20. April

08:01 Uhr: Eine Mehrheit von rund 56 Prozent der Bürger hält eine Lockerung der einschneidenden Beschränkungen im Alltagsleben wegen des Coronavirus ab 20. April für zu früh. Das hat eine repräsentative Civey-Umfrage für das Magazin "Business Insider" ergeben, die am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Danach halten knapp 30 Prozent Lockerungen vom 20. April an für angemessen. Lediglich 9,4 Prozent für zu spät.

Die aktuellen Einschränkungen des öffentlichen Lebens sind vorerst bis zum 19. April befristet. Bundeskanzlerin Angela Merkel will am 15. und am 19. April mit den Ministerpräsidenten der Länder darüber beraten, wie es weitergehen soll.

Wie die Civey-Umfrage ergab, sollten aus Sicht der Befragten zuerst Geschäfte sowie Schulen und Kitas wieder geöffnet werden, gefolgt von Friseursalons, Spielplätzen, Restaurants/Cafes, Kirchen, Museen und Fitnessstudios.

DGB fordert Anhebung des Kurzarbeitergeldes

07:28 Uhr: Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) befürchtet, dass Beschäftigte mit niedrigem Einkommen durch Corona-bedingte Kurzarbeit in die Armut abrutschen könnten. Viele Angestellte landen mit ihrem derzeitigen Kurzarbeitergeld unterhalb der staatlichen Grundsicherung, wie aus DGB-Zahlen hervorgeht, aus denen die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstagsausgaben) zitieren.

Betroffen sind demnach besonders Beschäftigte in den Dienstleistungsberufen, aber auch Kulturschaffende. DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach forderte in den Zeitungen eine Anhebung des Kurzarbeitergeldes. "Um halbwegs gut durchzukommen, sind mindestens 80 Prozent des normalen Verdienstes nötig", sagte sie.

Coronakrise löst Pommes-Krise aus

7:20 Uhr: Die Coronakrise hat die Nachfrage nach Pommes in Deutschland einbrechen lassen. Die Landwirte könnten in diesem Jahr auf etwa 200.000 Tonnen spezieller Pommes-Kartoffeln sitzen bleiben, erfuhr die "Neue Osnabrücker Zeitung" vom Deutschen Bauernverband. Den möglichen Schaden schätzt der Verband auf 30 bis 40 Millionen Euro.

Auslöser der Pommes-Krise sind die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Weil Kantinen, Restaurants und andere Großabnehmer weitgehend geschlossen haben, fehlten Pommes-Produzenten wichtige Kunden, berichte die "NOZ". Die Produktion ruhe.

Spahn: Schrittweise Rückkehr zur Normalität nach Osterferien denkbar

06:57 Uhr: Angesichts erster Erfolge bei der Eindämmung des Coronavirus in Deutschland hält Gesundheitsminister Jens Spahn vorsichtige Schritte aus dem staatlich angeordneten Stillstand nach den Osterferien für möglich. Sollte die Entwicklung bei den Infektionszahlen anhalten, "werden wir mit den Ministerpräsidenten über eine schrittweise Rückkehr zur Normalität nach den Osterferien reden können", sagte der CDU-Politiker dem "Handelsblatt" (Donnerstag).

In einem freiheitlichen Rechtsstaat könnten weitreichende Einschränkungen von Grundrechten nur so lange funktionieren, wie sie verstanden und akzeptiert würden. Deshalb sei es nicht nur wichtig, das Handeln gut zu begründen, sondern auch eine Perspektive aufzuzeigen.

Zu den Ansteckungszahlen hierzulande sagte Spahn: "Wir sehen einen positiven Trend. Aber der muss sich verstetigen." Voraussetzung dafür sei, dass sich die Bevölkerung auch über die Feiertage an die Alltagsbeschränkungen halte.

Am Donnerstag-Nachmittag wollen Spahn, Familienministerin Franziska Giffey (SPD) und der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, über die aktuelle Corona-Situation in Deutschland informieren. Am Mittwoch hatte die Zahl der Todesopfer die Marke von 2.000 erreicht. Auch in den Ländern gehen die Beratungen weiter, in Sachsen und Nordrhein-Westfalen kommen die Landtage zu Sondersitzungen zusammen.

Uni: Zweiter Tag in Folge mit fast 2.000 Corona-Toten in den USA

06:14 Uhr: In den USA sind den zweiten Tag in Folge fast 2.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Insgesamt belief sich die Zahl der Toten in dem Land auf 14.817, wie kurz nach Mitternacht am Donnerstag (Ortszeit) aus den Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervorging.

24 Stunden zuvor hatte die Universität die Zahl der Toten noch mit
12.907 ausgewiesen. Den Angaben nach wurden bereits rund 430.000 Infektionen mit dem Erreger SARS-CoV-2 nachgewiesen.

Weltweit sind nach Daten der Universität mittlerweile rund 1,5 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Rund 88.500 Menschen starben demnach, weitere rund 330.000 erholten sich von einer Infektion mit dem Virus.

Ditib rät Risikogruppen zu Fastenverzicht im Ramadan

05:45 Uhr: Angesichts der Coronavirus-Pandemie rät der Islam-Dachverband Ditib Risikogruppen im islamischen Fastenmonat Ramadan zur Zurückhaltung. Kranke zum Beispiel seien ohnehin vom Fasten befreit und sollten diese Möglichkeit auch nutzen, sagte Generalsekretär Abdurrahman Atasoy der Deutschen Presse-Agentur.

"Dieses Jahr empfehlen wir zusätzlich auch jenen, die sich zwar gesund fühlen, aber als sogenannte Risikogruppe gelten und sich körperlich nicht fit genug empfinden, ebenfalls auf das Fasten zu verzichten. Die Gesundheit hat Vorrang."

Der Ramadan beginnt am 24. April und endet einen Monat später mit dem Zuckerfest. Während dieser Zeit verzichten gläubige Muslime nach religiösem Brauch von Tagesanbruch bis Sonnenuntergang auf Essen und Trinken.

Polizeigewerkschaft: Verstöße gegen Corona-Regeln erst selbst klären

05:30 Uhr: Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ruft dazu auf, Verstöße gegen die geltenden Ausgangsbeschränkungen erst einmal im Privaten anzusprechen. "In einem höflichen Miteinander kann man sich da schon verständigen, ohne dass man gleich die Polizei ruft", sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der GdP, Jörg Radek, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Die Polizei versuche bei den Kontrollen mit Fingerspitzengefühl und Verhältnismäßigkeit vorzugehen, dies solle auch für den Umgang von Privatpersonen untereinander gelten. "Wogegen wir uns auch verwehren müssen, ist mögliche Wichtigtuerei und vor allen Dingen auch Denunziantentum. Das birgt Zündstoff."

Lehrerverband: Kein "Unterrichts-Vollstart" nach den Osterferien

04:26 Uhr: Eine Rückkehr zum normalen Unterricht an den Schulen direkt nach den Osterferien wird es nach Einschätzung des Deutschen Lehrerverbandes nicht geben.

Alles hänge von der medizinisch-virologischen Lageeinschätzung und den Maßnahmen ab, die am kommenden Mittwoch von den Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beschlossen und verkündet würden, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der Deutschen Presse-Agentur.

Merkel und die Länderchefs wollen am Mittwoch nach Ostern über das weitere Vorgehen in der Coronakrise beraten. Es geht dabei vor allem um die Frage, inwieweit beschlossene Maßnahmen und Kontaktbeschränkungen wieder gelockert werden können oder nicht.

Sollte bei der Schalte eine Verlängerung oder Verschärfung der bisherigen Maßnahmen vereinbart werden, dann werde es auch keine Schulöffnungen geben, sagte Meidinger. "Wird aber der Lockdown gelockert, kann man auch eine stufenweise Rückkehr zum Schulbetrieb wieder andenken."

Rockband U2 spendet Millionen für Kampf gegen Coronavirus

02:54 Uhr: Die irische Rockband U2 hat für den Kampf gegen das Coronavirus zehn Millionen Euro gespendet. Ein Teil der damit finanzierten medizinischen Ausrüstung sei bereits am Flughafen von Dublin eingetroffen, berichtete das irische Fernsehen RTE am Mittwochabend.

An der Aktion zur Beschaffung medizinischer Hilfe beteiligen sich nach diesen Angaben auch eine Reihe von Firmen. Die Band um ihren Frontman Bono setzt sich seit Jahren für eine Reihe von sozialen und politischen Projekten ein.

In Irland sind bisher knapp 6.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Bisher gab es nach offiziellen Angaben vom Mittwochabend 235 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus.

Ecuador stellt wegen Corona-Pandemie Hunderte Mediziner ein

02:49 Uhr: Zur Bekämpfung der grassierenden Corona-Pandemie stellt Ecuador Hunderte neue Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger ein. Insgesamt würden 606 zusätzliche Mediziner angeheuert, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit.

Außerdem werden 99 Landärzte aus den Provinzen in die Millionenmetropole Guayaquil versetzt, die sich in den vergangenen Wochen zum Brennpunkt der Pandemie in dem südamerikanischen Land entwickelt hat.

Bislang haben sich in Ecuador 4.450 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. 242 Patienten starben, bei 240 weiteren besteht zumindest der Verdacht auf einen Zusammenhang mit der Lungenkrankheit COVID-19. Zuletzt räumte Präsident Lenín Moreno allerdings ein, dass die offiziellen Zahlen deutlich hinter den tatsächlichen Fällen zurückbleiben dürften.

Trump würde USA am liebsten mit "großem Knall" wieder öffnen

02:25 Uhr: US-Präsident Donald Trump kann es nicht erwarten, dass die Coronakrise überwunden ist. Allerdings müsse die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen dafür wohl erst einmal zurückgehen, machte Trump am Mittwochabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus deutlich.

Er sprach von der Möglichkeit, dass das Land phasenweise zur Normalität zurückkehren könnte. Es könnte auch in weniger betroffenen Regionen schneller gehen als anderswo. Eigentlich wäre es schön, das Land "mit einem großen Knall" wieder zu öffnen, sagte Trump.

Ein Datum für eine Rückkehr zum Normalbetrieb wollte er nicht nennen. "Wir müssen vorsichtig sein", sagte Trump. Ganz anders klang das noch vor rund zwei Wochen, als er mit Verweis auf die verheerenden Folgen für die Wirtschaft sagte, die Beschränkungen möglichst schon Ostern aufheben zu wollen. Trump sagte am Mittwoch zu, sich auf den Rat seiner Experten verlassen zu wollen.

In der Pandemie steuern die USA derzeit auf eine kritische Phase zu, in denen nach Prognosen täglich mehr als 2.000 Corona-Infizierte sterben könnten. "Wir haben einige furchtbare Tage vor uns, aber wir werden einige wunderbare Tage vor uns haben, wir werden das hinter uns bringen", sagte Trump.

Je strikter die Amerikaner die Richtlinien zur sozialen Distanz einhielten, desto schneller gehe es. "Wir sind hoffentlich auf dem Weg zum letzten Abschnitt."

Coronavirus wird Einführung neuer Emojis 2021 verzögern

02:13 Uhr: Wegen der Coronakrise wird man im kommenden Jahr nicht wie gewohnt neue Emojis nutzen können. Die nächste Erweiterung des Emoji-Katalogs wurde von März auf September 2021 verschoben.

Entwickler brauchen danach traditionell noch rund ein halbes Jahr, um die Symbole etwa auf Smartphones umzusetzen. So sollen die im März dieses Jahres vorgestellten neuen Symbole erst im Herbst verfügbar sein.

Deswegen werden die Emojis aus dem nächsten Jahr erst 2022 auf die Geräte kommen, wie das zuständige Unicode-Konsortium am Mittwoch ankündigte.

Vlies für Atemschutzmasken wird knapp - lange Lieferzeiten

02:00 Uhr: Das für die Produktion von Atemschutzmasken benötigte Spezialvlies wird nach Angaben von Herstellern knapp. "Leider sind unsere Fertigungskapazitäten für Vliesstoffe für Atemmasken zum aktuellen Zeitpunkt vollkommen ausgeschöpft", heißt es beispielsweise bei der Firma Sandler.

Voraussichtlich bis Anfang Juni könne man deshalb keine Neuaufträge bearbeiten. Das Unternehmen mit Sitz in Schwarzenbach/Saale fertigt nach eigenen Angaben verschiedene Vliesstoffe, die für OP-Masken und den Mund-Nasen-Schutz verwendet werden können.

Der Hersteller Freudenberg liefert einem Bericht der "Wirtschaftswoche" zufolge nur noch an professionelle Schutzbekleidungshersteller. Das solle etwa verhindern, dass Spekulanten den Vliesstoff horten.

Auch Glatzeder, ein Hersteller von Schutzkleidung in Detmold, berichtete von großen Problemen bei der Materialbeschaffung. "Es gibt Lieferzeiten von sechs bis zwölf Monaten", sagte Geschäftsführerin Kristin Glatzeder. Deshalb suche man jetzt nach Ersatzmaterialien.

Alle Meldungen vom 8. April,

Mehr als 108.000 Corona-Nachweise in Deutschland - mehr als 2.000 Tote

20:38 Uhr: In Deutschland sind bis Mittwochabend mindestens 108.193 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 103 036 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige der Bundesländer ihre Zahlen jeweils nicht immer zur gleichen Uhrzeit.

Mindestens 2.071 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 1.815). Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 33.300 Menschen die Infektion überstanden. Die Bundesregierung geht sogar von 46.000 Genesenen aus. Das habe Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch gesagt, hieß es von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) auf Facebook.

Britischer Schatzkanzler: Johnsons Zustand verbessert sich

19:07 Uhr: Der Gesundheitszustand des britischen Premierministers Boris Johnson hat sich nach Angaben von Finanzminister Rishi Sunak gebessert. «Der Premierminister bleibt in Intensivbehandlung, wo sich sein Zustand verbessert», sagte Sunak in einer Pressekonferenz am Mittwochabend in London. Außerdem habe sich Johnson im Bett aufsetzen können und habe «positiv» mit dem medizinischen Team interagiert.

Zuvor hatte der Regierungssitz Downing Street mitgeteilt, Johnson sei «klinisch stabil» und die Behandlung schlage an. Er werde weiterhin auf der Intensivstation des St. Thomas's Hospital in London behandelt und sei gut gelaunt.

Bei einem Pressebriefing am Mittag hatte ein Regierungssprecher gesagt, Johnson erhalte eine reguläre Sauerstoffbehandlung, könne aber selbstständig atmen. Er arbeite nicht, sei aber in der Lage, die für ihn notwendigen Kontakte zu pflegen.

Johnson war am Sonntag ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem die Symptome seiner Covid-19-Erkrankung nach zehn Tagen nicht abgeklungen waren. Am Montag ging es ihm dann schlechter und er musste auf die Intensivstation verlegt werden. Seitdem stabilisierte sich sein Gesundheitszustand aber.

Die Zahl der Todesfälle durch die Coronavirus-Pandemie in Großbritannien stieg unterdessen weiter dramatisch an. Bis Dienstagabend wurden dort 938 neue Todesfälle verzeichnet, wie das Gesundheitsministerium in London mitteilte. Insgesamt stieg die Zahl der Toten damit auf mehr als 7000.

Italien meldet weniger als 600 Tote an einem Tag

18:38 Uhr: In Italien ist der tägliche Anstieg der Zahl von Todesopfern in der Corona-Krise auf unter 600 gefallen. Am Mittwoch kamen 542 Tote dazu, insgesamt sind es nun 17 669, wie der Zivilschutz in Rom mitteilte. Das ist der zweitniedrigste Anstieg in fast drei Wochen.

Insgesamt stieg die Zahl der Ansteckungen um 2,8 Prozent auf 139 422, Experten gehen jedoch von einer großen Dunkelziffer aus. Die Zahl der Patienten auf der Intensivstation nahm weiter ab. Italien ist weltweit das Land mit den meisten Toten in der Corona-Krise.

EU-Kommission für Verlängerung des Einreisestopps bis 15. Mai

17:10 Uhr: Der weitgehende Stopp der Einreisen in die Europäische Union soll nach Ansicht der EU-Kommission bis zum 15. Mai verlängert werden. Dies schlug die Brüsseler Behörde am Mittwoch vor. Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie hatten sich Mitte März alle EU-Staaten außer Irland sowie die Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island darauf geeinigt, nicht zwingend notwendige Reisen in die EU zunächst für 30 Tage einzuschränken.

Damit waren sie einem Vorschlag von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen gefolgt. Die Regel sieht Ausnahmen etwa für Ärzte, Pflegekräfte, Diplomaten und Heimkehrer vor. Die Entscheidung über solche Einreisebeschränkungen kann jedes Land für sich treffen.

Die Erfahrung habe gezeigt, dass die Maßnahme mehr als 30 Tage brauche, um wirksam zu sein, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung der EU-Kommission. Die Behörde rief die Staaten zu einem abgestimmten Vorgehen bei der Verlängerung auf. Maßnahmen an den Außengrenzen seien nur dann effektiv, wenn sie einheitlich seien.

Welthandelsorganisation fürchtet "schlimmste Rezession zu Lebzeiten"

16:43 Uhr: Die Welthandelsorganisation (WTO) fürchtet wegen der Coronavirus-Pandemie die "schlimmste Rezession zu Lebzeiten" weltweit. Die Zahlen seien "hässlich", wie WTO-Chef Roberto Azevêdo am Mittwoch in Genf bekannt gab. Der weltweite Handel könnte nach WTO-Prognosen um bis zu einem Drittel einbrechen.

Es wird erwartet, dass "der Welthandel im Jahr 2020 zwischen 13 Prozent und 32 Prozent zurückgehen wird, da die COVID-19-Pandemie die normale Wirtschaftstätigkeit und das Leben auf der ganzen Welt stört", hieß es in der Erklärung. Die unvermeidlichen Rückgänge im Handel und in der Produktion werden "schmerzhafte Folgen für Haushalte und Unternehmen haben, zusätzlich zu dem menschlichen Leid, das durch die Krankheit selbst verursacht wird", sagte Azevêdo.

"Da wir vor der vielleicht schlimmsten wirtschaftlichen Rezession zu unseren Lebzeiten stehen, sollten wir bestrebt sein, das Beste aus allen potenziellen Kräften eines nachhaltigen Wachstums zu machen, um diese Situation umzukehren", fügte der WTO-Chef hinzu.

Bereits vor der Corona-Pandemie hatte sich der Handel im Jahr 2019 verlangsamt. Die Gesundheitskrise führt nun zu einem dramatischen Abschwung.

Ermittlungen gegen Anwältin nach Aufruf zu "Widerstand" gegen Corona-Maßnahmen

16:28 Uhr: Im Baden-Württemberg ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft nach einem öffentlichen Aufruf zum "Widerstand" gegen die staatlichen Corona-Beschränkungen gegen eine Rechtsanwältin aus Heidelberg. Die Juristin soll über ihre Internetseite zu einer rechtswidrigen Tat aufgerufen und darüber hinaus für Karsamstag zu einer bundesweiten Demonstration aufgerufen haben, wie die Ermittler am Mittwoch in Heidelberg und Mannheim mitteilten. Die Ermittlungen in dem Fall liefen.

Es stehe jedoch kein Staatsschutzdelikt im juristischen Sinn im Raum, hieß es weiter. Dazu gehören etwa Spionage und Terrorismus. Die Polizei mahnte etwaige Teilnehmer der von der Rechtsanwältin geplanten Demonstration zur Vorsicht. Ein Besuch könne angesichts der Beschränkungen eine Ordnungswidrigkeit oder gar Straftat sein.

Die Heidelberger Anwältin hatte auf ihrer Homepage am Dienstag ein 19-seitiges Dokument veröffentlicht, in dem sie sämtliche Corona-Beschränkungen für verfassungswidrig und unwirksam erklärte. Niemand müsse sie befolgen, sofern er nicht infiziert sei. Jeder dürfe sein Geschäft öffnen und reisen, Verstöße dürften nicht bestraft werden.

Dabei führte Frau unter anderem auch das sogenannte Widerstandsrecht in Artikel 20 des Grundgesetzes als Begründung an. Ferner rief sie "alle 83 Millionen Mitbürgerinnen und Mitbürger" auf, am Samstag Demonstrationen zu organisieren. Diese sollten unter dem Motto "Coronoia 2020 – Nie wieder mit uns. Wir stehen heute auf" stehen.

Kirche in Warschau bietet wegen Corona-Pandemie Drive-In-Beichte an

16:05 Uhr: In Warschau können Katholiken ihre traditionelle Beichte vor Ostern wegen der Coronavirus-Pandemie auf einem Kirchenparkplatz ablegen. Der Tempel der Göttlichen Vorsehung, eine riesige Kirche im Süden der polnischen Hauptstadt, bietet den Gläubigen eine Drive-In-Beichte an. Der Priester sitzt auf einem Stuhl - zum Schutz vor der Sonne trägt er einen Sonnenhut und eine Sonnenbrille, zum Schutz vor Ansteckung eine Maske.

Die Autofahrer warten geduldig in einer Schlange, manche Gläubige kommen aber auch zu Fuß. Sie setzen sich dann auf einen Stuhl neben dem Priester - um die Hygieneregeln einzuhalten, wenden sie ihm aber nicht das Gesicht zu. Einige Gläubige tragen auch Schutzmasken.

"Die Beichte ist nicht an einen Ort gebunden, sie ist ein Sakrament", sagt der 44-jährige Marcin. Er selbst habe in seinem Leben schon an ganz unterschiedlichen Orten gebeichtet: stehend, laufend oder eben kniend in einem Beichtstuhl. Die gut 40-jährige Karolina fühlt sich zwar ein bisschen "komisch", findet das Angebot aber ebenfalls gut.

Die Mehrheit der Polen ist katholisch, vor Ostern gehen viele Gläubige traditionell zur Beichte. Angesichts der Coronavirus-Pandemie hatte die polnische Bischofskonferenz erklärt, eine Beichte per Telefon oder über das Internet sei nicht zulässig. Sie könne aber an einem Ort außerhalb der Kirche oder des Beichtstuhls abgenommen werden.

Söder: Oktoberfest wenn überhaupt nur unter völlig anderen Voraussetzungen

15:50 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich skeptisch darüber geäußert, ob das Münchner Oktoberfest angesichts der Coronakrise wie gewohnt stattfinden kann. Da Reisen und Grenzöffnungen sehr unwahrscheinlich seien, sei es eine andere Situation, sagte Söder am Mittwoch der "Bild"-Zeitung über das eigentlich Ende September stattfindende Volksfest. "Die Wiesn ist das internationalste Fest, in dem die halbe Welt zu Besuch kommt." Deshalb gelte, dass "wenn überhaupt" das Oktoberfest nur unter völlig anderen Voraussetzungen stattfinden könne.

Die Entscheidung über das Oktoberfest soll nach den bisherigen Plänen im Juni fallen. Üblicherweise besuchen mehr als sechs Millionen Menschen das größte Volksfest der Welt. Dieses ist neben dem großen Bierausschank im Münchner Volksmund für eine eigene Krankheit bekannt - die "Wiesn-Grippe". Damit wird beschrieben, dass jedes Jahr nach dem Besuch des Oktoberfests sich vermehrt Menschen mit Erkältungskrankheiten krank melden.

SPD-Fraktion will auf Diätenerhöhung im Bundestag verzichten

15:41 Uhr: Wegen der enormen Kosten für die Coronakrise will die SPD-Fraktion auf das übliche Diäten-Plus im Bundestag verzichten. "Die SPD-Fraktion strebt einen Verzicht auf die Erhöhung der Diäten in diesem Jahr an", erklärte Fraktionschef Rolf Mützenich am Mittwoch. Es habe bereits in der vergangenen Woche Gespräche unter den Fraktionen gegeben. "Ich bin zuversichtlich, dass wir hier in Kürze eine gemeinsame Lösung finden werden", sagte Mützenich.

Nach einem Bericht des ARD-Hauptstadtstudios vom Dienstag haben auch Linke, FDP und Grüne Zustimmung für die Pläne signalisiert, die Union sei noch zurückhaltend, aber gesprächsbereit, hieß es. Die Abgeordneten-Entschädigung orientiert sich an den Einkommen von Bundesrichtern und wird jährlich automatisch an die Lohnentwicklung des Vorjahres angepasst.

Bund erwartet diese Woche 40 Millionen neue Schutzmasken

15:38 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie erwartet die Bundesregierung weiteren Nachschub an Schutzausstattung für das medizinische Personal. Diese Woche sollen 40 Millionen Schutzmasken nach Deutschland kommen, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte. Das sei so viel wie in den beiden vorangegangenen Wochen zusammen. Hintergrund ist auch eine Kooperation mit der Lufthansa in einer Art "Luftbrücke" (siehe Eintrag um 04:15 Uhr) für regelmäßige Transportflüge nach China. Masken und andere Schutzausstattung sind derzeit weltweit knapp.

Ergänzend zu den Flügen der Lufthansa nach Shanghai könnte bei Bedarf auch das Verteidigungsministerium Transportkapazitäten bereitstellen, wie ein Sprecher erläuterte. Wenn dies durch kommerzielle Angebote nicht abzudecken sei, könnten vom 23. bis 28. April auch vertraglich gesicherte Flüge von Großraum-Frachtflugzeugen vom Typ Antonow zur Verfügung gestellt werden.

Serbien verhängt fürs Wochenende 60-Stunden-Ausgangssperre

15:09 Uhr: Die serbische Regierung hat wegen der Corona-Pandemie für das kommende Wochenende eine durchgehende Ausgangssperre von 60 Stunden verhängt. Ohne Sondererlaubnis darf von Freitag 17 Uhr bis Montag 5 Uhr früh niemand sein Haus oder seine Wohnung verlassen; das teilten die Behörden am Mittwoch in Belgrad mit.

Bisher galt eine 40-stündige Wochenend-Ausgangssperre von Samstag 13 Uhr bis Montag 5 Uhr. Weiter in Kraft bleibt die Ausgangssperre an Werktagen, die sich von 17 Uhr bis 5 Uhr am nächsten Tag erstreckt.

Serbien versucht mit rigorosen Maßnahmen die Ausbreitung des Virus einzudämmen, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Für Menschen, die älter sind als 65 Jahre - in Landgemeinden 70 Jahre - gilt ein grundsätzliches Ausgangsverbot. Seit Dienstag müssen sich Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet werden und keine oder nur leichte Symptome aufweisen, in improvisierten Massenlazaretten unterbringen lassen.

Bis Mittwoch hatten sich in Serbien 2.447 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Toten wurde mit 61 angegeben.

Haftstrafe für Diebstahl von drei Schutzmasken aus Londoner Krankenhaus

15:04 Uhr: In Großbritannien muss ein Mann für drei Monate in Haft, weil er mitten in der Coronakrise drei Schutzmasken in einem Londoner Krankenhaus mitgehen ließ. Der 34-Jährige räumte am Dienstag vor einem Amtsrichter in der britischen Hauptstadt ein, die Masken am Sonntag im King's College Hospital gestohlen zu haben. Weil er neben dem Diebstahl auch gegen eine gerichtliche Anordnung verstoßen hatte, muss er nun für drei Monate in Haft.

Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie klagen Kliniken und Arztpraxen immer wieder über den Diebstahl von Schutzmasken, die im Gesundheitssystem derzeit dringend benötigt werden. Einer Arztpraxis im englischen Kidderminster wurde gerade sogar ihre letzte Packung Schutzmasken gestohlen. Die Praxis appellierte am Mittwoch an die Diebe, die Packung zurückzubringen. Die Polizei bestätigte Ermittlungen wegen Diebstahls.

Weltweiter Absatz von Mercedes wegen Coronakrise um 15 Prozent eingebrochen

14:59 Uhr: Der Autobauer Daimler hat wegen der Corona-Pandemie im ersten Quartal weltweit deutliche Absatz-Einbußen hinnehmen müssen. Insgesamt seien von Januar bis März dieses Jahres rund 477.400 Pkw der Marken Mercedes und Smart verkauft worden, das entspreche einem Rückgang von 14,9 Prozent, teilte der Konzern am Mittwoch in Stuttgart mit. Bei den gewerblichen Vans wurden demnach insgesamt 64.600 Fahrzeuge (minus 14,9 Prozent) ausgeliefert.

Weltweit wurden Autobauer durch die Beschränkungen infolge der Corona-Pandemie schwer getroffen. Viele Konzerne setzten ihre Produktion aus und meldeten Kurzarbeit an, auch Daimler schickte einen Großteil seiner Mitarbeiter in Kurzarbeit.

Allerdings sieht der Stuttgarter Autobauer auch Anzeichen einer Erholung auf den Weltmärkten. "In China und Südkorea haben unsere Handelsbetriebe komplett geöffnet und wir sehen dort einen deutlichen Anstieg der Nachfrage. Das stimmt uns zuversichtlich", erklärte Mercedes-Benz-Vertriebschefin Britta Seeger.

Italienisches Dorf verbietet Männern und Frauen Einkaufen an denselben Tagen

14:56 Uhr: Um die Coronavirus-Pandemie weiter einzudämmen, greift eine kleine italienische Gemeinde zu extremen Maßnahmen: Männer und Frauen dürfen in Canonica d'Adda in der Lombardei künftig nicht mehr an denselben Tagen Lebensmittel einkaufen. Frauen sind dienstags, donnerstags und samstags dran, Männer an den anderen Tagen. Wer die Regel bricht, muss bis zu 400 Euro Strafe zahlen.

Es gehe um den "Schutz der öffentlichen Gesundheit", verteidigte Bürgermeister Gianmaria Ceria seinen Beschluss. "Ich muss die öffentliche Sicherheit garantieren, auch wenn mir das Kritik einbringt." Ziel sei es, die Zahl der Menschen in den Supermärkten zu reduzieren. Seinen Angaben zufolge starben in dem 4.400-Einwohner-Dorf nahe der schwer getroffenen Stadt Bergamo bislang 20 Menschen an Covid-19.

Rentnerin Cinzia Invernizzi sagte, sie habe kein Problem mit den neuen Einkaufsvorschriften. Die 62-Jährige fügte aber hinzu: "Ich verstehe bloß nicht, warum Männer einen Tag mehr kriegen, obwohl die Lebensmitteleinkäufe zu 80 Prozent von Frauen und nicht von Männern erledigt werden."

Behandlung bei Boris Johnson schlägt an

14:33 Uhr: Die Behandlung des mit dem Coronavirus infizierten britischen Premierministers Boris Johnson zeigt Wirkung. Das teilte der Regierungssitz Downing Street am Mittwoch mit. "Der Premierminister ist klinisch stabil und die Behandlung schlägt an", hieß es in der Mitteilung. Er werde weiterhin auf der Intensivstation des St. Thomas's Hospital in London behandelt und sei gut gelaunt.

Ein Regierungssprecher sagte Journalisten zudem, Johnson erhalte eine reguläre Sauerstoffbehandlung, könne aber selbstständig atmen. Er arbeite nicht, sei aber in der Lage, die für ihn notwendigen Kontakte zu pflegen.

Johnson war am Sonntag ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem die Symptome seiner Covid-19-Erkrankung nach zehn Tagen nicht abgeklungen waren. Am Montag ging es ihm dann schlechter und er musste auf die Intensivstation verlegt werden. Seitdem stabilisierte sich sein Gesundheitszustand aber.

Vertreten wird Johnson inzwischen teilweise von Außenminister Dominic Raab. Die Regelungen, wer im schlimmsten Fall die Amtsgeschäfte des Regierungschefs auch über eine längere Zeit übernehmen könnte, sind unklar. Großbritannien hat keine geschriebene Verfassung.

Mehr als 750.000 Corona-Infektionen in Europa

14:28 Uhr: Die Zahl der Coronavirus-Infektionen ist in Europa auf mehr als 750.000 gestiegen. Das ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Behördenangaben vom Mittwoch. Europa ist damit weltweit am schwersten von der Pandemie betroffen: Mehr als die Hälfte aller Infektionen wurden in Europa verzeichnet. Allerdings stellen die offiziellen Daten vermutlich nur einen Bruchteil der tatsächlichen Infektionszahlen dar.

Bis Mittwoch lag die Zahl der weltweiten Fälle bei über 1,4 Millionen. Rund um den Globus starben mehr als 82.000 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus. Mit über 17.000 Toten ist Italien das am stärksten betroffene Land. Dort wurden zudem rund 135.000 Infektionen registriert. In Spanien starben von rund 146.000 Infizierten mehr als 14.000 Menschen.

USA: Demokraten wollen Konjunkturpaket um 500 Milliarden Dollar aufstocken

14:22 Uhr: Die Führung der Demokraten im US-Kongress will das jüngst beschlossene riesige Corona-Konjunkturpaket um 500 Milliarden US-Dollar (460 Milliarden Euro) aufstocken. Die Regierung schlägt bislang eine Erhöhung um 250 Milliarden Dollar vor, um damit ein Kreditprogramm für kleinere und mittlere Unternehmen auszubauen.

Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, und der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer, erklärten am Mittwoch, zusätzlich brauche es noch 100 Milliarden Dollar zur Stärkung des Gesundheitswesens und 150 Milliarden Dollar, um Kommunen und Bundesstaaten angesichts drastischer Einnahmeausfälle zu helfen.

"Die Menschen in Amerika müssen wissen, dass ihre Regierung in Zeiten großer Not für sie da ist", erklärten Pelosi und Schumer. Das Ende März beschlossene große Konjunkturpaket hatte bereits ein Volumen von rund 2,2 Billionen Dollar. Damit soll die von der Corona-Epidemie ausgelöste Wirtschaftskrise abgefedert werden.

In den USA gab es bis Montagmorgen rund 400.000 bekannte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2. Rund 13.000 Menschen sind infolge der vom Virus verursachten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, wie Daten der Universität Johns Hopkins zeigten. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind seit Mitte März in die Höhe geschnellt, die Wirtschaft befindet sich im Sinkflug.

Hilfsorganisation: Corona-Folgen könnten 30 Millionen Kinder treffen

13:54 Uhr: Durch die Coronakrise könnten laut einer Hilfsorganisation 30 Millionen Kinder in ärmeren Ländern und Konfliktgebieten von Krankheit und Tod bedroht sein. "Derzeit werden Lebensmittel an vielen Orten bereits teurer, Märkte werden geschlossen und Verteilungen sowie Zugänge zu Gesundheitsvorsorge erschwert", teilte World Vision Deutschland mit.

"Es wäre völlig falsch, Covid-19 nicht als gefährlich für Kinder anzusehen", hieß es in einer Mitteilung der christlichen Organisation. Risikofaktoren seien besonders fehlende Impfungen und eine Ausweitung der Unterernährung. Viele Kinder könnten außerdem Malaria zum Opfer fallen, weil sie keinen Zugang mehr zu Behandlungen bekämen.

Auch Frankreich arbeitet an freiwilliger Corona-Warn-App

13:30 Uhr: Auch Frankreich spricht sich für die Entwicklung und freiwillige Nutzung einer Warn-App im Kampf gegen das Coronavirus aus. "Die Regierung hat beschlossen, das StopCovid-Projekt zu starten, um eine Anwendung zu entwickeln, die die Verbreitung des Virus durch die Identifizierung von Übertragungsketten begrenzen könnte", sagte der Staatssekretär für Digitales, Cédric O, im Interview mit der Tageszeitung "Le Monde" am Mittwoch.

Ziel der App sei es, möglichst viele Kontaktpersonen von Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, rasch und anonym über ihr Risiko zu informieren. Auch Deutschland arbeitet derzeit an einer solchen App.

Mehr als 10.000 Corona-Fälle in Afrika

13:12 Uhr: Das Coronavirus breitet sich zunehmend auch in Afrika aus. Die Zahl der bestätigten Infektionen in Afrika sei auf mehr als 10.000 angestiegen, mehr als 500 Menschen seien gestorben, gab die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Mittwoch in einer Erklärung bekannt.

Nachdem das Virus Sars-CoV-2 den Kontinent im Vergleich zu anderen Weltregionen erst sehr spät durch Reisende aus Europa, den USA und Asien erreicht hat, breite es sich nun sehr schnell aus.

Hilfsorganisationen wie World Vision oder Save the Children warnen bereits vor einer drohenden Katastrophe schwersten Ausmaßes, die auch die Zukunftschancen der Kinder beeinträchtige.

In Afrika, wo ein Leben auf Distanz in vielen Armensiedlungen nicht möglich ist und auch die Hygienebedingungen nicht immer optimal sind, befürchten Experten eine hohe Dunkelziffer bei der Zahl der Infizierten.

"Covid-19 hat das Potenzial, nicht nur Tausende Tote zu verursachen, sondern auch eine ökonomische und soziale Verwüstung auszulösen", warnte WHO-Regionadirektor Matshidiso Moeti mit Hinweis auf eine in vielen Ländern nur schwach ausgeprägte medizinische Infrastruktur.

Der Kontinent habe aber noch die Chance, die Übertragung des Virus deutlich zu reduzieren und zu verlangsamen. Als offiziell unbetroffen von Covid-19 gelten in Afrika nur das Bergkönigreich Lesotho sowie die Inselgruppen der Komoren und Sao Tomé und Principe.

Spanien in "Phase der Corona-Abschwächung" - aber weiter viele Tote

12:39 Uhr: In Spanien hat sich die Zuwachsrate bei den Corona-Neuinfektionen weiter stabilisiert. Innerhalb von 24 Stunden stieg die Zahl der registrierten Fälle erneut um nur vier Prozent auf knapp 146.700. Seit Tagen ist die Rate damit gleichbleibend niedrig. Gleichzeitig kletterte die Zahl der Todesopfer wieder leicht: Seit Dienstag kamen 757 Menschen in Verbindung mit Covid-19 ums Leben. Insgesamt lag die Zahl der Toten damit bei 14.500. Die gute Nachricht: 48.000 Patienten sind bereits wieder gesund, elf Prozent mehr als am Vortag.

Die strengen Ausgangsbeschränkungen in dem besonders schwer von der Krise betroffenen Spanien, die bereits seit Mitte März gelten, zeigen somit schrittweise Wirkung. Die Ansteckungskurve habe sich stabilisiert, "sie flacht ab und wir sind in der Phase der Abschwächung", sagte Gesundheitsminister Salvador Illa.

Der Druck auf die Intensivstationen gehe langsam zurück. Mittlerweile kämen täglich etwa drei Prozent Intensivpatienten hinzu, vor einer Woche seien es sechs Prozent gewesen, vor zwei Wochen sogar noch 16 Prozent, rechnete Illa vor.

Die Regierung will den Alarmzustand samt Ausgehsperre ein zweites Mal bis Mitternacht des 25. April verlängern. Das Parlament muss dem Vorhaben aber am Donnerstag noch zustimmen. Ab Ende April soll es dann nach und nach Lockerungen für die Bevölkerung geben.

ADAC verzeichnet verändertes Mobilitätsverhalten durch Coronakrise

12:24 Uhr: Während der Coronakrise verzeichnet der ADAC ein teilweise verändertes Mobilitätsverhalten der Deutschen. Einer Umfrage zufolge sind mehr Menschen zu Fuß unterwegs, dafür sank die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, des Autos und des Fahrrads, wie der Automobilklub am Mittwoch mitteilte. Langfristige Auswirkungen auf das Verhalten nach der Krise sieht der ADAC aber noch nicht.

Nur noch 32 Prozent der Befragten gaben an, fünfmal pro Woche zur Arbeit und zurück zu fahren. Normalerweise sind es 66 Prozent. 39 Prozent legen gar keine Wege zur Arbeit oder zum Ausbildungsplatz zurück. Wer noch regelmäßig pendeln muss, verzichtet häufiger auf den öffentlichen Nahverkehr. Statt 19 Prozent nutzen nun nur noch sieben Prozent der Pendler Busse und Bahnen.

Durch die Corona-Einschränkungen sind auch weniger Menschen mit dem Auto unterwegs. Rund ein Viertel der Befragten fährt weniger damit oder gar nicht mehr. Nur 15 Prozent gaben an, häufiger mit dem Auto zu fahren. Auch das Rad wird durch das Wegfallen der Arbeitswege etwas weniger genutzt. Die Zahl der Fußgänger nahm allerdings deutlich zu

Wie sich das Mobilitätsverhalten nach der Krise entwickeln wird, ist laut ADAC noch unklar. Die Mehrheit der Befragten geht davon aus, die einzelnen Verkehrsmittel wie gewohnt wieder zu nutzen. Dennoch will jeder Vierte auch künftig häufiger zu Fuß unterwegs sein. Jeder Fünfte möchte laut Umfrage häufiger das Fahrrad nutzen.

Ausgehverbot missachtet - Gehaltskürzung für Ministerin in Südafrika

11:56 Uhr: Ein geselliges Mittagessen bei einem Freund hat Südafrikas Digitalministerin Stella Ndabeni-Abrahams eine einmonatige Gehaltssperre und einen schweren Rüffel eingebracht. Präsident Cyril Ramaphosa verbannte sie für insgesamt zwei Monate aus dem Amt, will ihr aber einen Monat weiter das Gehalt zahlen, teilte sein Büro am Mittwoch mit.

Vorausgegangen war eine öffentliche Empörung in den sozialen Medien des Kapstaates über das Beisammensein, das gegen das im Lande geltende strikte Ausgehverbot verstieß. Das Handeln der Ministerin untergrabe die Anstrengungen des Landes im Kampf gegen das Coronavirus, so Ramaphosa in seiner Erklärung.

Er habe die von der Ministerin vorgebrachten mildernden Umstände nicht akzeptiert und sie nach einem Tadel auch zu einer öffentlichen Entschuldigung aufgefordert, hieß es weiter. Niemand - auch kein Regierungsvertreter - dürfe sich über das strikte Ausgehverbot hinwegsetzen.

Südafrika hat im Kampf gegen das Coronavirus vor knapp zwei Wochen eine der weltweit strengsten Ausgangssperren verhängt. Die von Polizei und Armee kontrollierte Beschränkung sieht ein Verlassen der Wohnung nur bei medizinischen Notfällen oder dringenden Versorgungsgängen vor.

Das Land hat mit 1.749 bestätigten Fällen und 13 Covid-19-Toten die höchste Zahl an Fällen in Afrika. Zugleich führte es bisher aber auch mit rund 50.000 Tests die höchste Testreihe des Kontinents durch.

Scholz hofft noch vor Ostern auf EU-Einigung zu Corona-Finanzhilfen

11:39 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat sich zuversichtlich gezeigt, dass die EU-Staaten ihren Streit über Finanzhilfen in der Coronakrise noch in dieser Woche beilegen können. Er hoffe, "dass wir noch vor Ostern die entsprechenden Erleuchtungen haben werden und das auch miteinander hinbekommen", sagte Scholz am Mittwoch nach vorerst erfolglosen Verhandlungen der EU-Finanzminister. Er lehnte dabei Forderungen der Niederlande nach harten Auflagen für Hilfskredite des Euro-Rettungsfonds ESM ab.

In ihren 16-stündigen Verhandlungen seit Dienstagnachmittag seien sich die Finanzminister "sehr weit einig geworden, aber noch nicht ganz", sagte Scholz in Berlin. Keine Probleme gibt es demnach mehr bei zusätzlichen Kredithilfen der Europäischen Investitionsbank EIB in Höhe von 200 Milliarden Euro und einem von der EU-Kommission vorgeschlagenen Programm für Kurzarbeit über 100 Milliarden Euro.

Bei den geplanten mehr als 200 Milliarden Euro Krediten des Euro-Rettungsfonds ESM sei noch die Frage der Bedingungen offen, sagte der Minister.

Die EU-Finanzminister wollen ihre Gespräche nun am Donnerstag fortsetzen. Der Streit um von Italien geforderte gemeinsame Corona-Bonds für langfristige Unterstützung gegen die wirtschaftlichen Folgen der Krise wurde dabei offenbar vorerst zurückgestellt. Scholz machte aber deutlich, dass er dieses Instrument weiter ablehnt.

Der Minister sagte, es sei "absolut klar", dass die EU-Staaten auch den Wiederaufbau "zusammen organisieren" müssten. Aus seiner Sicht sei das aber "innerhalb des Rahmens möglich, den wir bereits haben". Scholz nannte dabei den mehrjährigen EU-Haushalt, der dieses Jahr ohnehin für den Zeitraum von 2021 bis 2027 neu ausgehandelt werden muss.

Spanien plant ab Ende April schrittweise Rückkehr zur Normalität

11:35 Uhr: Das besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffene Spanien könnte nach Auffassung der Regierung Ende April Schritt für Schritt zu einer gewissen Normalität zurückkehren. Kurz vor der offiziellen Verlängerung der strikten Ausgangsbeschränkungen bis zum 26. April versicherte Finanzministerin und Regierungssprecherin María Jesús Montero am Mittwoch in einem Interview mit dem Sender "Antena 3", dass die Bürger nach diesem Datum langsam "ihr normales Leben zurückgewinnen können". Für Menschen, die Straßen und Plätze bevölkerten, werde es aber "klare Anweisungen" der Regierung geben, so Montero.

In Spanien herrscht seit dem 15. März ein striktes Ausgehverbot, das nun bereits zum zweiten Mal verlängert wird. Das Parlament muss der von Ministerpräsident Pedro Sánchez angekündigten Maßnahme am Donnerstag noch zustimmen. Die knapp 47 Millionen Spanier dürfen nur zum Einkaufen und in Sonderfällen vor die Tür, Spaziergänge oder Sport sind nicht erlaubt.

Die strengen Beschränkungen zeigen jedoch langsam Wirkung: Die Zahl der Neuinfektionen ist mittlerweile deutlich rückläufig. Sánchez hatte vor wenigen Tagen bereits durchblicken lassen, dass es ab Ende April Lockerungen für die Bevölkerung geben werde.

Rund 103.100 Corona-Nachweise in Deutschland - 1.819 Tote

11:20 Uhr: In Deutschland sind bis Mittwochmorgen mindestens 103.100 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10:25 Uhr: mehr als 99.700 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Die Zahlen haben sich seit Dienstagabend kaum verändert, da lediglich aus Berlin und Schleswig-Holstein ein neuer Stand gemeldet wurde.

Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige der Bundesländer ihre Zahlen jeweils nicht immer zur gleichen Uhrzeit.

Mindestens 1.819 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 10:25 Uhr: 1633). Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 33.300 Menschen die Infektion überstanden.

Besonders hohe Infiziertenzahlen haben Bayern mit mehr als 26.500 nachgewiesenen Fällen und mindestens 495 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 21.800 Fällen und mindestens 363 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 20.600 Fällen und mindestens 464 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 203,2 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 124,1. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Covid-19-Verdacht auf französischem Flugzeugträger Charles de Gaulle

10:51 Uhr: Auf dem französischen Flugzeugträger Charles de Gaulle besteht bei rund 40 Seestreitkräften ein Covid-19-Verdacht. Sie stünden unter verstärkter medizinischer Beobachtung und zeigten Symptome, die mit einer möglichen Covid-19-Infektion vereinbar seien, teilte das französische Verteidigungsministerium am Mittwoch mit. Diese ersten Symptome traten demnach erst kürzlich auf. Auf dem Flugzeugträger gebe es eine medizinische Station mit Beatmungsgeräten.

"Ab heute wird ein Screening-Team mit Tests an Bord des Flugzeugträgers geschickt, um die aufgetretenen Fälle zu untersuchen und die Ausbreitung des Virus an Bord des Schiffes zu verhindern", hieß es. Das Schiff befindet sich derzeit im Atlantik und ist auf dem Weg zurück ins Mittelmeer. Die betroffenen Seeleute seien als Vorsichtsmaßnahme isoliert untergebracht worden. Als Präventivmaßnahme seien außerdem Masken an alle Mitarbeiter verteilt wurden, die Symptome, insbesondere Husten, aufwiesen, erklärte das Ministerium.

Zuletzt hatten sich auf dem US-Kriegsschiffs "USS Theodore Roosevelt" mehr als 150 Besatzungsmitglieder mit dem Coronavirus infiziert. Daraufhin war US-Marineminister Thomas Modly zurückgetreten.

RKI-Präsident: "Die Leute dürfen das Virus nicht unterschätzen"

10:37 Uhr: Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hat vor Nachlässigkeit angesichts des positiven Trends bei den Corona-Zahlen gewarnt. "Die Leute dürfen das Virus nicht unterschätzen", sagte Wieler am Mittwoch im Deutschlandfunk. Er betonte erneut, dass es noch zu früh sei, über Lockerungen der Maßnahmen zu diskutieren. "Wir stehen immer noch am Anfang der Pandemie."

Zwar zeige sich, dass die strengen Einschränkungen des öffentlichen Lebens die Zunahme der Corona-Fallzahlen eindämmen könnten. Die Steigerung der Fallzahlen habe sich abgeflacht. Dies sei aber nur "eine Momentaufnahme". Es dürfe auch nicht vergessen werden, dass "wir auch immer mehr Ausbrüche in Krankenhäusern sehen, auch in Altenheimen oder Pflegeheimen", wo es die besonders anfälligen und gefährdeten Menschen treffe.

Wieler appellierte erneut an die Menschen, sich an die Abstandsregeln und die empfohlene Hygiene zu Halten. Die Ausbreitung des Virus hänge sehr stark vom Verhalten der Bevölkerung ab. "Darum ist es mir lieber, wenn die Menschen vorsichtiger sind, als wenn sie diese Krankheit vielleicht auf die leichte Schulter nehmen", sagte der RKI-Chef.

Angesichts der starken Einschränkungen im Alltag der Menschen äußerte Wieler zugleich Verständnis für die Ungeduld und den "Wunsch nach Lösung und nach Änderung". "Aber ich kann nur noch mal sagen: Wir müssen über dieses Virus und über die Krankheit mehr lernen, und die Leute dürfen das Virus nicht unterschätzen", betonte er. Auch einfache Stoffmasken seien "nur ein kleines Werkzeug" in der Coronakrise. Dies dürfe nicht dazu führen, "dass man denkt, mit solchen Maßnahmen hätte man ein bestimmtes Problem gelöst".

Mit Blick auf eine mögliche Exitstrategie verwies Wieler auf die politischen Entscheider. Persönlich könne er sich jedoch vorstellen, dass es schrittweise bestimmte Änderungen geben werde. Nötig sei es aber nach wie vor, die sogenannte Reproduktionszahl auf einen Wert unter eins zu senken. Das bedeutet, dass ein Infizierter statistisch weniger als einen Menschen ansteckt.

Wirtschaftsforscher erwarten Einbruch der Wirtschaft um 4,2 Prozent

10:22 Uhr: Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten wegen der Coronavirus-Pandemie eine "schwerwiegende" Rezession in Deutschland in diesem Jahr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde um 4,2 Prozent schrumpfen, die Arbeitslosenquote in der Spitze 5,9 Prozent erreichen, heißt es im am Mittwoch vorgelegten Frühjahrsgutachten. Im kommenden Jahr werde die Wirtschaft sich aber erholen und um 5,8 Prozent wachsen.

Bereits im ersten Quartal dürfte das BIP um 1,9 Prozent geschrumpft sein, schätzen die Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrer Gemeinschaftsprognose. Im zweiten Quartal rechnen sie in Folge des Corona-Shutdowns mit einem Minus von 9,8 Prozent - das wäre der stärkste seit Beginn der Vierteljahresrechnung im Jahr 1970 jemals gemessene Rückgang in Deutschland und mehr als doppelt so groß wie der Rückgang im ersten Quartal während der Finanz- und Wirtschaftskrise.

Deutschland bringe aber gute Voraussetzungen mit, den wirtschaftlichen Einbruch zu verkraften und mittelfristig wieder das wirtschaftliche Niveau zu erreichen, das sich ohne die Krise ergeben hätte, erklärte der Konjunkturchef des Münchner Ifo-Instituts, Timo Wollmershäuser. Die fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute legen zwei Mal im Jahr ihre Gemeinschaftsdiagnose vor. Beteiligt sind neben dem Ifo das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel, das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) sowie das RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen.

Viele Corona-Fälle auf Kreuzfahrtschiff vor Uruguay

10:10 Uhr: Auf einem vor Uruguay festliegenden Kreuzfahrtschiff sind fast 60 Prozent der mehr als 200 Menschen an Bord positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sechs Menschen auf der "Greg Mortimer" seien in Krankenhäuser von Uruguays Hauptstadt Montevideo gebracht worden, ihr Zustand sei aber stabil, teilte die australische Reederei Aurora am Mittwoch mit. Die übrigen der 128 positiv getesteten Menschen zeigten derzeit keine Symptome.

Auf dem Schiff befanden sich ursprünglich etwa 217 Menschen, die meisten Passagiere stammen aus Australien und Neuseeland. Die "Greg Mortimer" selbst habe nicht in dem südamerikanischen Land anlegen dürfen, hieß es in Medienberichten.

Aurora charterte eigenen Angaben zufolge ein mit medizinischem Gerät ausgerüstetes Flugzeug, um die Passagiere aus Australien und Neuseeland zurückzufliegen. Die Kosten hierfür beliefen sich angesichts der derzeit wegen der Coronakrise schwierigen Lage im Luftverkehr auf 15.000 Australische Dollar pro Person (etwa 8500 Euro). Für Passagiere aus Europa und Nordamerika arbeite man ebenfalls an einer Lösung.

Das Schiff war dem australischen Sender ABC zufolge Mitte März für eine Reise in die Antarktis in See gestochen, es liege aber seit dem 21. März nahe Montevideo vor Anker. Fast 100 Passagiere seien Australier, weitere etwa 16 Neuseeländer.

Laschet: Pflegeberufe nach Coronakrise besser bezahlen

10:07 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) fordert eine bessere Bezahlung von Pflegekräften nach der Coronakrise. "Wir setzen jetzt alle auf die Pflegerinnen und Pfleger, die machen einen exzellenten Job - mehr, als sie müssten", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". Und das müsse sich nach der Krise auch in der Entlohnung widerspiegeln. Dafür brauche es mehr Tarifverträge. "Die Coronakrise zeigt, wie sehr die Gesellschaft auf diese Leistungsträger angewiesen ist", hatte Laschet auch dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Mittwoch) gesagt.

Nach Laschets Einschätzung könnten darüber hinaus bei einer stufenweisen Rückkehr zur Normalität möglicherweise zunächst kleinere Läden wieder öffnen. Anders als sein bayerischer Kollege Markus Söder (CSU) sieht er außerdem derzeit nicht die Notwendigkeit einer Maskenpflicht. Laschet verwies auf eine Studie, die er im besonders betroffenen Kreis Heinsberg in Auftrag gegeben habe und deren Ergebnisse noch ausstehen: "Und da wird man dann auch sehen können: Wie schützt man sich denn wirklich am besten?"

Laschet sagte im "Morgenmagazin", er rechne im Kampf gegen eine Ausbreitung des Coronavirus mit keiner bundesweiten Maskenpflicht. "Eine Maskenpflicht für ganz Deutschland sehe ich derzeit nicht."

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte am Dienstag erklärt, dass er im Zuge der Coronakrise eine Pflicht zum Tragen von Schutzmasken erwarte. "Natürlich wird es am Ende eine Form von Maskenverpflichtung geben."

Deutsche Post sieht keinen Grund für Staatshilfe

09:54 Uhr: Die Deutsche Post sieht trotz der Coronakrise keinen Bedarf für staatliche Finanzhilfen. "Wir sind in einer sehr stabilen Situation", sagte Post-Chef Frank Appel am Mittwoch in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Der Konzern sei sehr widerstandsfähig und insbesondere bei der Bilanz sehr gut aufgestellt. Daher gebe es im Unternehmen keinerlei Diskussionen über mögliche staatliche Unterstützung.

Während die Post im Express- und Frachtgeschäft, in der Lieferkettenlogistik und bei Werbepost zuletzt spürbare Rückgänge verbuchte, sei das Paketgeschäft auf ein Niveau gewachsen, wie man es normalerweise nur in der Vorweihnachtszeit sehe, sagte Appel. Daher will die Post jetzt Mitarbeiter aus anderen Bereichen verstärkt im Paketgeschäft einsetzen. Auch Neueinstellungen sind demnach geplant.

Bericht: Boris Johnsons Fieber geht zurück

09:25 Uhr: Dem britischen Premierminister Boris Johnson soll es etwas besser gehen. Sein durch das Coronavirus ausgelöstes hohes Fieber ist zurückgegangen, wie die "Times" berichtete.

Johnson wird nach einem Bericht des "Telegraph" im Krankenhaus von Richard Leach behandelt, der als führender Lungenfacharzt Großbritanniens gelte. Eine Regierungssprecherin wollte die Berichte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch nicht kommentieren.

Johnson liegt auf der Intensivstation des St. Thomas' Hospitals in London. Sein Zustand war am Dienstag nach Regierungsangaben stabil. Der 55-Jährige musste bis dahin auch nicht an eine Beatmungsmaschine angeschlossen werden. Ihm werde zwar Sauerstoff zugeführt, aber er "atmet selbstständig ohne jegliche Unterstützung", hieß es.

Der Premier war am Montag im St. Thomas' Hospital wegen seiner anhaltenden Corona-Beschwerden untersucht worden, als sich plötzlich sein Zustand deutlich verschlechterte. Johnson hatte am 27. März mitgeteilt, dass er sich mit dem Virus angesteckt hat.

Johnson ist der ranghöchste Politiker weltweit, der mit dem neuartigen Coronavirus infiziert ist. Die Verlegung eines Premierministers auf die Intensivstation während eines nationalen Ausnahmezustands ist ein beispielloser Vorgang.

Vertretungsweise führt derzeit Außenminister Dominic Raab die Amtsgeschäfte. Er bezeichnete Johnson als "Kämpfer" und erklärte, der Premier werde "zurückkommen und uns durch diese Krise führen".

Tui: Weg für staatlichen Milliardenkredit ist frei

08:46 Uhr: Der Weg für ein staatliches Hilfspaket an den Tui-Konzern in der Corona-Krise ist frei. Mehrere Banken erklärten ihre Zustimmung zu einem vom Bund in Aussicht gestellten Kredit über 1,8 Milliarden Euro, teilte der weltgrößte Reiseanbieter am Mittwochmorgen in Hannover mit.

Das Geld kommt von der staatlichen Förderbank KfW - wegen gleichzeitiger Änderungen an einem anderen Darlehensprogramm mussten aber noch weitere Institute ihr Einverständnis geben.

Johns Hopkins-Uni: Fast 2.000 Coronavirus-Tote an einem Tag in den USA

07:45 Uhr: In den USA sind an einem Tag fast 2.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das ging am Mittwoch kurz vor Mitternacht (Ortszeit) aus den Daten der amerikanischen Universität Johns Hopkins für den Dienstag hervor.

Mit genau 1.921 Toten binnen 24 Stunden war dies der bisher höchste Anstieg innerhalb eines Tages seit Beginn der Krise. Fast 13.000 Menschen starben damit in den USA bisher nach einer Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2. Die Zahl der bekannten Infektionen lag Johns Hopkins zufolge bei gut 399.000.

Weltweit sind laut Daten der Universität mittlerweile 1,4 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Gut 82.100 Menschen starben demnach, weitere knapp 301.400 erholten sich von einer Infektion mit dem Virus.

Die Webseite der Universität wird regelmäßig aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand bestätigter Infektionen als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der US-Gesundheitsbehörde CDC.

Foodwatch: Lebensmittelkontrollen wegen Coronakrise massiv heruntergefahren

07:27 Uhr: Nach Angaben der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch sind die Lebensmittelkontrollen in Deutschland derzeit massiv eingeschränkt. Routinekontrollen in Unternehmen sowie Probenanalysen seien größtenteils ausgesetzt, da die Laborkapazitäten für Corona-Proben gebraucht würden, sagte Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Zudem sprängen Lebensmittelkontrolleure als Helfer in Gesundheitsämtern ein.

Zahlreiche Hygienekontrollen sowie Untersuchungen etwa wegen Keimbelastungen von Lebensmitteln fielen damit weg, sagte Rücker. Langfristig sei dies "ein echtes Problem", da die Routinekontrollen notwendig seien, um lebensmittelbedingte Erkrankungen zu vermeiden. Gerade auch während der Coronavirus-Pandemie sei dies wichtig. Die Personalengpässe müssten deshalb wieder beseitigt werden, forderte der Verbraucherschützer.

Die Engpässe sind laut Rücker auch die Folge von Einsparungen in vergangenen Jahren. Den Bundesländern falle derzeit auf die Füße, "dass sie jahrelang bar jeder Vernunft am Personal in den Ämtern und Laboren gespart haben". Die Landesregierungen müssten dringend ein Konzept vorlegen, wie sie die Kontrollen so schnell wie möglich wieder hochfahren wollten, um die Bevölkerung vor zusätzlichen Gesundheitsgefahren zu schützen.

Blutplasma-Therapie soll Corona-Patienten helfen

06:23 Uhr: Therapien mit Blutplasma könnten künftig einmal schwerkranken Corona-Patienten helfen. Die Studienlagen weise darauf hin, dass damit eine deutliche Abschwächung der lebensbedrohlichen Verläufe möglich sei, sagte der Leiter der Transfusionsmedizin am Universitätsklinikum Erlangen, Holger Hackstein.

Dieses ist nach eigenen Angaben eine der ersten Einrichtungen, die eine Erlaubnis für die Herstellung von therapeutischem Plasma erhalten haben. Auch andere Kliniken in Deutschland arbeiten daran.

Menschen mit überstandener Covid-19-Infektion haben spezifische Antikörper gegen das Virus gebildet, die mit einer Maschine aus dem Blut gewonnen werden. Akut erkrankte Patienten sollen diese erhalten.

Die Wirkung dieser Blutplasma-Therapie hat eine Studie aus China an zehn Covid-19-Erkrankten untersucht, die in der Online-Ausgabe des Fachjournals "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS) veröffentlicht wurde.

Danach verbesserte sich der Zustand der Patienten innerhalb von drei Tagen. Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, wertete die Ergebnisse als ermutigend.

Diese seien aber kein Nachweis für die Wirksamkeit, betonte er. In Deutschland sollen nun seinen Angaben nach klinische Prüfungen starteten, deren Ergebnisse in wenigen Monaten vorliegen könnten.

Coronavirus: Südkorea verschärft Einreisekontrolle für Ausländer

06:18 Uhr: Aus Sorge vor einer Zunahme importierter Fälle von Corona-Infektionen will Südkorea die Einreisebestimmungen weiter verschärfen. Premierminister Chung Sye Kyun kündigte am Mittwoch an, sogenannte Visa-Waiver-Programme mit Ländern für ein visumfreies Reisen würden vorläufig auf Eis gelegt.

Auch sollen keine neuen Visa für Staatsbürger aus den Ländern ausgestellt werden, die wegen der Pandemie die Einreise von Besuchern aus Südkorea verbieten. Eine formale Entscheidung darüber sollte später bekanntgegeben werden.

Die Zahl der täglich erfassten Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 in Südkorea ist in den vergangenen Wochen stark zurückgegangen. Sorgen bereitet den Behörden jedoch weiter neben lokalen Häufungen von Fällen der Zustrom von ankommenden Passagieren aus dem Ausland, die mit dem Virus infiziert sind.

Die Mehrheit von ihnen sind allerdings Südkoreaner, die aus Angst vor einer Ansteckung aus Ländern zurückkehren, in denen sich das Virus rasch ausbreitet. Alle Ankommenden aus den USA und Europa müssen sich in zweiwöchige Quarantäne begeben.

Europäische Corona-Warn-App soll Ende der Osterferien kommen

06:00 Uhr: Die in Europa entwickelte Technologie zur Eindämmung der Covid-19-Epidemie mit Hilfe von Smartphones wird voraussichtlich bis zum Ende der Osterferien in Deutschland als konkrete App zur Verfügung stehen.

Das kündigte Chris Boos, einer der führenden Forscher des Projektes PEPP-PT in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur an. "Ich gehe davon aus, dass wir zwischen 15. und 19. April die erste App tatsächlich live haben", sagte der IT-Unternehmer, der im Digitalrat der Bundesregierung sitzt.

Das Konzept war in den vergangenen Wochen von 130 Experten aus acht europäischen Ländern entwickelt und von Soldaten der Bundeswehr in Berlin getestet worden.

Boos betonte, bislang gebe es noch keine fertige Tracking-App, sondern ein offenes technisches Konzept, das drei Ziele verfolge. Zum einen müsse das System eine saubere Messung ermöglichen. "Wir wollen nicht Äpfel mit Birnen vergleichen."

Das zweite Ziel sei die Sicherung der Privatsphäre. "Wir verwenden keinerlei Ortungsdaten und auch keine Daten, die einen Menschen identifizieren können."

Dabei setze man auf eine komplette Anonymisierung und reine Freiwilligkeit. Der dritte Punkt sei die Interoperabilität zwischen den Ländern. "Wir haben dann eine Art Roaming, damit man auch wieder wirklich die Grenzen öffnen kann und trotzdem informiert Infektionsketten nachverfolgen kann."

Wer die Anwendung nun konkret in die App-Stores bringe, sei eine politische Entscheidung, betonte Boos. Er persönlich sehe das Robert Koch-Institut (RKI) als "natürliche Quelle für eine App in Deutschland".

Das RKI hatte bereits am Dienstag eine erste Corona-App veröffentlicht, mit der Bürger Gesundheitsdaten aus Fitnesstrackern und Smartwatches spenden können, mit denen Wissenschaftler Rückschlüsse auf die Verbreitung des Virus ziehen wollen. Das RKI sei auch bei dem PEPP-PT-Projekt von Anfang mit dabei gewesen.

Bund schafft "Luftbrücke" für Schutzmaterial aus China

04:15 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Epidemie hat der Bund eine "Luftbrücke" für Transporte mit dringend benötigter Schutzausrüstung aus China nach Deutschland organisiert.

Damit ist man in der Lage, täglich eine Passagiermaschine der Lufthansa für 25 Tonnen Fracht nach Shanghai zu schicken, wie die Deutsche Presse-Agentur vom Bundesgesundheitsministerium erfuhr.

Hinzu kommen demnach weitere Transport-Optionen über das Verteidigungsministerium. Beide Maßnahmen sollen dazu dienen, flexibel auf Warenströme reagieren zu können.

Schutzausrüstung für medizinisches Personal wie Atemschutzmasken und Anzüge sind derzeit weltweit knapp, der Markt ist außerdem stark umkämpft. Die Bundesregierung ist daher in eine zentrale Beschaffung eingestiegen, um ergänzendes Material zum Weiterverteilen an Praxen, Krankenhäuser und Pflegeheime zu besorgen. Dabei bereiten Einkaufs- und Lieferbedingungen teils Schwierigkeiten - besonders in China, das für den Großteil der globalen Schutzmaskenproduktion steht.

Türkisblaues Wasser: Kolumbiens Karibik atmet wegen Corona-Pause auf

04:00 Uhr: Die strengen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus haben einen positiven Effekt auf die Umwelt in Kolumbien: In der als Touristenziel beliebten Hafenstadt Cartagena am Karibischen Meer ist das Wasser wieder sauber.

Wie auf Fotos zu sehen ist, hat es sogar innerhalb kurzer Zeit seine türkisblaue Farbe wieder angenommen. Medien berichteten, dass man Fischschwärme beobachten kann.
"Die Veränderung in der Bucht ist Produkt des nicht vorhandenen Verkehrs von Schiffen und Boten", versicherte Natalia Burgos Uribe von dem Ozeanografischen Forschungszentrum der Karibik CIOH, das die Wasserqualität untersucht. "Sie bewegen das Meer sonst permanent und verschmutzen es in vielen Fällen wie in den vergangenen Jahren auch."
Der Bürgermeister von Cartagena, William Dau, hatte am 11. März sämtliche Schiffsaktivitäten eingestellt. Touristen wurde untersagt, die Strände zu nutzen und im Meer zu baden.

Mit der Anordnung wurde auch die Saison der Kreuzfahrtschiffe an einer der berühmtesten Küsten Kolumbiens jäh unterbrochen. Cartagena erwartete bis Mitte des Jahres 45 Ozeanriesen mit insgesamt 150.000 Passagieren.

Ärztepräsident erwartet noch massive Einschränkungen für Sommerurlaub

01:00 Uhr: Der Sommerurlaub wird nach Überzeugung von Ärztepräsident Klaus Reinhardt in Deutschland noch mit massiven Einschränkungen verbunden sein.

"Ich glaube nicht, dass die Deutschen in diesem Sommer schon wieder Urlaubsreisen machen können", sagte der Präsident der Bundesärztekammer den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch).

Selbst bei schrittweiser Rückkehr in den Alltag werde die Pandemie das Land noch bis zum Sommer beschäftigen. "Darum glaube ich, dieser Sommer wird anders. Wir werden wohl nicht wie gewohnt ins Auto, in den Zug oder ins Flugzeug steigen und in die Ferien fahren."

Auch würden in Urlaubsländern wie Italien oder Spanien die Probleme noch nicht soweit gelöst haben, dass Tourismus wieder möglich sei. "Ich hoffe aber sehr, dass wir das in Teilen in den Herbstferien machen können - und erst recht im kommenden Jahr", fügte Reinhardt hinzu.

Trump droht WHO mit Einfrieren von Beiträgen der USA

00:36 Uhr: US-Präsident Donald Trump erhöht in der Coronavirus-Krise den Druck auf die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Trump drohte bei einer Pressekonferenz am Dienstagabend (Ortszeit) im Weißen Haus, Gelder für die WHO einzufrieren.

"Ich sage nicht, dass wir es tun werden, wir werden es untersuchen und die Beendigung der Finanzierung prüfen", sagte Trump. Er revidierte damit eine nur wenige Minuten zuvor getroffene Aussage, wonach US-Gelder für die WHO auf Eis gelegt werden sollten - was nach einer bereits getroffenen Entscheidung klang.

Früher am Dienstag hatte Trump der WHO bereits vorgeworfen, es in der Coronavirus-Pandemie "wirklich vermasselt" zu haben. Am Abend legte er nach und sagte, "wahrscheinlich" habe die Organisation zu Beginn der Pandemie mehr gewusst, als sie offengelegt habe.

Er warf der in Genf ansässigen Organisation zudem vor, "sehr chinazentriert" zu sein, und betonte, dass die USA den "größten Anteil" zum WHO-Budget leisteten.

Müller bedauert "Schärfe" im Streit um Maskenlieferung

00:33 Uhr: Im Streit um eine Lieferung von 200 000 Schutzmasken, die von Bangkok aus statt nach Berlin wohl in die USA ging, schlägt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) nun gemäßigtere Töne an.

"Da ist eine Schärfe reingekommen durch die Stellungnahmen von Herrn Geisel und mir, die bedauere ich. Es tut mir leid", sagte Müller am Dienstag. "Vielleicht sollten wir diese Auseinandersetzung auch mal ruhen lassen."

Als Innensenator Andreas Geisel (SPD) und er sich zu den USA geäußert hätten, habe "große Anspannung" geherrscht, so Müller. "Weil wir nicht sicher waren, wann bekommen wir wieviel Material, und es war knapp."

Geisel hatte am Freitag mitgeteilt, die für die Berliner Polizei bestimmten Masken seien auf Betreiben der USA "konfisziert" worden, er sprach von einem "Akt moderner Piraterie". Auch Müller hatte die USA scharf kritisiert: "Das Handeln des US-Präsidenten ist alles andere als solidarisch und verantwortungsvoll. Es ist unmenschlich und inakzeptabel", hatte er getwittert.

Zu den jüngsten Äußerungen Müllers erklärte die US-Botschaft: "Wir nehmen die Entschuldigung des Bürgermeisters zur Kenntnis. Wir bedauern, dass die Vorwürfe, die wir zurückgewiesen haben, zu weiteren Spannungen geführt haben - und das während einer Krise, die wir alle gemeinsam überwinden wollen."

Nach wie vor ist unklar, warum genau die Masken am Ende in die USA gingen. Zuletzt hieß es aus der Innenverwaltung, nach Angaben des Vertragspartners, einem deutschen Fachhandel, sei die Lieferung aufgrund einer US-Direktive storniert und das Frachtflugzeug in die USA umgeleitet worden.

Coronakrise: Twitter-Chef Dorsey stiftet Milliarden-Aktienpaket

00:01 Uhr: Twitter-Chef Jack Dorsey will Aktien im Wert von einer Milliarde Dollar (925 Mio Euro) stiften - unter anderem für den Kampf gegen die Coronavirus-Krise.

Der 43-Jährige kündigte am Dienstag (Ortszeit) per Tweet an, 28 Prozent seines Privatvermögens in einen entsprechenden Fonds zu stecken. Bei den Mitteln handelt es sich um Anteile an dem von Dorsey gegründeten und als Vorstandschef geführten Bezahldienst Square.

Die Initiative solle sich zunächst auf die Bewältigung der Corona-Pandemie konzentrieren. Danach werde sich der Fokus des Fonds auf "Gesundheit und Bildung von Mädchen" und ein bedingungsloses Grundeinkommen verlagern, so Dorsey weiter.

Alle Meldungen vom Dienstag 7. April, Corona-Rettungspaket: EU-Minister tun sich schwer mit Kompromiss

23:30 Uhr: Die EU-Staaten haben am Dienstag hart um ein milliardenschweres Rettungspaket für Staaten, Unternehmen und Arbeitnehmer in der Corona-Krise gerungen. Die Beratungen wurden in der Nacht unterbrochen und werden am Mittwoch fortgesetzt.

Frankreich, Italien, Spanien und andere beharrten in der Sitzung darauf, gemeinsame europäischen Schuldtitel zumindest für Wiederaufbauprogramme nach der Pandemie ins Auge zu fassen. Deutschland, die Niederlande und andere hätten dies weiter abgelehnt, hieß es. Eurogruppen-Chef Mario Centeno unterbrach die Beratungen per Videoschalte zeitweise, um neue Kompromissformeln zu finden. Der maltesische Finanzminister Edward Scicluna twitterte, die Marathon-Verhandlungen könnten bis Mittwochfrüh dauern.

Bundesfinanzminister Scholz hatte vor der Sitzung der Eurogruppe und der übrigen EU-Finanzminister für drei "Instrumente der Solidarität" geworben, die weitgehend konsensfähig schienen: vorsorgliche Kreditlinien des Eurorettungsschirms ESM; ein Garantiefonds für Unternehmenskredite der Europäischen Investitionsbank und das von der EU-Kommission vorgeschlagene Kurzarbeiter-Programm namens "Sure".

Weltweit mehr als 80.000 Coronavirus-Tote

21:50 Uhr: Weltweit sind US-Experten zufolge bereits mehr als 80.000 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit Sars-CoV-2 stieg bis Dienstagnachmittag (Ortszeit) weltweit auf rund 1,4 Millionen, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervorging. In Italien starben demnach mehr als 17.000 Corona-Infizierte, in Spanien rund 13.900, in den USA mehr als 12.000 und in Frankreich mehr als 10.000.

München: Frachtflugzeug mit acht Millionen Schutzmasken aus China gelandet

21:10 Uhr: Ein großes Frachtflugzeug hat acht Millionen Schutzmasken für die Bundesregierung nach Bayern gebracht. Der Jet war am Dienstagmorgen im chinesischen Shanghai gestartet und landete nach einem Zwischenstopp in Seoul (Südkorea) in München. Die dringend erwartete Fracht wurde von prominenten Gästen in Empfang genommen: Bayern Ministerpräsident Markus Söder, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (beide CSU) und Lufthansa-Chef Carsten Spohr.

Mehr als 103.000 Corona-Nachweise in Deutschland - mehr als 1.815 Tote

21:07 Uhr: In Deutschland sind bis Dienstagabend mindestens 103.036 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 98.700 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Mindestens 1.815 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 1.575). Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 30.600 Menschen die Infektion überstanden.

Laschet: Könnte Option sein, zunächst kleine Läden wieder zu öffnen

21:00 Uhr: Nach Einschätzung von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet könnten in der Corona-Krise bei einer stufenweisen Rückkehr zur Normalität möglicherweise zunächst kleinere Läden wieder öffnen. "In den Bäckereien wird zum Beispiel der Mindestabstand zwischen den Kunden nach meiner Wahrnehmung fast überall eingehalten", sagte der CDU-Politiker dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Deswegen könnte eine Option sein, zunächst die kleinen Läden, in denen sich nicht viele Menschen gleichzeitig aufhalten, wieder zu öffnen."

Bei der Wiederöffnung der Gastronomie könnte es ebenfalls ein Kriterium sein, "wie gut der Schutz der Gäste und Mitarbeiter vor Ansteckung gewährleistet werden kann".

Mehr als 10.000 Tote in Frankreich

20:46 Uhr: In Frankreich sind mehr als 10.000 Menschen in Folge der Covid-19-Pandemie gestorben. Seit Anfang März habe es 7.091 Todesfälle in Krankenhäusern und 3.237 in sozialen Einrichtungen wie Altersheimen gegeben, sagte Gesundheitsdirektor Jerome Salomon am Dienstag.

Innerhalb von 24 Stunden hat Frankreich 607 Todesfälle in Krankenhäusern verzeichnet. "Wir sind noch nicht auf dem Höhepunkt", sagte Salomon mit Blick auf die Pandemie. Eine Lockerung der Ausgangsbeschränkungen ergebe derzeit daher keinen Sinn. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron besuchte am Nachmittag eine medizinische Einrichtung in Pantin bei Paris - er trug dabei eine Schutzmaske.

Italien meldet nur geringen Anstieg bei Corona-Infizierten

19:52 Uhr: In Italien verlangsamt sich der Anstieg der Corona-Infektionskurve weiter. Doch die Zahl der Todesopfer innerhalb eines Tages bleibt mit 604 hoch. Unter anderem bei den Neuinfektionen konnte der Zivilschutz in Rom am Dienstag ein Signal der Hoffnung vermelden.

So kletterte die Zahl der aktuell mit dem Erreger Sars-CoV-2 infizierten Menschen in einem Tag nur noch um weniger als ein Prozent. Das war ein vergleichsweise niedriger Anstieg. Die Experten sprachen insgesamt von einem Erfolg der strikten Maßnahmen im Kampf gegen das Virus.

Sachsen-Anhalt: 42 bestätigte Corona-Infektionen in Asylbewerber-Anlaufstelle

19:47 Uhr: 42 der rund 840 Bewohner der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber (Zast) in Halberstadt in Sachsen-Anhalt haben sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Alle Bewohner der Ende März wegen eines infizierten Bewohners unter Quarantäne gestellten Einrichtung seien inzwischen getestet worden, sagte Landesgesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Dienstag in Magdeburg. Den 42 positiv Getesteten gehe es gut. Sie wurden aus der Anlaufstelle in andere Einrichtungen verlegt. Wegen der langen Inkubationszeit des Coronavirus bleibt die Quarantäne der Zast dennoch zunächst bestehen.

Das Schlimmste der Epidemie überstanden: Wuhan wird wieder geöffnet

19:43 Uhr: Mehr als zweieinhalb Monate nach der Abriegelung der chinesischen Elf-Millionen-Metropole Wuhan ist der Ursprungsort der Pandemie wieder geöffnet worden. Erstmals seit Anfang Januar meldete China am Dienstag auch keine neuen Todesfälle mehr. Schon seit Wochen gab es den offiziellen Angaben zufolge täglich nur noch wenige neue Infektionen und vor allem nur noch "importierte" Fälle bei heimkehrenden Chinesen und anderen Reisenden aus dem Ausland.

Um Mitternacht (18.00 Uhr MESZ) wurden die Kontrollpunkte auf den Straßen von Wuhan aufgehoben, wo das neue Coronavirus Ende November oder Anfang Dezember ausgebrochen war. Es hatte sich danach in China und weltweit verbreitet. Wie die Stadtregierung am Dienstag mitteilte, wird der normale Verkehr mit Autos, Bussen, Zügen, Flugzeugen und Fähren "in einer geordneten Weise" wieder aufgenommen.

Lufthansa startet Schrumpfprozess - Germanwings am Boden

19:32 Uhr: In der Corona-Krise streicht die Lufthansa ihre Flotte zusammen. Mindestens 42 Jets der Kerngesellschaft Lufthansa und der Eurowings sollen dauerhaft stillgelegt werden, wie das Unternehmen am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Zudem werden Leasingverträge für alle angemieteten Flieger gekündigt, was zusammen eine Reduzierung der Flotte mit bislang 763 Flugzeugen um rund 10 Prozent ergibt.

Zudem soll der Flugbetrieb der Kölner Tochter Germanwings nicht wieder aufgenommen werden, wie Lufthansa mitteilte. Dies bedeute aber keineswegs, dass die rund 1400 Beschäftigten ihre Jobs verlieren, stellten Unternehmenssprecher klar. Vielmehr solle nun mit den Sozialpartnern über die Optionen verhandelt werden.

Corona-Infizierte in Serbien müssen ins Massenlazarett

18:42 Uhr: In Serbien dürfen mit Sars-CoV-2 infizierte Menschen, die keine oder nur leichte Symptome haben, nicht mehr in Heimquarantäne bleiben. Wer positiv auf das Coronavirus getestet sei, wird nun verpflichtend in ein Massenlazarett eingewiesen, wie das serbische Gesundheitsministerium am Dienstag anordnete.

Das erste Massenlazarett mit 3.000 Betten hatte am 29. März auf dem Gelände der Belgrader Messe seine Pforten geöffnet. Am Dienstagnachmittag befanden sich dort 104 Patienten. In die Lazarette in Belgrad, Novi Sad und Nis wurde bislang nur ein kleiner Teil der positiv Getesteten aufgenommen. Deren Zahl stieg von Montag auf Dienstag um 247 auf 2447. Die Zahl der Toten wurde mit 61 angegeben.

Berater Trumps warnte schon im Januar vor schlimmer Corona-Pandemie

18:32 Uhr: Ein ranghoher Berater von US-Präsident Donald Trump hat Medienberichten zufolge bereits Ende Januar vor einer Coronavirus-Pandemie gewarnt, in deren Folge Hunderttausende Amerikaner ums Leben kommen könnten. Die Bevölkerung in den USA wäre dem Virus "schutzlos" ausgeliefert, weil es bislang weder Immunität noch eine Impfung dagegen gebe, schrieb Trumps Handelsberater Peter Navarro demnach an den Nationalen Sicherheitsrat des Weißen Hauses. Trump selbst beteuerte noch bis Anfang März öffentlich, das Virus sei für die USA kein Grund zur Sorge.

Gerichte bestätigen Gottesdienstverbote

17:34 Uhr: Der Kasseler Verwaltungsgerichtshof (VGH) hat den Eilantrag eines Christen gegen das Gottesdienstverbot in der Corona-Krise abgelehnt.

Dabei handele es sich zwar um eine in der jüngeren Vergangenheit beispiellose Einschränkung der Religionsfreiheit, erklärte ein Gerichtssprecher am Dienstag. Diese massiven Eingriffe seien aber durch gesetzliche Grundlagen getragen und zur Erreichung eines legitimen Ziels, der befristeten Verhinderung weiterer Infektionen und der Gewährleistung einer möglichst umfassenden Versorgung von COVID-19-Patienten. Der Beschluss ist unanfechtbar. (Aktenzeichen: 8 B 892/20.N)

Das Land Hessen hatte am 17. März Schritte beschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Die Regierung untersagte dabei Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und Einrichtungen anderer Glaubensgemeinschaften. Dagegen hatte ein Mitglied der römisch-katholischen Kirche geklagt: Das Grundrecht der Religionsfreiheit dürfe nicht eingeschränkt werden und das Verbot sei unverhältnismäßig.

Laut den Kasseler Richter ist ein Verstoß gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zumindest momentan nicht festzustellen. Auch der Einwand des Klägers, die Freiheit der Religionsausübung sei nicht durch Gesetz oder Verordnung einschränkbar, greife nicht. Dieses Grundrecht finde seine Grenzen dort, wo dies zum Schutz der Grundrechte Dritter oder anderer mit Verfassungsrang ausgestatteter Rechtswerte notwendig sei. Dies sei hier in Bezug auf Leben und Gesundheit anderer Menschen der Fall.

Auch das Berliner Verwaltungsgericht lehnte die Eilanträge eines religiösen Vereins sowie eines Gläubigen ab.

Norwegen lockert Corona-Maßnahmen

17:17 Uhr: Nach einer Reihe anderer Länder in Europa wagt auch Norwegen eine erste Lockerung seiner Corona-Maßnahmen. Kindergärten werden in dem skandinavischen Land am 20. April wieder geöffnet, sieben Tage später sollen dann die ersten bis vierten Klassenstufen von Schulen folgen, wie Ministerpräsidentin Erna Solberg am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Oslo sagte. Ziel sei es, alle Schüler noch vor dem Sommer zurück in die Schulen zu bringen, ergänzte Bildungsministerin Guri Melby.

Auch in ihren geliebten Hütten sollen die Norweger ab dem 20. April wieder übernachten dürfen. Wichtig sei der Regierung, dass ihr Land eine einheitliche, kontrollierte und allmähliche Strategie verfolge, sagte Solberg.

Neue Zahlen hatten zum Wochenstart gezeigt, dass jede mit dem Virus infizierte Person in Norwegen derzeit im Durchschnitt nur 0,7 andere Menschen damit ansteckt. Gesundheitsminister Bent Høie hatte deshalb am Montag gesagt, man habe die Corona-Epidemie unter Kontrolle gebracht. Am Dienstag sagte er jedoch: "Der Kampf gegen das Virus ist nicht gewonnen." Bis zum Nachmittag wurden in Norwegen 5863 Infektionen mit Sars-CoV-2 nachgewiesen. 69 Menschen mit Covid-19-Erkrankung starben.

Millionenschwerer Betrug mit Atemmasken aufgeflogen

16:38 Uhr: Ein international angelegter, millionenschwerer Betrug mit nicht existierenden Atemschutzmasken ist von Ermittlern in Bayern aufgedeckt worden. Geschädigte seien zwei Vertriebsfirmen mit Sitzen in Hamburg und Zürich, teilte die Staatsanwaltschaft Traunstein am Dienstag mit. Sie sollten rund zehn Millionen Masken für knapp 15 Millionen Euro an das Land Nordrhein-Westfalen liefern.

Die Firmen hatten laut Mitteilung schon eine Anzahlung von rund 2,4 Millionen Euro an die vermeintlichen Lieferfirmen geleistet. Als die Masken nicht ankamen, habe der deutsche Geschäftsführer der beiden Unternehmen Anzeige erstattet. Rund 2 Millionen des Geldes wurden nach Auskunft der Ermittler bereits im Ausland gesichert.

Auch Nordrhein-Westfalen hatte schon bezahlt - rund 14,7 Millionen Euro an das Schweizer Vertriebsunternehmen. Rund 12,3 Millionen Euro seien inzwischen wieder zurückbezahlt worden. Die Ermittlungen laufen noch. Laut Staatsanwaltschaft hatten die Betrüger die Identität einer Firma im europäischen Ausland gekapert. Einzelheiten wurden unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht genannt.

Drosten: Bevölkerung in Deutschland noch nicht stark durchseucht

16:35 Uhr: Das neue Coronavirus hat sich in Deutschland aus Sicht des Virologen Christian Drosten noch nicht weit verbreitet. Die Bevölkerung insgesamt sei nicht stark durchseucht - trotz der hohen und steigenden Meldezahlen, sagte der Charité-Wissenschaftler am Dienstag im NDR-Podcast. Er dämpfte Hoffnungen, wonach man mittels Antikörpertests nun in großer Zahl Menschen finde, die die Infektion schon unbemerkt hinter sich haben. "Das wird sich nicht so rausstellen."

Drosten berief sich auf erste eigene Tests und Berichte von Kollegen in anderen Ländern. "Man findet nicht eine überraschend große Zahl von unerkannten echt positiven Antikörper-Ergebnissen", sagte er. Antikörper gelten als Indikator für eine durchgemachte Infektion. Solche Studien seien nun, zu Beginn der Epidemie, in großer Breite erforderlich, sagte der Virologe. Punktuelle Untersuchungen hingegen seien "wirklich sinnlos", da es bisher eine Zufallsverteilung bei den Infektionen gebe.

Schwerkranke Corona-Patienten dürfen nicht zugelassenes Mittel testen

16:15 Uhr: Besonders schwer erkrankte Corona-Patienten dürfen künftig mit dem noch nicht zugelassenen Wirkstoff Remdesivir behandelt werden, wenn alle anderen Mittel versagt haben. Das hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn genehmigt, wie ein Sprecher am Dienstag bestätigte.

Der Wirkstoff wurde von einem US-Pharmaunternehmen ursprünglich gegen Ebola-Infektionen entwickelt. Es gebe erste Anzeichen für eine Wirksamkeit auch gegen das Coronavirus, hatte die europäische Arzneimittelbehörde EMA vergangenen Freitag festgestellt und einen Einsatz des Mittel für Schwerkranke ohne Behandlungsalternative empfohlen. Dem folgte die deutsche Behörde.

Aktuell ließen sich zu einer Wirksamkeit aber keine Aussagen machen, betonte ein Sprecher der deutschen Arzneimittelbehörde. Es gebe nur Anzeichen. "Die Ergebnisse laufender klinischer Prüfungen bleiben abzuwarten." Bundesweit seien im März drei klinische Prüfverfahren für den Wirkstoff als Mittel gegen die Corona-Infektion genehmigt worden, sagte der Sprecher. Wie lange sie dauern würden, lasse sich nicht prognostizieren.

Der sofortige Einsatz als nicht zugelassener Wirkstoff an Patienten sei streng reglementiert. In Frage kämen nur Patientengruppen, für die es sonst keine Therapiealternative mehr gebe. Die Kosten bei solchen sogenannten Härtefallprogrammen trägt der Hersteller. Die behandelnden Ärzte oder Kliniken wenden sich in solchen Fällen direkt an den Hersteller.

Laschet: Mindestens bis zum Sommer keine Fußballspiele mit Publikum

15:30 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet sieht keine Chance, in den nächsten Wochen zu einem normalen Spielbetrieb in der Fußball-Bundesliga zurückzukehren. "Eines ist klar: Ich kann mir für diese Saison keine Spiele mit Publikum mehr vorstellen", sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Düsseldorf. "Bis zum Sommer - Minimum - werden wir Spiele ohne Publikum haben - wenn wir überhaupt Spiele haben."

Ob es Spiele in Zeiten der Corona-Pandemie geben könne, werde derzeit zwischen der Deutschen Fußball Liga und den Ländern besprochen, sagte Laschet. Dabei sei das Einvernehmen der Länder, die Bundesligavereine haben, wichtig. "Insofern geht natürlich nur ein Konsens von mindestens 18 Vereinen, die unter gleichen Regeln dann auch den Spielbetrieb wieder aufnehmen sollten - wenn denn diese Entscheidung gefällt wird."

Land Berlin plant drei Milliarden Euro Mehrausgaben

15:16 Uhr: Das Land Berlin will wegen der Corona-Krise in diesem Jahr drei Milliarden Euro mehr ausgeben als bisher geplant. Der Löwenanteil von 2,6 Milliarden Euro soll für Wirtschaftshilfen fließen, wie Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) am Dienstag nach dem Senatsbeschluss mitteilte.

Für das geplante Notfallkrankenhaus auf dem Messegelände sind 56 Millionen Euro vorgesehen. Die Beschaffung von Schutzausrüstungen für Hilfskräfte soll 50 Millionen Euro kosten. Hinzu kommen unter anderem 29 Millionen Euro für 1.100 Beatmungsgeräte, aber auch Finanzspritzen für die Messe Berlin GmbH und die Flughafengesellschaft. Finanziert werden soll der Nachtragshaushalt zunächst ohne neue Schulden.

Neurologe: COVID-19 könnte auch das Hirn befallen

15:09 Uhr: Das Coronavirus könnte nach Meinung von Neurologen auch im Gehirn Entzündungen auslösen. "Von früheren Coronaviren weiß man, dass der Hirnstamm von Viren mit einbezogen werden kann", sagte Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Auch in der aktuellen Corona-Pandemie werde vielfach von neurologischen Symptomen berichtet. Eine durch die SARS-CoV-2-Infektion ausgelöste Entzündung im Hirnstamm könnte laut Berlit zum Beispiel einen Atemstillstand begünstigen. Für den Erreger der aktuellen Corona-Pandemie sei das aber noch nicht nachgewiesen.

Bei europäischen COVID-19-Patienten träten in bis zu 80 Prozent der Fälle Störungen von Geruchs- und Geschmackssinn auf. "Ein neurologisches Symptom als Indiz dafür, dass das Nervensystem mit einbezogen ist", so Berlit.

Mehr als 1.300 Coronavirus-Tote in den USA an einem Tag

14:48 Uhr: In den USA sind an einem Tag 1.343 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das ging am Dienstag aus den Daten der amerikanischen Universität Johns Hopkins für den Montag hervor. Am Sonntag waren es noch rund 1.200 Tote gewesen. Insgesamt sind demnach in den USA bislang rund 11.000 Menschen infolge einer Infektion mit der von dem Virus verursachten Lungenkrankheit COVID-19 gestorben.

Die Zahl der bekannten Infektionen mit dem Virus SARS-CoV-2 lag am Dienstagmorgen (Ortszeit) der Johns Hopkins Uni zufolge bei rund 370 000. Die USA, ein Land mit 330 Millionen Einwohnern, haben damit die höchste Infektionszahl aller Länder. Die Fallzahlen lassen sich wegen der unterschiedlichen Testquote und erwarteten hohen Dunkelziffer jedoch nur begrenzt vergleichen.

Litauen erwägt längere Quarantäne

14:41 Uhr: Litauens Regierung erwägt, die landesweite Quarantäne wegen der Coronavirus-Pandemie um zwei Wochen zu verlängern, aber zugleich die restriktiven Maßnahmen im Kampf gegen das neuartige Virus nach Ostern ein wenig zu lockern. Dies sagte Ministerpräsident Saulius Skvernelis der Agentur BNS zufolge am Dienstag in Vilnius.

Litauens Regierung hatte den Notstand ausgerufen und das EU-Land bis zum 13. April unter Quarantäne gestellt. Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, soll über Ostern der Zugang zu allen Städten des Baltenstaats eingeschränkt werden. Über die Maßnahmen solle auf einer Kabinettssitzung am Mittwoch entschieden werden, sagte Skvernelis.

Litauen verzeichnete bislang 880 bestätigte Coronavirus-Infektionen und 15 Todesfälle. Während des Ausnahmezustands sind alle Geschäfte bis auf Apotheken und Lebensmittelmärkte geschlossen, der Schulbetrieb ist auf Fernunterricht umgestellt. Öffentliche Veranstaltungen sind untersagt und Ansammlungen von mehr als zwei Personen nicht mehr erlaubt.

Belgien: 162 Tote an einem Tag

14:35 Uhr: In Belgien sind am Montag 162 mit dem Coronavirus infizierte Menschen gestorben. Das sagte der belgische Sprecher für COVID-19, Emmanuel André, am Dienstag im Corona-Briefing der Gesundheitsbehörde und des Krisencenters. Insgesamt liegt die Zahl der Toten in Zusammenhang mit COVID-19 in dem 11-Millionen-Einwohner-Land den Angaben zufolge bei 2.035.

Am Montag wurden 1.380 Menschen positiv auf das Virus getestet, 314 kamen ins Krankenhaus. Dies sei im Vergleich zu den vergangenen Tagen ein Rückgang, sagte André. Insgesamt seien 6.012 Menschen wegen des Coronavirus im Krankenhaus. 1.260 von ihnen würden auf der Intensivstation behandelt. 171 hätten das Krankenhaus am Montag bereits wieder verlassen können.

Dänemark will Pandemie-Beschränkungen schrittweise lockern

13:55 Uhr: Nach Österreich will mit Dänemark ein weiteres Nachbarland Deutschlands seine Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie langsam wieder lockern.

Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen kündigte am Montagabend eine schrittweise Aufhebung der Beschränkungen an, unter anderem sollen Kindergärten und Grundschulen ab dem 15. April wieder öffnen.

Nach Ansicht der Gesundheitsbehörden sei es "angemessen und gerechtfertigt, eine langsame Öffnung zu beginnen", sagte Frederiksen. Die Rückkehr zur Normalität solle schrittweise erfolgen und sich über mehrere Monate erstrecken. Während kleine Kinder bereits ab dem 15. April wieder in den Kindergarten und die Grundschule zurückkehren könnten, müssten die Schüler der Mittel- und Oberstufe bis zum 10. Mai warten.

Bars, Restaurants, Friseur- und Massagesalons, Einkaufszentren sowie Diskotheken sollen in Dänemark nach wie vor geschlossen bleiben - auch Versammlungen von mehr als zehn Personen sind weiterhin verboten. Die Schließung der Grenzen soll demnach ebenfalls verlängert werde, von Reisen ins Ausland wird weiterhin abgeraten.

In Dänemark wurden bislang mehr als 4.800 Corona-Infektionsfälle sowie rund 190 Todesfälle registriert. Vor Dänemark hatte Österreich am Montag als erstes europäisches Land Pläne für die Rückkehr zu einer "neuen Normalität" vorgestellt.

Söder erwartet Maskenpflicht

13:22 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder erwartet im Zuge der Corona-Krise eine Pflicht zum Tragen von Schutzmasken. "Natürlich wird es am Ende eine Form von Maskenverpflichtung geben", sagte der CSU-Chef am Dienstag in München im Anschluss an eine Kabinettssitzung. Dies sehe er als hochwahrscheinlich an.

Zudem müssen sich die Menschen in Bayern im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Virus möglicherweise noch auf länger andauernde Schulschließungen und Beschränkungen des öffentlichen Lebens einstellen. "Nach Ostern werden Perspektiven entwickelt und abgestimmt", sagte Söder. Es werde dann nicht einfach so weitergehen wie bisher.

Man dürfe die Maßnahmen aber nicht zu frühzeitig lockern, sondern müsse in Stufen vorgehen. Söder verwies explizit auf Österreich, das in der Entwicklung drei Wochen voraus sei: Dort würden viele Maßnahmen verlängert, Ausgangsbeschränkungen blieben, und auch die Schulen würden geschlossen bleiben.

Söder deutete nicht nur an, dass etwa Gaststätten in Bayern noch länger geschlossen bleiben könnten. Er brachte auch einen Stufenplan für Schulen ins Gespräch. So könnte man beispielsweise mit Abschlussklassen anders umgehen als mit Grundschülern. Bayern ist im Vergleich zu anderen Bundesländern besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen, im Freistaat gelten seit zweieinhalb Wochen unter anderem weitreichende Ausgangsbeschränkungen.

Spahn ruft zur Einhaltung der Ausgangsbeschränkungen über Ostern auf

12:52 Uhr: Jens Spahn ermahnt erneut, dass man auch über die Osterfeiertage die Beschränkungen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus einhalten sollte. "Wir dürfen uns nicht in falscher Sicherheit wiegen, die Lage ist nach wie vor ernst", meint der Gesundheitsminister.
Bisher könne das Gesundheitssystem gut mit der Herausforderung umgehen, die Zahl der Genesenen steige und die Neuinfektionen sinken, verdeutlicht Spahn den positiven Trend nach den Einschränkungen.
"Die Krise ist kein Sprint, sondern ein Marathon", so Spahn während der Pressekonferenz. Man werde sich noch länger mit der Ausbreitung des Virus auseinandersetzen müssen und daher sei auch nur eine schrittweise Rückkehr zur Normalität vorstellbar. Nach Ostern würden die Minister über das weitere Verfahren beraten.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmar bittet um Geduld hinsichtlich der Lockerung der Maßnahmen, sonst löse man "wilde Spekulationen aus".

Paris verbietet Sport am Tag vor der Tür

12:16 Uhr: Die Stadt Paris verschärft die ohnehin strengen Ausgangsbeschränkungen weiter und verbietet Sport an der frischen Luft zwischen 10 und 19 Uhr. Die neue Regelung gelte ab Mittwoch, teilten Bürgermeisterin Anne Hidalgo und die Polizeipräfektur am Dienstag mit. Sport sei weiterhin zwischen 19 Uhr und 10 Uhr erlaubt, wenn der Andrang auf den Straßen am geringsten sei.

Paris hatte bereits vor drei Wochen alle Parks und Grünflächen geschlossen und Sportlerinnen und Sportler so auf die Fußgängerwege gedrängt. Außerdem sind Spaziergänge und Sport im ganzen Land auch nur noch im Radius von einem Kilometer zur Wohnung und eine Stunde am Tag erlaubt.

Dax erholt sich weiter

12:14 Uhr: Die Hoffnung auf ein allmähliches Nachlassen der Corona-Pandemie hat die Kurse am deutschen Aktienmarkt am Dienstag weiter angetrieben. Der Dax rückte am Vormittag um 3,6 Prozent auf 10.435 Punkte vor und setzte sich weiter von der 10.000er-Marke nach oben ab. Am Vortag hatte sich der Dax bereits um fast sechs Prozent erholt. Seit dem Crash-Tief Mitte März von rund 8.255 Punkten hat sich der Index mittlerweile um mehr als ein Viertel erholt.

Der MDax für mittelgroße Unternehmen rückte um 3,6 Prozent auf 21.855 Punkte vor. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 erholte sich um gut drei Prozent.

Mehr als 99.700 Corona-Nachweise in Deutschland - über 1.600 Tote

11:56 Uhr: In Deutschland sind bis Dienstagvormittag mindestens 99.700 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige der Bundesländer ihre Zahlen jeweils auch nicht immer zur gleichen Uhrzeit.

Mindestens 1.633 mit SARS-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 30.600 Menschen die Infektion überstanden.

Besonders hohe Infiziertenzahlen haben Bayern mit mehr als 25.300 nachgewiesenen Fällen und mindestens 444 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 21.500 Fällen und mindestens 347 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 20.000 Fällen und mindestens 427 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 193,9 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 120,0. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Ethikrat begrüßt Debatte über Lockerung von Corona-Beschränkungen

11:32 Uhr: Der Deutsche Ethikrat hat die Debatte über eine Lockerung der massiven Beschränkungen im öffentlichen Leben im Zuge der Corona-Krise begrüßt. "Es ist zu früh, Öffnungen jetzt vorzunehmen. Aber es ist nie zu früh, über Kriterien für Öffnungen nachzudenken", sagte der Vorsitzende des beratenden Gremiums, der Theologe Peter Dabrock, am Dienstag in Berlin. "Alles andere wäre ein obrigkeitsstaatliches Denken, das bei uns nicht verfangen sollte und mit dem man das so notwendige Vertrauen der Bevölkerung nicht stärken würde."

Es stimme auch nicht, dass man den Menschen damit falsche Hoffnungen mache. "Hoffnungsbilder brauchen Menschen genau dann, wenn sie in einer katastrophalen Situation wie der jetzigen sind. Das motiviert zum Durchhalten", sagte Dabrock. Der Ethikrat warnte, zu häufig werde die Debatte über Öffnungsperspektiven vor allem über den Zeitaspekt geführt. Sachliche und soziale Kriterien würden hinten angestellt.

Dabei bestehe die Herausforderung nicht darin, ob Leben oder Wirtschaft primär zu sichern seien. Neben wirtschaftlichen Problemen gebe es schon jetzt Solidaritätskonflikte – auch mit Blick auf die Schutzgüter Gesundheit und Leben. Wichtige Operationen würden verschoben, Therapien unterbrochen. Kranke und Sterbende würden nicht mehr so begleitet, wie es die Menschlichkeit erfordere.

RKI veröffentlicht App für Smartwatches und Fitnessarmbänder

11:08 Uhr: Eine kostenlose App des Robert-Koch-Institutes (RKI) soll Aufschluss über die Verbreitung des Coronavirus in Deutschland bringen. Wie RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag in Berlin sagte, trägt die App den Titel "Corona-Datenspende". "Je mehr Menschen die Daten zur Verfügung stellen, desto genauer werden wir Daten über die Verbreitung bekommen", sagte Wieler.

Die App sei eine sinnvolle Ergänzung zu den offiziellen Meldezahlen. Da Smartwatches und Fitnessarmbänder Vitaldaten wie Ruhepuls, Schlaf oder Aktivitätsniveau aufzeichneten, lasse sich mit Hilfe der App erkennen, ob sich die Vitaldaten veränderten und damit Anzeichen für eine Infektion vorlägen. Das RKI habe durch die App zu keiner Zeit Kenntnis über persönliche Informationen wie Name oder Adresse des Nutzers.

Wieler sagte mit Blick auf die aktuelle Entwicklung der Corona-Infektionen, es könne trotz einer grundsätzlich positiven Entwicklung noch nicht von einer Entspannung ausgegangen werden. "Wir müssen die nächsten Tage abwarten, ob sich bei den Meldungen ein Trend abzeichnet."

Maßnahme gegen falsche Informationen: WhatsApp erschwert das Weiterleiten von Nachrichten

10:24 Uhr: Um die Verbreitung falscher Informationen über das Coronavirus einzudämmen, gestaltet der Chatdienst WhatsApp das Weiterleiten von Nachrichten umständlicher. WhatsApp-Nachrichten, die bereits häufig verteilt wurden, können nur noch einzeln an einen Chat weitergeschickt werden, wie der zu Facebook gehörende Dienst am Dienstag mitteilte. Bisher war das in bis zu fünf Chats gleichzeitig möglich.

WhatsApp kann nicht direkt gegen Falschinformationen oder Hetzkampagnen vorgehen, da die Nachrichten eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung haben. Der Inhalt ist nur für die Nutzer, nicht aber für den Chatdienst selbst sichtbar.

Deshalb versucht die Firma, die Weiterverteilung von Nachrichten generell schwieriger zu machen. So werden bereits seit dem vergangenen Jahr häufig weitergeleitete Nachrichten markiert, und damals war auch die Beschränkung auf fünf Chats gleichzeitig beim Weiterschicken eingeführt worden.

In der Coronavirus-Krise wurde von WhatsApp-Nutzern unter anderem die falsche Behauptung über einen Zusammenhang mit dem 5G-Datenfunk verbreitet. Die Plattform richtete auch ein Informationszentrum mit Angaben unter anderem von der Weltgesundheitsorganisation WHO ein.

Kramp-Karrenbauer: Bundeswehr-Einsatz in Gesundheitsämtern möglich

10:00 Uhr: Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat die Unterstützung der Bundeswehr in Gesundheitsämtern und Pflegeheimen in Aussicht gestellt. "Die Bundeswehr steht da zur Verfügung, wo sie gerufen wird", sagte Kramp-Karrenbauer am Dienstag im Deutschlandfunk.

Dazu gehöre es, zivile Strukturen zu unterstützen, wenn sie so unter Stress seien, dass sie ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen könnten. Die Kernaufgaben der Bundeswehr - Landes- und Bündnisverteidigung sowie die internationalen Auslandeinsätze - müssten aber weiterhin gewährleistet sein.

Wegen der Corona-Krise sind bei der Bundeswehr aus Ländern und Kommunen bisher schon mehr als 300 Anträge auf Amtshilfe eingegangen. In Gesundheitsämtern gehe es nicht um hoheitliche Aufgaben, betonte Kramp-Karrenbauer, "sondern vielmehr darum, zielgenau herauszubekommen, welcher Infizierte hatte mit wem Kontakt". Es gehe aber auch um einfache Tätigkeiten wie die Unterstützung in Alten- und Pflegeheimen, "dort wo das Rote Kreuz erst in einigen Tagen einsatzfähig ist".

Update zu Johnsons Gesundheitszustand: Premierminister nicht an Beatmungsgerät

9:50 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat seine erste Nacht auf der Intensivstation eines Londoner Krankenhauses überstanden. Johnson musste nicht an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden, wie Staatsminister Michael Gove am Dienstag dem Radiosender LBC sagte. Er habe zwar Sauerstoffunterstützung bekommen, "aber er war nicht an einem Beatmungsgerät".

Seine Infektion mit dem Coronavirus hatte der Premierminister am 27. März bekanntgemacht und seitdem in Isolation in der Downing Street weiter die Regierungsgeschäfte geführt. Weil sich seine Symptome wie Fieber und Husten nicht besserten, wurde er am Sonntag schließlich zur Untersuchung in das St. Thomas' Hospital gebracht.

Die staatliche Klinik liegt in der Nähe des Parlaments. Am Montagnachmittag hatte sich der Zustand des 55-Jährigen plötzlich derart verschlechtert, dass Johnson abends auf die Intensivstation verlegt werden musste.

Ifo-Umfrage: Industrie erwartet drastischen Einbruch der Produktion

9:22 Uhr: Die deutsche Industrie erwartet laut einer Umfrage des Ifo-Instituts wegen der Corona-Krise in den kommenden drei Monaten einen massiven Rückgang der Produktion. Wie das Forschungsinstitut am Dienstag in München mitteilte, sackte der Index der Produktionserwartungen im März um 22,8 Punkte auf minus 20,8 Punkte ab. Dies signalisiert eine Schrumpfung der Produktion und ist der schärfste Einbruch seit Beginn der Umfrage im Jahr 1991.

Selbst in der Weltfinanzkrise habe der Index im November 2008 nur um 13,3 Punkte nachgegeben, hieß es weiter. Nach Ansicht der Wirtschaftsforscher könnte die tatsächliche Produktion der nächsten Monate noch stärker einbrechen, als der Index-Wert erwarten lasse. "Vermutlich ist die Entwicklung noch unterzeichnet, weil die meisten Antworten bis Mitte des Monats März eingingen", sagt der Leiter der Befragungen, Klaus Wohlrabe.

Den Umfrageergebnissen zufolge bekamen alle Branchen die Folgen der Corona-Krise zu spüren. Die Autobauer blickten aber besonders pessimistisch in die Zukunft. Gleiches gilt für die Gummi- und Kunststoffindustrie, sowie den Maschinenbau.Lichtblicke gebe es in der Chemie-Branche, die sich laut Wohlrabe weniger von den Folgen der Corona-Epidemie betroffen sieht. In der Lebensmittel- und Getränkeindustrie habe sich der Index - trotz leichter Rückgänge - sogar noch im positiven Bereich halten können.

Coronavirus: China meldet erstmals keine neuen Toten

08:28 Uhr: Erstmals seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat China keine neuen Todesopfer mehr gemeldet. Schon seit Wochen gab es den offiziellen Angaben zufolge täglich kaum noch neue Infektionen und nur noch wenige neue Tote in der Volksrepublik.

Am Dienstag führte die Statistik der Pekinger Gesundheitskommission nun zum ersten Mal seit Januar überhaupt keinen neuen Todesfall mehr auf.

Erneut gab es laut den Angaben 32 "importierte" Infektionen, die bei Menschen bei der Einreise nach China nachgewiesen wurden. Insgesamt sind den offiziellen Angaben zufolge in China bislang 3.331 Menschen durch die Lungenkrankheit Covid-19 ums Leben gekommen, 8.1740 haben sich demnach nachweislich infiziert.

Die tatsächlichen Zahlen dürften allerdings deutlich höher liegen, da die Art der Erhebung immer wieder geändert worden ist und viele Fälle nicht in der offiziellen Statistik auftauchen.

Ausgangssperre für Corona-Hotspot Mitterteich in Bayern gelockert

08:15 Uhr: Drei Wochen nach dem Verhängen der bundesweit ersten weitreichenden Corona-Ausgangssperre im oberpfälzischen Mitterteich sind die Vorschriften vorzeitig gelockert worden. Seit diesem Dienstag gelten in der Kleinstadt nun dieselben Ausgangsbeschränkungen wie in ganz Bayern.

Das Infektionsgeschehen im Stadtgebiet Mitterteich weise keine signifikanten Unterschiede zum restlichen Landkreis Tirschenreuth mehr auf, hatte der Landkreis am Montag nach einer Sitzung des Krisenstabes Katastrophenschutz mitgeteilt.

Der Erste Bürgermeister Roland Grillmeier habe die Entscheidung begrüßt. Die strengeren Regeln sollten ursprünglich bis einschließlich diesen Donnerstag gelten.

Die 6.500-Einwohner-Stadt galt deutschlandweit als einer der Corona-Hotspots. Mitte März war die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten und der dadurch erkrankten Menschen plötzlich besonders gestiegen. Als eine wesentliche Ursache wurde ein Starkbierfest vermutet.

Ausreiseverbot für Wuhan endet: Einwohner dürfen erstmals seit Wochen Stadt verlassen

07:27 Uhr: Erstmals seit dem 23. Januar dürfen die Einwohner von Wuhan ihre Stadt wieder verlassen: In der Nacht zum Mittwoch (Dienstag, 18.00 Uhr MESZ) endet auch das Ausreiseverbot für die zentralchinesische Millionenmetropole, die als Ausgangspunkt der Coronavirus-Pandemie gilt. Die Hauptstadt der Provinz Hubei wurde als erste chinesische Stadt komplett abgeriegelt, später folgte fast die gesamte Provinz.

Inzwischen hat sich die Lage entspannt, und seit Ende März beendeten die Behörden schrittweise die Abschottungsmaßnahmen. Für Wuhan galt allerdings zunächst weiter ein Ausreiseverbot. Gleichzeitig mit seinem Ende werden nun auch die Inlandsflüge von und nach Wuhan wieder aufgenommen. Aus der Millionenstadt waren Ende Dezember die ersten Infektionsfälle mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet worden. Dort wurden auch die meisten der mehr als 3300 Todesopfer in China registriert.

Grüne drängen Bundesregierung zum Ja zu Corona-Bonds

07:06 Uhr: Vor den Beratungen der EU-Finanzminister zur Corona-Pandemie haben die Grünen an die große Koalition appelliert, von ihrem Nein zu gemeinsamen Euro-Bonds abzurücken. "Wenn die Bundesregierung endlich ihre ideologische Blockadehaltung aufgibt, kann das den Weg für Corona-Bonds frei machen", sagte Fraktionschef Anton Hofreiter der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. Corona-Bonds wären eine "solidarische Antwort" auf die Krise.

Die bisher von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) vorgeschlagenen Maßnahmen seien "angesichts des Ausmaßes der Herausforderung einfach unzureichend", fügte Hofreiter hinzu. "Nur wenn wir gemeinsam und solidarisch handeln, kann Europa diese Krise überstehen." Die Mehrheit der Euro-Staaten, sowohl wirtschaftlich starke als auch schwache, und Ökonomen unterschiedlicher Richtungen plädieren in dieser Ausnahmesituation für Corona-Bonds.

Bei diesen würden die Euro-Staaten gemeinsame Anleihen herausgeben. Da auch Länder mit einer hohen Kreditwürdigkeit wie Deutschland haften, sinken die Zinsen für stark verschuldete Staaten. Die Bundesregierung präferiert bislang hingegen den Euro-Krisenfonds ESM als Hilfsinstrument in der Corona-Krise. Am Dienstag tagen Europas Finanzminister erneut per Videokonferenz.

Umfrage: Deutsche haben relativ wenig Angst vor Corona-Erkrankung

06:00 Uhr: Das neue Coronavirus hat die Ängste der Deutschen vor einer schweren Erkrankung laut einer aktuellen Umfrage bisher kaum befeuert.

Im Vergleich zu 2019 stieg diese Sorge lediglich moderat um 6 Punkte von 35 auf 41 Prozent, heißt es in einer repräsentativen Sonderumfrage der R+V-Versicherung zu den Ängsten der Deutschen.

Das sei in diesem Bereich der zweitniedrigste Wert seit 1992. Den niedrigsten (35 Prozent) gab es im vergangenen Jahr.

Für die Studie wurden zwischen dem 31. März und 2. April 1.075 Bundesbürger zwischen 16 und 75 Jahren repräsentativ online befragt. Alle Ergebnisse will die Versicherung am Dienstagvormittag veröffentlichen.

Angst vor Corona: Verbraucher decken sich mit Arzneien ein

05:45 Uhr: Viele Verbraucher in Deutschland haben sich aus Sorge vor dem Coronavirus mit Arzneien eingedeckt. Im März zog die Nachfrage nach rezeptfreien Medikamenten stark an und bescherte Pharmaunternehmen eine Sonderkonjunktur. Das berichteten mehrere Arzneihersteller auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

"In den letzten Wochen mussten wir über unser gesamtes Portfolio hinweg die zum Teil dreifache Bestellmenge bewältigen", teilte etwa die Ratiopharm-Konzernmutter Teva am Dienstag in Ulm mit.

Bei rezeptfreien Arzneien sei im März vor allem bei Paracetamol-haltigen Mitteln und Vitaminpräparaten die Nachfrage viel höher gewesen als sonst.

In einzelnen Fällen habe es bei der Auslieferung Verzögerungen gegeben. Teva habe nicht nur in der Produktion die Kapazitäten erhöht, auch die Logistik arbeite in drei statt zwei Schichten.

Bayer verzeichnet nach Konzernangaben derzeit ebenfalls eine erhöhte Nachfrage nach rezeptfreien Medikamenten - vor allem nach Präparaten gegen Erkältungen und Allergien sowie Nahrungsergänzungsmitteln.

Auch der hessische Arzneihersteller Stada sowie Sanofi berichteten von verstärkten Medikamenten-Käufen. In der Zeit vor den Ausgangsbeschränkungen hierzulande hätten sich Verbraucher mit Markenprodukten eingedeckt, teilte der französische Konzern mit.

Apotheken hatten in der Corona-Krise bereits von einem Ansturm berichtet. "Die Nachfrage nach Arzneien und die Unsicherheit der Menschen ist hoch", betonte jüngst der Branchenverband ABDA. Bei Erkältungs- und Schmerzmitteln gebe es viele Präparate verschiedener Hersteller und daher keinen Mangel.

Die Apotheken hätten die Lagerbestände erhöht. Es gebe keinen Grund, Arzneien zu hamstern.

Gewerkschaft warnt: Spanische Ärzte wegen Corona am Limit

05:33 Uhr Im von der Corona-Pandemie besonders schwer betroffenen Spanien sind die Ärzte, Pfleger und Sanitäter nach einer Warnung des Gewerkschaftsdachverbandes CCOO vor allem in der Region Madrid an der Grenze ihrer Belastbarkeit angelangt.

Das Personal der Kliniken und auch des auf dem Madrider Messegelände Ifema errichteten riesigen Feldkrankenhauses sei stark dezimiert, hieß es in einer am Montag veröffentlichten Mitteilung.

Mindestens 8.700 Ärzte und Pfleger seien in Madrid derzeit entweder isoliert oder aber wegen einer Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 in Quarantäne und demzufolge nicht im Einsatz. Gleichzeitig sei in der Region um die Hauptstadt allein die Zahl der Intensivbetten von 641 auf zirka 1.500 erhöht worden.

"Es gibt weniger Personal, dafür Doppelschichten. Viele arbeiten zwölf Stunden und mehr als zehn Tage am Stück", so CCOO. Freie Tage und Urlaube seien ausgesetzt worden. Zu allem Übel herrsche weiterhin ein großer Mangel an Schutzausrüstungen.

GEW bringt möglichen "Corona-Bonus" bei Schulnoten ins Gespräch

05:02 Uhr: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hält einen "Corona-Bonus" bei den Schulnoten in diesem Schuljahr für möglich.

"Sollte eine Öffnung der Schulen nicht mehr möglich sein, können Noten auch nach den bisher erbrachten Leistungen plus eines "Corona-Bonus" gegeben werden", sagte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag).

"Im Zweifel soll die Bewertung zugunsten des Schülers ausfallen", sagte Tepe. Bei der Öffnung der Schulen müsse der Gesundheitsschutz der Lehrkräfte sowie der Schüler die zentrale Rolle spielen, sagte Tepe.

"Für alle Entscheidungen von der Notengebung bis zur Schulöffnung gilt: Es muss eine Verständigung in der Kultusministerkonferenz darüber geben, dass die Regelungen einvernehmlich vereinbart werden, bundesweit gelten und von allen Ländern anerkannt werden", appellierte die GEW-Vorsitzende an die Politik.

Umfrage: Corona könnte Konsumverhalten langfristig ändern

04:00 Uhr: Mehr als ein Viertel der Menschen in Deutschland rechnet einer Umfrage zufolge mit langfristigen Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf ihr Konsumverhalten.

Wäre die Krise in drei Monaten unter Kontrolle, würden 28 Prozent der Befragten anschließend dennoch weniger Geld ausgeben, wie aus einer repräsentativen Verbraucherumfrage der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) hervorgeht.

Die gleiche Anzahl rechnet zudem damit, dass sich ihr Kaufverhalten nach frühestens einem Jahr normalisiert, wenn nicht sogar gänzlich ändert. Ein Drittel der Befragten kann sich vorstellen, nach ein paar Monaten wieder das Kaufverhalten von vor der Krise zu haben.

"Dadurch, dass eine Mehrheit der Befragten eine Normalisierung der Konsumausgaben, wenn überhaupt, erst nach ein paar Monaten erwartet, zeigt sich, dass eine große Unsicherheit hinsichtlich der finanziellen Folgen von Covid-19 für die Haushaltskasse besteht", bilanzierte Jessica Distler von BCG.

Für die Umfrage befragte BCG vom 27. März bis zum 30. März 3.085 in Deutschland lebende Menschen.

Trump will sich in Streit um Ex-Flugzeugträger-Kapitän einschalten

01:55 Uhr: US-Präsident Donald Trump will sich in den Konflikt um den wegen eines Coronavirus-Beschwerdebriefs entlassenen Kapitän eines Flugzeugträgers einschalten.

Er sei sehr gut darin, Streit zu schlichten, sagte Trump am Montagabend (Ortszeit) im Weißen Haus. Zuvor war bekannt geworden, dass der amtierende Marineminister Thomas Modly das Verhalten des Kapitäns gegenüber dessen Mannschaft als "zu naiv oder zu blöd" bezeichnet hatte.

Kapitän Brett Crozier hatte wegen eines Corona-Ausbruchs an Bord des nuklearbetriebenen Flugzeugträgers "USS Theodore Roosevelt" mit einem später an die Öffentlichkeit gelangten Brief Hilfe der Militärführung gefordert.

"Ich löse gerne Probleme", sagte Trump. Die Äußerungen des Ministers seien "eine derbe Stellungnahme" gewesen. Der Kapitän habe mit dem Schreiben des nicht als geheim eingestuften Briefs einen "Fehler" gemacht, er glaube jedoch, dass beide "gute Menschen" seien.

Zudem sei die bisherige Karriere des Kapitäns "herausragend" gewesen, sagte Trump. "Ich werde mich einschalten und genau verstehen, was da los ist", sagte Trump.

Er werde darüber auch mit Verteidigungsminister Mark Esper sprechen. "Ich will niemand vernichten, weil er einen schlechten Tag hatte", sagte Trump weiter. Er wollte sich aber nicht festlegen, ob er die Absetzung Croziers rückgängig machen wollte.

Unter den gut 4000 Besatzungsmitgliedern des Flugzeugträgers hatte sich das Coronavirus Sars-CoV-2 verbreitet. In seinem Brief hatte Crozier daher Anfang vergangener Woche die Evakuierung des Schiffs gefordert, um den Tod von Soldaten zu verhindern.

Modly hatte am Donnerstag erklärt, Crozier werde sofort seines Postens enthoben, weil er offenbar wegen des Coronavirus überfordert gewesen sei und mit dem weit gestreuten Brief gegen die Befehlskette verstoßen habe.

Trump und Biden telefonieren in Corona-Krise

00:27 Uhr: US-Präsident Donald Trump und sein potenzieller demokratischer Herausforderer bei der Präsidentenwahl, Ex-Vizepräsident Joe Biden, haben wegen der Corona-Krise telefoniert.

Es sei eine "wunderbare" und "sehr freundliche Unterhaltung" gewesen, sagte Trump am Montagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus.

Biden habe ihn über seinen Standpunkt unterrichtet, sagte Trump. Er wisse es zu schätzen, dass Biden ihn angerufen habe. Auf Inhalte des etwa 15-minütigen Gesprächs ging Trump nicht näher ein.

Das Telefonat ist bemerkenswert, sind sich Trump und Biden doch spinnefeind. Erst am Montag kritisierte Trump seinen politischen Rivalen in einem Tweet. Bidens Wahlkampfteam veröffentlichte seinerseits eine Mitteilung mit kritischen Fragen und Vorwürfen an Trump wegen seines Umgangs mit der Coronavirus-Pandemie.

Trump habe die Gefahr durch das Coronavirus monatelang heruntergespielt, dadurch seien die USA nicht darauf vorbereitet gewesen, die größte Gesundheitskrise des Landes zu bewältigen, hieß es darin etwa.

Trump: "Sehr betrübt", dass Johnson auf der Intensivstation ist

00:20 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat sich angesichts des Gesundheitszustands des britischen Premierministers Boris Johnson besorgt gezeigt, der mit dem Coronavirus infiziert ist.

"Wir sind sehr betrübt zu hören, dass er (...) auf die Intensivstation gebracht wurde", sagte Trump am Montagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus.

Wenn man wegen der Lungenkrankheit Covid-19 auf der Intensivstation behandelt werde, werde es "sehr, sehr ernst", sagte Trump und drückte Johnson seine besten Wünsche aus.

Der Regierungschef sei ein "sehr guter Freund von mir und ein Freund unserer Nation". "Die Amerikaner beten alle für seine Genesung", sagte Trump.

Johnsons Ärzte seien kontaktiert worden, um zu sehen, was die USA für ihn tun könnten. Trump deutete an, dass es dabei um die Behandlung mit Medikamenten geht, die bislang noch nicht für die Behandlung einer Erkrankung mit dem Coronavirus zugelassen sind.

Johnson war am Sonntag wegen einer Covid-19-Erkrankung vorsorglich zu Tests ins Krankenhaus gebracht worden. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich am Montag derart, dass er auf eine Intensivstation gebracht werden musste.

Alle Meldungen vom Montag 6. April, Boris Johnson auf Intensivstation verlegt

21:20 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson ist wegen seiner Covid-19-Erkrankung auf die Intensivstation verlegt worden. Sein Zustand habe sich im Laufe des Nachmittags verschlechtert, bestätigte eine Regierungssprecherin am Montagabend der Deutschen Pesse-Agentur in London. Der 55-Jährige war am Sonntag in das St. Thomas' Hospital gebracht worden. Er hatte seine Infektion mit dem neuartigen Erreger bereits am 27. März öffentlich gemacht.

Mehr als 98.700 Corona-Nachweise in Deutschland - 1.575 Tote

20:31 Uhr: In Deutschland sind bis Montagabend mehr als 98.700 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 95.900 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert dabei von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige Bundesländer ihre Zahlen auch nicht immer zur gleichen Uhrzeit.

Mindestens 1.575 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 1.415).

Merkels Corona-Statement: Ein Dankeschön - doch kein Exit-Datum

16:49 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Bürgerinnen und Bürgern in einer Pressekonferenz am Montagnachmittag für die weitgehende Einhaltung der Auflagen zur Eindämmung des Coronavirus gedankt.

"Für dieses Verständnis, das es gibt, möchte ich mich bedanken, denn die Regeln werden ja doch von der überwiegenden Mehrzahl der Menschen eingehalten", sagte die CDU-Politikerin bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt nach dem Ende ihrer eigenen häuslichen Quarantäne.

Die Einhaltung dieser "sehr, sehr harten Regeln" gerade auch beim aktuellen schönen Wetter leiste einen Beitrag, um Menschenleben zu retten und Pflegepersonal das Leben zu erleichtern, sagte Merkel.

Auf einen möglichen Exit-Plan oder gar ein konkretes Exit-Datum angesprochen, hielt sich die Kanzlerin jedoch erneut bedeckt:

"Wir wären eine schlechte Bundesregierung, wenn wir nicht intensiv darüber nachdenken würden, wie wir - auch bei Einhaltung des Gesundheitsschutzes - das Leben wieder hochfahren könnten", erklärte Merkel. "Wir wären aber auch eine schlechte Bundesregierung, wenn wir jetzt ein konkretes Datum nennen."

Die Maßnahmen seien bis zum 19. April getroffen worden, daran werde sich auch nichts ändern. "Auf jeden Fall wird es ein schrittweises Vorgehen sein", sagte sie. Wie sich dies dann gestalte, sei noch nicht entschieden.

Mit Blick auf Österreich, wo ab dem 14. April kleine Geschäfte sowie Bau- und Gartenmärkte unter strengen Auflagen wieder öffnen dürften, sagte die Kanzlerin: "Wir müssen unsere eigenen Zahlen ansetzen." Österreich sei in der Pandemie Deutschland "immer ein Stück voraus" gewesen. Deshalb sei es "jetzt nicht geraten, über ein Datum in Deutschland zu sprechen".

Bei der Frage nach der Nützlichkeit von Masken für die Bevölkerung verwies Merkel auf Experten, deren Meinung sich inzwischen zum Positiven wandle.

Wichtig sei aber der richtige Umgang mit Stoffmasken: "Unsachgemäßer Umgang wäre noch fataler", sagte sie - also regelmäßiges Waschen, eine nicht zu lange Tragezeit, heißes Bügeln oder die Erwärmung im Backofen oder der Mikrowelle.

"Dabei nie die Abstandsregeln vergessen", warnte sie. "Die Pflege dieser Masken ist dann auch ganz, ganz wichtig." Es könne sein, dass auch die Regierung für das Tragen werben werde, so weit sei es aber noch nicht.

Corona-Infektionen in Europa: Spanien überholt Italien

15:31 Uhr: Spanien hat Italien als das Land Europas mit den meisten Infektionen mit dem Coronavirus überholt. Insgesamt gab es nach einer am Montagmittag veröffentlichten Auswertung des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) bislang 130.759 Covid-19-Fälle in Spanien und damit rund 1800 mehr als in Italien.

Wie aus den am Montag auf Twitter veröffentlichten Zahlen hervorgeht, löste Spanien Italien bereits am Wochenende als das europäische Land mit den meisten bestätigten Infektionen ab.

Deutschland lag in der Auswertung vom Montag mit mehr als 95.000 Infektionsfällen auf Rang drei. Die US-Universität Johns Hopkins sah die Bundesrepublik bis dahin bereits bei mehr als 100.000 Fällen.

Bilanz für Deutschland: Behandlung von 198 Corona-Patienten aus EU-Ausland

14:26 Uhr: Deutschland hat seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie 198 schwerkranke Patienten aus anderen EU-Staaten zur Behandlung aufgenommen. Derzeit gebe es noch Zusagen für 58 Behandlungsplätze, die nicht in Anspruch genommen worden seien, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Montag in Berlin. Es seien 130 Patienten aus Frankreich, 44 Erkrankte aus Italien und 24 weitere aus den Niederlanden nach Deutschland gebracht worden.

"Von der italienischen Seite ist es im Moment so, dass ein leichter Rückgang der Zahl der Corona-Intensivpatienten zu beobachten ist. Daher wird aus Italien zunächst kein weiterer Transfer nach Deutschland geplant", sagte der Sprecher. Die Bundesländer seien zu weiterer Hilfe bereit. Auch die Luftwaffe hat sich mehrfach mit dem Spezialflugzeug Airbus A310 MedEvac beteiligt.

Rückkehrer müssen zwei Wochen in Quarantäne

14:20 Uhr: Deutsche, EU-Bürger und langjährig in Deutschland lebende Ausländer sollen künftig grundsätzlich für zwei Wochen in häusliche Quarantäne, wenn sie aus dem Ausland in die Bundesrepublik zurückkehren. Auf diese Empfehlung an die Bundesländer einigte sich das Corona-Krisenkabinett am Montag in Berlin.

Wie aus dem Beschluss hervorgeht, gilt die neue Regelung aber erst ab dem 10. April und nur für Menschen, die sich für mehrere Tage im Ausland aufgehalten haben - und damit nicht für Berufspendler. Außerdem gibt es Ausnahmen für bestimmte Gruppen wie etwa Lastwagenfahrer und medizinisches Personal.

Menschen, die weder Deutsche noch dauerhaft hier ansässig sind, dürfen wegen der Corona-Pandemie ohnehin schon seit Mitte März nur noch aus einem "triftigen Reisegrund" nach Deutschland kommen. Das betrifft etwa EU-Bürger, die durch Deutschland in ihr Heimatland reisen. Grundsätzlich sind Einreisen aus Drittstaaten in die EU nur noch in ausgewählten Fällen zulässig.

Trotz Lockerungen in Österreich: Bayerns Regierung bekräftigt Zeitplan

13:36 Uhr: Die bayerische Staatsregierung bleibt auch nach der angekündigten Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen in Österreich bei dem zwischen Bund und Ländern verabredeten Zeitplan: Erst am Dienstag nach Ostern, dem 14. April 2020, wollen die Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über das weitere Vorgehen beraten. An diesem Zeitplan, auf den sich die Runde zuletzt verständigt hatte, ändere sich nichts, hieß es am Montag in Regierungskreisen.

Bayern hatte seine umfangreichen Ausgangsbeschränkungen und weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der Ausbreitung des Coronavirus zuletzt bis einschließlich 19. April verlängert. Ob und wann und für welche Bereiche die Fristen dann erneut nach hinten verschoben werden müssen, ist offen.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat aber wiederholt betont, es sei nicht zu erwarten, dass ab dem 20. April plötzlich wieder alles so sein werde wie vorher.

Zahl der neuen Corona-Todesfälle in Spanien rückläufig

13:01 Uhr: Den vierten Tag in Folge hat Spanien einen Rückgang bei der Zahl der neuen Corona-Todesfälle verzeichnet. Wie das Gesundheitsministerium in Madrid am Montag mitteilte, starben in den vergangenen 24 Stunden 637 Corona-Infizierte. Dies entspricht dem niedrigsten Anstieg bei den Todesfällen seit 13 Tagen.

Auch die Ansteckungsrate verlangsamt sich den Angaben des Ministeriums zufolge. Demnach stieg die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus Infizierten in den vergangenen 24 Stunden um 3,3 Prozent. Am Vortag hatte dieser Wert noch bei 4,8 Prozent gelegen.

Insgesamt starben in Spanien inzwischen bisher mehr als 13.000 Menschen an der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19, nach der offiziellen Zählung sind derzeit über 135.000 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert. Am schwersten von der Pandemie betroffen ist in Spanien der Großraum Madrid. An zweiter Stelle folgt Katalonien.

Trotz des positiven Trends der vergangenen Tage hatte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Samstag die verhängten Notfallmaßnahmen und Ausgangssperren um weitere zwei Wochen bis zum 25. April verlängert.

Corona-Kabinett beschließt neue Regeln für Rückkehrer nach Deutschland

12:24 Uhr: Deutsche, EU-Bürger oder langjährig in Deutschland wohnhafte Personen, die nach mehrtägigem Auslandsaufenthalt in die Bundesrepublik zurückkehren, sollen künftig zwei Wochen in Quarantäne. Das empfahl das sogenannte Corona-Krisenkabinett nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Montag den Bundesländern.

Reisende dürfen wegen der Corona-Pandemie nur noch aus einem "triftigen Reisegrund" nach Deutschland kommen. Grundsätzlich sind demnach Einreisen aus Drittstaaten nur noch in ausgewählten Fällen zulässig, die Reisenden werden an den deutschen Schengen-Außengrenzen kontrolliert. Über EU-Bürger oder langjährig in Deutschland lebende Personen hinaus gebe es Ausnahmen für medizinisches Personal, Pendler, Diplomaten und weitere Personengruppen.

Für Pendler sowie Geschäftsreisende und Servicetechniker, die für wenige Tage beruflich ein- oder ausreisen müssen, werde keine Quarantäne angeordnet, heißt es in dem Beschluss weiter. Gleiches gelte für Personen, die beruflich grenzüberschreitend Menschen, Waren und Güter auf der Straße, auf der Schiene, per Schiff oder per Flugzeug transportieren müssten sowie für Reisende im Transit auf dem Weg in das Land ihres ständigen Aufenthalts.

Personen, die für einen mehrwöchigen Arbeitsaufenthalt einreisen wollen, müssten nachweisen können, dass eine zweiwöchige Quarantäne sichergestellt sei oder gleichwertige betriebliche Hygienemaßnahmen und Vorkehrungen zur Kontaktvermeidung gelten. Damit soll Saisonarbeitern vor allem in der Landwirtschaft die Tätigkeit in Deutschland ermöglicht werden.

Kurz will Corona-Maßnahmen für Österreich lockern

11:24 Uhr: Nach Ostern soll in Österreich in der Corona-Krise der langsame Weg zurück in Richtung Normalität beginnen. Ziel sei es, dass ab dem 14. April kleine Geschäfte sowie Bau- und Gartenmärkte unter strengen Auflagen wieder öffnen dürfen, teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Montag in Wien mit.

Ab 1. Mai sollen dann alle Geschäfte, Einkaufszentren und Friseure wieder öffnen dürfen - Hotels und die Gastronomie sollen frühestens Mitte Mai folgen. Die Ausgangsbeschränkungen werden allerdings bis Ende April verlängert, die Schulen bleiben bis Mitte Mai zu. Veranstaltungen sollen bis Ende Juni nicht stattfinden.

Zudem wird das Tragen eines Mundschutz künftig nicht nur in Supermärkten und Drogerien zur Pflicht.

"Die schnelle und restriktive Reaktion gibt uns jetzt auch die Möglichkeit, schneller wieder aus dieser Krise herauszukommen", sagte Kurz. "Allerdings nur, wenn wir weiter alle konsequent die Maßnahmen einhalten und so gut zusammenstehen, wie wir das bisher gemacht haben."

Vor allem mit Blick auf das Osterfest bat Kurz die Menschen darum, weiter soziale Kontakte zu meiden und voneinander Abstand zu halten. Er fügte hinzu: "Bleiben sie zusammen mit den Menschen, mit denen sie gemeinsam wohnen."

Österreich ist damit eines der ersten europäischen Länder, das im Kampf gegen das Coronavirus seine Maßnahmen schon direkt nach Ostern wieder etwas lockern will.

Bus, Bahn, Geschäfte: Jena verhängt Mundschutzpflicht

11:07 Uhr: Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus gilt in Jena seit Montag eine Pflicht zum Tragen von Mundschutz - etwa in Geschäften sowie Bussen und Bahnen. Damit soll eine Übertragung des Virus durch Tröpfcheninfektion beim Sprechen, Husten oder Niesen eingedämmt werden. Im Freien ist der Mundschutz nicht vorgeschrieben.

Nach Angaben der Stadt ist auch kein medizinischer Mundschutz notwendig, es reichen selbstgenähte Masken sowie Tücher oder Schals, die Mund und Nase bedecken. Der Schritt gelte nicht dem Eigenschutz, sondern dem Schutz anderer, hieß es zur Begründung.

Ab dem 10. April 2020 soll die Vorgabe auf weitere geschlossene Räume inklusive Arbeitsstätten mit mehr als einer Person ausgeweitet werden.

Lehrerverband: Schlechte Schüler sollten in Corona-Krise freiwillig sitzenbleiben

10:32 Uhr: Schüler mit schlechten Leistungen sollten wegen der Corona-Krise nach Ansicht des Deutschen Lehrerverbands freiwillig die Klasse wiederholen, statt mit großem Rückstand die nächste Klassenstufe zu beginnen.

Wenn die bisherigen Leistungen sehr schlecht waren, sollte ernsthaft geprüft werden, "ob nicht ein freiwilliges Wiederholen sinnvoller ist, als mit massiven Wissenslücken aufzurücken", sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der "Bild"-Zeitung vom Montag.

Seine Empfehlung gelte aber nur für Schüler, bei denen es bereits vor der Corona-Epidemie Leistungsdefizite gegeben habe, die ein Erreichen des Klassenziels "unwahrscheinlich" erscheinen ließen. "Das freiwillige Wiederholen hat in vielen Bundesländern auch den Vorteil, dass es nicht als Pflichtwiederholung gewertet wird, was ein nochmaliges Wiederholen einer Jahrgangsstufe ausschließen kann", sagte Meidinger.

Er forderte zugleich großzügige Versetzungsregelungen. Als Möglichkeiten nannte Meidinger ein "großzügiges Vorrücken auf Probe, gegebenenfalls sogar für alle, die nach bisherigem Stand sitzengeblieben wären".

In allen Bundesländern müssten die Schulen nun überlegen, "wie wir im nächsten Schuljahr durch zusätzliche Förderkurse, eigene Wiederholungsphasen und vielleicht auch vorübergehende Kürzung eventuell verzichtbarer Lehrplaninhalte und Konzentration auf das Grundwissen wieder in die Normalspur der Lehrplanerfüllung einschwenken können", sagte der Verbandschef.

Verschwundene Schutzmasken: Berlins Innensenator kritisiert die USA

09:49 Uhr: Berlins Innensenator Andreas Geisel hat im Streit um in Thailand verschwundene Schutzmasken die USA erneut kritisiert. "Fakt ist, wir haben eine entsprechende Lieferung bestellt, (...), wir haben diese Lieferung auch bezahlt", sagte der SPD-Politiker am Montag im ZDF-"Morgenmagazin".

Die 200.000 Schutzmasken seien auf dem Weg nach Berlin gewesen. "Unabhängig davon, ob sie (...) konfisziert worden sind, ob sie storniert wurden und dann in die USA umgeleitet worden sind, oder ob jemand mit dem Geldkoffer gekommen ist und es in die USA umgeleitet hat: Unsere Schutzmasken sind in den USA gelandet. Und das ist nicht in Ordnung." Verträge müssten eingehalten werden, forderte Geisel.

Eine für die Berliner Polizei bestimmte Lieferung von Schutzmasken war auf dem Flughafen der thailändischen Hauptstadt Bangkok verschwunden. Geisel hatte am Freitag zunächst mitgeteilt, die Masken seien auf Betreiben der USA "konfisziert" worden. Er hatte von einem "Akt moderner Piraterie" gesprochen.

Die USA haben indes die Vorwürfe, sie hätten für die Berliner Polizei bestimmte Schutzmasken in die USA umgeleitet, zurückgewiesen. "Die Regierung der Vereinigten Staaten hat nichts unternommen, um für Deutschland bestimmte 3M-Lieferungen umzuleiten, noch wussten wir irgendetwas von solchen Sendungen", sagte ein Sprecher der US-Botschaft in Berlin.

"Die USA arbeiten mit ihren Partnern und Verbündeten solidarisch daran, humanitäre Hilfe für bedürftige Länder bereitzustellen und alle möglichen Maßnahmen zu ergreifen, die Verbreitung des Coronavirus zu bekämpfen." Man sei besorgt "über die allgegenwärtigen Versuche, die internationalen Anstrengungen durch Desinformationskampagnen ohne Angaben von Quellen zu spalten".

Irlands Regierungschef arbeitet wieder als Arzt

08:57 Uhr: In der Corona-Krise hat sich der amtierende Regierungschef Irlands, Leo Varadkar, wieder als Arzt registriert. Er wolle nunmehr mindestens einen Tag in der Woche in seinem erlernten Beruf arbeiten, um im Kampf gegen das Virus zu helfen, verlautete am Sonntag aus seinem Büro. "Er wollte wenigstens einen kleinen Beitrag leisten", sagte ein Regierungssprecher der Zeitung "Independent".

Varadkar, nach einem Bericht der "Irish Times" Sohn eines Arztes und einer Krankenschwester, hatte seinen Beruf als Allgemeinmediziner 2013 niedergelegt, um sich der Politik zu widmen. Er wurde damals aus dem Ärzteregister ausgetragen, jetzt ließ er sich "reaktivieren".

In Irland sind aktuell rund 5.000 Menschen am Coronavirus erkrankt, bisher starben 158 Menschen.

Trump: Amerikaner sollen für medizinisches Personal beten

08:42 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat die Amerikaner angesichts der verheerenden Corona-Epidemie aufgefordert, für Krankenschwestern und Ärzte zu beten. Die Mitarbeiter im Gesundheitswesens zögen jeden Tag trotz "enormer Gefahr" gegen das Coronavirus "n den Krieg", sagte Trump am Sonntagabend (Ortszeit) im Weißen Haus vor Journalisten. "Es ist ein sehr harter Feind", sagte Trump.

Der Präsident dankte ausdrücklich auch den Angestellten von Logistikunternehmen und Einzelhändlern, die die Versorgung im Land aufrecht erhielten. Mit Blick auf das bevorstehende Osterfest sagte Trump: "Ich würde darum bitten, dass alle Amerikaner beten für die heldenhaften Ärzte und Krankenschwestern, für die Lasterfahrer, für die Angestellten im Supermarkt und für alle, die in dieser Schlacht kämpfen."

In den USA gab es bis Sonntag mehr als 300.000 bekannte Infektionen mit Sars-CoV-2. Knapp 10.000 Menschen sind infolge der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, wie Daten der Universität Johns Hopkins zeigten.

Wirtschaftsministerium startet Vorbereitungen für "Corona-App"-Kampagne

08:38 Uhr: Das Bundeswirtschaftsministerium startet mit Vorbereitungen für die Verbreitung und Bewerbung einer App zur Nachverfolgung von Corona-Infektionen. Am Dienstag wolle der Beauftragte des Wirtschaftsministeriums für die Digitale Wirtschaft und Start-ups, Thomas Jarzombek (CDU), mit den Verbänden das weitere Vorgehen in einem Videocall besprechen, berichtete das "Handelsblatt" am Montag. "Damit die App wirksam im Kampf gegen das Virus hilft, müssen möglichst viele Menschen in Deutschland und Europa diese App nutzen", sagte Jarzombek dem Blatt.

"Ich freue sich sehr, dass sich die Internetwirtschaft hier engagieren möchte und die App intensiv bewerben will." Der Internetverband eco kündigte eine schnelle Umsetzung der App-Kampagne an. "Dazu ist es von zentraler Bedeutung, dass wir zeitnah alle Stakeholder an den Tisch bekommen", sagte Verbandschef Oliver Süme dem "Handelsblatt". Sein Verband werde dabei gerne einen Konzeptvorschlag machen. "Es geht uns darum, möglichst schnell und effektiv eine möglichst hohe Reichweite zu erzielen und möglichst viele Menschen für die Nutzung dieser App zu gewinnen."

Er würde sich daher "besonders freuen, wenn sich noch weitere Verbände, Organisationen und prominente Einzelpersonen unserer Initiative anschlössen", fügte Süme hinzu. Ein breites Bündnis von Politik, Digitalwirtschaft und Zivilgesellschaft gegen Corona sei das Ziel.

Coronavirus: Zahl der Neuinfektionen in Südkorea fällt auf unter 50

07:45 Uhr: Die Zahl der täglich erfassten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Südkorea ist zum ersten Mal seit dem Höhepunkt Ende Februar auf unter 50 gefallen.

Am Sonntag seien 47 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Montag mit. Südkorea gilt mittlerweile unter anderem dank seines rigiden Testprogramms als Vorbild für die Eindämmung des Virus.

Vizegesundheitsminister Kim Gang Lip warnte jedoch angesichts von lokalen Häufungen und neuer "importierter" Fälle, den Zahlen zu hohe Bedeutung beizumessen. Am Wochenende seien nur etwa 6.000 Virustests am Tag durchgeführt worden, statt etwa 10.000 an Wochentagen.

Auch äußerten sich die Behörden besorgt darüber, dass die Teilnahme an der Kampagne zur Vermeidung sozialer Kontakte wegen des Frühlingswetters und Ermüdungserscheinungen nachgelassen habe.

Laut Kim wurden am Wochenende "um 20 Prozent mehr Bewegungen der Menschen" registriert. Der Erfolg im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus hänge letztlich vom Verhalten der Menschen ab, sagte Kim.

Bei den Neuerkrankungen hatte sich im März - nach dem Höhepunkt Ende Februar mit mehr als 900 Fällen pro Tag - ein deutlicher Abwärtstrend eingestellt. In den vergangenen Wochen hatte sich die Zahl bei etwa 100 täglichen Nachweisen eingepegelt.

Gefeuerter US-Kapitän ist mit dem Coronavirus infiziert

07:37 Uhr: Der kürzlich vom Pentagon gefeuerte Kommandant eines US-Flugzeugträgers, auf dem sich das Coronavirus ausgebreitet hatte, ist laut einem Zeitungsbericht selber positiv auf den Erreger getestet worden.

Kapitän Brett Crozier habe Symptome der Infektion gezeigt, noch bevor er am Donnerstag entlassen wurde, berichtete die "New York Times" am Sonntag. Die ganze Geschichte lesen Sie hier.

Crozier war wegen eines an die Medien gelangten Brandbriefs zur Lage an Bord der "USS Theodore Roosevelt" seines Postens enthoben worden. Der Offizier hatte auf eine Evakuierung des Schiffes gepocht. Marine-Staatssekretär Thomas Modly begründete die Entlassung Croziers damit, dass dieser "unnötige Panik" erzeugt und "schlechtes Urteilsvermögen" gezeigt habe.

Fast 10.000 Tote in USA: Oberster US-Mediziner warnt vor "Pearl-Harbor-Moment"

06:58 Uhr: In den USA nähert sich die Zahl der Todesopfer der Coronavirus-Pandemie der Marke von 10.000 an. Binnen 24 Stunden starben weitere mehr als 1.200 Menschen an der Infektion, wie am Sonntag aus der Statistik der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervorging.

Die Gesamtzahl der Todesopfer in den USA stieg bis zum Abend auf 9.633. Die Zahl der verzeichneten Corona-Infektionsfälle wuchs auf mehr als 337.200. zu

Der Aufseher der US-Gesundheitsdienste, Jerome Adams, warnte, dass auf die Vereinigten Staaten besonders schwere Tage zukämen. Dies werde die "härteste und traurigste Woche" werden, welche die meisten US-Bürger bisher in ihrem Leben erlebt hätten, sagte Adams im Fernsehsender Fox News.

Dies werde "unser Pearl-Harbor-Moment, unser 9-11-Moment" - jedoch mit dem Unterschied, dass das Ereignis nicht auf einen Ort der USA begrenzt sei.

Der japanische Überraschungsangriff auf den US-Stützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii 1941 hatte den Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg ausgelöst.

Durch die Terroranschläge des 11. September 2001 wurden in den USA rund 3.000 Menschen getötet. Ihnen folgten die US-Invasionen in Afghanistan und im Irak.

UN-Generalsekretär warnt vor Gewalt gegen Frauen in Coronakrise

06:20 Uhr: UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat vor einer "schrecklichen Zunahme" häuslicher Gewalt während der Corona-Pandemie gewarnt. In einer am Sonntag (Ortszeit) auf Twitter verbreiteten Videobotschaft rief er die Regierungen weltweit dazu auf, dagegen vorzugehen.

"Wir wissen, dass Ausgangssperren und Quarantäne entscheidend sind, um Covid-19 zu bekämpfen. Aber sie können Frauen mit Partnern, die sie missbrauchen, einsperren", sagte Guterres. "Viele Frauen und Mädchen sind dort am meisten bedroht, wo sie am sichersten sein sollten: Bei sich zuhause."

In einigen Ländern habe sich die Zahl der Frauen, die deswegen Hilfsdienste anriefen, verdoppelt. Gesundheitsdienste und Polizei würden überschwemmt und seien unzureichend ausgestattet. Örtliche Hilfsgruppen seien "paralysiert" und knapp bei Kasse, warnte der UN-Generalsekretär.

Er rief die Regierungen weltweit auf sicherzustellen, dass Gewalttäter weiter verfolgt würden. Zudem sollten Warnsysteme in Apotheken und Geschäften eingerichtet werden. Zufluchtsorte sollten zu unverzichtbaren Einrichtungen erklärt werden.

Umfrage: Viele Bürger in Coronakrise besorgt bei Geldfragen

04:30 Uhr: Angesichts der Coronakrise machen sich laut einer Umfrage viele Bürger Gedanken wegen möglicher finanzieller Nachteile. Wucherpreise für vielleicht einmal knappe Waren wie Hygieneartikel besorgen 38 Prozent sehr oder eher stark, wie die Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) ergab. Ein Drittel (33 Prozent) befürchtet stark, dass die private Altersvorsorge an Wert verliert. Die größte Unsicherheit gibt es darüber, wegen fehlender Klinik- oder Arztkapazitäten nicht ausreichend behandelt werden zu können. Dies besorgt 43 Prozent der Befragten stark.

Die Mehrzahl der Verbraucher scheine noch nicht übermäßig beunruhigt zu sein, sagte vzbv-Chef Klaus Müller der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist gut, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass gerade gesundheitliche und finanzielle Sorgen viele Menschen umtreiben." In der Krise dürften Verbraucherrechte nicht aufgeweicht werden.

Für die Umfrage befragte das Institut Kantar Emnid vom 31. März bis zum 1. April 1006 Menschen ab 14 Jahre.

Giffey: Coronakrise bei Pflege-Tarifverhandlungen berücksichtigen

03:16 Uhr: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat an die Tarifparteien in der Pflege appelliert, bei ihren laufenden Verhandlungen die derzeitige Coronavirus-Pandemie zu berücksichtigen.

Einmalzahlungen seien zwar nett, es müsse aber strukturelle Veränderungen geben, sagte die Ministerin am Sonntagabend in der ZDF-Fernsehsendung "maybrit illner Corona spezial". Sie fügte hinzu: "Und das geht nur durch eine viel, viel stärkere tarifliche Bindung." Der Tarifvertrag soll voraussichtlich im Mai abgeschlossen werden.

Giffey betonte zudem die Notwendigkeit eines landesweit gültigen Tarifs. Derzeit arbeiteten nur 20 Prozent der Beschäftigten in der Pflege zu tariflichen Bedingungen.

Coronavirus bei Tiger in New Yorker Zoo nachgewiesen

02:49 Uhr: Ein Tiger in einem Zoo in New York hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Die vier Jahre alte malaysische Tigerkatze Nadia sei positiv auf das Virus getestet worden, teilte der Bronx Zoo am Sonntag mit. "Es ist - unseres Wissen nach - das erste Mal, dass ein wildes Tier sich durch einen Menschen mit Covid-19 angesteckt hat", sagte der leitende Tierarzt des Zoos, Paul Calle, dem Magazin "National Geographic".

Wahrscheinlich habe ein Pfleger das Virus in sich getragen, aber keine Symptome gezeigt. Der Zoo ist wegen der Coronakrise seit rund drei Wochen für Besucher geschlossen.

Nadia habe einen trockenen Husten entwickelt und sei deshalb vorsichtshalber getestet worden. Auch ihre Schwester Azul sowie zwei Sibirische Tiger und drei Löwen zeigten Symptome, seien aber nicht getestet worden.

Die Tiere hätten etwas weniger Appetit, ansonsten gehe es ihnen aber gut, hieß es. Man wisse nicht, wie sich die Krankheit bei Großkatzen entwickle und werde die Tiere genau beobachten, erwarte aber eine vollständige Genesung.

US-Präsident Trump wünscht Großbritanniens Johnson gute Besserung

01:27 Uhr: US-Präsident Trump hat dem britischen Premierminister Boris Johnson nach dessen Einlieferung ins Krankenhaus eine rasche Genesung gewünscht. "Ich bin voller Hoffnung und sicher, dass er in Ordnung sein wird", sagte Trump am Sonntagabend (Ortszeit) im Weißen Haus. "Er ist ein starker Mann." Trump fügte hinzu: "Alle Amerikaner beten für ihn."

Johnson war wegen einer Covid-19-Erkrankung vorsorglich zu Tests ins Krankenhaus gebracht worden, wie die britische Regierung am Sonntag mitteilte. Der 55 Jahre alte konservative Politiker hatte am 27. März seine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 bekannt gemacht und sich seitdem in seiner Dienstwohnung isoliert.

Rentenversicherung: Auszahlung trotz Coronakrise vorerst gesichert

01:00 Uhr: Die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung, Gundula Roßbach, geht vorerst von keinen finanziellen Nachteilen für die Rentner in der Coronakrise durch einen Einbruch der Beitragseinnahmen aus.

"Im Moment erwarte ich, dass das Minus überschaubar ist", sagte Roßbach dem "Tagesspiegel" (Montag). Die Bundesagentur für Arbeit zahle ja weiter Beiträge an die Rentenversicherung, selbst wenn Menschen in Kurzarbeit seien oder arbeitslos würden.

Eine genaue Einschätzung dazu sei zurzeit aber sehr schwierig. Sie betonte, mit einer Nachhaltigkeitsrücklage von rund 40 Milliarden Euro gehe die Rentenversicherung finanziell gut ausgestattet in die Krise. "Die Auszahlung der Renten ist gesichert."

Roßbach versicherte, die Renten würden im Sommer 2021 auf keinen Fall gekürzt. Dies sei gesetzlich festgelegt. "Minusrunden kann es also nicht geben." Wie stark die Renten dann steigen würden, hänge von der Entwicklung der Bruttolöhne in diesem Jahr ab. "Im Moment können wir nicht seriös vorhersagen, wie die Entwicklung läuft."

Das hänge davon ab, wie lange die Krise dauere, wie lange Unternehmen ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schickten, wie lange Menschen arbeitslos seien und wie sich die Tarifabschlüsse entwickelten.

Widmann-Mauz zu Kontaktsperre: Keine Ausnahmen für gemeinsame Gebete

00:35 Uhr Uhr: Nach der Menschen-Ansammlung vor einer Moschee in Berlin hat die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, betont, dass es in Zeiten der Corona-Beschränkungen auch für gemeinsame Gebete vor Ort keine Ausnahme geben darf.

Dies sagte die CDU-Politikerin der "Welt" (Montag). Gesundheit gehe vor. "Jetzt kommt es auf Jede und Jeden an." Dem Bericht zufolge will Widmann-Mauz am Dienstag mit muslimischen Verbänden darüber sprechen, was ab dem Ramadan-Beginn am 23. April zu beachten sei, sollten die Kontakt-Beschränkungen dann noch andauern.

Trotz Kontaktverbots hatten sich am Freitag vor einer Berliner Moschee nach Polizeiangaben rund 300 Menschen versammelt. Das Gebet wurde im Einvernehmen mit dem Imam vorzeitig beendet.

Die Verantwortlichen der Moschee sicherten der Polizei demnach überdies zu, über die sozialen Medien nochmals darauf hinzuweisen, dass Gebetsrufen nicht durch persönliches Erscheinen gefolgt werden müsse und dass die Rufe bei erneuten Menschenansammlungen sofort beendet werden.

Jourova: Grundrechte in vielen EU-Staaten wegen Corona eingeschränkt

00:01 Uhr: Die meisten EU-Länder haben nach Ansicht der Vizepräsidentin der EU-Kommission, Vera Jourova, im Kampf gegen das Coronavirus mittlerweile die Grundrechte ihrer Bürger eingeschränkt.

"Bisher haben 20 EU-Länder eine Art Notstandsgesetzgebung verabschiedet, um die Coronakrise erfolgreich zu bekämpfen und die notwendigen Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen und den Schutz der Menschen gegen das Virus durchsetzen zu können", sagte die für Rechtsstaatsfragen zuständige Kommissarin der Zeitung "Die Welt" (Montag).

Auf lange Sicht bestehe jedoch die Gefahr, dass die Demokratie durch diese Maßnahmen geschwächt wird, meinte Jourova. "Darum ist Kontrolle in diesem Moment so wichtig." Eine demokratische Balance sei dringend erforderlich.

"Das Coronavirus darf die demokratische Ordnung nicht killen", betonte Jourova. Nach ihren Angaben untersucht die EU-Kommission derzeit in allen betroffenen Ländern die Notfallmaßnahmen und prüft, ob sie gegen demokratische Grundwerte (Artikel 2, EU-Vertrag) verstoßen.

"Wenn das der Fall sein sollte, werden wir einschreiten", sagte die Politikerin aus Tschechien.

Mit Material der dpa und der AFP